Fischingen (Baden)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Fischingen
Fischingen (Baden)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Fischingen hervorgehoben
47.6497222222227.5997222222222279Koordinaten: 47° 39′ N, 7° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Lörrach
Höhe: 279 m ü. NHN
Fläche: 1,88 km²
Einwohner: 707 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 376 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79592
Vorwahl: 07628
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 08 3 36 024
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchplatz 6
79592 Fischingen
Webpräsenz: www.fischingen.de
Bürgermeister: Axel Moick
Lage der Gemeinde Fischingen im Landkreis Lörrach
Frankreich Schweiz Landkreis Waldshut Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Freiburg im Breisgau Aitern Bad Bellingen Binzen Böllen Efringen-Kirchen Efringen-Kirchen Eimeldingen Fischingen (Baden) Fröhnd Grenzach-Wyhlen Zell im Wiesental Häg-Ehrsberg Hasel (Baden) Hausen im Wiesental Inzlingen Kandern Kleines Wiesental Lörrach Malsburg-Marzell Maulburg Rheinfelden (Baden) Rümmingen Rümmingen Schallbach Schliengen Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönenberg (Schwarzwald) Schopfheim Schwörstadt Steinen (Baden) Todtnau Tunau Utzenfeld Weil am Rhein Wembach Wembach Wembach Wieden (Schwarzwald) Wittlingen Wittlingen Zell im Wiesental Zell im Wiesental Zell im WiesentalKarte
Über dieses Bild

Fischingen (Alemannisch Fischige) ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Lörrach. Zur Gemeinde Fischingen gehören außer dem gleichnamigen Dorf keine weiteren Ortschaften. Mit nur 1,88 Quadratkilometer hat die Gemeinde nach Wembach die zweitkleinste Gemarkungsfläche im Landkreis. Der Ort ist Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband Vorderes Kandertal mit Sitz in Binzen.

Geographie[Bearbeiten]

Lage und Gliederung[Bearbeiten]

Fischingen liegt im südlichen Markgräflerland am Westhang des Läufelbergs im äußersten Südwesten Deutschlands nahe der Schweizer und der französischen Grenze. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von 279 m bis 390 m.

Die Gemeinde grenzt im Osten an Schallbach, im Süden an Binzen und Eimeldingen sowie im Westen und Norden an Efringen-Kirchen.

Geologie[Bearbeiten]

Das Gemarkungsgebiet reicht von der Weil-Efringer Niederung bis zur Abbruchkante des Bamlach-Schallbacher Lösshügellandes. Praktisch der gesamte Abbruchrand ist mit Rebstöcken besetzt. Die Stufe ist maßgeblich durch die würmzeitliche Erosion des Rheines gestaltet worden. Vor allem im nordwestlichen Teil Fischingens liegt die Elsässer Molasse mit einem hohen Lössanteil.

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

Erste archäologische Funde von Pfeilspitzen und Steinbeilen im Gewann Auf der Ebene/ Kaiserhölzle deuten auf prähistorische Besiedlungen der Fischinger Gemarkung hin. Der Ort wurde bereits in der Zeit der alemannischen Landnahme im 3. und 4. Jahrhundert gegründet. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 772 als Fiscinga. Der Ortsname geht vermutlich auf einen Personennamen zurück. Im 8. und 9. Jahrhundert wird der Ort mehrfach in Urkunden des Klosters St. Gallen genannt, die auch im Besitz des örtlichen Dinghof und des Kirchensatzes waren. Die Vorsitzer sind unbekannt. Wann die Rechte auf die Herren von Rötteln übergingen ist nicht bekannt; der erste Nachweis geht auf das Jahr 1291 zurück.[2]

Religionen[Bearbeiten]

Fischingen war seit der Reformation wie der Großteil des Markgräflerlandes evangelisch-lutherisch. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts überstieg der Anteil der Katholiken nie 5 %. Durch den Zuzug nach dem Zweiten Weltkrieg stieg der Anteil von 7,8 % 1963 auf 16,2 % im Jahr 1987; der Anteil der Evangelischen betrug im selben Jahr 73,5 %.[3] Die evangelische Kirchengemeinde wird bis heute von der eigenen Pfarrkirche St. Peter betreut. Die katholischen Mitglieder werden von der Pfarrgemeinde St. Maria in Haltingen betreut.

Politik[Bearbeiten]

Fischingen ist Mitglied des Gemeindeverwaltungsverbandes Vorderes Kandertal mit Sitz in Binzen, in dem die Gemeinden Binzen, Eimeldingen, Fischingen, Rümmingen, Schallbach und Wittlingen seit dem Jahr 1971 ihre Verwaltung zusammenfassen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahl zu Beginn des 19. Jahrhunderts blieb mit knapp 300 Einwohnern bis in die 1820er Jahre konstant und stieg zur Mitte des Jahrhunderts um etwa ein Drittel auf 390 im Jahr 1845 an. Bis zum Ende des Jahrhunderts nahm die Bevölkerung stetig ab und stieg erst nach den Ende des Zweiten Weltkrieges wieder auf über 300 Einwohner an. Erst die Erschließung neuer Baugebiete ließ ab den 1970er Jahren die Bevölkerung wieder ansteigen.

Einwohnerentwicklung von Fischingen[4]
Jahr Einwohner
1804 290
1845 390
1895 280
1925 285
1945 241
1952 298
Jahr Einwohner
1972 375
1981 534
1987 550
1990 600
2007 682
2008 677

Gemeinderat[Bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören nach der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 neben dem Bürgermeister als Vorsitzenden sieben Mitglieder an. Bürgermeister ist seit der Wahl am 12. September 2010, Axel Moick. Er ist aus dem Gemeinderat nachgerückt, es gab aber keinen Ersatzkandidaten. Deshalb hat der Gemeinderat nur noch sieben Mitglieder.

Freie Wähler 4 Sitze
Unabhängige Wähler 3 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen von Fischingen zeigt einen nach oben schwimmenden silbernen (weißen) Fisch im roten Schrägbalken auf goldenem (gelben) Grund. Der Balken zeigt die Verbundenheit zum Land Baden, welches zwar dieselben Wappenfarben verwendet, allerdings vertauscht. Diese Tingierung nahm das Generallandesarchiv Karlsruhe 1905 vor. Der Fisch verweist auf die volksetymologische Deutung des Ortsnamens und wird seit dem 18. Jahrhundert als Dorfzeichen verwendet.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ortsbild und Bauwerke[Bearbeiten]

Fischingen im Markgräflerland

Fischingen ist ein typisches Wegedorf. Es lassen sich einzelne, räumlich getrennte Besiedlungsgebiete erkennen und einen dichter verbauten Siedlungskern, der heute zugleich den Dorfmittelpunkt im Bereich der Kirche und des Vogtshaus bildet. In den 1960er Jahren hat sich der Siedlungsbereich weiter nach Westen ausgedehnt. Am südlichen Ortsrand hat sich in den 2000er Jahren das Neubaugebiet Riedmatten entwickelt.

Eine Sehenswürdigkeit ist die Evangelische Kirche Fischingen aus dem 8. Jahrhundert. Sie enthält Fresken mit biblischen Szenen aus dem 14. Jahrhundert. Neben der Kirche steht das Fischinger Rathaus. Das Giebelhaus, das ehemals als Schulhaus diente, ist Sitz neben der Ortsverwaltung. Wenige Meter südlich der Kirche steht das Vogtshaus aus dem Jahr 1607. Das zweigeschossige Gebäude mit mächtigem Walmdach gehörte der Deutschordenskommende Basel. Heute dient das Gebäude als Wohnhaus.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Fischingen hat eine eigene Grundschule. Weiterführende Schulen oder Sonderschulen befinden sich in Weil am Rhein und Lörrach. Seit 1988 nutzt die evangelische Kirchengemeinde frei gewordene Schulräume als Kindergarten. Im oberen Stock des Rathauses ist seit 1989 der Bürgersaal untergebracht.

Vereinsleben[Bearbeiten]

Der Männerchor Fischingen aus dem Jahr 1846 ist der älteste im Ort ansässige Verein. Der Verein hat rund 140 Mitglieder, davon 32 Aktive.[6] Außerdem beteiligen sich die Freiwillige Feuerwehr, die Jugendfeuerwehr, der Sportverein und das Akkordeon-Orchester am Vereinsleben.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Landwirtschaftliche Flächen am Läufelberg

Fischingen ist eine Weinbaugemeinde. Rund 15 % der Gemeindefläche (28,5 Hektar)[7] sind mit Reben bestockt. Angebaut werden vor allem die Rebsorten Gutedel und Müller-Thurgau; die Weine werden hauptsächlich durch die Winzergenossenschaft Bezirkskellerei Markgräflerland in Efringen-Kirchen vermarktet.

Neben dem Weinanbau werden in Fischingen auch Ackerflächen landwirtschaftlich genutzt und Viehhaltung betrieben. Beides ist zur Mitte des 20. Jahrhunderts stark reduziert bzw. verkleinert worden. Die wirtschaftlich stärkste Bedeutung hat, mit abnehmender Tendenz, die Schweinehaltung. Seit den 1960er Jahren wird aufgrund der günstigen Boden- und Klimaverhältnisse Obst und Gemüse in Sonderkulturen angebaut. Dazu wird auf etwa 10 Hektar Freiland in windgeschützten, südwestlichen Lagen Sommer- und Wintergemüse gezogen. Traditionell stark verbreitet ist der Streuobstbau. Der Obstbaumbestand vergrößerte sich von 2800 Bäumen im Jahr 1933 auf über 6000 im Jahr 1965, darunter rund 2300 Apfelbäume. Die Erträge werden auf den Wochenmärkten in Lörrach, Weil am Rhein und Schopfheim oder am Obstgroßmarkt in Efringen-Kirchen angeboten. Vor Ort verarbeiten rund 20 Abfindungsbrennerei die Erzeugnisse auch zu Obstwasser.[7]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 3 zwischen Freiburg und Weil am Rhein führt nur einen Kilometer entfernt an Fischingen vorbei. Die Anschlussstelle Eimeldingen der Bundesautobahn 98 ist drei Kilometer entfernt. Der öffentliche Nahverkehr wird durch den Regio Verkehrsverbund Lörrach betrieben. Es fahren nur sehr wenige Busse von und nach Fischingen. Eine Eisenbahnlinie führt nicht durch Fischingen; die nächstgelegene Station der Rheintalbahn befindet sich in Eimeldingen.

Medien[Bearbeiten]

Über Fischingen berichten neben dem Gemeindeblatt des Vorderen Kandertals die Badische Zeitung und das Oberbadische Volksblatt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Landkreis Lörrach (Hrsg.): Der Landkreis Lörrach, Band I (Aitern bis Inzlingen), Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1993, ISBN 3-7995-1353-1, S. 769–785.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Der Landkreis Lörrach, Band I, S. 780
  3. Der Landkreis Lörrach, Band I, S. 773
  4. Der Landkreis Lörrach, Band I, S. 772/773
  5. Der Landkreis Lörrach, Band I, S. 769
  6. Männerchor 1846 Fischingen e.V.
  7. a b Der Landkreis Lörrach, Band I, S. 775