Fuji (Vulkan)

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Fuji
01 Fujisan from Yamanakako 2004-2-7.jpg

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Höhe 3776,24 T.P.
Lage Präfekturen Yamanashi und Shizuoka, Japan
Gebirge Japanische Alpen
Dominanz 2077 km → Xueshan
Schartenhöhe 3776 mfd2
Koordinaten 35° 21′ 38″ N, 138° 43′ 38″ O35.360555555556138.727222222223776.24Koordinaten: 35° 21′ 38″ N, 138° 43′ 38″ O
Fuji (Vulkan) (Japan)
Fuji (Vulkan)
Typ Schichtvulkan
Alter des Gesteins 100.000 Jahre
Letzte Eruption 1708
Erstbesteigung 663 von einem unbekannten Mönch
Normalweg Bergtour
Besonderheiten Höchster Berg Japans

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Der Fuji (jap. 富士山 Fujisan Zum Anhören bitte klicken! [ɸɯdʑisaɴ] ; nach einer falschen Lesung der Kanji auch Fudschijama, Fujiyama) ist ein Vulkan und mit 3776,24 m[1] Höhe über dem Meeresspiegel der höchste Berg Japans. Sein Gipfel befindet sich auf der japanischen Hauptinsel Honshū an der Grenze zwischen den Präfekturen Yamanashi und Shizuoka.

Inhaltsverzeichnis

Geologie[Bearbeiten]

Der Fuji befindet sich in der Berührungszone der Eurasischen Platte, der Pazifischen Platte und der Philippinenplatte und gehört zu den Stratovulkanen (Schichtvulkanen) des pazifischen Feuerrings. Er wird als aktiv mit geringem Ausbruchsrisiko eingestuft.

Wissenschaftler nehmen an, dass der Fuji in vier unterschiedlichen Abschnitten vulkanischer Aktivität geformt wurde: Der erste Abschnitt (Sen-komitake) besteht aus einem tief im Berg liegenden Andesitkern. Danach kam Komitake Fuji, eine Basaltschicht, von der angenommen wird, dass sie vor mehreren hunderttausend Jahren geformt wurde. Vor ungefähr 100.000 Jahren bildete sich der „alte Fuji“ über der Oberfläche von Komitake Fuji. Vom modernen, „neuen“ Fuji wird angenommen, dass er vor ungefähr 10.000 Jahren über dem alten Fuji entstand.

Der letzte bekannte Ausbruch ereignete sich in der Edo-Zeit am 16. Dezember 1707 und dauerte etwa zwei Wochen. Damals bildeten sich auf halber Höhe ein zweiter Krater und ein zweiter Gipfel, nach dem Namen der damaligen Ära Hoei-zan benannt.

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Katsushika Hokusai: Drache über dem Fuji (Gemälde)
Der Fuji mit einem Shinkansen im Vordergrund

Die moderne japanische Schreibweise des Fuji setzt sich aus den Kanji (fu ‚reich‘), (ji ‚Krieger‘) und (san ‚Berg‘) zusammen. Die ersten beiden Zeichen wurden gewählt, weil ihre Aussprache mit dem Namen des Berges übereinstimmt[Anm. 1]. Häufig findet man auch die einfachere Schreibweise 不二, was sich mit nicht zwei, also einmalig wiedergeben lässt.[Anm. 2]

Der Ursprung des Namens ist umstritten.

Zur Herkunft aus dem Japanischen gibt es viele Geschichten und Spekulationen, so zum Beispiel, dass der Name von 不尽 (fujin ‚endlos‘) kommt. Der japanische Namensforscher Kanji Kagami hat dagegen die These aufgestellt, dass der Name die gleichen Wurzeln wie „Glyzinie“ (eine Blume) und „Regenbogen“ (jap. fuji bzw. niji) hat und von den „langen gleichmäßigen Hängen“ des Berges herrührt.[2][3]

Am naheliegendsten[Anm. 3] ist die Herkunft aus der Sprache der Ainu. Dort ist fuchi die Bezeichnung für „Feuer“, das von den verbliebenen Ainu auch heute noch als Göttin des Herdfeuers Kamui Fuchi (oder mit vollem Namen Apemerukoyan-mat Unamerukoyan-matauch) verehrt wird.[4]

„Fujisan“ oder „Fudschijama“?[Bearbeiten]

Die im westlichen Kulturkreis häufig verwendete Bezeichnung Fujiyama (im deutschsprachigen Raum laut Duden auch Fudschijama) beruht wahrscheinlich auf einer falschen Lesung des Zeichens „“ (Berg). Die Kun-Lesung dieses Zeichens lautet zwar yama, in aus mehreren Zeichen zusammengesetzten Wörtern wird aber meistens die On-Lesung san verwendet. Der japanische Name des Berges lautet „Fuji-san“. Nach einer anderen Theorie könnte auch in Japan die Aussprache Fujiyama vor der Meiji-Restauration die üblichere Variante gewesen sein, so wie auch die Namen vieler anderer Berge und Ortschaften in Japan heute noch -yama gelesen werden.

Fehlübersetzungen des Namens als „Herr Fuji“ rühren daher, dass die gleich lautenden Silben -san (, Berg) und -san (さん, neutrale japanische Anrede für Männer und Frauen) miteinander verwechselt werden.

Die geeignetste Umsetzung des Namens im Deutschen dürfte Fuji sein. Manche Japanologen vertreten allerdings die Auffassung, man könne Fujisan auch als Eigennamen verwenden, und berufen sich dabei zum Beispiel auf Mont Blanc und Mount Everest, da bei jenen das fremde Wort für „Berg“ ebenfalls unübersetzt bleibt. Die Silbe -san würde damit als Bestandteil des Namens aufgefasst.

Popularität[Bearbeiten]

Menschenmenge auf dem Gipfel

Der Berg, der im Shintoismus als heilig gilt, wurde angeblich zum ersten Mal im Jahre 663 von einem unbekannten Mönch bestiegen. Bis zur Meiji-Zeit war die Besteigung des Berggipfels für Frauen verboten.

Heute gehört der Fuji zu den beliebtesten Touristenzielen in Japan. Dank seiner Form ist der Berg im Vergleich zu anderen Dreitausendern relativ leicht zu ersteigen. Im Sommer, wenn der Aufstieg auf drei verschiedenen Routen für die Öffentlichkeit freigegeben ist, finden sich pro Tag rund 3000 Touristen auf dem Gipfel ein.

Die höchste mit regulärem Kraftverkehr zu erreichende Station Gogōme (五合目, 5. Station) liegt auf etwa 2300 m. Die Straße dorthin ist zur Obon-Zeit nur für Busse geöffnet.

Eine besonders schöne Aussicht vom Gipfel bietet sich, wenn die Sonne über dem Pazifik aufgeht. Viele Bergsteiger legen dazu in einer der zwischen 3000 und 3400 m gelegenen Hütten eine Pause ein und brechen nachts gegen zwei Uhr wieder auf.

Bei morgendlicher, klarer Sicht ist der Berg aus dem Osten noch aus 80–100 km Entfernung (Yokohama - Tokyo) zu sehen.

In der Nähe erstreckt sich das Waldgebiet Aokigahara, das durch eine hohe Zahl dort verübter Selbsttötungen bekannt geworden ist.

Der Fuji in der japanischen Kunst[Bearbeiten]

Samurai (links) und Schreiber (rechts) beobachten, wie der Fuji im 5. Regierungsjahr von Kaiser Kōrei (286 v. Chr.) entsteht (aus Hokusai: 100 Ansichten des Fuji).
Große Welle vor Kanagawa, Farbholzschnitt von Hokusai, 1830

Wegen seines sehr symmetrischen Vulkankegels gilt der Fuji als einer der schönsten Berge der Welt und ist ein häufiges Thema in der japanischen Kunst. Der Berg kommt auch häufig in der japanischen Literatur vor und ist ein beliebtes Thema vieler Gedichte.

Die älteste erhaltene künstlerische Darstellung des Fuji stammt aus der Heian-Zeit und findet sich auf einer mit Papier bespannten Schiebewand aus dem 11. Jahrhundert. Die berühmteste Arbeit dürfte wohl Katsushika Hokusais Bilderzyklus „36 Ansichten des Berges Fuji“ sein, darunter vor allem das 1830 entstandene Bild „Die große Welle vor Kanagawa“.

Weblinks[Bearbeiten]

Wiktionary Wiktionary: Fudschijama – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Fuji – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Zuschreibungen dieser Art werden in Japan 当て字 Ateji genannt. Sie sind bei Orts-, Berg- und auch Vornamen häufig, da die Namen bereits existierten, bevor die Kanji aus China übernommen wurden.
  2. Auch dies sind Ateji.
  3. In dieser Gegend sind viele eindeutige Ainu-Namen erhalten geblieben.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 富士山情報コーナー. MLIT, abgerufen am 15. März 2012 (japanisch).
  2. 富士山の名前の由来
  3. 富士山アイヌ語語源説について
  4.  Michael Ashkenazi: Handbook of Japanese Mythology. ABC-CLIO, Santa Barbara 2003, ISBN 1-57607-467-6, S. 191–192 (eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche).