Heemstede

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Gemeinde Heemstede
Flagge der Gemeinde Heemstede
Flagge
Wappen der Gemeinde Heemstede
Wappen
Provinz Nordholland
Bürgermeister Tine van der Stroom-van Ewijk (VVD)
Sitz der Gemeinde Heemstede
Fläche
 – Land
 – Wasser
9,61 km²
9,46 km²
0,15 km²
CBS-Code 0397
Einwohner 26.359 (1. Jan. 2014[1])
Bevölkerungsdichte 2743 Einwohner/km²
Koordinaten 52° 21′ N, 4° 37′ O52.354.6166666666667Koordinaten: 52° 21′ N, 4° 37′ O
Bedeutender Verkehrsweg N201 N208
Vorwahl 023
Postleitzahlen 2100–2106
Website http://www.heemstede.nl/
Lage von Heemstede in den Niederlanden

Heemstede ( anhören?/i) ist eine Gemeinde in der Region Zuid-Kennemerland in der niederländischen Provinz Nordholland. Heemstede liegt zentral im Dreieck Amsterdam, Haarlem und Leiden. Die Gemeinde zählt 26.359 Einwohner (Stand 1. Januar 2014) und hat eine Fläche von 9,61 km² (davon 0,15 km² Wasser).

In New York (ehemals Nieuw Amsterdam) gibt es einen Stadtteil mit einer verballhornten Form von Heemstede: Hempstead. Dieser Ort war früher eine koloniale Niederlassung in der Nähe von Nieuw Amsterdam.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Heemstede ist eine „Schlafstadt“, die meisten Berufstätigen arbeiten als Pendler außerhalb. Der größte Wirtschaftssektor ist der Dienstleistungsbereich. In Heemstede gibt es kaum noch freies Bauland, die Stadt wird dadurch wenig attraktiv für junge Familien und überaltert zunehmend. Ein weiteres Problem ist der stockende Autoverkehr aufgrund fehlender Durchgangs- und Umgehungsstraßen.

Geschichte[Bearbeiten]

Um 1290 baute Reynier van Holy[2] ein Schloss am Fluss Spaarne mit dem Namen Heemstede (Heimstatt). Von diesem Schloss ist heute nicht mehr viel übrig, es wird das alte Schloss genannt. Im 14. Jahrhundert entstand um das Schloss ein Dorf.

Durch Schenkungen und Ankäufe erreichte die Herrlichkeit Heemstede eine Ausdehnung, die das Gebiet der heutigen Gemeinde gleichen Namens und der Gemeinde Bennebroek umfasste.

Im Jahre 1620 verkauften Pieter van Ruytenburgh, Dirck de Vlaming van Oudshoorn und Jacob Bicker ihren Anteil an der Herlichkeit für 36.000 Gulden an den holländischen Ratspensionär Adriaan Pauw. Er machte das Schloss zu seiner Sommerresidenz, baute es aus und kaufte eine teure Sammlung von Tulpenzwiebeln. Er baute Wasserstraßen, eine Schule und eine Kirche. Dank des sauberen Wassers siedelten sich Wäschereien und Bleichereien an: Die Wäsche der reichen Bürger aus Amsterdam, Haarlem und Leiden wurde in Heemstede gewaschen, gebügelt und gebleicht.

1648 ging Pauw als niederländischer Abgesandter zu den Verhandlungen des Westfälischen Friedens in Münster. Nach seiner Rückkehr baute er die Pons pacis (Friedensbrücke) über den Schlossgraben, die heute noch zu sehen ist. Nach seinem Tod wurde Bennebroek 1653 als eigene Herrlichkeit abgespalten.

Im 17. und 18. Jahrhundert wurde Heemstede immer beliebter als Sommersitz für die reichen Kaufleute der benachbarten Städte. Im 19. Jahrhundert schaffte die französische Besatzung und später das Aufkommen der Dampfmaschine erhebliche Probleme für die ansässigen Wäschereien: Immer mehr Arbeitsplätze gingen verloren. In der Mitte des 19.Jahrhunderts wurde Heemstede zunehmend zu einem Zentrum der Blumenzwiebelzucht. 1850 wohnten in Heemstede 2332 Einwohner in 285 Häusern.

Die Entwicklung zur „Schlafstadt“ setzte Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Ausbau von Eisenbahn und Straßenbahn ein, zwischen 1900 und 1940 wurden sehr viele neue Wohnhäuser gebaut.

Weitere Informationen[Bearbeiten]

In Heemstede fand dreimal (1925, 1935 und 1953) die landesweite Gartenbauausstellung statt, die heute Floriade heißt und alle 10 Jahre in den Niederlanden abgehalten wird. Ausstellungsort war das 80 ha große Waldgebiet Groenendaal im Süden der Gemeinde. Der Fußballclub Racing Club Heemstede war zweimal niederländischer Landesmeister: 1923 und 1953.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heemstede – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 12.04.2014Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. Vaderlandsch woordenboek. 35 deelen, von Jacobus Kok, Teile 23-24, S. 108