Frankfurt-Hausen

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Wappen von Hausen
Wappen von Frankfurt am Main
Hausen
21. Stadtteil von Frankfurt am Main
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Über dieses Bild
Koordinaten 50° 7′ 56″ N, 8° 37′ 27″ O50.1321747222228.6240636111111Koordinaten: 50° 7′ 56″ N, 8° 37′ 27″ O
Fläche 1,255 km²
Einwohner 7252 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 5778 Einwohner/km²
Postleitzahl 60488
Vorwahl 069
Website www.frankfurt.de
Gliederung
Ortsbezirk 7 – Mitte-West
Stadtbezirke
  • 410 – Hausen
Verkehrsanbindung
Autobahn A66
Bundesstraße B44
U-Bahn U6 U7
Bus 34 72 73 n1 n2 n11
Quelle: Stadt Frankfurt am Main: Statistik Aktuell 2014/5. Abgerufen am 8. März 2014.

Hausen ist seit dem 1. April 1910 ein nordwestlicher Stadtteil von Frankfurt am Main.

Das ehemalige Mühlendorf wurde 1910 zusammen mit zehn anderen Orten des Landkreises Frankfurt in die Stadt Frankfurt am Main eingemeindet.

Lage[Bearbeiten]

Hausen liegt ca. 4,5 km nordwestlich der Innenstadt von Frankfurt am Main, südwestlich des Flusses Nidda. Es grenzt im Nordwesten an Praunheim und im Südosten an den Industriehof in Bockenheim an und bildet mit diesen Stadtteilen eine bauliche Einheit. Im Nordosten trennt der Volkspark Niddatal Hausen von Ginnheim. Im Südwesten liegt jenseits der Nidda der Stadtteil Rödelheim.

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes „Husun“ stammt von 1132. Der Ritter Walter von Vilbel stritt 1235 mit dem Bartholomäus-Stift in Frankfurt um die Zehntrechte im Dorf. Die Ritterfamilie der Brendel von Homburg trug vor 1300 von der Reichsabtei Fulda Dorf und Gericht Hausen zu Lehen. Um 1300 zählte Hausen zum Amt Bornheimerberg.

1320 verpfändete König Ludwig IV. den Bornheimerberg an Ulrich II. von Hanau. 1336 gestattete der Kaiser der Stadt Frankfurt, den Bornheimerberg an seiner Stelle von Hanau einzulösen. 1351 erneuerte Kaiser Karl IV. allerdings diese Pfandschaft für Hanau. 1434 wurde Graf Reinhard II. von Hanau von Kaiser Sigismund mit dem Bornheimerberg belehnt. Das widersprüchliche Verhalten des Reichs führte selbstverständlich zum Streit zwischen Frankfurt und Hanau, der bis 1481 andauerte und dann in einem Vergleich endete: Hanau gab seinen Anspruch auf einzelne Dörfer des Amtes Bornheimerberg auf, darunter auch Hausen, und bekam dafür das übrige Amt Bornheim zugesprochen. 1484 verlieh König Friedrich III. die bisher zum Bornheimerberg gehörigen Dörfer, unter anderem also auch Hausen, dem Rat zu Frankfurt als Lehen, 1494 belehnt König Maximilian I. Georg Frosch und Siegfried Knoblauch namens der Stadt Frankfurt unter anderem mit Hausen.

Das Patronatsrecht der Pfarrei Praunheim, zu der auch Hausen gehört, wurde 1318 dem neu gegründeten Sankt Leonhardsstift geschenkt.

In den Urkunden der Deutschordenskommende wird die Hausener Mühle erstmals 1359 erwähnt. Johann Brendel von Homburg verkaufte 1368 das Gericht von Hausen mit Zustimmung des Abtes von Fulda an den Ritter Damme von Praunheim. Dessen gleichnamiger Sohn wurde 1399 von Fulda mit dem Dorf Hausen belehnt. Damme von Praunheim verkaufte 1428 sein Eigentum in Hausen an die Stadt Frankfurt. Damit wurden die Einwohner von Hausen, sofern sie nicht dem Grafen von Solms-Rödelheim oder dem Grafen von Hanau hörig waren, Leibeigene der Stadt Frankfurt.

Namensformen[Bearbeiten]

Das Dorf „Haussen“ um 1800
Im Vordergrund die Nidda
  • Husun (1132)
  • Husen (1235)
  • Husen (1259)
  • Huisn (1301)

Neuzeit[Bearbeiten]

In einer Erhebungsliste für eine direkte Reichssteuer wurden 1497 14 Ehepaare und 15 weitere Personen verzeichnet. Die Einwohnerzahl Hausens dürfte danach etwa 70 Personen betragen haben. Den Dreißigjährigen Krieg überlebten etwa 70 bis 80 Hausener, also rund die Hälfte der Einwohner vor dem Krieg. Hausen erhielt 1664 eine eigene Schule. 1765 wurde ein Rathaus gebaut.

Hausen wurde 1772 eigenständige Pfarrei. Die erste evangelische Kirche wurde 1812 gebaut, ein eigenes Schulhaus 1816. Die Leibeigenschaft der Hausener wurde 1818 aufgehoben. 1836 wurde in Hausen eine Sparkasse gegründet. Die heute noch erhaltene evangelische Kirche wurde 1852 erbaut. Mit der Annexion Frankfurts durch das Königreich Preußen nach dem verlorenen Krieg von 1866 wurde auch Hausen preußisch. Es gehörte dann bis 1886 zum Stadtkreis Frankfurt am Main, anschließend zum neu gebildeten Landkreis Frankfurt. Als dieser 1910 aufgelöst wurde, kam Hausen endgültig zur Stadt Frankfurt.

Nach dem Mühlenbrand von 1882 wurde die Freiwillige Feuerwehr Hausen, im Jahr 1901 die katholischen Kirchengemeinde gegründet, 1903 ihre Kirche St. Anna geweiht.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1834: 551 Einwohner
  • 1840: 542 Einwohner, davon 151 Kinder (101 Familien)
  • 1846: 626 Einwohner
  • 1852: 637 Einwohner
  • 1858: 647 Einwohner
  • 1864: 665 Einwohner
  • 1871: 739 Einwohner
  • 1875: 1135 Einwohner
  • 1885: 1187 Einwohner
  • 1895: 1500 Einwohner
  • 1905: 1902 Einwohner
  • 1910: 2050 Einwohner

Schultheißen und Bürgermeister[Bearbeiten]

1444–1446 Peter Messerschmitt
1449 Erwins Heile
1450–1469 Erwins Heilchin
1471 Peter Mentzer (Mantze)
1474–1477 Erwin
1478–1482 Peter Mentzer (Mantze)
1487 Stengel von Fronhusen
1490 Kunzenpeter
1493–1509 Heiln Henne
1509–1510 Henne Jamer
1515 Martin Gissener von Echzell
1517 Gerhard Rüpel
1519 Conrad Müller von Heddemheim
1523 Lenhard Nosser
1566–1575 Henn Heimberger
1610–1611 Hans Schleifer
1624 Johannes Euler
1660–1680 Johann Euler
1688–1712 Johann Jacob Euler (+ 1734)
1753–1758 Johann Jacob Euler
1758–1786 Johann Jacob Diehl
1787–1811 Johann Nikolaus Diehl
1814 Friedrich Karl Vogt
1824 Johannes Boppert
1828 Heinrich Carl Euler
1836 Heinrich Carl Launhardt
1836 Johann Jakob Fischbach
1836–1844 Johann Friedrich Euler
1844–1868 Konrad Friedrich Euler
1868–1880 Johannes Krieb
1880–1907 Jacob Euler
1907–1910 Friedrich Mayer

Bebauung[Bearbeiten]

Hausen ist hauptsächlich Wohngebiet und verfügt neben dem alten Ortskern über neuere Siedlungen. 1929-1931 wurde, westlich von Hausen und durch die Ludwig-Landmann-Straße getrennt, die Siedlung Westhausen gebaut. Trotz der irreleitenden Namensgebung gehört Westhausen nicht zu Hausen, sondern zur Gemarkung Praunheims, die sich über die Praunheimer Brücke erstreckt ebenso wie große Teile des Volkspark Niddatal. Ein ebenfalls geläufiger Irrtum ist, dass das in Bockenheim gelegene Gewerbegebiet Industriehof zu Hausen gehört.

Willi Brundert Siedlung[Bearbeiten]

Teilweise schon 1933-1935 erbaut, erhielt die 1972 weiter errichtete Siedlung westlich der Praunheimer Landstraße an der Nidda zum Gedenken an den 1970 verstorbenen Frankfurter Oberbürgermeister den Namen Willi Brundert-Siedlung. Markante Bauten dieser Siedlung sind vier Hochhäuser. 1978 wird zwischen der Willi Brundert-Siedlung und der A66 wird ein Lärmschutzwall errichtet.

Siedlung Langweidenstraße[Bearbeiten]

Das Gebiet östlich der Straße Am Hohen Weg wurde seit den 1961-1973 Jahren vorzugsweise mit Wohnhochhäusern neu bebaut.

Wohnsiedlung An den Pflanzländern[Bearbeiten]

1933/35: An den Pflanzländern entsteht eine Wohnsiedlung[1] - 1967 wird in Hausen die Künstlerkolonie[2] in der Straße An den Pflanzländern bezogen.

FDH Friedrich-Dessauer-Studentenheim[Bearbeiten]

1969 eröffnete das vom Bauvereins Katholische Studentenwohnheime errichtete FDH Friedrich Dessauer-Haus mit seinen 656 Wohnheimzimmern in der Friedrich-Wilhelm-von-Steuben-Straße 90 in Hausen.

Körner Siedlung, ehemalige Fischstein Housing Area der US-Streitkräfte[Bearbeiten]

Nach Auszug der Amerikaner wurde ab 1995 auch diese ehemals amerikanische Siedlung Fischstein Housing Area[3], wie die anderen insgesamt sechs Frankfurter US-Siedlungen[4], von der städtischen Wohnungsholding vom Bund erworben, renoviert und vermietet. Der Straßennamen AM FISCHSTEIN bezieht sich auf die historische Flurbezeichnung. Dort stand ein Grenzstein, der die Fischereirechte auf der Nidda zwischen den Grafen Solms-Rödelheim und der Stadt Frankfurt markierte.

Gut Hausen[Bearbeiten]

1954 pachtete der Verein "Gib mir Deine Hand", der im April 2011 mit dem Verein Lebenshilfe fusioniert, von der Stadt Frankfurt die Liegenschaft des ehemaligen Amtes für Pflanzenschutz an der Friedrich-Wilhelm-von-Steuben-Straße 2. Auf deren weitläufigen, stark verwilderten, 25.000 m großem Gelände befanden sich neben einem zweigeschossigen sanierungsbedürftigen Hauptgebäude zwei Gewächshäuser und drei weitere kleinere Gebäude. Wiesenflächen und eine Anpflanzung mit rund 800 Apfelbäumen prägen das Bild. Darüber hinaus gibt es einige Kirsch- und Zwetschgenbäume, die ebenfalls aufwändiger Pflege bedürfen. Der bundesweite Verein Lebenshilfe mit seiner neugewählten Bundesvorsitzenden Ulla Schmidt verfügt mit rund 200 Mitarbeitern und einem jährlichen Budget von mehr als sechs Millionen Euro und über die nötigen Ressourcen, um das Gut Hausen zu einer Begegnungsstätte für Menschen mit und ohne Behinderung auszubauen. Inzwischen herrscht eine gemischte Nutzung aus Beratung, Therapie, pädagogischen Aktivitäten, Bildungs-, Beschäftigungs- und Freizeitangeboten und Verwaltung vor. Die Gebäude aus den 1950er Jahren sind komplett saniert, teilweise auch umgebaut worden. Das zweistöckige Hauptgebäude hat einen modernen Anbau erhalten.

Wasserwerk Praunheim 3[Bearbeiten]

Das Wasserwerk Praunheim 3 [5] entstand um 1860 an der Grenze von Hausen jenseits der Straße Schalkwiesenweg, bzw. An den Pflanzländern mit vielen anderen Wasserwerken im Frankfurter Stadtgebiet Das Unternehmen Hessenwasser, 2001 aus einem Zusammenschluss von Mainova, HEAG Südhessische Energie AG, Riedwerke Groß-Gerau und ESWE Versorgungs AG entstanden, entschloss sich 2007 zur Abschaltung dieses Wasserwerkes wegen technischer Veralterung. Befürchtungen eines Anstiegs des Grundwasserspiegels nach Abschaltung haben sich nicht bewahrheitet.

Verkehr[Bearbeiten]

Zug der Linie U6 am Fischstein

Im Westen verläuft die Ludwig-Landmann-Straße, ein Teil der Bundesstraße 44 und eine wichtige Ausfallstraße in Frankfurt am Main. Dort befindet sich eine Anschlussstelle der Bundesautobahn 66.

Seit 1986 hat Hausen Anschluss an das U-Bahn-Netz. Die Linie U6 (Praunheim Heerstraße–HauptwacheOstbahnhof) umfährt den Ortskern westlich über die Ludwig-Landmann-Straße und die Linie U7 (Hausen–Hauptwache–Enkheim) östlich über die Straße Am Hohen Weg und endet in der Willi-Brundert-Siedlung. Zuvor wurde die oberirdisch verlaufende Trasse von der Straßenbahn befahren, mit der der 1910 eingemeindete Stadtteil bereits 1913 Anschluss an das Straßenbahnnetz erhielt.

Des Weiteren führen die Omnibuslinien 34, 72 und 73 durch Hausen und stellen Verbindungen zu den umliegenden Stadtteilen Bockenheim, Rödelheim und Praunheim sowie zum Nordwestzentrum her. Der nächstgelegene Regionalbahnhof ist der Bahnhof Frankfurt (Main) West, der mit der Buslinie 73 direkt erreichbar ist. Seit dem Fahrplanwechsel 09/10 ist Hausen zusätzlich jede Nacht durch die Nachtbuslinien n1, n2 und n11 an die Innenstadt angebunden.

Bildung und Forschung[Bearbeiten]

Im alten Hausener Ortskern befindet sich die Kerschensteinerschule [6]  – benannt nach dem Reformpädagogen Georg Kerschensteiner. Die Grundschule (vorher auch Hauptschule) wurde 1954 eröffnet und besteht heute aus drei Schulgebäuden und einer Turnhalle. Weitere öffentliche Schulen gibt es in Hausen nicht. Das nächste Gymnasium liegt in der Siedlung Westhausen. Die Ernst-Reuter-Schule – eine integrierte Gesamtschule sowie ein Oberstufengymnasium – liegen in der Nordweststadt. Als Alternative wird durch die gute Anbindung Hausens an das U-Bahn-Netz auch die weiter entfernte Bettinaschule im Westend genutzt.

In der Langweidenstraße – an der Grenze zu Bockenheim – wurde im April 1985 die Japanische Internationale Schule [7] eröffnet. Sie hat etwa 230 Schüler und befindet sich in privater Trägerschaft. In einem Gebäudekomplex auf dem Gelände der früheren Mühle ist noch das Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte untergebracht. Der 20 Millionen Euro teure Neubau an der Hansaallee direkt dem Neubau für das Uni-Präsidium ist abgeschlossen. Der Umzug der mehr als 130 Mitarbeiter von Hausen auf dem Campus Westend wird im Herbst 2013 vollzogen [8][9]

Politik[Bearbeiten]

Für Hausen ist der Ortsbeirat 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) Frankfurt-Mitte-West der Stadt Frankfurt zuständig. Seit 2006 ist der gewählte Ortsvorsteher des Ortsbeirates 7 in Frankfurt am Main Christian Wernet (CDU).

