Schwechat

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Stadtgemeinde Schwechat, zu anderen Bedeutungen von „Schwechat“ siehe Schwechat (Begriffsklärung).
Schwechat
Wappen von Schwechat
Schwechat (Österreich)
Schwechat
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Wien-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: SW
Fläche: 44,83 km²
Koordinaten: 48° 8′ N, 16° 29′ O48.14111111111116.478611111111162Koordinaten: 48° 8′ 28″ N, 16° 28′ 43″ O
Höhe: 162 m ü. A.
Einwohner: 16.805 (1. Jän. 2013)
Postleitzahl: 2320
Vorwahl: 01
Gemeindekennziffer: 3 24 19
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 9
2320 Schwechat
Website: www.schwechat.gv.at
Politik
Bürgermeister: Gerhard Frauenberger (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(37 Mitglieder)
23
6
4
4
23 
Von 37 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadtgemeinde Schwechat im Bezirk Wien-Umgebung
Ebergassing Fischamend Gablitz Gerasdorf Gramatneusiedl Himberg Klein-Neusiedl Klosterneuburg Lanzendorf Leopoldsdorf (Bezirk Wien-Umgebung) Maria-Lanzendorf Mauerbach Moosbrunn Pressbaum Purkersdorf Rauchenwarth Schwadorf Schwechat Tullnerbach Wolfsgraben Zwölfaxing Wien NiederösterreichLage der Gemeinde Schwechat im Bezirk Wien-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Hauptplatz von Schwechat bis Sept. 2007
Hauptplatz von Schwechat bis Sept. 2007
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Schwechat ist eine Stadtgemeinde mit 16.805 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2013) südöstlich von Wien, am Fluss Schwechat. Bekannt ist die Stadt durch den Internationalen Flughafen von Wien, die größte Erdölraffinerie Österreichs von der OMV sowie das als Marke geläufige Schwechater Bier der Brauerei Schwechat. Die Gemeinde befindet sich in der Mitte des südöstlichen Teils des Bezirkes Wien-Umgebung und hat als einzige, obwohl nur zweiteinwohnerreichste Gemeinde im Bezirk, ein von dessen Kfz-Kennzeichen WU abweichendes, nämlich SW .

Geografie[Bearbeiten]

Schwechat liegt am nördlichen Rand des Wiener Beckens an der Mündung der Schwechat in die Donau. Die Stadt ist im Nordwesten mit Wien bereits zusammengewachsen; sie grenzt direkt an Siedlungsgebiet im Wiener Bezirk Simmering und an landwirtschaftliches Gebiet im Bezirk Favoriten.

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten von Schwechat: OSM, Google oder Bing

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Kledering (650): vom Zentralverschiebebahnhof Wien-Kledering dominiertes Dorf südlich des Wiener Zentralfriedhofs
  • Rannersdorf (3081): Dorf mit vorstädtischem Charakter, von der Schwechat und ihrem Arm Frauenbach durchflossen, mit der Mündung der Liesing in die Schwechat
  • Schwechat (11142): die Industriestadt an Bahn und Autobahn
  • Mannswörth (1656): Dorf nahe dem Flughafen, zwischen der Raffinerie und den Donauauen gelegen, durch die die Schwechat in die Donau fließt

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Kledering, Rannersdorf, Schwechat und Mannswörth. Der Flughafen liegt im östlichsten Teil des Stadtgebiets an der Grenze zu Fischamend und schließt im Norden an Auwald der Donau an.

Lage im Verkehrsnetz[Bearbeiten]

Auf der Straße ist Schwechat sowohl über die Ostautobahn A 4 als auch über die Mödlinger Straße B 11 erreichbar. Außerdem führen von hier die Straßenzüge Preßburger Straße B 9 und Budapester Straße B 10 Richtung Osten bzw. Südosten, welche sich nach der Hauptachse Wiener Straße/Hauptplatz/Bruck-Hainburger Straße, die eine Fortsetzung der Simmeringer Hauptstraße in Wien bildet, verzweigen. Seit 2006 besteht über die Wiener Außenring Schnellstraße S1 eine direkte Verbindung zur Südautobahn und zur Wiener Außenringautobahn. Bedeutendstes öffentliches Verkehrsmittel ist die S-Bahn-Linie S7, daneben gibt es lokale und regionale Autobuslinien.

Geschichte[Bearbeiten]

Groß- und Klein-Schwechat, Mannswörth und Umgebung um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Frühgeschichte bis Mittelalter[Bearbeiten]

Neolithische und bronzezeitliche Siedlungsspuren, sowie Funde von Furchenstichkeramik und von Messbechern der Wieselburger Kultur, die auf dem Gemeindeareal gefunden wurden, zeigen ebenso eine frühe Besiedlung an wie die S-Fibeln (Typ Schwechat-Pallersdorf) und das Brandgrab der Kosihy-Caka/Makó-Gruppe. In römischer Zeit bestand im heutigen Stadtgebiet von Schwechat ein Reiterkastell (Ala Nova), von dem zahlreiche archäologische Funde zeugen. Ab ca. 800 n. Chr. ließen sich hier bairische und fränkische Siedler nieder welche sich mit restlichen slawischen und awarischen Volkssplittern vermischten. 1334 wurde Schwechat erstmals urkundlich als Markt erwähnt.

Neuzeit bis heute[Bearbeiten]

Schwechat entwickelte sich gegen Ende des Mittelalters zur Handwerks- und Industriestadt, welche sie noch heute darstellt. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden die ersten Brauereien in Schwechat gegründet. Neben diesen sind auch einige Textilienfirmen im Ort entstanden. Die erste wurde 1724 errichtet. Ebenfalls waren in dieser Zeit mehrere Mühlen aktiv, die von der Wasserkraft des Flusses Schwechat betrieben wurden.

„Klederling“ ganz unten rechts, um 1872

Franz Anton Dreher erwarb am 22. Oktober 1797 das Klein Schwechater Brauhaus. Doch erst seinem Sohn, Anton Dreher junior, gelang der Durchbruch im Braugewerbe. Er gilt als der Begründer der Schwechater Brauereidynastie im 19. Jahrhundert, indem er mithilfe der Geschäftsführer von St. Marx und Simmering die Firmen zu einem exportierenden Unternehmen zusammengeschlossen und ausgebaut hat. Diese erfand später das Lagerbier. Zur etwa gleichen Zeit wurden einige Mühlen in Fabriken umgebaut.

Am 24. August 1922 wurde Schwechat per Ministerratsbeschluss zur Stadt erhoben, jedoch wurde es am 15. Oktober 1938 von den NS-Reichsregierung als Teil des neuen 23. Bezirkes, Schwechat, in das neue Groß-Wien eingegliedert. 1943 bis 1945 befand sich in Schwechat ein Außenlager des KZs Mauthausen, in dem bis zu 2.600 Zwangsarbeiter der Rüstungsindustrie untergebracht waren. In der Spätphase des Zweiten Weltkriegs wurden die Schwechater Industriebetriebe oft bombardiert. Der Wiederaufbau begann Anfang 1950.

1945–1955 war Schwechat Teil der sowjetischen Besatzungszone (siehe: Besetztes Nachkriegsösterreich). 1946 beschlossen der Nationalrat sowie die Landtage von Wien und Niederösterreich die Rückgliederung Schwechats und vieler anderer Gemeinden in das Land Niederösterreich, doch konnte dieses Gesetz wegen des Einspruchs der sowjetischen Besatzungsmacht nicht sofort in Kraft treten. Als dies 1954 mit achtjähriger Verspätung geschah, war Schwechat bereits 16 Jahre Teil Wiens gewesen und wäre das auch gern geblieben, doch wurde den rückzugliedernden Gemeinden kein Mitentscheidungsrecht eingeräumt. Somit wurde Schwechat am 1. September 1954 wieder niederösterreichische Stadtgemeinde, verwaltungstechnisch mit den früheren Gemeinden Alt- und Neukettenhof und den Katastralgemeinden Kledering, Mannswörth und Rannersdorf zur heutigen Stadtgemeinde Schwechat vereinigt. Die erste Gemeinderatssitzung des wieder unabhängigen Schwechat fand am selben Tag statt.

Als Besonderheit hat der Wiener Internationale Flughafen (VIE), der auf Schwechater Gebiet liegt, eine eigene Postleitzahl, die mit der für Wiener Postleitzahlen verwendeten Ziffer 1 beginnt (nämlich „1300“). Die Vorwahl der Schwechater Telefonnummern ist die Wiener Vorwahl 01.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Religion[Bearbeiten]

Die römisch-katholischen Pfarren Schwechat sind die St. Jakobus-Kirche am Hauptplatz (Pfarrkirche Schwechat) mit der Filialkirche Kleinschwechat, Mannswörth (Johannes der Täufer) und Rannersdorf (Maria-Herz-Kirche). Die evangelische Kirche am Andreas-Hofer-Platz untersteht jedoch der Evangelischen Diözese Wien und nicht der Niederösterreichs. Die Gemeinde der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche hat ihren Sitz in der Wienerstraße.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Hauptfassade der Stadtpfarrkirche mit vorgestelltem Turm
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Schwechat

Theater[Bearbeiten]

Parks[Bearbeiten]

Bedeutende städtische Grünanlagen sind der Rathauspark und der Felmayergarten, ein etwa fünf Hektar großer, 1997 umgestalteter Landschaftsgarten. Eine recht weitläufige Grünfläche befindet sich auch beim Kellerberg, wo 2004 mit der Anlage eines Stadtwaldes begonnen wurde.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Seit September 1992 (dem 70. Geburtstag der Stadt) findet alljährlich am Hauptplatz das Schwechater Stadtfest mit Livemusik und Konzertbühnen statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gemessen an der Kaufkraft pro Einwohner zählt Schwechat zu den wohlhabendsten Gemeinden Österreichs.

Verkehr[Bearbeiten]

Wiener Außenring-Schnellstraße S 1

Neben der Lage als Knotenpunkt im Straßenverkehr südöstlich von Wien sind sowohl der internationale Flughafen Wien-Schwechat als auch der von der ÖBB betriebene Zentralverschiebebahnhof Wien-Kledering, der für Ostösterreich ein Verteilerzentrum darstellt, überregional bedeutsam. Die Stadt wird von der Pressburger Bahn durchquert, auf welcher heute die S-Bahn-Linie S7 in Richtung Flughafen Wien-Schwechat und weiter in Richtung Wolfsthal fährt. Bis 1961 führte auch eine Straßenbahn der Wiener Linien (Linie 72) von Wien aus durch die Simmeringer Hauptstraße bis nach Schwechat. Heute gibt es Pläne, diese als Verlängerung der Wiener Straßenbahnlinie 6 wieder einzurichten. Entlang der Flussläufe gibt es auch weitgehend kreuzungsfreie Radwege, etwa Richtung Wien-Oberlaa.

Seit April 2006 führt auch die Schnellstraße S 1 durch Schwechat, welche die Ostautobahn A 4 (Knoten Schwechat) und die Südautobahn A 2 (Knoten Vösendorf) miteinander verbindet. Sie zählt zu den modernsten Straßen Europas.

Medien[Bearbeiten]

Schwechat verfügt mit SW1 über einen lokalen TV-Sender, der allerdings nur über Kabelfernsehen zu empfangen ist. Terrestrische Radio- und Fernsehsender sind im Wesentlichen vom Standort Kahlenberg empfangbar.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Justiz[Bearbeiten]

Das Bezirksgericht Schwechat befindet sich im Schloss Altkettenhof.

Polizei[Bearbeiten]

Als Sicherheitsbehörde für die Stadt fungiert die Landespolizeidirektion Niederösterreich über ihre Außenstelle, das Polizeikommissariat Schwechat. Ihr unterstellt als Dienststelle des Wachkörpers für das Stadtgebiet ist das Stadtpolizeikommando Schwechat. Beide Dienststellen sind auch für die nicht in der Gemeinde Schwechat liegenden Teile des Flughafens Schwechat zuständig.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Das Hauptquartier von Austrian Airlines am Flughafen Wien
OMV-Raffinerie Schwechat
Schwechat, Stadtwald bei Kellerberg

In Schwechat existieren 18.000 Arbeitsplätze. Die Wirtschaft Schwechats ist eng mit Wien verknüpft. Es befinden sich hier zahlreiche Industriebetriebe, darunter die in den Jahren von 1958 bis 1961 errichtete Erdölraffinerie der OMV AG in Schwechat. Ein weiterer wichtiger Wirtschaftsbetrieb ist die heute zur Brau Union gehörende, aus der Anton Dreher-Brauerei hervorgegangene Schwechater Brauerei. Andere wichtige Wirtschaftsbetriebe sind u. a. die Vonwiller Mühle, Schwechater Kabelwerke AG oder die Borealis (ehemalige Danubia).

Als weitere Leitbetriebe zählen die mit dem Luftfahrtstandort verbundenen Unternehmen Austrian Airlines, Austro Control und VIE Vienna International Airport / Flughafen Wien AG sowie der Sportartikelhersteller Head Tyrolia Mares und Air Liquide.

Tourismus[Bearbeiten]

  • Kellerberg mit Kellerschenken: Eine Attraktion von Schwechat ist der Kellerberg bzw. die Kellerschenken, eine Ansammlung von Weinschenken am östlichen Ortsrand.

Bildungs- und Forschungseinrichtungen[Bearbeiten]

Schwechat forciert den Aufbau einer kommunalen Informationsgesellschaft und wirbt verstärkt um Ansiedlung von IKT-Firmen. Hierzu wurde das Fünfjahresprogramm eSchwechat.at (2005-2009) mit den Hauptprojekten Mobile Net Schwechat (städtisches WLAN), LivingLab Schwechat (IKT-Erprobungsregion) und den F&E- und Bildungsinstitutionen CEIT Central European Institute of Technology und academia nova ins Leben gerufen.

Mit dem CEIT, dem Central European Institute of Technology, hat Schwechat seit 2006 eine außeruniversitäre Forschungs- und Entwicklungseinrichtung im Bereich der Angewandten Forschung gegründet. Der Start erfolgte in zwei Bereichen

Die academia nova GmbH betreibt die Höhere Technische Lehranstalt für Berufstätige für Informationstechnologie und Kolleg für Berufstätige für Informationstechnologie, Privatschule der Stadtgemeinde Schwechat, und bietet seit September 2008 duale Bachelor-Studiengänge zunächst der (mittlerweile insolventen) Berufsakademie Nordhessen, derzeit(Stand 2012) der Internationalen Berufsakademie der F+U-Unternehmensgruppe an.

Schwechat verfügt über mehrere Volks- und Hauptschulen und ein Bundesgymnasium/Bundesrealgymnasium.

Sport- und Freizeit[Bearbeiten]

Österreichische Staatsmeisterschaften im Schwimmen 2008 im Schwechater Freibad
  • Freizeitzentrum: Schwechat verfügt seit 1960 über ein weitläufiges Freibad (47.000 m², 4.000 Besucher), bei dem sich seit 1976 ein Hallenbad und seit 1984 auch ein Eislaufplatz befinden.
  • Rudolf-Tonn-Stadion (Fassungsvermögen 7.000 Zuschauer) bei Rannersdorf, 1980 fertiggestellt.
  • Radwege: Die Wege entlang der Flüsse Liesing und Schwechat mit den innerstädtischen Radwegen zählen rund 24 km.
  • Körnerhalle: 1960 eröffneter Veranstaltungssaal, benannt nach dem ehemaligen österreichischen Bundespräsidenten Theodor Körner.
  • Multiversum: Veranstaltungshalle seit dem 11. Jänner 2011 (offizielle Eröffnung).
  • Im Multiversum fand 2013 - zum ersten Mal auf österreichischem Boden - die Tischtennis-Europameisterschaft statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Mit folgenden Städten wurde eine Städtepartnerschaft eingegangen:

  • DeutschlandDeutschland Burghausen, Deutschland
  • DeutschlandDeutschland Gladbeck, Deutschland, seit 16. Dezember 1966
  • TurkeiTürkei Alanya, Türkei, seit 17. Jänner 2002
  • EnglandEngland Enfield, England, seit 16. Dezember 1966
  • SlowakeiSlowakei Skalica, Slowakei, seit 19. September 1992

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwechat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011