Solms (Adelsgeschlecht)

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Stammwappen der Grafen von Solms
Fast vollständiges Herrschaftsgebiet des Solmser Adelsgeschlechts um 1648 (mit SO markiert).

Das hessische Adelsgeschlecht Solms ist nach dem in seinem Lahngauer Stammgebiet befindlichen Solmsbach benannt. Ihr Stammsitz war seit etwa 1100 die Burg Solms im Stadtteil Burgsolms der heutigen Stadt Solms. Die letzten Reste dieser Burg wurden zwischen 1952 und 1954 abgerissen. Das Geschlecht zählte bis zur Abschaffung des Adelsstandes 1919 zum Hochadel und zu den Standesherren.

Geschichte[Bearbeiten]

Als Stammvater gilt der Edelherr Marquardus de Sulmese, der erstmals 1129 als Zeuge in der Stiftungsurkunde des Klosters Schiffenberg bei Gießen genannt wird.

Die Solmser traten nach dem Aussterben der Grafen von Luxemburg-Gleiberg gemeinsam mit den Herren von Merenberg und den Pfalzgrafen von Tübingen deren Erbe im mittleren Lahntal an. Ihr ältester Eigenbesitz (Allod) ist im Bereich der heutigen Stadt Solms zu suchen. Ursprünglich als Vögte von Worms im Solms- und Iserbachtal eingesetzt, gelang ihnen die Aneignung dieses Gebietes.

1212 tauchte ein nicht näher bezeichneter Graf Heinrich in den Urkunden auf. Da es sich dabei um Güter in Ober-Weidbach handelt, das im von den Solmsern beherrschten Erdagau liegt, liegt die Vermutung nahe, in ihm den ersten Grafen von Solms zu sehen. 1226 wurden die Grafenbrüder Heinrich und Marquard von Solms genannt.

Um 1250 wurde die Grafschaft in die Territorien Solms-Königsberg (bis 1363), Solms-Burgsolms (bis 1416) und Solms-Braunfels geteilt. Immer wieder war die Kontrolle über die „Hohe Straße“, die von Frankfurt über Wetzlar nach Köln führte und durch das Solmser Gebiet ging, Ziel der Solmser Grafen. Weitere Ziele waren die Kontrolle über das Reichskloster Altenberg bei Wetzlar sowie über die Reichsstadt Wetzlar selbst, das sie vor allem im 14. Jahrhundert mit den benachbarten Dynasten in Fehden verwickelte.

1324 teilte sich die Linie Solms-Ottenstein (Westfalen) ab, die 1424 im Mannesstamme wieder ausstarb.

Während sich die Linie Solms-Königsberg der Politik der Landgrafen von Hessen annäherte, blieben die Linien Solms-Burgsolms und Solms-Braunfels in Gegnerschaft zum Landgrafen. So wurde in unmittelbarer Nähe zur Burg Königsberg die Burg Hohensolms errichtet.

1349 kam es im Rahmen einer Fehde zur Zerstörung der Burg Alt-Hohensolms, die daraufhin in unmittelbarer Nähe bis 1351 als Neu-Hohensolms wieder errichtet wurde.

1363 gelangte der Solmser Teil der Königsberger Herrschaft an die Landgrafen von Hessen. Graf Philipp von Solms-Königsberg hatte bereits zehn Jahre zuvor Burg und Amt Königsberg an Hessen verkauft und verstarb ohne Erben.

1376 nutzte Graf Johann IV. von Solms-Burgsolms die Unruhen innerhalb Wetzlars, um sich der Stadt zu bemächtigten. Kaiser Karl IV. hatte ihn beauftragt, den alten Rat wieder einzusetzen, was der Graf ausnutzte, um die Stadtherrschaft selbst zu übernehmen. Erst 1379 konnten die Wetzlarer Johann wieder vertreiben.