Religion[Bearbeiten]

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

Die evangelische Pfarrkirche wurde 1851–1852 gebaut und befindet sich an der Ecke Hausener Obergasse/Alt-Hausen. Sie bildet das Zentrum von Hausen. Gegenüber dem klassizistischen Kirchengebäude steht das Pfarrhaus. Das barocke Wohnhaus von 1775 bis 1776 steht unter Denkmalschutz.

Evangelische Freikirche[Bearbeiten]

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde am Niddapark e.V. unterhält einen Gemeindetreffpunkt in der Praunheimer Landstraße.

Philadelphia Gemeinde[Bearbeiten]

Die Philadelphia Gemeinde International e.V. hat einen Gemeindetreffpunkt in der Straße Am Industriehof.

Katholische Kirche[Bearbeiten]

Die Kirche der katholischen Gemeinde St. Anna befindet sich am Hohen Weg und wurde 1968 im Stil des Brutalismus errichtet. In unmittelbarer Umgebung der Gemeinde befinden außerdem ein vom Caritas betriebenes Altenwohnheim und das vom Bauverein Katholische Studentenwohnheime betriebene Friedrich Dessauer Haus. Eine Filialkirche von St. Anna ist St. Raphael in der Ludwig-Landmann-Straße.

Russisch-orthodoxe Kirche[Bearbeiten]

Die russisch-orthodoxe Kirche Heiliger Nikolaus wurde durch die Russisch-Orthodoxe Gemeinde Frankfurt, die sich aus der Bad Homburger russisch-orthodoxen Gemeinde Allerheiligen, die 1945 aus russischen Kriegsgefangenen und so genannten Ostarbeitern gebildet hat, nach zweijähriger Bauzeit an Ostern 1967 am verkehrsreichen Fischsteinkreisel geweiht. Die „Große Weihe“ erfolgte 1979 durch mehrere Bischöfe unter Leitung des Erzbischofs und späteren Metropoliten der russisch-orthodoxen Kirche im Ausland Vitalij (Ustinov). Entworfen und gebaut wurde nach altrussischem Stil durch den Ernst May-Schüler Frankfurter Architekten Wolf Drevermann nach dem Vorbild einer Kirche in Pskow aus dem 15. Jahrhundert. Der Innenraum wurde im strengen Nowgorod-Stil mit Ikonen des in Frankfurt lebenden Ikonenmalers Adam Russak mit christlichen Motiven gestaltet. Er malte daran nahezu zwölf Jahre. Vor dem offenen Glockenturm wurden nun (2004/2005) ein Portal und ein Exonarthex geschaffen und der Kircheninnenraum erheblich erweitert, sowie ein neues Gemeindezentrum, unter Planung und Durchführung des bekannten russisch/französischen Architekten Sergej S. Tarassow (Paris) in den Jahren 2005/2008 errichtet. Die sonntägliche Liturgie wird von etwa 250 Personen aus Frankfurt und Umgebung besucht.

Sunnitische Moschee[Bearbeiten]

Die nach Abu Bakr benannte islamische sunnitischen Gemeinde baute im Jahr 2003 in der Praunheimer Landstraße unmittelbar neben der Bundesautobahn 66 eine Moschee.

Daneben existiert ein schiitisches iranisches Kulturzentrum in Alt-Hausen.

Kultur[Bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Hausener Brotfabrik

Alle zwei Jahre gibt es in Hausen ein großes Stadtteilfest auf dem Schulhof der Kerschensteinerschule. Im Dezember – jeweils versetzt auch alle zwei Jahre – findet ein Weihnachtsmarkt statt. Beides wird vom Arbeitskreis Hausen organisiert. Der Arbeitskreis ist ein Zusammenschluss aller Hausener Vereine, Gemeinden und sonstigen Einrichtungen und erhielt im Jahr 2005 einen vom Ortsbeirat verliehenen Stadtteilpreis für herausragende ehrenamtliche Tätigkeit. Neben diesen beiden Veranstaltungen richten die Gemeinden und Vereine jährlich auch eigene Sommerfeste aus.

Ein bekanntes kulturelles Zentrum von Hausen ist die Brotfabrik. Die ehemalige Großbäckerei wurde 1888 gegründet und bis 1972 betrieben. Seit 1981 wird das Gebäude für Theater, Konzerte und Gastronomie genutzt. Als Trägervereine wurden die Vereine Brotfabrik Hausen e.V. und Kulturprojekt 21 e.V. gegründet.

Kunst[Bearbeiten]

Kunst im öffentlichen Raum. Standort: An der Praunheimer Landstraße, am Ende der Straße Am Hohen Weg, neben dem Parkplatz unter der Brücke der A66, hinter der Bushaltestelle Ellerfeld der Linie 72 und 73 wurde auf einer gepflasterten Fläche ein Kunstwerk errichtet. Es besteht aus vier bearbeiteten ca. 2,50m hohen vierkantigen Stelen aus Stein, die zu einem Viereck angeordnet wurden. Sie sind die ständigen Ziele amateurhafte Graffitisprayer. Ein Hinweis auf Zweck, Her- bzw. Aufstellungsdatum und Schöpfer ist nicht oder nicht mehr vorhanden.

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Zwischen dem alten Ortskern und der Willy-Brundert-Siedlung – abgegrenzt durch die Bundesautobahn 66 – liegen die Sportplätze des Fußballvereins sowie des Turn- und Sportvereins. Das Fußballfeld ist mit Kunstrasen ausgestattet. Neben einer großen Turnhalle befinden sich dort auch drei Tennisplätze.

Der 1933 gegründete Sportanglerklub „Anker“ Frankfurt-Hausen e.V. ist in einem Vereinsheim am Niddaufer westlich der Ludwig-Landmann-Straße beheimatet und geht neben dem Angelsport auch der Förderung des Naturschutzes nach. So wird alle zwei Jahre gemeinsam mit anderen Vereinen und Organisationen im Rahmen eines Umwelttages das Niddaufer und -flussbett gereinigt. Das Anglerheim am Niddauferweg ist bewirtschaftet und im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel. Es liegt jedoch eigentlich bereits auf Rödelheimer Gemarkung.

Seit 1976 erweitert die im Jahre 1882 gegründete Freiwillige Feuerwehr Frankfurt am Main - Hausen das Freizeitangebot von Jugendlichen im Alter von 10 bis 17 Jahren durch eine Jugendfeuerwehr. Eine Minifeuerwehr, für Kinder ab 4 Jahren, folgte dann erst 2004. Das Sommerfest für Jung und Alt, bildet für den Stadtteil Hausen ein zentrales Element. Es ist das größte Fest in dem Stadtteil.

Hausener Terrasse im Volkspark Niddatal[Bearbeiten]

Hauptartikel: Volkspark Niddatal

Seit der Bundesgartenschau im Jahr 1989 gab es im Volkspark Niddatal einen Wasserspielplatz an der „Hausener Terrasse“ hinter der Straße Vogelsgesang/Ellerfeld/A 66-Brücke [10]. Er musste aufgrund seiner veralteten Wasseraufbereitungstechnik aber im Jahr 2009 aus hygienischen Gründen stillgelegt werden. Am neuen Standort, dem neu angelegten Spielplatz „Ginnheimer Wäldchen“ im Volkspark Niddatal in der Nähe des Ginnheimer Wäldchens ist 2013 ein mit wasserundurchlässigem Beton abgedichtetes und Natursteinen gepflastertes Sprühfeld mit etwa 400 Quadratmetern entstanden. Attraktionen wie Wasserfall, Sprüh- und Sprudelsteine, Geysire aus Naturstein sowie Spritzpumpen und Hüpfpoller laden zum Spiel mit dem Wasser ein. Im Bereich der der „Hausener Terrasse“ blieb die Schutzhütte nebst Spielwiese mit Bolzplatz im Grüngürtel. Der dortige Spielplatz [11] wurde nach knapp dreimonatiger Bauzeit Ende 2011 vom Grünflächenamt fertiggestellt.

Hausener Freibad[Bearbeiten]

Im Jahr 1961 wurde das Hausener Strandbad an der Nidda zum Freibad ausgebaut. Am östlichen Niddaufer befinden sich je ein beheiztes Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken sowie eine große Liegewiese. Über eine Brücke ist eine Spiel- und Sportfläche am gegenüberliegenden Ufer angebunden. Das Freibad wurde 2011 nach aufwendiger Sanierung mit einem 50m-Schwimmbecken neu eröffnet. Die frühere Aufteilung in Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken wurde aufgegeben. Das Hausener Schwimmbad öffnet jährlich als erstes öffentliches Freibad in Deutschland bereits Ende März/Anfang April, da das Wasser beheizt wird.

Brentanobad[Bearbeiten]

Hauptartikel: Brentanobad

Am Brentanobad, das gegenüber dem Hausener Freibad an der Ludwig-Landmann-Straße liegt, gibt es ein Open-Air-Kino. Dort befindet sich auch die Station der DLRG-Ortsgruppe Mitte. Das Brentanobad selbst gehört zu Rödelheim und ist das größte Freibad Europas.

Vogelschutzgebiet[Bearbeiten]

Am Ufer der Nidda befindet sich das Vogelschutzgehölz Hausener Auwald mit einer großen Artenvielfalt.

Literatur[Bearbeiten]

  • 850 Jahre Hausen, 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Hausen. Festschrift der Freiwilligen Feuerwehr Hausen. Frankfurt am Main 1982, S. 15–35.
  • Hans-Jürgen Becker: Das Gericht Bornheimer Berg = Überlieferung, Bewahrung und Gestaltung in der rechtsgeschichtlichen Forschung, 1993, S. 1–21
  • Wolf Erich Kellner: Das Reichsstift St. Bartholomäus zu Frankfurt am Main im Spätmittelalter (Studien zur Frankfurter Geschichte, 1). Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1962, S. 27.
  • Gerhard Kleinfeldt, Hans Weirich: Die mittelalterliche Kirchenorganisation im oberhessisch-nassauischen Raum = Schriften des Instituts für geschichtliche Landeskunde von Hessen und Nassau 16. 1937. ND 1984, S. 74.
  • Helmut Lenz, Franz Lerner: Hausen. Vom Mühlendorf zu einem modernen Stadtteil im Grünen. Frankfurter Sparkasse, Frankfurt am Main 1998.
  • Heinz Schomann u.a.: Denkmaltopographie Stadt Frankfurt am Main. Braunschweig 1986, S. 548–553.
  • Philipp Friedrich Schulin: Die Frankfurter Landgemeinden. Frankfurt 1895.
  • Fred Schwind: Die „Grafschaft“ Bornheimerberg und die Königsleute des Fiskus Frankfurt. In: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 14. 1964.
  • Otto Stamm: Die Herrschaft Königstein. Ihre Verfassung und Geschichte. 1952

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frankfurt-Hausen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1933/35 Wohnsiedlung - An den Pflanzländern
  2. Frankfurter Künstlerkolonie An den Pflanzländern e.V. (1959)
  3. Am Fischstein housing-US-Army
  4. forgotten US-Army-Installations at Frankfurt
  5. abgeschaltetes Wasserwerk Praunheim
  6. Kerschensteinerschule Frankfurt am Main
  7. Japanische Internationale Schule Frankfurt am Main
  8. Neubauaktivität des MPIeR auf dem Campus Westend
  9. Eröffnung des Neubaus des MPG Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte
  10. Hausener Terrasse im Volkspark Niddatal
  11. Neuer Spielplatz bei Hausener Terrasse