Mindelheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Mindelheim
Mindelheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Mindelheim hervorgehoben
48.046510.488333333333607Koordinaten: 48° 3′ N, 10° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Unterallgäu
Höhe: 607 m ü. NHN
Fläche: 56,44 km²
Einwohner: 14.377 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 255 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 87711–87719
Vorwahl: 08261
Kfz-Kennzeichen: MN
Gemeindeschlüssel: 09 7 78 173
Stadtgliederung: 19 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Maximilianstraße 26
87719 Mindelheim
Webpräsenz: www.mindelheim.de
Bürgermeister: Stephan Winter (CSU)
Lage der Stadt Mindelheim im Landkreis Unterallgäu
Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild
Blick von der Mindelburg auf die Altstadt mit St. Stephan
Der „neue“ ...
... und der „alte“ Marienplatz in Mindelheim

Mindelheim ist Mittelzentrum und Kreisstadt des schwäbischen Landkreises Unterallgäu.

Geographie[Bearbeiten]

Mindelheim liegt in Mittelschwaben am namensgebenden Fluss Mindel am sogenannten Riedelrücken im bayerischen Alpenvorland rund 60 Kilometer südlich der Bezirkshauptstadt Augsburg und etwa 90 Kilometer westlich der Landeshauptstadt München.

Ausdehnung des Stadtgebietes[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Mindelheim hat 19 amtlich benannte Ortsteile:

Das Stadtgebiet besteht aus den Gemarkungen Mindelheim, Gernstall, Heimenegg, Mindelau, Nassenbeuren, Oberauerbach, Unterauerbach und Westernach.

Abgegangen sind die Siedlungen Ellisried, Heselwang und Laimgruben.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits in vorchristlicher Zeit war die Mindelheimer Flur besiedelt, wie zahlreiche Grabfunde belegen. Im 6./7. Jahrhundert ließen sich alemannische Ackerbauern an der Mindel nieder. 858 wurde die erste Kirche gegründet. Mindelheim wurde 1046 erstmals urkundlich erwähnt und um 1250 zur Stadt erhoben.

Um 1370 gelangte Herzog Friedrich von Teck auf fragwürdige Weise in den Besitz der Herrschaft Mindelheim. Dennoch konnte er sie für sich und seine Familie behaupten. Beim Ableben seines Sohnes Ulrich von Teck übernahm eine Erbengemeinschaft, bestehend aus Ludwig von Teck, Patriarch von Aquileja, seiner Schwester Irmengard von Rechberg und einer weiteren, mit einem Grafen von Wertheim verheirateten Schwester die Herrschaft. Da nach dem Ableben des Patriarchen die Erbansprüche auf die Kinder der beiden Schwestern übergehen sollten, lösten die Rechberg-Kinder bereits 1433 die Ansprüche der Wertheimer ab. Nach dem Ableben des Patriarchen im Jahre 1439 fiel die Herrschaft verabredungsgemäß an die Kinder von Irmengard – Bero I., Albrecht und Barbara von Rechberg. Der älteste Sohn Bero I. löste die Anteile seiner Geschwister ab und wurde 1447 alleiniger Inhaber der Herrschaft. Nach seinem Tode 1462 teilten sich seine beiden Söhne Bero II. und Jörg II. im Jahre 1464 das väterliche Erbe. Zwei Jahre später wiederholte sich die Geschichte: Jörg veräußerte seinen Anteil seinem Bruder, so dass Bero II. 1466 wiederum alleiniger Inhaber war. Als solcher verkaufte er nach einem Rechtsstreit mit Kaiser Friedrich IV. die Herrschaft im Juli 1467 seiner Schwester Barbara, seinem Schwager Ulrich von Frundsberg und dessen Bruder Hans. Barbaras und Ulrichs Nachkommen regierten bis 1586 die Herrschaft Mindelheim, darunter ihr Sohn Georg von Frundsberg, der Vater der Landsknechte. 1586 erwarb Hans Fugger Erbanteile an der Herrschaft.

Seit 1616 und wieder seit 1714 gehörte die Herrschaft, unterbrochen durch die Zeit des kaiserlich-königlichen Interregnums 1778 bis 1780, zum Rentamt München des Kurfürstentums Bayern.

Zwischen 1705 und 1714 besaß der englische Feldherr John Churchill, 1. Duke of Marlborough das neu geschaffene Reichsfürstentum Mindelheim. Marlborough hatte es vom deutschen Kaiser für seine Dienste im spanischen Erbfolgekrieg erhalten. Mindelheim besaß das Stadtrecht mit weitgehenden Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Stadtgemeinde.

Religionen[Bearbeiten]

Römisch-katholisch 9.874 67,0 %
Evangelisch 1.764 12,0 %
Sonstige 3.104 21,0 %

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Folgende Gemeinden wurden eingegliedert:

  • Heimenegg (1. Januar 1965)[2]
  • Gernstall (1. Oktober 1971)[2]
  • Unterauerbach und Westernach (1. Januar 1976)[3]
  • Mindelau (1. Juli 1976)[3]
  • Oberauerbach (1. Januar 1978)[3]
  • Nassenbeuren (1. Mai 1978)[3]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat der Stadt Mindelheim in der Amtsperiode 2014–2020 wird von Dr. Stephan Winter (CSU) als erstem Bürgermeister geführt, seine Stellvertreter sind Hans Georg Wawra (Freie Wähler) und Roland Ahne (SPD). Der Stadtrat mit 24 Sitzen ist folgendermaßen besetzt:

CSU: 9 Sitze der Christlich Sozialen Union
SPD:  4 Sitze der Sozialdemokratischen Partei Deutschland
FWF:  5 Sitze der Freien Wähler Vereinigung
MBG:  3 Sitze der Mindelheimer Bürgergemeinschaft
Grüne:  2 Sitze des Bündnis 90 – Die Grünen
ÖDP:  1 Sitz der Ökologisch Demokratischen Partei

Die Stadtteile Gernstall mit Unggenried, Heimenegg, Mindelau, Unterauerbach und Westernach haben jeweils einen Ortssprecher.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber über blauen Wellen schwebend eine schwarze Glocke mit goldenen Reifen und goldenem Klöppel.“

Das Wappen ist seit etwa 1330 nachweisbar. In der Marktordnung von 1337 ist es im Siegel bereits dargestellt. Es handelt sich damit um das älteste gemeindliche, geschichtliche Wappen im Kreisgebiet. Die heute verwendete Zeichnung wurde 1963 von Ernst Göhlert geschaffen.

Das fließende Wasser wird auf die Mindel hindeuten, die durch die Stadt fließt. Mindelheim war im ganzen Herrschaftsbereich ursprünglich der einzige Markt- und Stadtort. Im Leben eines solchen hatte die Glocke eine wichtige Rolle. Der Marktbeginn wurde durch ein Glockenzeichen angezeigt. Die Ratsherren und Bürger wurden durch die auf dem Rathausturm angebrachte Ratsglocke zu Versammlungen gerufen. Die Glocke versinnbildlicht also die städtische Wesenheit Mindelheims. Mit diesem Sinnbild war die Vorrangstellung Mindelheims vor den anderen Orten der Herrschaft am treffendsten gekennzeichnet.

Die Stadt Mindelheim hat als Farben weiß/blau. Heute sind jedoch gebräuchlich die Farben schwarz/gelb (= gold.) Diese erinnern an die Herzöge von Teck und an die Ritter von Frundsberg, die in Tirol (Schwaz) beheimatet waren.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge ist Schwarz - Gelb gestreift mit aufgelegtem Stadtwappen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

FrankreichFrankreich Seit 9. Juli 1961 besteht die Partnerschaft mit dem französischen Bourg-de-Péage und ist somit Mindelheims älteste Städtepartnerschaft. Bourg-de-Péage liegt im Départment Drôme im Südosten Frankreichs zwischen Grenoble und Marseille.
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich East Grinstead ist eine südwest-englische Kleinstadt mit ca. 25.000 Einwohnern und liegt in West Sussex. Seit 1994 gibt es diese Partnerschaft zwischen den beiden ca. 1000 km voneinander entfernten Städten.
SpanienSpanien Über 1200 km entfernt ist die spanische Stadt Sant Feliu de Guíxols, die seit 1994 mit einem offiziellen Städtepartnerschaftsvertrag mit Mindelheim verbunden ist. Die freundschaftlichen Beziehungen entstanden über die gemeinsame französische Partnerstadt Bourg-de-Péage.
OsterreichÖsterreich Das österreichische Schwaz liegt östlich von Innsbruck und ist Partnerstadt seit 1990. Die Beziehung rührt daher, dass die Vorfahren des auf der Mindelburg geborenen Georg von Frundsberg auf der Freundsburg oberhalb von Schwaz ihren Stammsitz hatten.
ItalienItalien Tramin in Südtirol (Italien) ist seit 1994 Partnerdorf von Mindelheim. Die Geburtsstadt des Gewürztraminers hat durch die Bezeichnung seines bekanntesten Produkts weltweit einen Namen.
ItalienItalien Eine weitere italienische Ortschaft ist mit Mindelheim freundschaftlich verbunden: Verbania am Lago Maggiore ist mit seinen ca. 31.000 Einwohnern seit 1994 Partnerstadt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Im ehemaligen Jesuitenkolleg ist seit 1986 ein Schwerpunktmuseum des Bezirks Schwaben beheimatet, das auch Sonderausstellungen zeigt. Die ständige Ausstellung enthält drei Museen völlig unterschiedlicher Ausrichtung:

  • Das Schwäbische Krippenmuseum, eröffnet 1989, stellt die Entwicklung der Bildmotive zur Geburt und Passion Christi im süddeutschen Raum dar. Seit 1997 werden außerdem alle zwei Jahre zur Weihnachtszeit in einer Sonderausstellung die Preisträger des vom Landkreis Unterallgäu und der St.-Lukas-Sammlung verliehenen St.-Lukas-Preises ausgestellt, der für künstlerische Krippendarstellungen auf vier Ebenen (Schüler, Behinderte, Laien, Künstler) vergeben wird.
  • Das Textilmuseum der Sandtner-Stiftung wurde 1986 auf Initiative von Frau Prof. Hilda Sandtner gegründet, die ihre beträchtliche Privatsammlung von Textilien und Kunstgegenständen aller Art der Stadt Mindelheim übereignete. Zusammen mit dem Schwäbischen Krippenmuseum und dem Südschwäbischen Archäologiemuseum steht es unter der gemeinsamen Trägerschaft der Stadt Mindelheim, des Landkreises Unterallgäu und des Bezirks Schwabens. Seit der Übernahme der alleinigen Betreuung der Sammlung durch die Mindelheimer Museen im Jahr 2003 wurde das Textilmuseum umfassend neugestaltet. Drei neue Abteilungen sollen Ausschnitte aus den Sammlungsbeständen präsentieren. Die erste neue Abteilung mit einem Überblick über die Entwicklung der Damenmode wurde 2004 eröffnet. Im Jahr 2006 folgte die Abteilung zur Geschichte der geistlichen Gewänder (Paramente) mit kostbaren Exponaten vom Mittelalter bis in die Gegenwart. 2008 wurde die Umgestaltung abgeschlossen mit der dritten Abteilung zur Wohnkultur in der zweiten Hälfte des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts.
  • Das Südschwäbische Archäologiemuseum ist eine Außenstelle der Archäologischen Staatssammlung und hat die Besiedlungs- und Kulturgeschichte Schwabens von der Eiszeit bis in das frühe Mittelalter zur Zeit der Alamannen zum Thema. Neben originalen Funden sind Rekonstruktionen, etwa eines römischen Reisewagens oder eines römischen Bades, Funde der vorgeschichtlichen Metallzeiten, römische Lebensart und Zeugnisse frühmittelalterlichen Lebens zu sehen. Einen Schwerpunkt bilden die wichtigen Fernverkehrsverbindungen im Gebiet des heutigen Südschwabens.

Weitere Museen in Mindelheim:

  • Das Heimatmuseum wurde im Jahre 1903 gegründet und befindet sich seit 1948 in den barocken Räumen des Franziskanerinnenklosters Hl. Kreuz. Seine überaus reichhaltigen Sammlungen lassen die Geschichte der adeligen Stadtherren Mindelheims sowie die Geschichte der Stadt mit ihrer bürgerlichen Kultur und dem bäuerlichen Umfeld lebendig werden. Der Besucher begegnet Zeugnissen kirchlicher Kunst vom 16. bis ins 19. Jahrhundert, der Volkskunst und des Handels. Trachten, Hausrat und Dokumente des Brauchtums vervollständigen das Bild.
  • Das Schwäbische Turmuhrenmuseum in der ehemaligen Silvesterkirche und deren 48 Meter hohen Turm zeigt etwa 50 Turmuhren aus der Zeit von 1562 bis 1978, dazu zahlreiche Taschenuhren, Pendulen, Sonnenuhren und andere Werke der Uhrmacherkunst. Das 1979 gegründete Museum präsentiert somit die reichhaltigste und älteste Sammlung ihrer Art in Deutschland. Eine eigenartige Faszination geht von den tickenden, rasselnden, läutenden oder pfeifenden Uhren aus. Wer meint, Turmuhren seien lediglich wenig ansprechende Gebrauchsgeräte wird angesichts ihrer künstlerischen Gestaltung, ihrer technischen Finesse und handwerklichen Meisterschaft eines Besseren belehrt.
Blick auf die Mindelburg, darunter Teil des Maristenkollegs mit Internat
Kath. Kirche St. Stephan
Der Kirchplatz von St. Stephan mit Gruftkapelle, Kloster Hl. Kreuz und Turm der ehemaligen Silvesterkirche (heute Teil des Turmuhrenmuseums)

Bauwerke[Bearbeiten]

Das Rathaus am Marienplatz mit Standbild des Georg von Frundsberg
  • Das Rathaus aus dem 18. Jahrhundert mit prächtiger Front und Giebelgliederung von Eugen Drollinger und dem Standbild des Georg von Frundsberg beherrscht den Marienplatz.
  • Die Kirche Mariä Verkündigung, im Volksmund Jesuitenkirche genannt, hat ihren Ursprung 1263. Mit ihren hervorragenden Stuckarbeiten italienischer Mönche ist sie ein Kleinod des Rokoko. Die von Rudolf Kubak aus Augsburg generalüberholte und erweiterte Barockorgel bietet ein beeindruckendes Klangbild. In der Advents- und Weihnachtszeit ziehen die barocke Jesuiten-Krippe mit ca. 80 Zentimeter bis einen Meter großen Figuren und eine Krippe aus Klosterwald mit zahlreichen biblischen Szenen Besucher an. Es handelt sich um eine Kirche ohne Kirchturm, der eingespart wurde, da das Gotteshaus direkt an das 40 Meter hohe Untere Tor grenzt. Die Glocken befinden sich direkt auf dem Chordach der Kirche. In unmittelbarer Nachbarschaft der Stadtpfarrkirche St. Stephan mit ihrem fast 70 Meter hohen Turm befindet sich das Franziskanerinnenkloster Hl. Kreuz, das seinerzeit der Säkularisation entging und seit über 550 Jahren ohne Unterbrechung fortbesteht.
  • Das Obere Tor ist ein fünfgeschossiger Torturm, 1337 auch als Haberntor bezeichnet. Mit Stadtuhr und „Arme-Sünder-Glocke“ an der Außenseite. Das Dach mit den Erkertürmchen verleiht dem Bau sein charakteristisches Aussehen, das in die Zeit um 1500 weist. Jährlich zur Fasnacht wird der Turm zum wohl größten Faschingsnarren der Welt verkleidet.
  • Das Einlaßtor, auch Westernacher Tor genannt, wurde erstmals urkundlich 1469 erwähnt. Es hat seinen Namen davon, dass früher dort die Spätheimkehrer auch nach Torschluss gegen Entgelt in die Stadt gelangten.
  • Weitere Türme, Kirchen, Kapellen, Klöster und Reste der Stadtmauer prägen das mittelalterliche Stadtbild. Das Verkehrsamt bietet Führungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten an.
  • Etwa vier Kilometer östlich der Stadt liegt die 1926 wiedererbaute Kapelle St. Anna im Höselwang.

siehe auch Liste der Baudenkmäler in Mindelheim

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Alle drei Jahre (nächster Termin 2015) findet in der Mindelheimer Altstadt das Frundsbergfest, eines der größten historischen Feste Deutschlands, statt. Es wird zu Ehren des Ritters und Kaiserlichen Feldhauptmannes Georg von Frundsberg gefeiert, der seinen Sitz auf der Mindelburg hatte, die sich hoch über der Stadt befindet. Die rund 2500 Teilnehmer tragen historische Trachten und große Festzüge sowie Altstadtfeste, Lagerleben, Theaterspiel und Schlachtgetümmel zu Füßen der Mindelburg erwecken die damalige Zeit für 10 Tage wieder zum Leben.
  • Jedes Jahr an Christi Himmelfahrt feiern die Landsknechte und Mägde des Fähnlein Helfenstein den Helfensteiner Tag. Ein großes Landsknechtslager bildet das Rahmenprogramm für den beliebten Termin für die ganze Familie.
  • Mindelheim gilt auch als Faschingshochburg. Sogar das 28 m hohe Obere Tor wird dann komplett verkleidet. Auf der Westseite hängt hier der Durahansl, eine Harlekinsfigur. Auf der Ostseite findet man die Amme, die Narramuatr. Neben den alteingesessenen Mindelheimer Faschingsgesellschaften gibt es seit 1992 auch den Durahaufa, der sich der schwäbisch-alemannischen Fastnacht verschrieben hat. Zum zehnjährigen Jubiläum wurde 2003 der große Narrensprung mit 5000 Teilnehmern aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich veranstaltet.
  • Im Frühjahr finden die Mindelheimer Jazztage Jazz isch statt, die auch überregional auf sich aufmerksam machen. Ende Mai treten jedes Jahr Läufer zum Mindelheimer Altstadtlauf an, während im September das Mindelheimer Altstadt-Radkriterium Teilnehmer und Zuschauer lockt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Größere Unternehmen[Bearbeiten]

Medien[Bearbeiten]

Die Mindelheimer Zeitung, eine Lokalausgabe der Augsburger Allgemeinen, ist in der Stadt mit einer Tageszeitung vertreten. Des Weiteren berichtet der Mindelheimer Wochenkurier, eine Lokalausgabe des Memminger Kuriers als wöchentliches Blatt über das Geschehen vor Ort. Der ebenfalls in Memmingen beheimatete Lokalsender hitradio.rt1-Südschwaben ist als lokaler Radiosender zu hören.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Staatliche Grundschule mit Außenstellen im Stadtteil Nassenbeuren und im benachbarten Stetten
  • Staatliche Mittelschule Mindelheim
  • Sonderpädagogisches Förderzentrum Mindelheim
  • Maria-Ward-Realschule Mindelheim
  • Maristenkolleg Mindelheim (Gymnasium mit drei, und Realschule mit zwei Zweigen)
  • Staatliche Berufsschule Mindelheim mit Außenstellen in Memmingen und Bad Wörishofen, sowie angeschlossener Technikerschule (Fachrichtung Maschinenbau)
  • Landwirtschaftsschule Mindelheim
  • Berufsfachschule für Krankenpflege der Kreiskliniken Unterallgäu
  • Städtische Sing- und Musikschule
  • Volkshochschule

Behörden[Bearbeiten]

Neben dem Landratsamt des Landkreises Unterallgäu befinden sich in der Stadt zahlreiche staatliche und kommunale Ämter und Behörden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Das südlichste Gebäude in Deutschland ist nach Mindelheim benannt und sozusagen die höchste Niederlassung der Stadt: Die Mindelheimer Hütte (2.058 m Seehöhe) in den Allgäuer Alpen bei Oberstdorf.
  • Ein Baggerweiher und Badesee, nördlich der Stadt heißt – wie das Meer – Nordsee.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mindelheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 524.
  3. a b c d  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 781 und 782.