Laucha an der Unstrut

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Laucha an der Unstrut
Laucha an der Unstrut
Deutschlandkarte, Position der Stadt Laucha an der Unstrut hervorgehoben
51.22361111111111.679722222222110Koordinaten: 51° 13′ N, 11° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Burgenlandkreis
Verbandsgemeinde: Unstruttal
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 31,12 km²
Einwohner: 3009 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 97 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06636
Vorwahl: 034462
Kfz-Kennzeichen: BLK, HHM, NEB, NMB, WSF, ZZ
Gemeindeschlüssel: 15 0 84 285
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1 in 06636 Laucha
an der Unstrut
Webpräsenz: www.stadt-laucha.de
Bürgermeister: Michael Bilstein
Lage der Stadt Laucha an der Unstrut im Burgenlandkreis
Sachsen Thüringen Saalekreis An der Poststraße Meineweh Bad Bibra Balgstädt Droyßig Eckartsberga Elsteraue Elsteraue Freyburg (Unstrut) Finne (Gemeinde) Finne (Gemeinde) Finneland Gleina Goseck Gutenborn Hohenmölsen Kaiserpfalz (Gemeinde) Kaiserpfalz (Gemeinde) Karsdorf Kretzschau Lanitz-Hassel-Tal Laucha an der Unstrut Lützen Mertendorf (Sachsen-Anhalt) Molauer Land Naumburg (Saale) Nebra (Unstrut) Osterfeld (Sachsen-Anhalt) Schnaudertal Schönburg (Saale) Stößen Teuchern Weißenfels Wethau Wetterzeube ZeitzKarte
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Laucha an der Unstrut ist eine Stadt im Burgenlandkreis im südlichen Sachsen-Anhalt (Deutschland). Sie gehört der Verbandsgemeinde Unstruttal mit Sitz in der Stadt Freyburg (Unstrut) an.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt an der Unstrut liegt im Weinbaugebiet Saale-Unstrut, an der B 176 zwischen Bad Bibra und Freyburg und an der Unstrutbahn von Naumburg (Saale) nach Artern. Laucha gehört zum Naturpark Saale-Unstrut-Triasland. Nördlich und südlich des Tales erheben sich die Berge, deren Untergrund aus Muschelkalkstein und die oberhalb aus Buntsandstein bestehen. Die nördlichen Hangkanten werden als Obst- und Weinbaugebiet genutzt. Schon 1402 gab es erstmals einen Hinweis über den Weinbau in der Lauchaer Flur. Die Hänge im Süden sind bewaldet.

Zu Laucha an der Unstrut gehören die Ortsteile Burgscheidungen, Dorndorf, Kirchscheidungen, Plößnitz und Tröbsdorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Laucha ist ein ehemaliges Straßendorf an der alten Heerstraße LangensalzaFreyburgMerseburg. Prähistorische Funde deuten jedoch schon auf eine jungsteinzeitliche Besiedelung hin. Der Name der Stadt kommt aus dem Slawischen (Lochow, Lochowo, Luchow, Luchowe, Luchowa, Luchonwe, Lachaw, Lauchau und Luchau, Laucha) und bedeutet so viel wie „sumpfiges Gelände“ oder „sumpfige Wiesenlage“. Dies weist auf eine ehemalige Versumpfung des Gebietes der Unstrut hin. Die Unstrut bildet die nördliche Grenze des Ortes.

Erstmals wird 926 Luchau mit einem Freihof erwähnt. Erst 1124 tritt Laucha wieder urkundlich in Erscheinung. Durch den Vasallen König Wenzel von Böhmen, Landgraf Herzog Friedrich den Jüngeren von Meißen, erhält Laucha - eine reiche, blühende Stadt - das Stadtrecht. Die Stadt wurde jedoch oft von Kriegshorden geplündert und gebrandschatzt. Zu erwähnen ist, dass Laucha im Laufe der Jahrhunderte nicht nur durch Kriege, sondern auch durch Naturkatastrophen große Schäden erlitten hat. Erstaunlicherweise erholte sich der Ort wirtschaftlich immer wieder. Obwohl Laucha ebenfalls wiederholt von Bränden heimgesucht worden ist, findet sich noch eine Anzahl wertvoller historischer Gebäude.

