Efringen-Kirchen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Efringen-Kirchen
Efringen-Kirchen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Efringen-Kirchen hervorgehoben
47.6555555555567.5658333333333258Koordinaten: 47° 39′ N, 7° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Lörrach
Höhe: 258 m ü. NHN
Fläche: 43,74 km²
Einwohner: 8349 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 191 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79588
Vorwahl: 07628
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 08 3 36 014
Gemeindegliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 26
79588 Efringen-Kirchen
Webpräsenz: www.efringen-kirchen.de
Bürgermeister: Wolfgang Fürstenberger
Lage der Gemeinde Efringen-Kirchen im Landkreis Lörrach
Frankreich Schweiz Landkreis Waldshut Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Freiburg im Breisgau Aitern Bad Bellingen Binzen Böllen Efringen-Kirchen Efringen-Kirchen Eimeldingen Fischingen (Baden) Fröhnd Grenzach-Wyhlen Zell im Wiesental Häg-Ehrsberg Hasel (Baden) Hausen im Wiesental Inzlingen Kandern Kleines Wiesental Lörrach Malsburg-Marzell Maulburg Rheinfelden (Baden) Rümmingen Rümmingen Schallbach Schliengen Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönenberg (Schwarzwald) Schopfheim Schwörstadt Steinen (Baden) Todtnau Tunau Utzenfeld Weil am Rhein Wembach Wembach Wembach Wieden (Schwarzwald) Wittlingen Wittlingen Zell im Wiesental Zell im Wiesental Zell im WiesentalKarte
Über dieses Bild

Efringen-Kirchen ist eine Gemeinde im Landkreis Lörrach und die westlichste Gemeinde Baden-Württembergs.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Efringen-Kirchen liegt in der Oberrheinebene in 240 bis 396 Meter Höhe und grenzt direkt an den Rhein, der hier die Grenze zu Frankreich bildet. Es ist Teil des Markgräfler Landes.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Bad Bellingen und die Stadt Kandern, im Osten an Schallbach und Fischingen, im Süden an Eimeldingen und im Westen an die französischen Gemeinden Rosenau und Kembs.

Geschichte[Bearbeiten]

Bodenfunde in Efringen-Kirchen bezeugen, dass das Gebiet schon in der Steinzeit und während der römischen und alemannischen Zeit besiedelt war. Am Isteiner Klotz wurde in der Jungsteinzeit, zwischen 4200 und 4100 v. Chr., Feuerstein abgebaut. Bei Bauarbeiten an der Rheintalbahn wurde ein römischer Brunnen aus dem 2. oder 3. Jahrhundert entdeckt.[2] Urkundlich erstmals erwähnt wurde der Ort Kirchen 815, der Ort Efringen 1113. Kirchen kam 1007 durch Kaiser Heinrich II. an das Kloster St. Georgen im Schwarzwald. Die badischen Markgrafen erhielten aber bald die Landeshoheit. Efringen unterstand lange dem Kloster St. Blasien. Trotz Einführung der Reformation durch die markgräfliche Landeshoheit hielt dieses bis zum Reichsdeputationshauptschluss von 1803 an seinen Rechten fest.

Am 8. November 1848 wurde der Abschnitt Schliengen–Efringen der Rheintalbahn eröffnet. Am 22. Januar 1851 erfolgte dann die Verlängerung bis Haltingen. Bis zum Versailler Vertrag 1919 hatten beide Gemeinden auch linksrheinische Besitzungen.

Efringen und Kirchen wurden 1942 zur Gemeinde Efringen-Kirchen zusammengeschlossen. Am 1. Oktober 1974 wurden die damals selbständigen Gemeinden und heutigen Ortsteile Efringen-Kirchen, Blansingen, Egringen, Huttingen, Istein, Kleinkems, Mappach, Welmlingen und Wintersweiler zur neuen Gemeinde Efringen-Kirchen vereinigt.

Religionen[Bearbeiten]

Mit Ausnahme der heutigen Ortsteile Huttingen und Istein, die dem Bistum Basel zugehörig waren und daher römisch-katholisch blieben, ist das Gebiet der heutigen Gemeinde seit der Reformation evangelisch geprägt. Heute gibt es drei evangelische Pfarrämter, eine Chrischona-Gemeinde und eine katholische Gemeinde mit Sitz in Istein.

Der Ortsteil Kirchen war durch einen Erlass des Markgrafen seit 1720 „Judenschutzplatz“. Die jüdische Gemeinde, die seit 1865 einen eigenen Friedhof im Gewann Kehlacker hatte, stellte zeitweise ca. 20 % der Einwohner des Ortes. Sie wurde durch die Nationalsozialisten zerstört. Nach 1945 und noch im 21. Jahrhundert kam es zu Schändungen des jüdischen Friedhofs (1965, 1973, 1977 und 2003).[3]

Ortsteile[Bearbeiten]

Blansingen[Bearbeiten]

Blansingen

Die erste urkundliche Erwähnung Blansingens stammt von 1094. Damals gingen Teile des Dorfes in den Besitz des Klosters St. Georgen im Schwarzwald über. 1464 ging der Ort an die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg über. Die romanische Peterskirche in Blansingen geht auf das Jahr 1173 zurück, wo sie erstmals erwähnt wird. Bemerkenswert sind die Bilderwände aus dem 15. Jahrhundert.


