Binzen
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Freiburg | |
| Landkreis: | Lörrach | |
| Höhe: | 284 m ü. NN | |
| Fläche: | 5,81 km² | |
| Einwohner: |
2902 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 499 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 79589 | |
| Vorwahl: | 07621 | |
| Kfz-Kennzeichen: | LÖ | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 3 36 008 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Am Rathausplatz 6 79589 Binzen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Andreas Schneucker (parteiunabhängig) | |
| Lage der Gemeinde Binzen im Landkreis Lörrach | ||
Binzen ist eine Gemeinde im Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Geographische Lage [Bearbeiten]
Binzen liegt im Dreiländereck von Deutschland, der Schweiz und Frankreich an den Südwestausläufern des Schwarzwaldes am Ausgang des Kandertals im Großraum Basel-Weil-Lörrach.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Die Gemeinde grenzt im Norden an Fischingen und Schallbach, im Osten an Rümmingen, im Südosten an die Kreisstadt Lörrach, im Süden an die Stadt Weil am Rhein und im Westen an Eimeldingen.
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
Zur Gemeinde Binzen gehören das Dorf Binzen, die Häuser Autohof und Buchmühle sowie der Hof Obere Mühle. Im Gemeindegebiet liegt die Wüstung Eppalinchova.[2]
Geschichte [Bearbeiten]
Die urkundliche Ersterwähnung des Ortes als Binuzhaine stammt aus dem Jahr 767. Nochmals wird es im Jahre 807 als Pinuzheim in einer Urkunde des Klosters St. Gallen erwähnt.[3] Das Dorf wurde als alamannisches Herrengut von den Franken konfisziert und kam vor ca. 1200 Jahren in den Besitz des fränkischen Königsklosters St. Denis. Später hatten verschiedene geistliche und weltliche Herrschaften Rechte in Binzen, wobei der Basler Bischof von besonderer Bedeutung war. Zu Anfang des 16. Jahrhunderts kam der größte Teil von Binzen in den Besitz der Markgrafschaft Baden-Durlach, es dauerte aber noch bis 1769 bis der ganze Ort badisch war.
Religionen [Bearbeiten]
Binzen gehörte kirchlich zum Bistum Konstanz, obwohl der Bischof von Basel ein gewichtiger Grundherr- und Lehnsherr war. Seit Einführung der Reformation in der Markgrafschaft Baden-Durlach 1556[4] ist Binzen jedoch überwiegend evangelisch geprägt. Für römisch-katholische Gläubige ist die Kirche in Haltingen zuständig, die zum Erzbistum Freiburg gehört.
Politik [Bearbeiten]
Binzen ist Sitz des Gemeindeverwaltungsverbandes Vorderes Kandertal in dem die Gemeinden Binzen, Eimeldingen, Fischingen, Rümmingen, Schallbach und Wittlingen seit dem Jahr 1971 ihre Verwaltung zusammenfassen. Der Bürgermeister ist seit 1. Juni 1989 Ulrich May, zuletzt wiedergewählt am 6. März 2005 mit 95,7 % der Stimmen.
Gemeinderat [Bearbeiten]
Dem Gemeinderat gehören nach der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 neben dem Bürgermeister als Vorsitzenden 12 Mitglieder an. Die Wahl führte bei einer Wahlbeteiligung von 56,9 % (+ 2,1)[5] zu folgendem Ergebnis:[6]
| Partei/Liste | Sitze | +/- |
| Bürgerliste | 5 | + 1 |
| FWG | 4 | ± 0 |
| SPD/GRÜNE/Unabhängige Bürger | 3 | - 1 |
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Eine „Basilica Sancti Laurentii“ zu Binzen wurde bereits im Jahr 807 urkundlich erwähnt. Obwohl von der frühen Baugeschichte der heutigen Evangelischen Kirche Binzen nichts bekannt ist, wird vermutet, dass es sich um ein massives, aus Stein errichtetes Gotteshaus gehandelt hat. Die Christianisierung im Bereich des unteren Wiesentals begann im siebten Jahrhundert, somit gehörte Binzen wohl zu den ersten Stützpunkten der schottischen Missionare.
Die Kirche wurde nach 1556 protestantisch, als Markgraf Karl II. von Baden-Durlach nach dem Augsburger Religionsfrieden für sich und seine Untertanen den Übertritt vollzog.
Die Laurentiuskirche ist mehrmals baulich verändert worden. Die bedeutendste und bis heute sichtbare Änderung erfolgte von 1822 bis 1824, als die alte Kirche – mit Ausnahme des Turmes – abgerissen und nach Plänen des badischen Baumeisters Friedrich Weinbrenner wieder aufgebaut wurde.
Weitere Kulturdenkmale sind in der Liste der Kulturdenkmale in Binzen verzeichnet.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Binzen ist eine Weinbaugemeinde, 55 Hektar, das sind knapp 10 % der Gemeindefläche, sind mit Reben bestockt. Angebaut werden hauptsächlich die Rebsorten Gutedel und Spätburgunder, daneben Müller-Thurgau, Nobling und Chardonnay. Binzen ist Unternehmenssitz der Glatt Unternehmensgruppe.
Verkehr [Bearbeiten]
Binzen liegt direkt an der Hochrheinautobahn A 98 (E54) (Anschlussstelle 3) von Weil am Rhein nach Stockach.
Binzen liegt auch an der Kandertalbahn, einer Nebenbahn, die von Haltingen an der Rheintalbahn nach Kandern führt. Der Verkehr auf der Strecke wurde 1983 nach von einem Unwetter verursachten Streckenschaden eingestellt. Heute findet an Sommersonntagen Museumsbetrieb mit einer Dampflok T 3 statt.
Bildung [Bearbeiten]
Schon seit mehr als 500 Jahren ist Binzen Schulstandort. Seit 1558 sind alle Rektoren namentlich nachweisbar. Mit der „Mittelpunktschule Vorderes Kandertal“ verfügt Binzen heute über eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule.
Literatur [Bearbeiten]
- Fritz Schülin, Gemeindeverwaltung Binzen (Hrsg.): Binzen, Beiträge zur Orts-, Landschafts- und Siedlungsgeschichte. Uehlin, Schopfheim 1967.
- Amédée Membrez: Die Burgvogtei Binzen unter den Fürstbischöfen von Basel 1503–1769. Herder & Co. Verlagsbuchhandlung, Freiburg im Breisgau 1928.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 829-830
- ↑ Urkundenbuch der Abtei Sanct Gallen, Teil I, Urkundennummer 195
- ↑ Rudolf Burger, Die Reformation im Markgräflerland, Weil am Rhein 1984
- ↑ Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
- ↑ Badische Zeitung, 8. Juni 2009
Weblinks [Bearbeiten]
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