Nach dem Ort benannte sich auch ein ritterliches Geschlecht, die Edlen von Laucha, welche mit den von Heßler und von Burkersroda stammes- und wappenverwandt waren.

Am 1. Oktober 1889 nahm die Unstrutbahn Naumburg–Artern ihren Betrieb auf, weshalb bisherige Gütertransporte auf der Unstrut ständig zurückgingen. 1914 eröffnete zudem die Preußische Staatsbahn die Strecke Laucha-Kölleda. Der Bahnhof Laucha, nunmehr Trennungsbahnhof, erlebte eine bis dahin nicht gekannte Bedeutung. Davon profitierten unter anderem die Zucker- und die Konservenfabrik.

Am 1. Juli 2009 wurden die ehemals eigenständigen Gemeinden Burgscheidungen und Kirchscheidungen eingemeindet.[2]

Politik[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 setzt sich der Stadtrat mit 16 Mitgliedern wie folgt zusammen:

  • CDU: 5 Sitze (29,4 %)
  • Freie Wähler: 4 Sitze (28,6 %)
  • SPD: 3 Sitze (17,8 %)
  • NPD: 2 Sitze (13,5 %)
  • Die Linke: 2 Sitze (9,9 %)

Die Wahlbeteiligung lag bei 47,9 %.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Lauchaer Rathaus
Stadtkirche

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört das Glockenmuseum, welches unter Glockengießermeister Ulrich 1732 als Glockengießerei gegründet und bis 1911 auch als solche betrieben wurde. In diesem Zeitraum wurden mehr als 5000 Bronzeglocken gegossen.

Erwähnenswert ist die Stadtkirche St. Marien, ein spätgotischer Bau aus dem 15. Jahrhundert, mit romanischen Resten (Klötzchenfriese an der Südostseite der Kirche), die nach dem verheerenden Stadtbrand am 13. April 1731 wiederaufgebaut wurde. Besonders sind auch die, vermutlich aus Aberglauben angebrachten, Kratzspuren oder Wetzrillen an der Kirchenmauer, die sich auch an vielen Portalen des Ortes wiederfinden.

Weiterhin das Rathaus von 1543 mit der später angebrachten doppelläufigen, überdachten Freitreppe und alte Portale an den Bürgerhäusern.

Die 1112 Meter lange Stadtmauer umgibt den historischen Stadtkern und ist mit einem, von ehemals drei Toren, noch gut erhalten. In diesem Tore – dem Obertor – wurde im ehemaligen Torhaus eine Heimatstube eingerichtet.

Die Unstrut, seit dem Mittelalter schiffbar, war einst Mittelpunkt für den Handel. Auf ihr wurden noch bis 1950 Güter transportiert. Heute ist es ein Erlebnis, die Unstrut mit Paddelbooten, Ruderbooten, Kanus und Motorbooten zu befahren. Seit Saisoneröffnung 1996 stehen dem interessierten Touristen Ausflugsdampfer für eine Fahrt auf der Unstrut zur Verfügung.

1914 eröffnete die Preußische Staatseisenbahn in drei Abschnitten die Bahnstrecke Kölleda–Laucha.

  • Rathaus
  • Ev. Stadtkirche St. Marien
  • Stadtmauer mit Zwingtor (Kulturdenkmal)
  • Obertor
  • Glockenmuseum (technisches Denkmal)
  • mittelalterliche Gebäude und Portale

Wirtschaft[Bearbeiten]

Heute existieren in Laucha zahlreiche Unternehmen des Handels, des Handwerks und der Dienstleistungen, die für wirtschaftlichen und städtischen Aufschwung sorgen. Die historische Altstadt ist seit der Wende Schwerpunkt eines großräumigen Sanierungsprogrammes mit dem Ziel, architektonisch wertvolle Bausubstanz so weit wie möglich zu erhalten und eine reizvolle, kleinstädtische Atmosphäre zu schaffen.

Burgenland-Gymnasium Laucha[Bearbeiten]

Das Burgenland-Gymnasium Laucha wurde 1991 gegründet und 1993 wurde ein neues Schulgebäude übergeben. Das Gymnasium trägt den Titel Schule gegen Rassismus - Schule mit Courage. Das Gymnasium ist Mitglied der Wirtschaftsakademie der Herzog August Stiftung zu Weißenfels. Das Gymnasium besitzt einen eigenen Weinberg am Edelacker in Freyburg/Unstrut, so wird das Fach Weinbau gelehrt und es gibt Kooperationen mit den Firmen Rotkäppchen Mumm Sektkellereien Freyburg, Larfarge Zement Karsdorf, der Agrargenossenschaft Gleina und der Winzergenossenschaft Freyburg. Im Fach Luft- und Raumfahrt mit dem Kurs Segelflugsport kann der Flugschein erworben werden.

Es bestehen Schulpartnerschaften mit der Scholengemeenschap „Willem de Zwijger“ Schoonhoven (Niederlande), mit der Mastrop-Masztosh Schule in Jerewan (Armenien), mit dem polytechnischen Gymnasium in Nishnij Tagil (Russland), mit der Eshel Hanassi Schule Lehavim (Israel) und seit 2012 mit dem Gymnasium Nr. 9 aus dem polnischen Stettin.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Georg Möbius, Theologe und Historiker (1616–1697)
  • Gottfried Möbius, Doktor und Professor der Medizin (1611–1684)
  • Gottfried Rühlmann, Historiker und Stadtchronist von Laucha († nach 1719)
  • Gottfried August Benedikt Wolff, (1786–1847), Theologe, Philosoph [4]
  • Carl Johannes Thomae (1840–1921), Mathematiker
  • Carl Stephan, (1837–1927), Lauchaer Chronist und Ehrenbürger
  • Berthold Sigmund Schenkling (1865–1946), Entomologe [5]
  • Max Weber (1922–2007), Leichtathlet
  • Gunter Heise (* 1951), Verfahrenstechniker
  • Julius Johann August Armin Grober (1875–1971), Mediziner, Professor für Physikalische Therapie an der Universitätsklinik in Jena

Literatur[Bearbeiten]

  • Gottfried Rühlmann: Historischer Brief vom Ursprung, Wachstum und Verheerung der hochfürstlichen Weißenfelsischen Stadt Laucha in Thüringen an der Unstrut, E. E. W. W. Rath daselbst geschrieben und übersendet durch Gottfried Rühlmannen / von Laucha, gedruckt durch Christian Gozen, Leipzig 1703, (4 Bogen), Nachdruck In: Neues Museum für die sächsische Geschichte Litteratur und Staatskunde, Leipzig 1804, 3. Bd. 2. Heft, S. 41–54 digitalisat
  • Heinrich Gottlieb Francke: Diplomatarium Lauchense und Dis sint freyheite, Statuta unde Gerechtigkeit Gesettze (der Stadt Laucha), In: Neue Beyträge zur Geschichte der Staats-, Lehn- und Privatrechte der Lande des Chur- und Fürstlichen Hauses Sachsen, 1. Teil, Altenburg 1767, S. 5–113. digitalisat
  • Carl Gründler: Chronik der Stadt Laucha a. Unstrut und des Postamtes nebst statistischen Angaben, mit Nachdruck der Diplomatarium Lauchense, Druck und Verlag J. Herm. Heise, 1888, Laucha
  • Artur Vollmann: Die Finanzen der Stadt Laucha a. U. von 1561 bis 1920. Phil. Dissertation, Jena 1921.
  • Carl Friedrich Stephan: Aus Lauchas Vergangenheit, In: Heimatkalender für den Kreis Querfurt 1, 1922.
  • Fr. Welsch: Aus Lauchas Vergangenheit Selbstverlag der Stadt Laucha, Druck J. Herm. Heise Laucha/Unstrut, Herausgegeben zum Heimatfest 1927.
  • Scharf: Der große Brand von Laucha im Jahre 1731 (geschrieben 1831), In: Heimatkalender für den Kreis Querfurt 10, 1931, S. 70–74

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Laucha an der Unstrut – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2013 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  3. Statistisches Landesamt
  4. Friedrich Koldewey: Wolff, Benedikt. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 44, Duncker & Humblot, Leipzig 1898, S. 9.
  5. http://lis4.zalf.de/home_zalf/institute/dei/dei/geschichte/Schenkling.htm