1384 wurde die Burg Solms nach einer weiteren Fehde mit der freien Reichsstadt Wetzlar zerstört. Graf Johann IV. nahm daraufhin seinen Sitz auf der Burg Greifenstein. Als dann 1415 die Linie Solms-Burgsolms mit Johann VI. erlosch, fiel ihr gesamter Besitz an Solms-Braunfels als einzige verbliebene Linie. Damit wurde die Burg Braunfels zur neuen Stammburg des Geschlechtes.

Nachdem 1418 die Herren von Falkenstein-Münzenberg ausstarben, konnten die Solmser kräftige Gebietszuwächse in der Wetterau verzeichnen. Kurz darauf wurde die Grafschaft erneut geteilt, diesmal in die Linien Solms-Braunfels (Bernhardinische Linie) und Solms-Lich (Johannische Linie). Diese Teilung blieb endgültig. Sie bildeten von nun an die beiden Hauptlinien, die sich später wiederum mehrfach teilten.

Solms-Braunfels teilte sich 1607 weiter in die Linien (mehrere Brüder: Gf Johann Albrecht I, Gf Wilhelm I, Gf Reinhard):

Solms-Lich teilte sich 1548 weiter in die Linien:

Der vollständige Titel des Regenten der Hauptlinie Solms-Braunfels war Fürst zu Solms-Braunfels, Graf zu Greifenstein, Lichtenstein und Hungen, Tecklenburg, Crichingen, Lingen, Herr zu Münzenberg, Rheda, Wildenfels, Sonnewalde, Püttlingen, Dorstweiler und Bacourt.

Im Reichsdeputationshauptschluss 1803 bekam das Haus Solms noch die Klöster Altenberg und Arnsburg als Entschädigung für verlorene linksrheinische Gebiete zugesprochen, doch bereits 1806 endete die politische Selbständigkeit der solmsschen Grafschaften und Fürstentümer, deren Dynasten als Standesherren aber bis 1918 noch etliche Vorrechte (und die Anrede „Durchlaucht“) beanspruchen konnten.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen der Fürsten zu Solms-Braunfels

Die ältesten Wappen der Grafen von Solms zeigen ein damasziertes Schildlein auf einem Schild. 1232 taucht zum ersten Mal ein Löwe auf den Wappen auf.

Das Stammwappen zeigt in goldenem Schild einen blauen Löwen.

Zur Unterscheidung der Linien nahm Solms-Königsberg den mit sieben (3:2:2) blauen Schindeln belegten Schild als Wappen an. Während sich Solms-Braunfels und Solms-Burgsolms durch die Helmzier unterschieden. Solms-Braunfels nahm als Helmzier einen blauen Löwen in goldenem Flug (nach der Falkensteiner Erbschaft wurde der Flug rot-gold geteilt)an, während die Siegel der Linie Solms-Burgsolms sowohl einen Löwen, als auch einen Löwen mit einer Forelle im Fang zeigen.

Nach der Falkensteiner Erbschaft wurde der Schild geviertelt. In den Feldern 1 und 4 der blaue Löwe auf goldenem Grund. In den Feldern 2 und 3 Rot und Gold geteilt.

Der Mode der Zeit folgend vermehrte sich das Wappen der Grafen von Solms um die jeweiligen neuen Besitzungen bzw. Anwartschaften. Nach dem Kauf von Wildenfels und Sonnewalde durch Solms-Lich bzw. Solms-Laubach waren dies der silberne Löwe auf schwarzem Grund (Sonnewalde) und eine schwarze Rose auf goldenem Grund (Wildenfels). Beide Wappen sind heute noch Bestandteil der Wappen der Fürsten von Solms-Hohensolms-Lich sowie der Grafen von Laubach und ihrer Seitenlinien.

Das Wappen der Grafen bzw. Fürsten von Solms-Braunfels wurde um Lingen (goldener Anker auf blauem Grund), Tecklenburg (drei rote Seerosenblätter auf silbernem Grund) und Rheda (schwarzer, gold bekrönter Löwe auf silbernem Schild, mit drei goldenen Ringen belegt) sowie Chrichingen (silberner Schild mit einem roten Querbalken belegt), Püttlingen und Dorstweiler (roter Löwe auf silbernem Schild) und Beaucourt (goldenes Kreuz auf rotem Grund) erweitert. In verschiedenen Versionen kommen noch Greifenstein (goldener Schild mit vier grünen Eichenblättern, in den Ecken, belegt), Lichtenstein (drei blaue Balken auf silbernem Schild) sowie seltener Limpurg-Gaildorf (rot-silbern durch Rechen geteilter Schild und drei silberne Rauten auf blauem Grund).

Während, wie bereits beschrieben Solms-Hohensolms-Lich und Solms-Laubach die Wappenbestandteile Solms-Münzenberg-Sonnewalde-Wildenfels führen, kehrte Solms-Braunfels zum Stammwappen, dem blauen Löwen auf goldenem Grund zurück. Diesmal allerdings mit dem durch die blauen Schindeln bestreuten Schild.

Das jeweilige Wappen wird seit dem 17. Jahrhundert von einer Rangkrone geziert, entweder durch die Reichsfürstenkrone oder die Reichsgrafenkrone.

Bekannte Persönlichkeiten aus dem Haus Solms[Bearbeiten]

Burgen und Schlösser[Bearbeiten]

Schloss Braunfels
Schloss Hungen
Burgruine Greifenstein
  • Schloss Braunfels: Stammschloss der Solmser. Zahlreiche Umbauten über 700 Jahre hinweg, zuletzt neoromanisch mit zahlreichen Türmen umgebaut (1880). Gotische Schlosskirche (14. Jh.).
  • Schloss Lich: Aus mittelalterlicher Wasserburg hervorgegangene Vierflügelanlage der Spätrenaissance.
  • Schloss Hungen: Dreiflügliges Renaissance-Schloss.
  • Schloss Laubach: Aus mittelalterlicher Wasserburg hervorgegangen, Renaissance- und Barockerweiterungen.
  • Schloss der Grafen zu Solms-Rödelheim und Assenheim in Niddatal-Assenheim: 1924 bis 1932 war es Sitz des von Max Graf zu Solms begründeten und als Mäzen unterhaltenen „Forscherheims Assenheim“, eines der ersten deutschen Gelehrtenkollegs.
  • Schloss der Grafen zu Solms-Sonnenwalde in Sonnewalde
  • Schloss Weldam, Niederlande (Solms-Sonnenwalde)
  • Burgruine Greifenstein: Eine der bedeutendsten Festungen der Renaissance. Deutsches Glockenmuseum.
  • Kloster Arnsburg: Ehemaliges Zisterzienserkloster (1174 bis 1803), danach im Besitz des Hauses Solms-Laubach; barocke Teile als Schloss genutzt.
  • Burgruine Münzenberg: Burganlage mit zwei Bergfrieden.
  • Schloss Werdorf. Witwensitz: Kleines Barockschlösschen.
  • Rödelheimer Schloss, heute Solmspark Rödelheim: Auf der Nidda-Insel gelegen, entstand er aus einem klassischen Landschaftspark, der im Jahr 1879 um das damalige Schloss des Grafen von Solms-Rödelheim angelegt wurde. Das Schloss wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und später vollständig abgetragen. Der Heimat- und Geschichtsverein Frankfurt Rödelheim hat im Jahre 2008 Teile der Grundmauern im Schlosspark Rödelheim wieder sichtbar gemacht, ein Modell des Schlosses und eine Informationstafel aufgestellt.[1]
  • Solmser Schloss in Butzbach
  • Schloss Wildenfels in Wildenfels, Kreis Zwickau

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Haus Solms – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Siehe http://www.hgv-roedelheim.de/hgvr8.htm und http://www.hgv-roedelheim.de/hgvr9.htm