Gerätetauchen
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Gerätetauchen bezeichnet das Tauchen mit externer oder autonomer Luftversorgung, im Gegensatz zum Apnoetauchen. Übliche Varianten sind das Tauchen mit einem Drucklufttauchgerät (Scuba Diving), Kreislauftauchgerät (Rebreather) oder Helmtauchgerät. Im Gegensatz zu Berufstauchern gibt es in den meisten Ländern keine besonderen gesetzlichen Regelungen für Sporttaucher, die einen Tauchschein oder Tauchtauglichkeitsuntersuchung zwingend voraussetzen würden. Fast alle Tauchbasen verlangen jedoch zumindest die Vorlage eines Tauchscheins von anerkannten Verbänden wie CMAS (für Deutschland: VDST), PADI oder SSI, für den Nachweis einer speziellen Tauchausbildung zum sicheren Umgang mit der Tauchausrüstung, um Tauchunfälle zu vermeiden.
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Helmtauchen [Bearbeiten]
Beim historischen Helmtauchen trägt man Anzug, (Kupfer-)Helm, Schulterstück und viele Gewichte. Über einen langen Schlauch wird der Taucher mit Luft versorgt, die an der Wasseroberfläche komprimiert zur Verfügung gestellt wird. Beim modernen Helmtauchen, das nahezu ausschließlich in der Berufstaucherei praktiziert wird, haben sich Helme aus kohlefaserverstärktem Kunststoff durchgesetzt. Die Luftversorgung erfolgt auch hier über einen Schlauch oder über einen Rebreather.
Tauchen mit Kreislauftauchgeräten [Bearbeiten]
Wenngleich Kreislauftauchgeräte (Rebreather) die ersten autonomen Tauchgeräte überhaupt waren, wurden diese zunächst nur von einigen Tauchpionieren und vor allem dem Militär eingesetzt. Erst seit einigen Jahren erlangen die Geräte auch in Sporttaucherkreisen zunehmend Popularität. Die ausgeatmete Luft strömt innerhalb des Gerätes durch speziellen Atemkalk und wird somit vom ausgeatmeten Kohlendioxid befreit. Anschließend wird dem Atemgas der nicht verbrauchte Sauerstoff wieder zugeführt. Wesentlicher Unterschied zu allen anderen Atemsystemen ist die Geschlossenheit. Es wird keinerlei Ausatemluft ins Wasser abgegeben, ein Umstand, der neben militärischen Tauchern auch von Unterwasserfotografen geschätzt wird. Der Handel bietet verschiedene Modelle an. Gemeinsam ist eine Regelung der Sauerstoffzufuhr, die den Partialdruck auf einen bestimmten Teildruck begrenzt. Als Verdünnungsgas (Diluentgas) wird zuweilen Helium eingesetzt, womit der Stickstoffnarkose (Tiefenrausch) entgegengewirkt wird. Die möglichen Tauchzeiten und möglichen Tauchtiefen liegen – je nach System und verwendetem Atemgemisch – deutlich über dem, was mit Pressluft gefahrlos erreichbar ist.
Tauchen mit Drucklufttauchgerät [Bearbeiten]
Beim Tauchen mit Drucklufttauchgerät wird mit einer oder mehreren Druckluftflaschen getaucht, die nicht, wie oftmals laienhaft angenommen, mit reinem Sauerstoff, sondern mit normaler, gereinigter und entfeuchteter Luft oder luftähnlichen Gasgemischen gefüllt ist. Reiner Sauerstoff wird wegen der damit verbundenen Gesundheitsgefahren (toxische Wirkung des Sauerstoffs unter Druck) in der Regel nur bis zu einer Tiefe von maximal 6 m verwendet. Relevant ist für diese Grenze der anteilige oder Partialdruck, der zumindest im Sporttauchbereich nicht über 1,6 bar liegen sollte. Die seltene Verwendung von reinem Atemsauerstoff erfolgt meist am Ende von längeren Tauchgängen mit dem Ziel einer schnelleren Stickstoffentsättigung bei dekompressionsstoppflichtigen Tauchgängen. Vor allem Urlaubstaucher, die in kurzer Zeit viele Tauchgänge absolvieren, benutzen Nitrox (mit Sauerstoff angereicherte Luft) anstelle von Pressluft. Durch den verringerten Stickstoffanteil erfolgt eine geringere Sättigung der Körpergewebe mit Stickstoff, und es werden längere Nullzeiten ermöglicht.
Ausrüstung [Bearbeiten]
Außer dem Atemgas und dem Atemregler (umgangssprachlich auch „Lungenautomat“) trägt der Gerätetaucher ein Tariermittel (Rettungs- und Tarierweste oder Jacket). Durch den Atemregler kann der Taucher unter Wasser normal atmen. Die Ausrüstung wird komplettiert durch Taucheranzug, Bleigewichte und die „ABC-Ausrüstung“ (Tauchermaske, Schnorchel, Taucherflossen) und Füßlinge sowie Messgeräte zur Kontrolle der Bewegungsrichtung (Kompass), des Atemgasvorrates (Finimeter), der Zeit (Taucheruhr) und eine Dekompressionstabelle oder einen Tauchcomputer. Oder der Taucher nutzt separate Messgeräte zur Anzeige der Tauchtiefe (Tiefenmesser) und der verstrichenen Tauchzeit (Bottomtimer). Die EN beschreibt die in der Ausbildung zu verwendende Tauchausrüstung.
Gefahren [Bearbeiten]
Beim Tauchen begibt sich der Mensch in eine Umgebung, für die er durch seine biologischen Anlagen nicht geschaffen ist und in der er ohne technische Unterstützung nur kurze Zeit überleben kann. Zudem gibt es nur wenige andere Gelegenheiten, bei denen ein Mensch so unmittelbar mit verschiedenen physikalischen Gegebenheiten konfrontiert wird, wie beim Gerätetauchen.
Statistisch gesehen ist Tauchen sicherer als Schwimmen oder Bootfahren und sicherer als viele Sportarten außerhalb des Wassers.[1] Jede Art des Tauchens hat jedoch ihre speziellen Gefahren und potenzielle Risiken, daher ist es notwendig, eine solide Tauchausbildung zu absolvieren, um die theoretischen und praktischen Kenntnisse im Umgang mit der Tauchausrüstung, der Tauchgangsplanung und das richtige Verhalten im Wasser zu erlernen. Tauchorganisationen bieten Kurse an, in denen Taucher ihr Wissen und ihre Fähigkeiten erlernen und erweitern können.
Die wichtigsten Risiken sind:[2]
- nicht einhalten der Limits, (die Gründe sind menschliche Fehleinsätzung sowie Selbstüberschätzung)
- Dekompressionserkrankung beim zu schnellem Auftauchen (Dekompression),
- Barotraumen durch mangelhaften Druckausgleich beim Abtauchen,
- unkontrolliertes Handeln ausgelöst durch Panikattacke unter dem Wasser,
- Verlust des Bewusstseins durch einen Tiefenrausch,
- mögliche technische Probleme wie das Vereisen von Atemreglern,
- unkontrollierter Luftverlust durch Beschädigung des Luftversorgungssystems.
- Unterkühlung wegen eines unzureichend isolierenden Tauchanzugs
In Tauchkursen erlernt der Taucher bestimmte Verhaltensweisen und das Einhalten von Grenzwerten, die alle darauf abzielen, Tauchunfälle möglichst vollständig ausschließen, wenn sie eingehalten werden. Die Limits ergeben sich aus der Tauchmedizin und Tauchphysik.
Siehe auch [Bearbeiten]
Portal: Tauchen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Tauchen
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ STATUS 2012 - Statistik der Nichtberufsunfälle und des Sicherheitsniveaus in der Schweiz. bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Bern, S. 38, abgerufen am 16. Januar 2013. ISBN 1664-6932
- ↑ Thomas Kromp, Hans J. Roggenbach, Peter Bredebusch: Praxis des Tauchens: 3. Auflage. Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-7688-1816-2.