Handyspiel

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Ein Handyspiel

Handyspiele sind Computerspiele für Mobiltelefone ähnlich den Spielen für PCs oder Spielekonsolen.

Hatten die frühen Handyspiele, wie zum Beispiel Snake oder Memory, noch keine farbige Grafik und waren Übertragungen aus der Frühzeit des Computers, werden sie mit dem Aufkommen von javafähigen Mobiltelefonen, Farbdisplays, besserer Rechenleistung und einem erweiterten Tastensatz (Pfeiltasten, Joysticks) zunehmend aufwändiger gestaltet.

Hintergrund[Bearbeiten]

Handyspiele sind entweder fest im Betriebssystem des Handys eingerichtet, oder sie lassen sich nachträglich installieren. Letztere Methode setzt eine geeignete Schnittstelle beim Handy voraus. Vor allem im Billigbereich ist dabei Java in der auf Handys abgestimmten Variante J2ME verbreitet, so etwa bei der Nokia Series 40. Mittlerweile unterstützen die geläufigsten Betriebssysteme mehrere Programmiersprachen, wichtiger bei der Programmierung sind die unterschiedlichen integrierten Entwicklungsumgebung geworden.

Für die Übertragung der Spiele auf das Handy gibt es mehrere Möglichkeiten: Short Message Service (SMS), eine Online-Verbindung ins Internet (OTA, „over-the-air“) sowie das Übertragen vom Computer (über Kabel-, Infrarot- oder Bluetoothverbindung). Einmal installiert, können diese Spiele unbegrenzt genutzt werden. Damit ein käuflich erworbenes Spiel nur auf jeweils einem Handy benutzt werden kann, wird es an dessen Seriennummer (IMEI) gekoppelt.

Verfügbarkeit[Bearbeiten]

Inzwischen sind zahlreiche bekannte Computerspiele auch als Handyversion verfügbar; es gibt auch für einige Spiele Online-Highscore-Tabellen, über die sich Handyspieler untereinander messen können. Darüber hinaus scheint sich der momentane Boom von Multiplayer Spielen (MMORPG) auch bei Handys durchzusetzen. Der deutsche Spielentwickler CipSoft hat nach eigenen Angaben mit TibiaME das erste MMORPG für Handys auf den Markt gebracht.

Zusätzlich gibt es einen Trend zu beobachten, dass Mobiltelefone mit ihrer Internetverbindung als Plattform für Outdoor-Multiplayer-Games verwendet werden. Zum Beispiel kombiniert das Java-Spiel Tourality die Multiplayer-Funktionalität mit satellitengestützer Navigation (GPS) zu einem Location-based Game.

Im Internet gibt es mittlerweile viele Websites, die Handyspiele vertreiben. Einige davon nutzen die Partnerprogramme der großen Provider. Hier ist beim Bestellen eines Spiels Vorsicht geboten. Oft wird ein Abonnement bestellt, ohne dass explizit darauf hingewiesen wird. Gute Seiten bieten nicht nur einen Screenshot, sondern auch weiteren Content wie Bilder, Videos, Bewertungen, Spielberichte und die Beschreibung der Steuerung rund um die Spiele an. Es existieren auch einige Seiten, die Spiele von freiwilligen Programmierern kostenlos anbieten. Wer sich vor dem Download von der Qualität eines Spiels überzeugen möchte, kann dieses auf einigen Websites online ausprobieren. Das Spiel wird in einem Emulator dargestellt und man kann sowohl Funktionalität als auch Grafik und Ton testen.

Bei Smartphones können Spiele als sogenannte App heruntergeladen werden, in der Regel über einen vom Betriebssystem-Anbieter bereitgestellten App Store.

Entwicklung[Bearbeiten]

Die Computerspiel-Entwicklungsbranche richtet ihre Aufmerksamkeit seit dem Anfang des Jahrtausends ebenfalls verstärkt auf Mobiltelefone. Verschiedene Publisher wie etwa THQ schufen eigene Abteilungen für Spiele auf Mobiltelefonen und anderen Handhelds. Auch mehrere neu gegründete Entwicklungsstudios konzentrieren sich auf dieses schnell wachsende Marktsegment.

Da Handyspiele derzeit im Gegensatz zu PC- und Konsolenspielen sowohl in Grafik, als auch Komplexität und Umfang deutlich weniger aufwändig gestaltet sind, bestehen diese Entwicklerteams aus erheblich weniger Personen. Auch die Entwicklungszeit beträgt nur wenige Monate, während PC-Spiele meist von einem großen Entwicklerteam in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren entwickelt werden.

Klassiker von Arcade-Spielen, wie z. B. Pac-Man oder Frogger werden dagegen meist 1:1 umgesetzt. Interessant ist allerdings auch die Beobachtung, dass immer öfter Spiele, die einst die Spitze eines Systems bildeten eine Wiederkehr auf Handys erleben, so etwa der Klassiker Cannon Fodder oder Turrican. Diese wurden einst ebenfalls von großen Teams entwickelt, werden heute jedoch innerhalb weniger Wochen umgesetzt, wenn auch mit einigen Einschränkungen.

Ein weiterer Trend ist, dass Handyspiele auch zu aktuellen PC- oder Konsolentiteln erscheinen, um auf diese aufmerksam zu machen. Dazu gehören zum Beispiel die entsprechenden Handyspiele zu Burnout, Stalker: Shadow of Chernobyl oder Call of Juarez. Diese haben mit den Originalen aber meist wenig gemeinsam. Seit den 2010ern gibt es vermehrt Second Screen-Ansätze – so veröffentlichte Ubisoft zu Assassin's Creed IV eine "Companion App", über die auf den Spielstand des Hauptspiels zugegriffen werden kann und Zusatzinhalte gespielt werden können.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.gamersglobal.de/news/78654/ac4-black-flag-companion-app-fuer-ios-android-ist-da