Bundesautobahn 98

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Bundesautobahn 98 in Deutschland
Bundesautobahn 98
 European Road 54 number DE.svg
Karte
Verlauf der A 98
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Gesamtlänge: 82 km
  davon in Betrieb: 44,5 km
  davon in Bau: 2,5 km
  davon in Planung: 35 km

Bundesland:

Die Bundesautobahn 98 (Abkürzung: BAB 98) – Kurzform: Autobahn 98 (Abkürzung: A 98) – sind vier insgesamt 44,5 Kilometer lange Autobahn-Abschnitte im Süden von Baden-Württemberg. Sie verlaufen zwischen dem Autobahndreieck Weil am Rhein und dem Autobahndreieck Hochrhein (A 861), Murg und Hauenstein, Waldshut-Tiengen und Lauchringen sowie zwischen dem Autobahnkreuz Hegau und der Anschlussstelle Stockach-Ost.

Frühere Planvorstellung[Bearbeiten]

Autoaufkleber von Befürwortern des Ausbaus der A98 aus den 1980er Jahren

Die Planungen der Fernstraße stammen aus den 1960er Jahren und sollte ursprünglich von Weil am Rhein bis zur A 8 bei Irschenberg verlaufen. Der größte Teil davon wurde aber aufgegeben. So wurde u.a. der Abschnitt nördlich des Bodensees aufgrund der dortigen Proteste durch einen drei- bis vierstreifigen Ausbau der B 31 ersetzt.

Die SPD am Hochrhein war lange Zeit aufgrund der großen Eingriffe gegen eine Autobahnplanung und forderte eine sogenannte „Hochrheinschnellstrasse“. Auf Drängen der CDU und dem Umschwenken der damaligen Bundestagsabgeordneten Karin Rehbock-Zureich kam es zur Aufnahme der A 98 in den Bundesverkehrswegeplan 2003. Man erhoffte sich durch den Bau der A 98 die vom Durchgangsverkehr betroffen Gemeinden zu entlasten. Die Grünen sind bis heute gegen den Bau der A 98 und fordern allenfalls den Ausbau der B 34.

Geplant war auch der vierstreifige Neubau einer Rheinbrücke zwischen der deutsch-französischen Grenze bei Märkt und dem Autobahndreieck Weil am Rhein um die A 98 mit dem französischen Autobahnnetz zu verknüpfen. Die geplante Trasse auf französischem Gebiet, die jahrelang freigehalten war, wurde 2011 aus den Raumordnungsplänen gestrichen. Eine angedachte Verbindung in Richtung Westen entfiel hiermit. Eine Verbindung im Osten zur A 81 ist nur über die B 314 entlang der Grenze zur Schweiz möglich. Aufgrund der Topographie kommt hier ein Ausbau als Autobahn nicht in Frage.

Die Abschnitte Murg–Hauenstein und Tiengen–Lauchringen sind als Kraftfahrstraße beschildert. Sie wurden als sogenannte „längsgeteilte Dringlichkeit“ gebaut.

Der Planungsabschnitt Lörrach–Singen ist als „Hochrheinautobahn“ bekannt, der Abschnitt Singen–Lindau hätte die Bezeichnung „Bodenseeautobahn“ tragen sollen und die weitere Strecke zwischen Lindau und Irschenberg an der A 8 die Bezeichnung „Voralpenautobahn“.

Die Bezeichnung "Bodenseeautobahn" wird seit der Planung für die A81 im Abschnitt Stuttgart - Singen verwendet, die aus dem Ballungsraum Stuttgart zum beliebten Feriengebiet des Bodensees führt.

Fertiggestellte Abschnitte und derzeitige Planungen[Bearbeiten]

Teilstück Weil am Rhein bis Rheinfelden Karsau[Bearbeiten]

A 98 mit der Ausfahrt Lörrach-Mitte, im Hintergrund die Wiesentalbrücke

Der erste Abschnitt der A 98 beginnt am Dreieck Weil am Rhein, umfährt Basel/Schweiz, Lörrach und Rheinfelden und endet am Dreieck Hochrhein. Dieser erste Abschnitt hat zusammen mit der Verbindung der A 98 bei Rheinfelden mit der schweizerischen N 3 durch die kurze A 861 für den Großraum Basel Umfahrungsfunktion. Hierzu wurde im Verlauf der A 861 der zweiröhrige Tunnel Nollinger Berg gebaut.

Im weiteren Verlauf begann 2012 der Bau des 2,5 Kilometer langen vierstreifigen Abschnitts zwischen dem Autobahndreieck Hochrhein (A 861) und der Anschlussstelle Rheinfelden-Karsau mit Voreinschnitten für den geplanten Herrschaftsbucktunnel.