Egringen[Bearbeiten]

Egringen

Bereits 758 wurde Egringen erstmals unter dem Namen Aguringas urkundlich erwähnt. Ein Großteil des Ortes kam schon vor der ersten Jahrtausendwende an das Kloster St. Gallen. Im 14. Jahrhundert kam der Ort an die Markgrafen, die die Freiherren von Grünenberg belehnten. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind die Zehntenscheuer, die Kirche (Ersterwähnung um 775 (Standort war unbekannt)), das Stapflehuus, die alte Mühle und das Rathaus.


Huttingen[Bearbeiten]

Huttingen

Als letzter Teilort wurde Huttingen erst 1274 erstmals urkundlich erwähnt. Er gehörte damals den Markgrafen von Hachberg. Diese traten die Oberherrschaft 1365 an das Fürstbistum Basel ab. Erst durch die Säkularisierung aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses kam der Ort 1803 an das Großherzogtum Baden.


Istein[Bearbeiten]

Istein
Istein
Hauptartikel: Istein

1139 wurde Istein erstmals urkundlich erwähnt, als Papst Innozenz II. dem Fürstbistum Basel den Ort als Eigentum bestätigt. Wie Huttingen gehörte er bis 1803 zur fürstbischöflichen Landvogtei Schliengen, bevor er 1803 an Baden kam.

Zu Istein gehört der Hausberg Isteiner Klotz, weshalb die Bahn früher drei Tunnel, (Klotzentunnel, Kirchbergtunnel und Hardbergtunnel) bauen musste und zurzeit den Katzenbergtunnel baut. Der 1845 fertiggestellte Klotzentunnel war einer der ersten Eisenbahntunnel. Auf dem Isteiner Klotz wurden für beide Weltkriege große Befestigungsanlagen gebaut, da man von dort oben bis weit ins Elsass beobachten und schießen konnte. In der Jungsteinzeit wurde am Isteiner Klotz Feuerstein abgebaut.

Die Isteiner Schwellen, ein gefährliches Hindernis für die Schifffahrt auf dem Rhein nach Basel, waren ein wichtiger Grund für den Bau des Rheinseitenkanals von Weil am Rhein bis Breisach. Heute sind die Isteiner Schwellen ein beliebter Platz zum Baden im Rhein.

Istein lebt hauptsächlich vom Weinbau, Spargelzucht und dem Kalkwerk. Die Ortschaft ist mit ca. 1200 Einwohnern der zweitgrößte Teilort der Gemeinde Efringen-Kirchen. Es gibt viele historische Fachwerkhäuser, das älteste aus dem Jahr 1553. Berühmt ist die Isteiner Fasnacht, das Fasnachtsfeuer auf dem Isteiner Klotz und das Chlimsefest, das in Schaltjahren an Pfingsten stattfindet.

Kleinkems[Bearbeiten]

Kleinkems

Zum ersten Mal schriftlich erwähnt wurde Kleinkems im Jahr 1086 unter dem Namen Kambiz als Schenkung an das Kloster St. Georgen im Schwarzwald.. Ab 1103 gehörte es den Herren von Rötteln. Im Jahr 1939 wurde am Isteiner Klotz eine Höhle entdeckt, die als Bergwerk aus der Jungsteinzeit zum Abbau von Feuerstein und Jaspis anzusehen ist.
siehe auch Vollenburg


Mappach[Bearbeiten]

Mappach

Mappach wurde erstmals 874 urkundlich erwähnt. Es gehörte lange dem Fürstbistum Basel, kam aber 1803 an Baden. Die Fresken im Chorraum der evangelischen Kirche wurden in den 1930er Jahren wiederentdeckt und stammen etwa aus der Zeit um 1500.


Welmlingen[Bearbeiten]

Welmlingen

Wie Efringen wurde auch Welmlingen 1113 erstmals urkundlich erwähnt, als die Herren von Waldeck ihre Rechte an dem Ort an das Kloster St. Blasien abtraten. Die landesherrlichen Rechte lagen seit 14. Jahrhundert bei der Herrschaft Rötteln.


Wintersweiler[Bearbeiten]

Wintersweiler

909 wurde Wintersweiler erstmals im St. Galler Urkundenbuch als Witireswilare erwähnt. Es gehörte später ebenfalls zur Herrschaft Rötteln. Aber bereits 1386 erwarb Rudolf III. von Hachberg-Sausenberg den Ort. Im Dreißigjährigen Krieg hatte der Ort unter Missernten und Plünderungen durchziehender Truppen und zusätzlich unter der Pest im Jahr 1639 zu leiden. Die Bewohner fanden teilweise Schutz in Basel. In den Jahren 1650 und 1750 belegen die Kirchenbücher Zuwanderungen aus der Schweiz. Die heutige Kirche des Ortes stammt aus dem Jahr 1765.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 54,3 % (- 1,0)[4] zu folgendem Ergebnis:[5]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze +/-
CDU / Unabhängige 42,4 % 10 - 1
FDP / Unabhängige 24,8 % 6 - 1
SPD 19,2 % 3 - 2
Bündnis 90/Die Grünen 13,6 % 3 ± 0

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde ist seit der Wahl vom 5. November 2006 erneut Wolfgang Fürstenberger.

Wappen[Bearbeiten]

Kleinkems

Blasonierung: „Gespalten, vorne in Rot ein linksgewendeter aufrechter goldener Löwe, hinten in Silber ein roter Baselstab.“ Während der Löwe die Herrschaft Rötteln symbolisiert, steht der Baselstab für das frühere Fürstbistum Basel. Damit nimmt das Wappen Bezug auf frühere Besitzverhältnisse.

Kleinkems
Kleinkems
Kleinkems

Die Wappen der ehemals selbständigen Gemeinden werden heute nicht mehr verwendet: Das Efringer Wappen zeigte einen goldenen gestürzten Drudenfuß (Pentagramm) auf rotem Grund, auf dem Wappen von Kirchen war eine Kirche zu sehen, das Wappen der 1942 gebildeten Gemeinde Efringen-Kirchen war eine Kombination dieser beiden Wappen in anderer Farbgebung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Alte Schule

Museen[Bearbeiten]

Seit 1993 gibt es in Efringen-Kirchen das Museum in der Alten Schule. Schwerpunkte der Dauerausstellung sind der Markgräfler Jaspis, mittel- und jungsteinzeitliche Funde (Höhlen am Isteiner Klotz, Jaspisbergwerk von Kleinkems), Landesvermessung des 18. Jahrhunderts, Dorfleben um 1900 und ausgewählte Werke bedeutender Künstler der Region. Geöffnet ist das Museum Sonntag und Mittwoch von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung.

Peterskiche in Blansingen

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Am Eingang zum Jüdischen Friedhof des Ortsteils Kirchen erinnert eine Gedenktafel an 21 namentlich aufgeführte Bürger des Ortes und Mitglieder der Jüdischen Gemeinde, die in der Zeit des Nationalsozialismus Opfer der Shoa wurden.[6]

Bauwerke[Bearbeiten]

Die Peterskirche in Blansingen verfügt über Fresken aus der Zeit um 1440. Die St. Gallus-Kirche in Egringen stammt teilweise sogar aus dem 13. Jahrhundert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Efringen-Kirchen liegt an der Rheintalbahn (MannheimBasel). Der Ausbau der Rheintalbahn erfolgt unter anderem durch die größte Einzelbaumaßnahme der Deutschen Bahn, den Katzenbergtunnel, dessen Südportal etwa einen Kilometer östlich Efringens liegt und der 2012 für den Verkehr freigegeben werden soll. Die Tunnelbohrungen wurden im Herbst 2007 abgeschlossen.

Regionalzüge der DB Regio AG halten an den Bahnhöfen Kleinkems, Istein und Efringen-Kirchen.

Die Bundesautobahn 5 (AlsfeldWeil am Rhein) und die Bundesstraße 3 (BuxtehudeWeil am Rhein), die das Gemeindegebiet durchqueren, binden Efringen-Kirchen an das überregionale Straßennetz an.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Kalkwerk Istein
  • Kalkwerk Istein, zu HeidelbergCement gehörig: Der Steinbruch Kapf ist rund zwei Kilometer vom Kalkwerk entfernt. In ihm befindet sich ein sehr reiner Oxfordien-Kalkstein, der vor etwa 160 Millionen Jahren aus Korallen und Muscheln entstanden ist. Der Steinbruch wurde 1982 neu erschlossen und würde bei einem Abbau von 720.000 Tonnen jährlich bis ins Jahr 2040Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren reichen.[7]

Bildung und Forschung[Bearbeiten]

Neben der Grund-, Haupt- und Realschule Efringen-Kirchen hat Egringen eine reine Grundschule. Für die jüngsten Bewohner gibt es sechs kommunale und zwei evangelische (in Egringen und Wintersweiler) Kindergärten.

Außerdem besteht in Efringen eine Außenstelle des Freiburger Fraunhofer-Instituts für Kurzzeitdynamik (Ernst-Mach-Institut – EMI) der Fraunhofer-Gesellschaft.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Blick über Mappach und das Feuerbachtal zum Hochblauen, halbrechts der Weiler Maugenhard

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1957: Hermann Burte (1879–1960), deutscher Dichter und Maler, Verfechter völkischer Ideologie und Anhänger nationalsozialistischer Ideen

Literatur[Bearbeiten]


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Badische Zeitung Online - Bagger legen römischen Brunnen frei
  3. Jüdischer Friedhof (Kirchen) bei Alemannia Judaica.
  4. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg 2009
  5. Badische Zeitung, 8. Juni 2009
  6. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd.I, Bonn 1995, S. 31, ISBN 3-89331-208-0
  7. HeidelbergCement: Kalkwerk Istein

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Efringen-Kirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien