Formationstanzen
Formationstanzen ist im Gegensatz zum Paartanz und Solotanz das gemeinsame koordinierte Tanzen von mehr als zwei Personen. Prinzipiell lässt sich das Formationstanzen in zwei Arten aufteilen. Zum einen gibt es Formationen aus Einzeltänzern und zum anderen Formationen aus Paaren. Formationen aus Einzeltänzern sind z. B. im Jazz-Modern-Dance und im Gardetanz verbreitet. Formationen aus Paaren tanzen entweder einen einzelnen Tanz oder eine größere Anzahl von Tänzen ähnlicher Art.
Je nach getanzten Tänzen kann wiederum in eine Vielzahl von Arten untergliedert werden. Im deutschsprachigen Raum am etabliertesten sind die Standard- und Latein-Formationen, welche in den Ligen des Deutschen Tanzsportverbands (DTV) starten. Zehn-Tänze-Formationen, die alle zehn Standard- und Lateintänze tanzen, gibt es derzeit in Deutschland nicht.
Dieser Artikel behandelt in erster Linie den Formationssport im Bereich der Standard- und Lateintänze, wie er vom DTV und der WDSF reglementiert wird. Hier besteht ein Formationsteam aus mindestens sechs und maximal acht Paaren. Ein Turnier wird in der Regel mit acht Paaren bestritten. Sonstige Formationen, die Rock ’n’ Roll, Boogie-Woogie oder Jazz-Modern-Dance tanzen, werden in den Artikeln der jeweiligen Tänze behandelt.
Inhaltsverzeichnis |
Charakteristik [Bearbeiten]
Musik [Bearbeiten]
Die Musik darf bei Standard- und Lateinturnierformationen maximal sechs Minuten lang sein. Sie besteht aus Einmarsch, Hauptteil und Ausmarsch, wobei nur der Hauptteil in die Wertung eingeht. Der Hauptteil muss zwischen drei und viereinhalb Minuten lang sein. Der Ein- und Ausmarsch darf zusammen nicht länger als anderthalb Minuten sein, wobei deren Aufteilung beliebig ist. Sie sind dazu da, das Publikum auf das jeweilige Thema einzustimmen, werden vom Wertungsgericht aber nicht in die Wertung mit einbezogen. Die einzelnen Teile werden durch ein akustisches Signal, meist durch einen Gongschlag, voneinander getrennt.
In der Regel ist die Musik ein Arrangement von bekannten Musikstücken, die durch Bearbeitung an den jeweiligen Tanz angepasst werden. Jede Formationsmusik hat ein Thema, wie z. B. den Namen einer Musikgruppe, von der die Stücke stammen, oder ein Thema wie „Gipsy“ (engl. „Zigeuner“), „Swing“ oder „Cuba“. Im Grunde genommen ist dem Choreografen bei der Wahl der Musik keine Grenze gesetzt, solange die gewählte Musik der Charakteristik der jeweiligen Tänze entspricht.
Die Produktion einer solchen Formationsmusik kann bis zu 15.000 Euro und mehr kosten, wenn diese von einem Orchester passend auf die Bedürfnisse einer Formation eingespielt wird. Das wird in der Hauptsache von finanzstarken Vereinen der Bundesligen praktiziert, die diese in den Folgejahren zur Refinanzierung an andere Teams unterer Ligen vermieten. Eine zusammengeschnittene Formationsmusik ist hingegen deutlich günstiger und kann – je nach vorhandenem musikalischen Kenntnissen und technischem Wissen – durchaus in Eigenarbeit erstellt werden. Da der Arbeitsaufwand und die nötige Erfahrung zur Erstellung einer geschnittenen Musik nicht gering ist, wird oftmals jedoch, in Vereinen jeder Größe, auf eine gemietete Musik zurückgegriffen.
Bilder [Bearbeiten]
Durch die Veränderungen der Tanzpositionen werden sogenannte Bilder gestellt. So sehen die Wertungsrichter zum Beispiel Rauten, Diamanten, Linien, Kreise, Reihen und Diagonalen. Die Bildentwicklung macht einen großen Teil der choreografischen Leistung aus, da die Wirkung der Schritte und Posen auch stark von den Bildern abhängig ist. Alle Teile müssen aufeinander abgestimmt werden.
Tanztypische Besonderheiten [Bearbeiten]
Zusätzlich zu den üblichen Figuren eines Tanzes gibt es spezielle, die nur in Formationsdarbietungen vorkommen. Dazu gehören bei Lateinformationen neben sonstigen Effekten das Roundabout, auch als Wanderroundabout und mit Bodenwischer, Pirouetten, Lankenaus, Kettenreaktionen, die sogenannte Velberter Rose, Potstirrer und der Wind, deren gute Ausführungsqualität sehr publikumswirksam sind. Auch sind Herrensoli wegen der meistens dunklen Kleidung und des hellen Parketts sehr beliebt, da hier die Synchronität besonders leicht zu erkennen ist. Im Ein- und Ausmarsch sind zudem Hebefiguren erlaubt.
Kleidung [Bearbeiten]
Im Bereich der Standardformationen ist für alle Herren ein Frack, oder eine Weste in schwarz oder mitternachtsblau vorgeschrieben. Im Lateinbereich sind die Herren in der Regel schwarz gekleidet, da so der Kontrast zum hellen Parkett am größten ist und Bilder leichter zu erkennen sind. Die Regeln sind hier jedoch liberaler. So müssen die Tänzer lediglich einheitlich gekleidet sein. Die Damen dürfen im Rahmen der Kleiderordnung der Turnier- und Sportordnung des DTV unterschiedliche Kleider tragen, was jedoch nur sehr selten der Fall ist.
Bewertung [Bearbeiten]
Die Wertungsrichter bewerten die Leistungen der Mannschaften mit Hilfe eines Punktesystems relativ zueinander. Hierbei stehen ihnen vier Wertungsgebiete zur Verfügung, die, im Gegensatz zum Wertungssystem bei Einzelwettbewerben, gleichberechtigt nebeneinander stehen.[1]
- Musik – Alle Tänzer müssen dem Rhythmus und dem Takt der Musik folgen. Alle Bewegungen sollen zeitgleich ausgeführt werden. Die Musik selbst (also die Auswahl der Musikstücke) wird nicht bewertet.
- Tänzerische Leistung – Gewertet wird die Durchschnittsleistung der Formation. Es sollten also alle Tänzer/Paare auf einem ähnlichen Niveau tanzen. Übergänge zwischen Bildern sollen mittels tanztypischer Figuren ertanzt und nicht gelaufen werden.
- Ausführung der Choreographie – Gewünscht sind gerade Linien und runde Kreise, harmonische und „gut lesbare“ Übergänge zwischen den Bildern. Die Aufteilung der Mannschaft im Raum sollte innerhalb der Choreographie ausgewogen um die Mitte und die Mittelachsen gestaltet sein. Die Fläche sollte vollständig ausgenutzt werden.
- Durchgängigkeit und Charakteristik – Die Tänze sollen ab dem ersten Takt anhand ihrer charakteristischen Bewegungen erkennbar sein. Der gesamte Vortrag sollte dabei ohne überflüssige Stopps durchgehend gezeigt werden. Ausnahmen bilden Posen, die als „Klatschpausen“ genutzt werden.
In der Vorrunde werden die Wertungen noch verdeckt gegeben, und die Mannschaften in ein großes und ein kleines Finale eingeteilt. Jedes Finale wird dann für sich mit offenen Platzempfehlungen gewertet, aus welchen sich durch Anwendung des Majoritätssystems der finale Platz ergibt. Ausnahmen bildet die Deutsche Meisterschaft sowie WM und EM, bei denen eine Vor-, Zwischen und Endrunde getanzt wird. Letztere wird dann auch offen gewertet.
Wettbewerbe [Bearbeiten]
Ligastruktur in Deutschland [Bearbeiten]
Das Ligasystem des Deutschen Tanzsportverbandes ist weltweit einzigartig und gliedert sich in drei Ligabereiche: Nord, West und Süd. Im Lateinbereich fünf-stufig, reicht es von den Landesligen über die Ober- und Regionalligen der einzelnen Ligabereiche bis zur 2. und 1. Bundesliga, die eingleisig geführten sind. Im Standardbereich beginnen die Turniere erst in der Ober- oder Regionalliga, da die Anzahl der Mannschaften hier insgesamt geringer ist. Auch wurde schon die Regionalligen der Bereiche Nord und West zusammergelegt, da nicht genügend Teilnehmer vorhanden waren. Da in den neuen Bundesländern nur vereinzelt Formationstanz betrieben wurde, war die Schaffung eines eigenen Ligabereiches Ost mangels Teilnehmer bisher nicht sinnvoll, so dass Vereine aus diesen Gebieten den Ligabereichen Nord (z. B. Berlin) oder Süd (z. B. Thüringen) zugeteilt worden sind. Außerdem besteht der Ligabereich West nur aus dem nordrhein-westfälischen Landesverband (TNW).
Zu beobachten ist, dass im Süden eher Standard und im Norden eher Latein getanzt wird und die Leistungsdichte dort jeweils höher ist.
Getanzt werden in der Regel fünf Turniere (im Ligabereich Süd sind es teilweise auch sieben oder acht) mit allen Mannschaften einer Ligagruppe, die möglichst aus acht Mannschaften besteht. Am Ende des fünften Turnieres werden die Mannschaften nach der Summe ihrer Ergebnisse sortiert und steigen entweder direkt auf oder nehmen an Aufstiegsturnieren teil. Der Abstieg ist in allen Ligen direkt, d. h. dass es keine echten Relegationsturniere gibt. Die genaue Anzahl der Auf- und Absteiger richtet sich nach Mannschaftzahl und wird jährlich vom Sportwart des DTV bestimmt.
Höhepunkt der Saison ist die Deutsche Meisterschaft der Formationen, zu der die Mannschaften der 1. Bundesligen (Standard und Latein) teilnahmeberechtigt sind. Zu beachten ist hier, dass das Abschneiden in der 1. Bundesliga als Tabellenführer noch nicht den Deutschen Meister kürt. Abgesehen von der Vergabe des nationalen Titels wird auch um die Startplätze der internationalen Wettbewerbe der WDSF gestritten.
In der Saison 2006/07 tanzten 145 Latein-Formationen aus 90 Vereinen und 38 Standard-Formationen aus 29 Vereinen. Die größten Vereine waren der Grün-Gold-Club Bremen mit fünf Latein-Formationen sowie der TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg und der Aachener TSC Blau-Silber mit je vier startenden Latein-Teams.
In der Saison 2008/09 war der GGC Bremen mit 7 Lateinformationen der größte Verein.
Die folgenden „Liga-Pyramiden“ stellen den Aufbau des deutschen Ligasystems der Saison 2008/09 des DTV schematisch dar. Der aktuelle Tabellenstand und die Termine der Turniere aller Ligen sind hier einzusehen.
Latein [Bearbeiten]
| Die Bundesligen | 1. Bundesliga Vereine in der 1. Bundesliga Formationen (Latein) 2013/14
FG TSZ Aachen / TD TSC Düsseldorf Rot-Weiss | Ruhr-Casino des VfL Bochum | Grün-Gold-Club Bremen (2 Mannschaften) | TSK im TSV Buchholz von 1908 | TTH Dorsten | TSG Quirinus Neuss | TSZ Velbert |
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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Zwei direkte Auf- und Absteiger | |||||||||||||||
| 2. Bundesliga Vereine in der 2. Bundesliga Formationen (Latein) 2012/13
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| Aufstiegsturnier und zwei direkte Absteiger | |||||||||||||||
| Die Regionalligen | Regionalliga Nord (1) | Regionalliga West (2) | Regionalliga Süd (3) (4) (5) | ||||||||||||
| Aufstiegsturnier | Aufstiegsturnier | Drei direkte Auf- und Absteiger | |||||||||||||
| Die Oberligen | Oberliga Nord Gruppe A | Oberliga Nord Gruppe B | Oberliga West I | Oberliga West II | Oberliga Süd 1 (3) | Oberliga Süd 2 (4) | Oberliga Süd 3 (5) | ||||||||
| Aufstiegsturnier | Aufstiegsturnier | Direkter Auf- und Abstieg | Direkter Auf- und Abstieg | ||||||||||||
| Die Landesligen | Landesliga Nord Gr. A | Landesliga Nord Gr. B | Landesliga West I | Landesliga West II | Landesliga West III | Landesliga Süd 2 | Landesliga Süd 3 | ||||||||
| (1) nördl. Bundesländer; (2) TNW (Nordrhein-Westfalen); (3) HTV (Hessen), TRP (Rheinland-Pfalz), SLT (Saarland), TTSV (Thüringen); (4) TBW (Baden-Württemberg); (5) Bayern | |||||||||||||||
Standard [Bearbeiten]
| Die Bundesligen | 1. Bundesliga Vereine in der 1. Bundesliga Formationen (Standard) 2013/14
Braunschweiger TSC | TSC Schwarz-Gold Göttingen (2 Mannschaften) | Rot-Weiß-Klub Kassel | 1. TC Ludwigsburg | FG Blau-Gold Nienburg / T.C.H. Oldenburg | TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg | Step by Step Oberhausen |
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|---|---|---|
| Zwei direkte Auf- und Absteiger | ||
| 2. Bundesliga Vereine in der 2. Bundesliga Formationen (Standard) 2012/13
Blau-Weiss Berlin | T.T.C. Rot-Weiss-Silber Bochum | Braunschweiger TSC | FG Rot-Weiß-Club Giessen / TSC Butzbach | Club Saltatio Hamburg | TC Rot-Weiss Casino Mainz |
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| Aufstiegsturnier | ||
| Die Regionalligen | Regionalliga Nord-West (1) (2) | Regionalliga Süd (3) (4) (5) |
| (1) nördl. Bundesländer; (2) TNW (Nordrhein-Westfalen); (3) HTV (Hessen), TRP (Rheinland-Pfalz), SLT (Saarland), TTSV (Thüringen); (4) TBW (Baden-Württemberg); (5) Bayern | ||
Nationale Wettbewerbe des DTV [Bearbeiten]
Neben dem Ligabetrieb wird einmal im Jahr die Deutsche Meisterschaft in Form eines einzelnen Turnieres veranstaltet. Sie ist gleichzeitig auch Auftaktturnier einer Saison und dient vielen Teams zur Vorstellung von neuen Choreographien für die dann kommenden Bundesligaturniere. Teilnahmeberechtigt sind alle Teams der 1. Bundesligen in ihrer jeweiligen Tanzart.[2] So starten auch schon die Aufsteiger aus der 2. Bundesliga und müssen sich an der Konkurrenz aus der 1. Liga messen.
| Jahr | Austragungsort | Standard | Latein |
|---|---|---|---|
| 1989 | Düsseldorf | Braunschweiger TSC 1. TC Ludwigsburg |
TSG Bremerhaven TSZ Velbert |
| 1990 | Bremen | Braunschweiger TSC 1. TC Ludwigsburg |
TSG Bremerhaven TSC Schwarz-Gelb Aachen |
| 1991 | Köln | Braunschweiger TSC 1. TC Ludwigsburg |
TSC Schwarz-Gelb Aachen TSG Bremerhaven |
| 1992 | Stuttgart | 1. TC Ludwigsburg Braunschweiger TSC |
TSG Bremerhaven TSC Schwarz-Gelb Aachen |
| 1993 | Bremerhaven | 1. TC Ludwigsburg Braunschweiger TSC |
TD TSC Düsseldorf Rot-Weiß TSG Bremerhaven |
| 1994 | Berlin | Braunschweiger TSC 1. TC Ludwigsburg |
TSG Bremerhaven TD TSC Düsseldorf Rot-Weiß |
| 1995 | Köln | Braunschweiger TSC 1. TC Ludwigsburg |
TSC Schwarz-Gelb Aachen TSG Bremerhaven |
| 1996 | Sindelfingen | 1. TC Ludwigsburg Braunschweiger TSC |
TSC Schwarz-Gelb Aachen TSG Bremerhaven |
| 1997 | Bremen | Braunschweiger TSC TC Allround Berlin |
TSG Bremerhaven TD TSC Düsseldorf Rot-Weiß |
| 1998 | Köln | TC Allround Berlin TD TSC Düsseldorf Rot-Weiß |
TSC Schwarz-Gelb Aachen TSG Bremerhaven |
| 1999 | Karlsruhe | TC Allround Berlin Braunschweiger TSC |
TSG Bremerhaven TD TSC Düsseldorf Rot-Weiß |
| 2000 | Bremerhaven | Braunschweiger TSC TC Allround Berlin |
TSG Bremerhaven TD TSC Düsseldorf Rot-Weiß |
| 2001 | Sindelfingen | Braunschweiger TSC 1. TC Ludwigsburg |
TSG Bremerhaven TSC Schwarz-Gelb Aachen |
| 2002 | Bremen | Braunschweiger TSC 1. TC Ludwigsburg |
TD TSC Düsseldorf Rot-Weiß TSG Bremerhaven |
| 2003 | Braunschweig | Braunschweiger TSC 1. TC Ludwigsburg |
TSG Bremerhaven Grün-Gold-Club Bremen |
| 2004 | Düsseldorf | Braunschweiger TSC 1. TC Ludwigsburg |
Grün-Gold-Club Bremen TSG Bremerhaven |
| 2005 | Bremen | Braunschweiger TSC 1. TC Ludwigsburg |
Grün-Gold-Club Bremen TSG Bremerhaven |
| 2006 | Stuttgart | 1. TC Ludwigsburg Braunschweiger TSC |
TSG Bremerhaven Grün-Gold-Club Bremen |
| 2007 | Bochum | 1. TC Ludwigsburg Braunschweiger TSC |
Grün-Gold-Club Bremen TSG Bremerhaven |
| 2008 | Bremen | 1. TC Ludwigsburg Braunschweiger TSC |
Grün-Gold-Club Bremen TSZ Velbert |
| 2009 | Braunschweig | 1. TC Ludwigsburg Braunschweiger TSC |
Grün-Gold-Club Bremen TSZ Velbert |
| 2010 | Nürnberg | Braunschweiger TSC 1. TC Ludwigsburg |
Grün-Gold-Club Bremen TSZ Velbert |
| 2011 | Bremen | Braunschweiger TSC 1. TC Ludwigsburg |
Grün-Gold-Club Bremen FG TSZ Aachen/TD TSC Düsseldorf Rot-Weiss |
| 2012 | Düsseldorf | Braunschweiger TSC 1. TC Ludwigsburg |
Grün-Gold-Club Bremen FG TSZ Aachen/TD TSC Düsseldorf Rot-Weiss |
| 2013 | Braunschweig |
Wettbewerbsstruktur in Österreich [Bearbeiten]
Das derzeitige österreichische Ligasystem der Lateinklasse besteht seit dem 1. Januar 2009 und gliedert sich in 1. und 2. Bundesliga. Startberechtigt in der 1. Bundesliga sind Formationen mit Startkarte des Österreichischen Tanzsportverbandes (ÖTSV), für die 2. Bundesliga sind Formationen mit Startkarte und alle Formationen ohne Startkarte startberechtigt. Die 2. Bundesliga ersetzt die bis Ende 2008 durchgeführten Breitensportturniere. Das am Ende der Saison auf dem ersten Platz liegende Team der 2. Bundesliga steigt automatisch in die erste Liga auf, wobei auch das zweitplatzierte Team über eine Erklärung die Möglichkeit auf den Aufstieg hat. Das auf dem letzten Platz liegende Team der 1. Bundesliga steigt automatisch in die 2. Bundesliga ab. Der Abstieg erfolgt jedoch nur, wenn zum Ende der Saison inklusive der aufgestiegenen Teams zumindest sechs Teams in der 1. Bundesliga verbleiben.[3]
Zurzeit (Stand 2010) befinden sich der HSV Zwölfaxing Sektion Tanzsport, der TSC blau-grün Wien und der TSC Schwarz Gold in der 1. Bundesliga. In der 2. Bundesliga sind zurzeit Mannschaften unter anderem folgender Clubs vertreten: HSV-Zwölfaxing Sektion Tanzsport, TSC blau-grün Wien, TSC Schwarz Gold (Wien), TSC Rot Schwarz Wien, TSC Rot-Weiss Stammerdorf (Wien) und Union FCV Krems.
Zusätzlich findet jährlich eine Staatsmeisterschaft der Formationen Latein statt. Die bisherigen österreichischen Staatsmeister der Latein-Klasse stellten unter anderem der UTSC Forum Wien (1991, 1993, 1999–2003),[4] der 1. SFTC Rot-Weiss 90, Salzburg (1992, 1994–1997)[5] sowie der HSV-Zwölfaxing Sektion Tanzsport (2004–2012).[6]
International konnten zuletzt vom HSV-Zwölfaxing Sektion Tanzsport bei der Europameisterschaft 2008 der 6. Platz sowie bei der Weltmeisterschaft 2008 und der Europameisterschaft 2012 der 5. Platz erreicht werden. Der TSC blau-grün Wien belegte bei der Weltmeisterschaft 2008 den 14. Platz sowie bei der Europameisterschaft 2009 in Vilnius den 8. Platz.
Internationale Wettbewerbe der WDSF [Bearbeiten]
Die internationalen Wettbewerbe der World Dance Sport Federation (WDSF) wurden bis Ende der 1990er Jahre klar von deutschen Mannschaften (insbesondere von der TSG Bremerhaven) dominiert.[7] [8] Nach dem Fall des eisernen Vorhanges sind viele deutsche Trainer nach Osteuropa gegangen und haben dort beim Aufbau von Formationen entscheidenden Einfluss gehabt, so dass die dortigen Teams immer stärker wurden. Nach vier dominanten Jahren des Teams aus Litauen konnte 2006 der Grün-Gold-Club Bremen den Weltmeistertitel (Latein) wieder nach Deutschland holen.
