Gmünd in Kärnten

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Gmünd in Kärnten
Wappen von Gmünd in Kärnten
Gmünd in Kärnten (Österreich)
Gmünd in Kärnten
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Spittal an der Drau
Kfz-Kennzeichen: SP
Fläche: 31,58 km²
Koordinaten: 46° 54′ N, 13° 32′ O46.90666666666713.535749Koordinaten: 46° 54′ 24″ N, 13° 32′ 6″ O
Höhe: 749 m ü. A.
Einwohner: 2.576 (1. Jän. 2013)
Bevölkerungsdichte: 82 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9853
Vorwahl: 0 47 32
Gemeindekennziffer: 2 06 08
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 20
9853 Gmünd
Website: www.stadt-gmuend.at
Politik
Bürgermeister: Josef Jury (FPK)
Gemeinderat: (2009)
(19 Mitglieder)
10 FPK, 5 SPÖ, 4 ÖVP
Lage der Stadt Gmünd in Kärnten im Bezirk Spittal an der Drau
Bad Kleinkirchheim Baldramsdorf Berg im Drautal Dellach im Drautal Flattach Gmünd in Kärnten Greifenburg Großkirchheim Heiligenblut am Großglockner Irschen Kleblach-Lind Krems in Kärnten Lendorf Lurnfeld Mallnitz Malta Millstatt am See Mörtschach Mühldorf Oberdrauburg Obervellach Radenthein Rangersdorf Reißeck Rennweg am Katschberg Sachsenburg Seeboden am Millstätter See Spittal an der Drau Stall Steinfeld (Kärnten) Trebesing Weißensee Winklern KärntenLage der Gemeinde Gmünd in Kärnten im Bezirk Spittal an der Drau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Ansicht von Osten

Gmünd in Kärnten ist eine Stadtgemeinde mit 2576 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2013) im Liesertal in Kärnten, benannt nach der Mündung der Malta in die Lieser.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Gmünd liegt am Zusammenfluss von Malta und Lieser an einer wichtigen Nord-Süd-Verbindung der Alpen, die heute von der Tauern Autobahn (A 10) bedient wird. Das Gebiet der heutigen Stadtgemeinde erstreckt sich entlang der Ausläufer der Nationalparks Hohe Tauern im Westen und Nockberge im Osten.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in die drei Katastralgemeinden Gmünd, Kreuschlach und Landfraß, das Gemeindegebiet umfasst folgende 15 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Burgwiese (63)
  • Gmünd (1.379)
  • Grünleiten (90)
  • Karnerau (60)
  • Landfraß (200)
  • Moos (24)
  • Moostratte (91)
  • Oberbuch (24)
  • Oberkreuschlach (68)
  • Perau (111)
  • Platz (26)
  • Stubeck Sonnalm (0)
  • Treffenboden (246)
  • Unterbuch (127)
  • Unterkreuschlach (71)

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Rennweg am Katschberg
Malta Nachbargemeinden Krems
Trebesing Seeboden

Geschichte[Bearbeiten]

Von der durch das Drautal führenden Römerstraße Via Iulia Augusta wird bei Seeboden die Straße nach Salzburg (Iuvavum) abgezweigt und über das heutige Gmünd nach Moosham (Immurium) verlaufen sein. Im Bereich von Gmünd kann eine Straßenstation angenommen werden, von der ein durch das Maltatal führender Säumerweg ins Großarltal nach Salzburg verlief. Der Name der Straßenstation ist unbekannt. Im Itinerarium Antonini (römisches Straßenverzeichnis) fehlen die Angaben für das Drau- und Liesertal – sie sind vermutlich verloren gegangen. Neue Erkenntnisse über die Via Iulia Augusta sehen in Greifenburg/Radlach die Straßenstation Bilachium und mit XXVIII m.p. (röm. Meilen) = 41,5 km bis Gmünd bzw. XXIII m.p. = 34 km von Gmünd nach Moosham (über die Laussnitzhöhe), hier passend, eine Straßenstation.

Gmünd entstand etwa im 11. oder 12. Jahrhundert als Salzburger Vorposten zum Schutz des Katschbergsattels gegen das Kärntner Herzogtum. Wahrscheinlich durch Erzbischof Eberhard II. (reg. 1200-1246) gegründet, wurde Gmünd im Jahr 1252 erstmals urkundlich genannt, und bereits 1273 wurde der Ort als erzbischöflicher Markt und Stadt („forum et civitas“) erwähnt. 1346 erhielt Gmünd das Stadtrecht und ist damit nach Friesach zweitälteste Stadt von Kärnten.

1773 wurde vom Landgericht Gmünd die geständige Giftmörderin Eva Faschaunerin als letztes Opfer eines österreichischen Folterprozesses hingerichtet.

Aufgrund der Entstehung des Ortes ist die kleine mittelalterliche Altstadt für Kärnten ungewöhnlich. Als Relikt dieser Phase wird im schon lange zu Kärnten gehörigen Liesertal noch heute eine Salzburger Mundart gesprochen. Dies trifft vor allem auf das oberste Liesertal, das Katschtal, zu.

Erwähnenswert ist, dass Ferdinand Porsche die Produktionsstätte seiner Firma Porsche kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs in das wenig gefährdete Gmünd verlegte. Im Porsche-Werk Gmünd wurden bis 1950 die ersten Modelle des Porsche 356 sowie dessen Konstruktionsgrundlage, der 356 Nr. 1 Roadster gebaut. Daran anknüpfend wurde 1982 das Porsche Automuseum eingerichtet.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Laut Volkszählung 2001 hat Gmünd 2.605 Einwohner, davon besitzen 97,9 % die österreichische Staatsbürgerschaft. 63,3 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen und 29,7 % zur evangelischen Kirche, 4,5 % sind ohne religiöses Bekenntnis.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Stadtrat und Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Stadtrat (Stadtregierung) besteht aus fünf Mitgliedern und setzt sich seit 2009 wie folgt zusammen:

  • Bürgermeister Josef Jury, FPK
  • 1. Vizebürgermeister Claus Faller, FPK
  • 2. Vizebürgermeisterin Heidemarie Penker - SPÖ
  • Stadtrat Dietrich Landsiedler, FPK
  • Stadtrat Manfred Sandrisser, ÖVP

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Gmünd hat 19 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:

Wappen[Bearbeiten]

Gmünd in Kärnten CoA.svg

Bereits aus den letzten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts (um 1295?) ist die Verwendung eines Gmünder Siegels nachgewiesen, das dem von Friesach sehr ähnlich sah. Dieses Siegel ist an einer Urkunde vom 15. Juni 1334 überliefert. 1565 wurde in einem neuen Siegel die Stadtmauer völlig umgezeichnet und auf einen Dreiberg gestellt abgebildet; diese Darstellung wurde von der Stadt bis zur Neuverleihung im Jahr 1968 übernommen. Das heutige Wappen hat jedoch wieder die Form der ältesten bekannten Siegeldarstellung.

Die Stadtgemeinde erhielt am 21. Mai 1968 die Berechtigung zur Führung eines Wappens und einer Flagge mit folgender Beschreibung:

„In Silber über einer roten, bezinnten Stadtmauer zwei rote mit Zinnen versehene Türme und dazwischen ein roter Giebel. Die Fahne zeigt die Farben Weiß-Rot mit eingearbeitetem Wappen.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1971 pflegt Gmünd eine freundschaftliche Beziehung zu Osnabrück in Niedersachsen, Deutschland. Aufgrund dessen wurde eine Schutzhütte nahe Gmünd Osnabrücker Hütte benannt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Gmünd in Kärnten

Museen[Bearbeiten]

Kulturleben[Bearbeiten]

Gmünd hat sich als Kultur- und Künstlerstadt etabliert und bemüht sich um ein dementsprechend vielfältiges kulturelles Angebot. Darunter:

  • der alljährlich stattfindende Kunsthandwerksmarkt,
  • ein reichhaltiges Angebot an Konzerten unterschiedlichster musikalischer Genres,
  • die Organisation zahlreicher Ausstellungen historischer, moderner und zeitgenössischer bildender und angewandter Kunst,
  • die Beherbergung international anerkannter Künstler in Gastateliers,
  • das Bemühen um die Pflege und den Erhalt traditioneller kultureller Werte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Matthias Maierbrugger: Ferien im Lieser- und Maltatal. Ein Führer und Ratgeber durch Landschaft und Geschichte. Klagenfurt. 1982 [277 Seiten / Überblickswerk ohne Fußnoten / nicht ganz aktuell, aber gute Einführung in die Regionalgeschichte des Lieser-, Katsch- und Maltatals mit den Orten Gmünd, Krems in Kärnten und Trebesing].
  • Horst Wilscher: Die Chronik der Wenzelhube. Eisentratten, 2006. [95 Seiten, sehr fundiertes regionalgeschichtliches Auftragswerk für Wolfgang Glahn, Schwerpunkt Krems, Burgstallberg, mit Abdrucken und Transkriptionen von Quellen aus dem Bereich der Herrschaft Gmünd, Eigenverlag des Autors]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gmünd in Kärnten – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien