Hans Christoph Buch

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2010 in Frankfurt am Main

Hans Christoph Buch (* 13. April 1944 in Wetzlar) ist ein deutscher Schriftsteller und Journalist.

Leben[Bearbeiten]

Hans Christoph Buch ist der Sohn eines Diplomaten. Er wuchs auf in Wetzlar, Wiesbaden, Bonn und Marseille. 1963 machte er in Bonn sein Abitur. Anschließend begann er an der Universität Bonn ein Studium der Germanistik und Slawistik, das er ab 1964 in Berlin fortsetzte. 1967/68 nahm er als Stipendiat am Writers' Workshop der University of Iowa teil. 1972 promovierte er an der Technischen Universität Berlin bei Walter Höllerer zum Doktor der Philosophie.

Bereits 1963 hatte Buch bei einem Treffen der Gruppe 47 aus eigenen Werken gelesen. Seine frühen Prosaarbeiten zeigen einen Hang zur Groteske. In den Sechzigerjahren stand Buch mit seinen literaturwissenschaftlichen und kritischen Werken unter dem Einfluss der Studentenbewegung und eines undogmatischen Marxismus. In den Siebzigerjahren war er Lektor im Rowohlt Verlag, für den er die Zeitschrift Literaturmagazin herausgab. Später lehrte er als Dozent an verschiedenen Universitäten in Deutschland und den USA. Ausgedehnte Reisen führten ihn nach Kanada, Mexiko, Brasilien und in die Volksrepublik China. Eine besondere Beziehung entwickelte er seit den Achtzigerjahren für den karibischen Raum (Buchs Großvater hatte als Apotheker in Haiti gelebt, seine Großmutter war Haitianerin, eine Kreolin), der häufig Schauplatz von Buchs Werken ist. In den 1990er Jahren ist er vor allem mit Reportagen aus afrikanischen Krisenregionen hervorgetreten. Seit 1988 werden Texte von Buch in der Kulturzeitschrift Lettre International publiziert.

Hans Christoph Buch war von 1972 bis 1986 Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftsteller und von 1972 bis 1998 des P.E.N.-Zentrums Deutschland.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Signierung Buchs
  • Unerhörte Begebenheiten, Frankfurt am Main 1966
  • Bla-bla-bla!, Berlin 1967 (zusammen mit Arno Waldschmidt)
  • Das große Abenteuer, München [u.a.] 1970
  • Kritische Wälder, Reinbek bei Hamburg 1972
  • Ut pictura poesis, München 1972 (Dissertation)
  • Aus der Neuen Welt, Berlin 1975
  • Die Scheidung von San Domingo, Berlin 1976
  • Das Hervortreten des Ichs aus den Wörtern, München [u.a.] 1978
  • Bericht aus dem Innern der Unruhe, Frankfurt am Main 1979
  • Zumwalds Beschwerden, München [u.a.] 1980
  • Jammerschoner, Frankfurt am Main 1982
  • Die Hochzeit von Port-au-Prince, Frankfurt am Main 1984
  • Karibische Kaltluft, Frankfurt am Main 1985
  • Auf den Antillen, Frankfurt/Main 1986 (zusammen mit Maren Heyne)
  • Der Herbst des großen Kommunikators, Frankfurt am Main 1986
  • Waldspaziergang, Frankfurt am Main 1987
  • Neue Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen, Pfaffenweiler 1988
  • Haïti Chérie, Frankfurt am Main 1990
  • Die Nähe und die Ferne, Frankfurt am Main 1991
  • Rede des toten Kolumbus am Tag des Jüngsten Gerichts, Frankfurt am Main 1992
  • Tropische Früchte, Frankfurt am Main 1993
  • An alle!, Frankfurt am Main 1994
  • Der Burgwart der Wartburg, Frankfurt am Main 1994
  • Black and blue, Frankfurt am Main 1995
  • Die neue Weltunordnung, Frankfurt am Main 1996
  • James Bond oder Der Kleinbürger in Waffen
  • Traum am frühen Morgen, Berlin 1996
  • Übung mit Meistern, Berlin 1996
  • In Kafkas Schloß, Berlin 1998
  • Blut im Schuh, Frankfurt am Main 2001
  • Kain und Abel in Afrika, Berlin 2001
  • Monrovia, mon amour, Berlin 2002
  • Wie Karl May Adolf Hitler traf und andere wahre Geschichten, Frankfurt am Main 2003
  • Standort Bananenrepublik, zu Klampen Verlag, Springe 2004, ISBN 978-3-934920-42-2.
  • Tanzende Schatten oder Der Zombie bin ich, Frankfurt am Main 2004
  • Black Box Afrika. zu Klampen Verlag, Springe 2006, ISBN 3-934920-94-2.
  • Tod in Habana. Frankfurt am Main: Frankfurter Verl.-Anst., 2007. ISBN 978-3-627-00144-5
  • Sansibar Blues, Frankfurt 2008
  • Das rollende R der Revolution. Lateinamerikanische Litanei, zu Klampen Verlag, Springe 2008, ISBN 9783866740259
  • Reise um die Welt in acht Nächten . Ein Abenteuerroman, Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2009 ISBN 978-3-627-00164-3
  • Apokalypse Afrika oder Schiffbruch mit Zuschauern, Eichborn, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-821-86236-1[1]
  • Baron Samstag oder das Leben nach dem Tod. Roman, Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2013 ISBN 978-3-627-00189-6

Herausgeberschaft[Bearbeiten]

  • Parteilichkeit der Literatur oder Parteiliteratur?, Reinbek bei Hamburg 1972
  • Für eine neue Literatur – gegen den spätbürgerlichen Literaturbetrieb, Reinbek bei Hamburg 1973
  • Von Goethe lernen?, Reinbek bei Hamburg 1974
  • Die Literatur nach dem Tod der Literatur, Reinbek bei Hamburg 1975
  • Thema Natur oder Warum ein Gespräch über Bäume heute kein Verbrechen mehr ist, Berlin 1977
  • Thema Deutschland, Berlin 1978
  • Tatanka Yotanka oder Was geschah wirklich in Wounded Knee?, Berlin 1979
  • Johann Wolfgang Goethe: Die Leiden des jungen Werthers, Berlin 1982
  • Ein Traum von Europa, Reinbek bei Hamburg 1988
  • Magnus Hirschfeld: Weltreise eines Sexualforschers im Jahre 1931/32, vorgestellt und mit einem Vorwort versehen von Hans Christoph Buch, Frankfurt 2006

Übersetzungen[Bearbeiten]

  • Lu Hsün: Der Einsturz der Lei-feng-Pagode, Reinbek bei Hamburg 1973

Literatur[Bearbeiten]

  • Carl Paschek (Hrsg.): Hans Christoph Buch, Frankfurt am Main 1990.
  • Stefanie Rübbert: Ist die Fremde noch zu retten? Bedeutet ihre Monotonisierung ein Banalisieren der Heimkehr?, in: Helge Baumann, Maria Rossdal, Michael Weise, Stephanie Zehnle (Hrsg.): Habt euch müde schon geflogen? Reise und Heimkehr als kulturanthropologische Phänomene. Marburg 2010, S.175-187. ISBN 978-3828821842.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutschlandradio Kultur vom 20. April 2011: Rezension Apokalypse Afrika