Tunnel durch den Herrschaftsbuckel[Bearbeiten]

Die beiden Tunnelröhren, mit dessen Bau frühestens im Jahr 2014 begonnen wird, sollen mit insgesamt fünf Fahrbahnen ausgelegt werden. Die Fertigstellung des Abschnitts ist für frühestens Ende 2016Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren vorgesehen.[1] Weiterhin ist der Neubau mit zwei Fahrbahnen zwischen der Anschlussstelle Rheinfelden-Karsau und der Anschlussstelle Murg-Rothaus sowie zwischen den Anschlussstellen Hauenstein und Tiengen-West nach dem derzeit geltenden Bundesverkehrswegeplan noch als vordringlicher Bedarf geplant.

Abschnitt Rheinfelden-Karsau bis Wallbach (Bad Säckingen)[Bearbeiten]

Der Abschnitt von Rheinfelden-Karsau bis Wallbach (A 98.5) soll nach derzeitigen Planungen bei einem Baubeginn 2016Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren bis 2021Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren fertiggestellt werden.[2]

Teilstück Wallbach bis Murg (Hochrhein)[Bearbeiten]

Die Planungen für den Abschnitt von Wallbach über Bad Säckingen bis Murg (A 98.6) sollen 2016/2017Vorlage:Zukunft/In 2 JahrenVorlage:Zukunft/In 3 Jahren beginnen. Der Bau würde frühestens im Jahr 2020Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren/2023Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren beginnen und bis 2029/2030Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren abgeschlossen sein.[3]

Murg bis Albbruck/Dogern[Bearbeiten]

Der nächste Abschnitt Murg–Hauenstein wurde am 8. Oktober 2012 für den Verkehr freigegeben, ohne jedoch über mindestens zwei Fahrstreifen pro Richtung zu verfügen. Derzeit verläuft die Anbindung dieses Abschnitts über ein Provisorium, der sogenannten „Abfahrt Hauenstein“, zur bestehenden B 34-Umfahrung Albbruck/Dogern. Aufgrund der Kurven und des Gefälles ist diese behelfsmässige Autobahnabfahrt sehr unfallträchtig.

Teilabschnitt Hauenstein bis Waldshut/Tiengen[Bearbeiten]

Die Planungen im Abschnitt Hauenstein (Laufenburg) − Tiengen (A 98.8) ruhen nach der Priorisierung des Landes Baden-Württemberg ganz. Die ehemals geplante Bergtrassenführung in diesem Abschnitt wurde bereits in den 1990er Jahren aufgrund der Umweltproblematik als kritisch eingestuft und damals nicht mehr weiter verfolgt.

Tiengen-West bis Oberlauchringen/Geißlingen[Bearbeiten]

Der dritte fertiggestellte Abschnitt von der Anschlussstelle Tiengen-West bis zur Anschlussstelle Lauchringen mit den drei vorhandenen Anschlussstellen Tiengen-West, Tiengen-Ost und Lauchringen dient als Ortsumgehung von Tiengen und wurde als solche geplant und gebaut. Im Jahr 2010 wurde dieser Abschnitt in der freien Strecke auf drei Fahrstreifen (2+1-System) erweitert. Zum vierstreifigen Ausbau fehlen die zweiten Tunnelröhren des Heidennäckertunnels und des Bürgerwaldtunnels.

Der nächste Abschnitt soll nicht mehr als geplante A 98-Trasse sondern als B 34-neu gebaut werden. Die Strecke soll vom bisherigen Endpunkt von der Anschlussstelle Lauchringen, wo sie auf die B 314 trifft, bis Geißlingen (B 34) nur noch mit einem Fahrstreifen pro Richtung als „Ortsumfahrung Oberlauchringen“ bis zum vorläufigen Endpunkt etwa in Höhe des Bahnhofs Grießen verlaufen und ist planfestgestellt. Die Brücke über die B 314 ist bereits fertiggestellt. Der Bau einer Brücke über die Wutach soll folgen. Der Verlauf der Strecke folgt im Wesentlichen dem Waldrand östlich der Klettgaumulde unterhalb der Küssaburg, nahe der Gemarkungsgrenze zu Schwerzen. → Karte zum voraussichtlichen Streckenverlauf (47° 37′ 52″ N, 8° 20′ 0″ O47.6310408037878.3333015441895). Es besteht nur noch ein Planungsrecht für eine Bundesstraße. Ein späterer Ausbau zu einer Autobahn A 98 ist aufgrund der nicht einzuhaltenden Parameter nicht mehr möglich. Somit endet die A 98 bereits im östlichen Kreisgebiet des Landkreises Waldshut-Tiengen.

Eine Streckenführung von Lauchringen nach Singen (Hohentwiel) an das dort bestehende Teilstück der Bundesautobahn 81 bei Gottmadingen ist zwar von deutscher Seite gewünscht, die Schweiz lehnt jedoch eine Trassenführung über ihr Gebiet nach wie vor kategorisch ab. Laut einer Trassierungskonzeption des Bundeslandes Baden-Württemberg wäre die A 98 von ihrem früher geplanten Endpunkt bei Geißlingen durch den Jestetter Zipfel über Dettighofen, Jestetten und Lottstetten bei Balm an die Schweizer Grenze geführt worden. Hier hätte die Schweiz die A 98 über ihr Staatsgebiet weiterführen sollen und bei Singen an die bestehende A 81 angeschlossen. Dass diese Planung je verwirklicht wird, gilt als sehr unwahrscheinlich und wird daher nicht mehr weiter verfolgt.

Meinungen zu den Trassenentscheidungen und Initiativen auf kommunaler Ebene[Bearbeiten]

Der Regionalverband Hochrhein-Bodensee, der Landkreis Waldshut, die Stadt Laufenburg und die Gemeinde Albbruck gaben im Jahr 2011 eine Planungsstudie zur Ermittlung einer sicheren und verkehrstechnisch sinnvollen Lösung in Auftrag, welche im Ergebnis eine verkürzte Tunnellösung empfiehlt. Der Tunnel „Albert“ soll dabei eine Länge von etwas 185 m haben.[4]

Waldshut-Tiengen-Ost: A 98-Autobahnbrücke über die Wutach beim Bürgerwaldtunnel

Die ehemals schwarz-gelbe Landesregierung und das Regierungspräsidium hatte zu ihrer Zeit an der amtlichen Variante mit Kreisverkehr/Ampellösung festgehalten. Die Medien berichteten in diesem Zusammenhang von politischer Einflussnahme. Seit dem Jahr 2010 läuft hierzu ein Petitionsverfahren im baden-württembergischen Landtag.

Im Abschnitt A 98.5/6 gaben der Regionalverband Hochrhein-Bodensee, die Städte Bad Säckingen und Wehr, der Landkreis Waldshut und die Schluchseewerke gemeinsam eine Machbarkeitsstudie in Auftrag um eine Alternative zur bisherigen amtlichen Bergtrasse zu prüfen. Ergebnis ist die sogenannte „Konsenstrasse“.[5]

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Deutschland zählt die A 98 zu den zwölf unsinnigsten Straßenbauprojekten Deutschlands. Die A 98 sei überteuert, überdimensioniert und beseitige keinerlei Engpässe, bewirke aber massive Schäden an der Natur. Der BUND hält die Hochrheinautobahn (A 98) für besonders naturzerstörend und verkehrlich fragwürdig. Er fordert den Ausbau der Bundesstraße 34, da die A 98 ohnehin hinter Tiengen „im Acker ende“.[5]

Die IHK Hochrhein-Bodensee kritisiert die Ausführungen des BUND zur A 98 und bezeichnet diese als „dusslig“. Die Erschließungsfunktion einer Autobahn für eine Region und ihre überregionale Netzfunktion dürfe nicht ausgeblendet werden[5].

Das Regierungspräsidium Freiburg als zuständige Genehmigungsbehörde richtete am 18. März 2013 für den Abschnitt Wehr - Murg das sogenannte "Bürger-Forum am Hochrhein für Variantenvergleich und Transparenz" ein.[6]

Mautpflicht[Bearbeiten]

Seit Oktober 2006 sind die Teilstücke zwischen Laufenburg und Hauenstein sowie zwischen Tiengen-West und Lauchringen und neu seit Oktober 2012 auch das Teilstück zwischen Murg-Rothaus und Laufenburg von der Lkw-Maut befreit, um die Gemeinden an der B 34 zu entlasten. Des Weiteren sind die genannten Teilstücke als Kraftfahrstraße und nicht als Autobahn beschildert, dies soll erst nach dem vollständigen Ausbau auf vier Fahrstreifen geschehen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Schefold, Alois Neher (Hrsg.): 50 Jahre Autobahnen in Baden-Württemberg. Eine Dokumentation. Im Auftrag des Autobahnamtes Baden-Württemberg. Autobahnamt Baden-Württemberg, Stuttgart 1986.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bundesautobahn 98 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ralf Staub: Der Tunnel lässt noch auf sich warten. In: Badische Zeitung. 24. Januar 2013, abgerufen am 1. Januar 2014.
  2. bz: Das Wettrennen um die A 98 ist eröffnet. In: Badische Zeitung. 21. Dezember 2013, abgerufen am 3. April 2014.
  3. Stefan Sahli: A98 entlastet Bad Säckingen frühestens 2029. In: Badische Zeitung. 21. Oktober 2013, abgerufen am 3. April 2014.
  4. Markus Baier: Laufenburg: Der Streit um die Abfahrt Hauenstein; Südkurier Online, 19. Oktober 2010.
  5. a b c Südkurier-Dossier zur A 98
  6. http://www.buergerforum-hochrhein.de