Walter Jens

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Jens bei einer Rede vor der Akademie der Künste (2005)

Walter Jens (* 8. März 1923 in Hamburg; † 9. Juni 2013 in Tübingen) war ein deutscher Altphilologe, Literaturhistoriker, Schriftsteller, Kritiker und Übersetzer. Er war Ordinarius für Rhetorik an der Eberhard Karls Universität Tübingen, Präsident des PEN-Zentrums Deutschland und Präsident der Akademie der Künste zu Berlin.

Leben[Bearbeiten]

Kindheit und Studium[Bearbeiten]

Gelehrtenschule des Johanneums in Hamburg

Walter Jens war der Sohn eines Bankdirektors und einer Lehrerin. Ab 1929 besuchte er die koedukative Grundschule Breitenfelder Straße 35 in Hamburg-Eppendorf, die Hälfte seiner Mitschüler war jüdischen Glaubens.[1] Von 1933 bis zum Abitur 1941 war er Schüler der Hamburger Gelehrtenschule des Johanneums. Von 1941 bis 1945 studierte Jens Germanistik und Klassische Philologie – zunächst in seiner Heimatstadt Hamburg, ab April 1943 in Freiburg im Breisgau. Zu seinen akademischen Lehrern zählten Bruno Snell und Martin Heidegger. Wegen seines schweren Asthmaleidens blieb er von einem Kriegseinsatz verschont. In der Zeit des Nationalsozialismus war Jens Mitglied in der Hitlerjugend und im NS-Studentenbund. Seit dem 1. September 1942 wurde er als Mitglied der NSDAP geführt.[2][3] Darüber hinaus war er seit seiner Jugend vom Fußball begeistert. Er besuchte Spiele des Eimsbütteler TV, eines Hamburger Stadtteilklubs. Später war er Torwart in einer Freiburger Studentenmannschaft.[4]

„Was sollte denn schon aus einem Asthmatiker werden, der ein volles Viertel seiner Schulzeit in Sanatorien zubringen mußte (und es mit Freuden tat: Kindersanatorium Schwester-Frieda-Klimsch-Stiftung, Königsfeld im badischen Schwarzwald – ein Refugium, wo ich geborgen war)? Wie hätte einer bestehen können, der verloren war für die heroische Zeit, weil er Bronchovydrin und Alludrin in hohen Dosen brauchte, um überhaupt existieren zu können – und der zugleich doch seiner Krankheit dankbar war, weil sie ihn vorm Marschieren bewahrte und er zeitlebens nie eine Waffe in die Hand nehmen mußte?“

Walter Jens[5]

Assistent und Gruppe 47[Bearbeiten]

Walter Jens (Mitte) mit Ehefrau Inge und Josef Tal (Juni 2004)

1944 wurde Jens an der Universität Freiburg bei Karl Büchner mit einer Arbeit über die sophokleische Tragödie promoviert.[6] Das Rigorosum fand im Luftschutzkeller statt.[7] Von 1945 bis 1949 arbeitete er als Wissenschaftlicher Assistent in Hamburg und Tübingen. Sein erster literarischer Text Das weiße Taschentuch erschien 1947 unter dem Pseudonym Walter Freiburger. Jens habilitierte sich 1949 im Alter von 26 Jahren mit der nicht gedruckten Schrift Tacitus und die Freiheit an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Ab 1950 gehörte er zur „Gruppe 47“, in diesem Jahr gelang ihm der Durchbruch mit dem Roman Nein. Die Welt der Angeklagten. Der Verleger Ernst Rowohlt hatte ihn bereits 1948 verpflichtet, einen Roman zu schreiben.

„Die Bedingungen waren erfreulich. 300 Reichsmark im Monat, außerdem, das war das Wichtigste, 1000 Blatt holzhaltig-graues Papier. Ich ging an die Arbeit, machte Notizen, skizzierte das Schema der Komposition und schrieb das Buch, im Mai 1949, in ganzen drei Wochen: 16 Seiten pro Nacht, mit Bleistift auf Rowohlts Holzblattpapier; mehr Zeit stand dem Habilitanden Jens nicht zur Verfügung.“

Walter Jens[8]

Jens protestierte mit diesem Roman gegen ein utopisches Modell totalitärer Macht. Hauptfigur ist Walter Sturm, ein ehemaliger Dozent und Literat, der das Werk Franz Kafkas mehr als alles andere liebt. Diesem erklärt der oberste Richter und Machthaber des Staates, dass es „auf der ganzen Welt nur Angeklagte und Zeugen und Richter gibt.“[9] Der Roman entstand unter dem Eindruck des Nationalsozialismus und Stalinismus. Die Kritik zeigte sich begeistert, das Buch wurde in Frankreich von Émile Favre dramatisiert und erhielt in dieser Fassung den Preis der Amis de la liberté.[10] 1951 heiratete Walter Jens die Literaturwissenschaftlerin Inge Puttfarcken. Das Ehepaar bekam zwei Söhne, den Journalisten Tilman Jens (* 1954) und den Fernsehredakteur Christoph Jens (* 1965).[11]

Professor in Tübingen[Bearbeiten]

Als Altphilologe suchte Jens die Bedeutung der antiken Göttermythen und der neutestamentlichen Gottesgeschichte für aktuelle Fragen nach Wahrheit und Frieden durch Übersetzungen griechischer Literatur und der Bibel zu erweisen.[12] 1956 wurde Walter Jens als außerplanmäßiger Professor für Klassische Philologie an die Universität Tübingen berufen. In seiner Erzählung Das Testament des Odysseus deutete er die antike Gestalt um. Odysseus wird zu einem Antihelden, der seinem Enkel Prasidas einen Lebensbericht überliefert. Er ist nicht der tapfere Abenteurer, sondern ein Pazifist, der das Gemetzel verabscheut und den Trojanischen Krieg mit allen Mitteln verhindern will. Doch er scheitert.

„Es war ein Bild des Schreckens, Prasidas. Die Stadt brannte noch immer. Plündernde Trupps durchkämmten die Häuser – drei Tage lang durften sie tun, was sie wollten; auf der Straße lagen Kinder mit offenem Mund, die Bälle, Klötze und Puppen noch im Arm; aus halb zertrümmerten Häusern drangen die Schreie der Verwundeten […]“

Walter Jens[13]

Mit der Rede „Plädoyer für das Positive in der modernen Literatur“ eröffnete Jens 1961 die Frankfurter Buchmesse. 1962 wurde er ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. In dem fiktiven Briefwechsel Herr Meister. Dialog über einen Roman untersuchte Jens die Möglichkeit dichterischer Produktion: Die Protagonisten, ein Literaturwissenschaftler und ein Dichter, erörtern ein scheiterndes Romanprojekt.[14] Von 1963 bis 1988 hatte Jens den bundesweit ersten Lehrstuhl für Allgemeine Rhetorik an der Eberhard Karls Universität Tübingen inne, der eigens für ihn eingerichtet worden war.[15] Er war zugleich Direktor des Seminars für Allgemeine Rhetorik. Nachfolger wurde sein Schüler Gert Ueding.

Öffentliches Wirken[Bearbeiten]

Unter dem Pseudonym Momos verfasste Jens seit 1963 fast wöchentlich Fernsehkritiken für die Wochenzeitung Die Zeit. Seit 1965 war er Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg. In der Gruppe 47 avancierte er zum gefürchteten Kritiker bei den Vorlesungen. Martin Walser beschrieb 1966 in seinem Brief an einen ganz jungen Autor satirisch seinen Umgang mit den Texten:

„[…] vor allem aber wird er Dein Vorgelesenes immer wieder in die Luft werfen und wird das Vorgelesene in der Luft verfolgen lassen von einem Geschwader heftig dröhnender Substantive, die im Verbandsflug geschult sind […] Erstaunt also und ergriffen wirst Du zusehen, das weiß ich jetzt schon, wenn er in stürmischer Genauigkeit mit Dir umgeht; an Kinski oder Demosthenes wirst Du denken […]“

Martin Walser[16]

1971 wurde Jens in den Gründungssenat der Universität Bremen berufen. Er verstand sich als „Literat und Protestant“.[17] Präsident des P.E.N.-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland war er von 1976 bis 1982 und nochmals nach dem Tod Martin Gregor-Dellins von 1988 bis 1989. Von 1989 bis 1997 war er Präsident der Akademie der Künste zu Berlin, ihm gelang die problematische Vereinigung mit der Ostakademie.[18] Er ist deren Ehrenpräsident. Von 1990 bis 1995 war er außerdem Vorsitzender der Martin-Niemöller-Stiftung.

Christ und Pazifist[Bearbeiten]

In seinem letzten Roman Der Fall Judas behandelte Jens 1975 einen fiktiven Seligsprechungsprozess für Judas Ischariot in der Form einer forensischen Fallstudie: „Ohne Judas kein Kreuz, ohne das Kreuz keine Erfüllung des Heilsplans. Keine Kirche ohne diesen Mann; keine Überlieferung ohne den Überlieferer.“[19] Er übersetzte Teile des Neuen Testaments: die vier Evangelien, den Brief des Paulus an die Römer und die Offenbarung des Johannes.[20] Mit Hans Küng verband ihn eine langjährige Freundschaft, ebenso mit Ralph Giordano, den er bereits aus seiner Schulzeit in Hamburg kannte.

Jens engagierte sich ab Anfang der 1980er Jahre im Widerstand der Friedensbewegung gegen den NATO-Doppelbeschluss und die Stationierung von Pershing-Raketen. Mit Heinrich Böll und anderen bekannten Schriftstellern sowie Theologen beteiligte er sich Anfang September 1983 an der „Prominentenblockade“ vor dem Pershing-Depot in Mutlangen.[21] Während des Zweiten Golfkrieges versteckten seine Frau und er desertierte US-Soldaten in ihrem Haus.[22] Jens war Mitglied im Beirat der Humanistischen Union. Zwischen Januar 1989 und April 2011 war er Mitherausgeber der politisch-wissenschaftlichen Monatszeitschrift Blätter für deutsche und internationale Politik.[23]

Krankheit und Tod[Bearbeiten]

Seit 2004 war Walter Jens an Demenz erkrankt.[24][25] Sein Sohn Tilman machte die Erkrankung im Feuilleton der FAZ publik[26] und löste damit eine Debatte in den deutschsprachigen Medien aus.[27][28][29] In der Folge veröffentlichte Tilman Jens zum Thema die Bücher Demenz: Abschied von meinem Vater und Vatermord: Wider einen Generalverdacht.[30]

Walter Jens starb 90-jährig am 9. Juni 2013 in Tübingen.[31][32] Er wurde auf dem Tübinger Stadtfriedhof nicht weit von den Gräbern Friedrich Hölderlins und Ludwig Uhlands beigesetzt.[33]

„Wäre es denn wirklich ein Gewinn …, ein Gewinn für den Menschen, wenn er unsterblich wäre, statt – wie bald! – zu vergehen und plötzlich dahinzumüssen? Wäre es ein Gewinn für ihn: nicht in der Zeit zu sein, sondern unvergänglich wie – vielleicht – ein Stein oder ein ferner Stern? Liegt nicht gerade in der Vergänglichkeit, und vor allem, im Wissen darum, seine ihn auszeichnende unvergleichliche Kraft?“

Walter Jens[34]

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Von 1961 bis 1993 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin (West), Sektion Literatur. Von 1986 bis 1990 Korrespondierendes Mitglied der Akademie der Künste, Berlin (Ost), Sektion Literatur und Sprachpflege. Von 1990 bis 1993 Ordentliches Mitglied der Akademie der Künste, Berlin (Ost), Sektion Literatur und Sprachpflege. Seit 1993 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, Sektion Literatur. Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland, bei dem er Ehrenpräsident war. Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt, der Freien Akademie der Künste, Hamburg, und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, Frankfurt am Main. Ehrendoktorwürden der Universität Stockholm, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Universität Hamburg.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Signatur von Walter Jens

Belletristik[Bearbeiten]

Sachbuch[Bearbeiten]

  •  Hofmannsthal und die Griechen. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 1955, DNB 452195608.
  •  Statt einer Literaturgeschichte. Dichtung im zwanzigsten Jahrhundert. Neske, Pfullingen 1957, DNB 452195756 (neueste Ausgabe von Artemis & Winkler, Düsseldorf/Zürich 2004, ISBN 3-491-69121-4).
  •  Die Götter sind sterblich. Neske, Pfullingen 1959, DNB 452195586 (neueste Ausgabe von dtv, München 1983, ISBN 3-423-10076-1).
  •  Deutsche Literatur der Gegenwart. Themen, Stile, Tendenzen. Piper Verlag, München 1961, DNB 452195632.
  •  Zueignungen. 11 literarische Porträts. Piper Verlag, München 1962, DNB 452195810.
  •  Fernsehen, Themen und Tabus. Momos 1963–1973. Piper Verlag, München 1973, ISBN 3-492-00351-6.
  •  Republikanische Reden. Kindler Verlag, München 1976, ISBN 3-463-00677-4.
  •  Eine deutsche Universität. 500 Jahre Tübinger Gelehrtenrepublik. Mit Inge Jens. Kindler Verlag, München 1977, ISBN 3-463-00709-6 (neueste Ausgabe von Rowohlt, Reinbek 2004, ISBN 3-499-61690-4).
  •  Ort der Handlung ist Deutschland. Reden in erinnerungsfeindlicher Zeit. Kindler, München 1981, ISBN 3-463-00813-0.
  •  Momos am Bildschirm. 1973–1983. Piper Verlag, München/Zürich 1984, ISBN 3-492-00604-3.
  •  Kanzel und Katheder. Reden. Kindler Verlag, München 1984, ISBN 3-463-00886-6.
  •  Dichtung und Religion. Pascal, Gryphius, Lessing, Hölderlin, Novalis, Kierkegaard, Dostojewski, Kafka. Mit Hans Küng. Kindler Verlag, München 1985, ISBN 3-463-40028-6.
  •  Deutsche Lebensläufe in Autobiographien und Briefen. Mit Hans Thiersch. Juventa-Verlag, Weinheim/München 1987, ISBN 3-7799-0803-4.
  •  Nationalliteratur und Weltliteratur, von Goethe aus gesehen. Essay. Kindler Verlag, München 1988, ISBN 3-463-40117-7.
  •  Feldzüge eines Republikaners. Ein Lesebuch. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1988, ISBN 3-423-10847-9.
  •  Reden. Kiepenheuer, Leipzig/Weimar 1989, ISBN 3-378-00318-9.
  •  Juden und Christen in Deutschland. 3 Reden. Radius-Verlag, Stuttgart 1989, ISBN 3-87173-784-4.
  •  Dichter und Staat. Über Geist und Macht in Deutschland; eine Disputation zwischen Walter Jens und Wolfgang Graf Vitzthum. Verlag Walter de Gruyter, Berlin/New York City 1991, ISBN 3-11-013207-9.
  •  Einspruch. Reden gegen Vorurteile. Kindler Verlag, München 1992, ISBN 3-463-40200-9.
  •  Mythen und Dichter. Modelle und Variationen; vier Diskurse. Kindler Verlag, München 1993, ISBN 3-463-40215-7.
  •  Anwälte der Humanität. Thomas Mann, Hermann Hesse, Heinrich Böll. Mit Hans Küng. Piper Verlag, München/Zürich 1993, ISBN 3-492-11267-6.
  •  Vergangenheit – gegenwärtig. Biographische Skizzen. Mit Inge Jens. Radius-Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-87173-011-4.
  •  Menschenwürdig sterben. Ein Plädoyer für Selbstverantwortung. Mit Hans Küng. Piper Verlag, München/Zürich 1995, ISBN 3-492-03791-7 (Taschenbuch der erweiterten und aktualisierten Neuausgabe 2010, ISBN 978-3-492-25852-4).
  •  Dialog mit Hans Küng. Mit Hans Küngs Abschiedsvorlesung. Piper Verlag, München/Zürich 1996, ISBN 3-492-03898-0.
  •  Macht der Erinnerung. Betrachtungen eines deutschen Europäers. Artemis und Winkler, Düsseldorf/Zürich 1997, ISBN 3-538-07054-7.
  •  Aus gegebenem Anlaß: Texte einer Dienstzeit. Parthas Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-932529-19-7.
  •  Rudolf Radler (Redaktion), Walter Jens (Hrsg.): Kindlers Neues Literatur-Lexikon. Komet, Frechen 2001, ISBN 3-89836-214-0 (Lizenzausgabe des Kindler-Verlags, München).
  •  Pathos und Präzision. Acht Texte zur Theologie. Radius-Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-87173-248-6.
  •  Frau Thomas Mann. Das Leben der Katharina Pringsheim. Mit Inge Jens. Rowohlt Verlag, Reinbek 2003, ISBN 3-498-03338-7.
  •  Katias Mutter. Das außerordentliche Leben der Hedwig Pringsheim. Mit Inge Jens. Rowohlt Verlag, Reinbek 2005, ISBN 3-498-03337-9.
  •  Auf der Suche nach dem verlorenen Sohn. Die Südamerika-Reise der Hedwig Pringsheim 1907/08. Mit Inge Jens. Rowohlt Verlag, Reinbek 2006, ISBN 3-498-03337-9.
  •  Unser Uhland. Tübinger Reden. Mit Hermann Bausinger. Klöpfer & Meyer Verlag, Tübingen 2013, ISBN 978-3-86351-062-6.

Übersetzungen[Bearbeiten]

  •  Am Anfang der Stall, am Ende der Galgen: Jesus von Nazareth. Seine Geschichte nach Matthäus. Verlag Kreuz, Stuttgart 1972 (Originaltitel: εὐαγγέλιον κατὰ Ματθαῖον, Euangelion kata Mathaion, übersetzt von Walter Jens), ISBN 3-423-02086-5.
  •  Aischylos: Die Orestie. Eine freie Übertragung. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1981 (Originaltitel: Ορέστεια, Oresteia, übersetzt von Walter Jens), ISBN 3-423-02086-5.
  •  Das A und das O. Offenbarung des Johannes. Radius-Verlag, Stuttgart 1987 (Originaltitel: αποκάλυψις, Apokalypsis, übersetzt von Walter Jens), ISBN 3-87173-732-1.
  •  Die Zeit ist erfüllt. Die Stunde ist da. Das Markus-Evangelium. Radius-Verlag, Stuttgart 1990 (Originaltitel: εὐαγγέλιον κατὰ Μᾶρκον, Euangelion kata Markon, übersetzt von Walter Jens), ISBN 3-87173-807-7.
  •  Und ein Gebot ging aus. Das Lukas-Evangelium. Radius-Verlag, Stuttgart 1991 (Originaltitel: εὐαγγέλιον κατὰ Λουκᾶν, Euangelion kata Loukan, übersetzt von Walter Jens), ISBN 3-87173-826-3.
  •  Am Anfang das Wort. Das Johannes-Evangelium. Radius-Verlag, Stuttgart 1993 (Originaltitel: εὐαγγέλιον κατὰ Ἰωάννην, Euangelion kata Ioannen, übersetzt von Walter Jens), ISBN 3-87173-872-7.
  •  Paulus von Tarsus: Der Römerbrief. Radius-Verlag, Stuttgart 2000 (übersetzt von Walter Jens), ISBN 3-87173-205-2.

Film[Bearbeiten]

  • Die Unbezähmbare Leni Peickert, Spielfilm, BR Deutschland 1970, Regie: Alexander Kluge, mit Walter Jens, Heinrich Böll, Martin Walser, Hans Magnus Enzensberger, Alexander Mitscherlich und Theodor W. Adorno als Diskutierende[35]
  • Frau Walter Jens, Dokumentarfilm, D 2006, Regie: Thomas Grimm, mit Inge und Walter Jens[36]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Berls: Walter Jens als politischer Schriftsteller und Rhetor. Stauffenburg-Verlag, Tübingen 1984, ISBN 3-923721-08-0 (Zugleich: München, Univ., Diss., 1983).
  • Thomas Grimm, Manfred Mayer: Gespräch mit Inge Jens und Walter Jens. In: Sinn und Form. Heft 3, 2007, ISSN 0037-5756, S. 370–377.
  • Walter Hinck: Walter Jens. Un homme de lettres. Zum 70. Geburtstag. Kindler, München 1993, ISBN 3-463-40171-1.
  • Inge Jens: In guten und in schlechten Tagen, aus: Unvollständige Erinnerungen. Rowohlt, Reinbek 2009, ISBN 978-3-498-03233-3. S. 264–308, (Dieses Kapitel 13 behandelt explizit die Entwicklung der Demenzerkrankung von Walter Jens vor dem Hintergrund seiner früheren Vorstellungen über ein selbstbestimmtes Leben.)
  • Tilman Jens: Demenz. Abschied von meinem Vater. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2009, ISBN 978-3-579-06998-2.
  • Herbert Kraft: Das literarische Werk von Walter Jens. Rotsch, Tübingen 1975, ISBN 3-87674-018-5.
  • Karl-Joseph Kuschel: Walter Jens. Literat und Protestant. Patmos-Verlag, Düsseldorf 2003, ISBN 3-491-72473-2 (Aktualisierte Neuauflage. Attempto-Verlag, Tübingen 2008, ISBN 978-3-89308-405-0).
  • Manfred Lauffs: Walter Jens. C. H. Beck, München 1980, ISBN 3-406-07440-5 (Autorenbücher 20).
  • Peter Härtling: Mein Freund, mein Präsident. Nachruf auf Walter Jens. In: Sinn und Form 6/2013, S. 895-896

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Walter Jens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Walter Jens: Gelehrter-Schriftsteller-Rhetor. Ein Selbstporträt, in: Welt und Wort 18/1963, S. 334
  2. Götz Aly: Was wusste Walter Jens? Wahrscheinlich geschah seine Aufnahme in die NSDAP ohne eigene Kenntnis, in DIE ZEIT 7. März 2008
  3. Interview (Willi Winkler): „Ich war lange Jahre angepasst“, Süddeutsche Zeitung, 8. Dezember 2003
  4. Walter Jens, Republikanische Reden, 1976, S. 188 ff.: „Als ich zur Schule ging, war alles ganz einfach: Das Identifikations-Objekt hieß TV Eimsbüttel […]“; Ich liebe den ETV, Interview mit Walter Jens, in: ETV-Magazin 2/2006, S. 8 (PDF; 3,4 MB): „Ich liebe den ETV, ich bin als Kind in Eimsbüttel groß geworden. Und in meiner Familie, die fußballbegeistert war, gab’s nur einen Favoriten und das war der ETV, das war Eimsbüttel. […] Ich bin nicht in Eimsbüttel aktiv gewesen. Da stand ich mehr auf den Rängen. Ich war Torwart in einer Freiburger Studentenmannschaft. Torwart, das ist der schwerste Posten, den es auszuüben gibt. Ich habe ihn nur kurz ausgeübt, wegen des Asthmas, das ich seit meinem dritten Lebensjahr habe.“
  5. Walter Jens, Vergangenheit gegenwärtig. Biographische Skizzen, 1994, S. 65f.
  6. Walter Jens, Die Funktion der Stichomythie in Sophokles' Tragödien der Mannesjahre, Diss. Freiburg i. Br. 1944
  7. Laufs (1980), S. 13
  8. Walter Jens, Nachwort zu Nein. Die Welt der Angeklagten, München 1977, S. 300
  9. Walter Jens, Nein. Die Welt der Angeklagten, 1954, S. 37
  10. Lauffs (1980), S. 27
  11. „Deutschland erlebt eine rhetorische Baisse“ Interview mit Walter Jens, Monatszeitschrift a tempo, Oktober 2001
  12. Maria Behre, Jens, Walter, Artikel in: Walter Killy (Hrsg.), Literaturlexikon, Bd. 6, 1990, S. 96
  13. Walter Jens, Das Testament des Odysseus, Pfullingen 1957, 4. Aufl. 1968, S. 40
  14. Walter Jens, Herr Meister. Dialog über einen Roman, München 1963
  15. Den ersten dieser Art in Deutschland überhaupt seit 1829.
  16. Martin Walser, Brief an einen ganz jungen Autor, in: Hans Mayer (Hrsg.), Deutsche Literaturkritik. Vom Dritten Reich bis zur Gegenwart (1933–1968), Frankfurt am Main 1978, S. 629 f.
  17. So der Titel der Biographie Karl-Josef Kuschels, vgl. Literaturverzeichnis.
  18. Hink (1993), S. 128
  19. Walter Jens, Der Fall Judas, Stuttgart 1975, S. 8
  20. Die Übersetzungen aus dem Neuen Testament erschienen zunächst einzeln und über die Jahrzehnte gestreckt. Walter Jens übersetzte in der Reihenfolge: Zuerst Am Anfang der Stall – am Ende der Galgen. Jesus von Nazareth, seine Geschichte nach Matthäus, Stuttgart 1972; Das A und das 0. Die Offenbarung des Johannes, Stuttgart 1987; Die Zeit ist erfüllt. Die Stunde ist da. Das Markus-Evangelium, Stuttgart 1990; Und ein Gebot ging aus. Das Lukas-Evangelium, Stuttgart 1991; Am Anfang: das Wort. Das Johannes-Evangelium, Stuttgart 1993; Die vier Evangelien. Matthäus – Markus – Lukas – Johannes, Stuttgart 1998; zuletzt Der Römerbrief, Stuttgart 2000.
  21. Vgl. Kuschel (2003), S. 182 f.
  22. Philipp Maußhardt: Das Ehepaar Jens fütterte heimlich US-Deserteure: Verwarnt, Die Zeit, 17. Juni 1994
  23. Große Köpfe für große Fragen, Blätter für deutsche und internationale Politik 5/11
  24. Inge Jens im Interview mit Arno Luik: „Ich sehe seinem Entschwinden zu“, Stern, 2. April 2008
  25. Beate Strobel: „Wenn er schimpfte, ging es ihm gut“, Focus, 22. Juli 2013
  26. Tilman Jens: Vaters Vergessen, FAZ, 4. März 2008
  27. Jens-Buch „literarischer Vatermord“, dpa / Die Berliner Literaturkritik, 5. März 2008
  28. Vatermord, Tübinger Wochenblatt, 3. April 2008
  29. Ich spotte doch nicht über meinen Vater! planet-interview.de, 21. Juli 2009
  30. Autor Tilman Jens über „Demenz“ und „Vatermord“, Pforzheimer Zeitung, 21. September 2010
  31. Bedeutender Intellektueller: Walter Jens ist tot. In: Spiegel Online, 10. Juni 2013. Abgerufen am 10. Juni 2013.
  32. Pirmin Meier: 'Spätes Echo auf Gottfried Keller. Zum Tode des gelehrten Autors und Humanisten Walter Jens', Schweizer Monat Online, Juni 2013
  33. Trauerfeier in der Stiftskirche, Bestattung auf dem Stadtfriedhof - Hunderte nahmen Abschied von Walter Jens. Schwäbisches Tagblatt, 17. Juni 2013.
  34. Walter Jens, Über die Vergänglichkeit. Der 90. Psalm, in: ders. Einspruch. Reden gegen Vorurteile, 1992, S. 228
  35. Die unbezähmbare Leni Peickert, filmportal.de des Deutschen Filminstituts
  36. Frau Walter Jens, dokumentarfilm.info, Website des Haus des Dokumentarfilms