Obwohl die internationalen Meisterschaften wie EM und WM von der WDSF ausgerichtet werden und diese heute über 80 nationale Mitgliedsvereinigungen auf fünf Kontinenten verfügt, kommen die teilnehmenden Teams hauptsächlich aus Mittel- und Osteuropa. So vertraten zum Beispiel bei den Weltmeisterschaft 2006 in Bremen (Latein) und Moskau (Standard) Mannschaften aus folgenden Nationen ihre Heimatländer:
| Latein | Standard |
|---|---|
|
|
| 24 Mannschaften aus 14 Nationen [9] | 18 Mannschaften aus 11 Nationen [10] |
| (*) durch zwei Mannschaften vertreten | |
Dadurch unterscheidet sich sowohl im Latein- als auch im Standardbereich das Teilnehmerfeld der Welt- und Europameisterschaften praktisch nicht, so dass es zweimal im Jahr zu einem Treffen der jeweiligen Spitzenteams kommt.
Die Veranstaltungstermine liegen meist im Herbst oder im Frühjahr und gliedern sich daher nicht immer ideal in die Saison des deutschen Ligasystems ein.
Weltmeisterschaft [Bearbeiten]
Weltmeisterschaften werden seit 1973 durchgeführt. Im Lateinbereich konnte die TSG Bremerhaven seitdem 14 Titel für sich gewinnen, gefolgt vom Klaipėda University Team Žuvėdra, welches fünfmal siegen konnte. Im Standardbereich ertanzte sich die Formation des 1. Tanzclubs Ludwigsburg zehn Titel, knapp gefolgt vom Team des Braunschweigers TSC mit acht Titeln.
Die Welt- und Vizeweltmeister seit 1987:
| Jahr | Austragungsort | Standard | Austragungsort | Latein |
|---|---|---|---|---|
| 1987 | Oslo | 1. TC Ludwigsburg, Braunschweiger TSC, |
Oslo | TSG Bremerhaven, TSZ Velbert, |
| 1988 | Dortmund | 1. TC Ludwigsburg, Braunschweiger TSC, |
Dortmund | TSZ Velbert, TSG Bremerhaven, |
| 1989 | Stuttgart | 1. TC Ludwigsburg, Braunschweiger TSC, |
Stuttgart | TSZ Velbert, TSG Bremerhaven, |
| 1990 | München | 1. TC Ludwigsburg, Braunschweiger TSC, |
München | TSZ Velbert, TSG Bremerhaven, |
| 1991 | Berlin | Braunschweiger TSC, 1. TC Ludwigsburg, |
Essen | TSG Bremerhaven, TSC Schwarz-Gelb Aachen, |
| 1992 | Stuttgart | Braunschweiger TSC, 1. TC Ludwigsburg, |
Wien | TSC Schwarz-Gelb Aachen, TSG Bremerhaven, |
| 1993 | München | Braunschweiger TSC, 1. TC Ludwigsburg, |
Stavanger | TD TSC Düsseldorf Rot-Weiß, Oslo Latin Team, |
| 1994 | Braunschweig | Braunschweiger TSC, 1. TC Ludwigsburg, |
Bremen | TSG Bremerhaven, TD TSC Düsseldorf Rot-Weiß, |
| 1995 | Stuttgart | 1. TC Ludwigsburg, Braunschweiger TSC, |
Berlin | TSG Bremerhaven, TSC Schwarz-Gelb Aachen, |
| 1996 | Berlin | 1. TC Ludwigsburg, Braunschweiger TSC, |
Vilnius | TSC Schwarz-Gelb Aachen, Klaipėda University Team Žuvėdra, |
| 1997 | Kishinev | DSC Kodryanka Kishinev, 1. TC Ludwigsburg, |
München | TSC Schwarz-Gelb Aachen, TSG Bremerhaven, |
| 1998 | Braunschweig | TC Allround Berlin, DSC Kodryanka Kishinev, |
Göteborg | TSC Schwarz-Gelb Aachen, TD TSC Düsseldorf Rot-Weiß, |
| 1999 | Elbląg | Jantar Elbląg, TC Allround Berlin, |
Vilnius | Klaipėda University Team Žuvėdra, TSG Bremerhaven, |
| 2000 | Braunschweig | Braunschweiger TSC, DSC Kodryanka Kishinev, |
Wels | TSG Bremerhaven, Klaipėda University Team Žuvėdra, |
| 2001 | Berlin | DSC Kodryanka Kishinev, Braunschweiger TSC, |
Bremerhaven | TSG Bremerhaven, Klaipėda University Team Žuvėdra, |
| 2002 | Kishinev | DSC Kodryanka Kishinev, Vera Tyumen, |
Vilnius | Klaipėda University Team Žuvėdra, TD TSC Düsseldorf Rot-Weiß, |
| 2003 | Stuttgart | DSC Kodryanka Kishinev, Braunschweiger TSC, |
Essen | Klaipėda University Team Žuvėdra, TSZ Aachen, |
| 2004 | Braunschweig | Braunschweiger TSC, DSC Kodryanka Kishinev, |
Minsk | Klaipėda University Team Žuvėdra, Grün-Gold-Club Bremen, |
| 2005 | Elbląg | Braunschweiger TSC, DSC Kodryanka Kishinev, |
München | Klaipėda University Team Žuvėdra, Grün-Gold-Club Bremen, |
| 2006 | Moskau | Vera Tyumen, DSC Kodryanka Kishinev, |
Bremen | Grün-Gold-Club Bremen, Klaipėda University Team Žuvėdra, |
| 2007 | Stuttgart | 1. TC Ludwigsburg, Vera Tyumen, |
Bremerhaven | TSG Bremerhaven, Grün-Gold-Club Bremen, Klaipėda University Team Žuvėdra, |
| 2008 | Kishinev | DSC Kodryanka Kishinev, 1. TC Ludwigsburg, |
Wiener Neustadt | Klaipėda University Team Žuvėdra, Grün-Gold-Club Bremen, |
| 2009 | Ludwigsburg | 1. TC Ludwigsburg, Vera Tyumen, |
Bremen | Grün-Gold-Club Bremen, Klaipėda University Team Žuvėdra, |
| 2010 | Elbląg | Jantar Elbląg, Braunschweiger TSC, |
Moskau | Vera Tyumen, Klaipėda University Team Žuvėdra, |
| 2011 | Braunschweig | Braunschweiger TSC, Vera Tyumen, Jantar Elbląg, |
Vilnius | Klaipėda University Team Žuvėdra, Vera Tyumen, |
| 2012 | Ludwigsburg | Braunschweiger TSC, 1. TC Ludwigsburg, |
Bremen | Grün-Gold-Club Bremen, Klaipėda University Team Žuvėdra, |
| 2013 | Tyumen | Bremen | ||
| (1) geteilter 1. Platz (2) geteilter 2. Platz |
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Europameisterschaft [Bearbeiten]
Die Europa- und Vizeeuropameister seit 1995:
| Jahr | Austragungsort | Standard | Austragungsort | Latein |
|---|---|---|---|---|
| 1995 | Doetinchem | Braunschweiger TSC, 1. TC Ludwigsburg, |
Bourges | TSG Bremerhaven, Klaipėda University Team Žuvėdra, |
| 1996 | Oldenburg | 1. TC Ludwigsburg, Braunschweiger TSC, |
Bremerhaven | TSG Bremerhaven, TSC Schwarz-Gelb Aachen, Klaipėda University Team Žuvėdra, |
| 1997 | Ludwigsburg | Braunschweiger TSC, 1. TC Ludwigsburg, |
Warschau | TSC Schwarz-Gelb Aachen, Klaipėda University Team Žuvėdra, |
| 1998 | Kishinev | DSC Kodryanka Kishinev, TC Allround Berlin, |
Budapest | TSG Bremerhaven, TD TSC Düsseldorf Rot-Weiss, |
| 1999 | ’s-Hertogenbosch | TC Allround Berlin, TD TSC Düsseldorf Rot-Weiss, |
Gommel (2) | Klaipėda University Team Žuvėdra, Rainbow Colours, |
| 2000 | Kishinev | DSC Kodryanka Kishinev, Jantar Elblag, |
Ostrava | TSG Bremerhaven, Klaipėda University Team Žuvėdra, |
| 2001 | Usti nad Labem | DSC Kodryanka Kishinev, Braunschweiger TSC, |
Budapest (2) | Klaipėda University Team Žuvėdra, Savaria TSE |
| 2002 | ’s-Hertogenbosch | DSC Kodryanka Kishinev, Braunschweiger TSC, |
’s-Hertogenbosch | TSG Bremerhaven, Klaipėda University Team Žuvėdra, |
| 2003 | Kishinev | DSC Kodryanka Kishinev, Vera Tyumen, |
Ústí nad Labem | Klaipėda University Team Žuvėdra, TSZ Aachen, |
| 2004 | Kishinev | DSC Kodryanka Kishinev, Braunschweiger TSC, |
Bremen | Klaipėda University Team Žuvėdra, Grün-Gold-Club Bremen, |
| 2005 | Braunschweig | Braunschweiger TSC, 1. TC Ludwigsburg, Vera Tyumen, |
Bremen | Klaipėda University Team Žuvėdra, Grün-Gold-Club Bremen, |
| 2006 | Kishinev | DSC Kodryanka Kishinev, Braunschweiger TSC, |
Vilnius | Klaipėda University Team Žuvėdra, Grün-Gold-Club Bremen, |
| 2007 | Kishinev | DSC Kodryanka Kishinev, Vera Tyumen, |
Düsseldorf | Grün-Gold-Club Bremen, Klaipėda University Team Žuvėdra, |
| 2008 | Moskau | Vera Tyumen, DSC Kodryanka Kishinev, |
Essen | Grün-Gold-Club Bremen, Klaipėda University Team Žuvėdra, |
| 2009 | Miskolc | 1. TC Ludwigsburg, Vera Tyumen, |
Vilnius | Klaipėda University Team Žuvėdra, Grün-Gold-Club Bremen, |
| 2010 | Ludwigsburg | Braunschweiger TSC, Vera Tyumen, |
Bremen | Grün-Gold-Club Bremen, Klaipėda University Team Žuvėdra, |
| 2011 | 2011 fand keine Europameisterschaft Standard statt. | Tjumen | Vera Tyumen, Klaipėda University Team Žuvėdra, |
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| 2012 | 2012 fand keine Europameisterschaft Standard statt. | Schwechat | Klaipėda University Team Žuvėdra, Vera Tyumen, |
|
| 2013 | 2013 fand keine Europameisterschaft Standard statt. | Vilnius | Klaipėda University Team Žuvėdra, Vera Tyumen, |
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| (1) geteilter 2. Platz (2) ohne deutsche Beteiligung |
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Der Austragungsort für die nächste Europameisterschaft der Standardformationen ist noch nicht vergeben.
Formationstanz in weiteren Ländern [Bearbeiten]
Niederlande [Bearbeiten]
In den Niederlanden werden Formationssportturniere durch den Nederlandse Algemene Danssport Bond (NADB) durchgeführt. Amtierende Niederländische Meister sind das Double-V-Team aus Hoorn (Latein) (9. Platz auf der WM 2010) und das Team Moving Action aus Waalwijk (Standard). Es gibt zurzeit keine Ligabetrieb.
Schweiz [Bearbeiten]
In der Schweiz werden keine organisierten Formationssportturniere durchgeführt.
Shows [Bearbeiten]
Neben dem Turniersport tanzen viele Formationen auch Showauftritte. Informationen dazu können bei den Formationen selbst eingeholt werden. Diese Einnahmen und Sponsorengelder machen den kostenintensiven Formationssport erst möglich.
Siehe auch [Bearbeiten]
Quellen [Bearbeiten]
- ↑ Wertungsrichtlinien des DTV für Formationswettbewerbe (PDF; 199 kB)
- ↑ Ergebnisse aller deutschen Meisterschaften
- ↑ Erläuterungen zur Turnierordnung des ÖTSV, Mai 2009
- ↑ Erfolge der UTSC Forum Wien
- ↑ Clubgeschichte des 1. SFTC Rod-Weiss 90
- ↑ Website des HSV Zölfaxing Sektion Tanzsport
- ↑ Ergebnisse aller internationalen Meisterschaften
- ↑ Ergebnisse aller WDSF-Turniere
- ↑ http://www.spaeker.de/c06/worldflatin/IDSF_World_Championship_Latin_Formation_S.htm
- ↑ http://www.spaeker.de/c06/M2810FDS.HTM
Weblinks [Bearbeiten]
- Seite des DTV zum Formationstanz
- Regeln des DTV für Formationswettbewerbe
- Geschichte des Formationstanzes
- Deutsche und internationale Meisterschaften Endrunden (PDF-Datei; 416 kB)