Kirchheim unter Teck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kirchheim unter Teck
Kirchheim unter Teck
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kirchheim unter Teck hervorgehoben
48.6483333333339.4511111111111312Koordinaten: 48° 39′ N, 9° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 312 m ü. NHN
Fläche: 40,47 km²
Einwohner: 39.264 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 970 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73230
Vorwahl: 07021
Kfz-Kennzeichen: ES
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 033
Stadtgliederung: Kernstadt und 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstraße 14
73230 Kirchheim unter Teck
Webpräsenz: www.kirchheim-teck.de
Oberbürgermeisterin: Angelika Matt-Heidecker (SPD)
Lage der Stadt Kirchheim unter Teck im Landkreis Esslingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Böblingen Landkreis Göppingen Landkreis Ludwigsburg Landkreis Reutlingen Landkreis Tübingen Rems-Murr-Kreis Stuttgart Aichtal Aichwald Altbach Altdorf (Landkreis Esslingen) Altenriet Altenriet Baltmannsweiler Bempflingen Beuren (bei Nürtingen) Bissingen an der Teck Deizisau Denkendorf (Württemberg) Dettingen unter Teck Erkenbrechtsweiler Esslingen am Neckar Filderstadt Frickenhausen (Württemberg) Großbettlingen Hochdorf (bei Plochingen) Holzmaden Kirchheim unter Teck Köngen Kohlberg (Württemberg) Kohlberg (Württemberg) Leinfelden-Echterdingen Lenningen Lichtenwald Neckartailfingen Neckartenzlingen Neidlingen Neuffen Neuhausen auf den Fildern Notzingen Nürtingen Oberboihingen Ohmden Ostfildern Owen Plochingen Reichenbach an der Fils Schlaitdorf Unterensingen Weilheim an der Teck Wendlingen am Neckar Wernau (Neckar) WolfschlugenKarte
Über dieses Bild

Kirchheim unter Teck ist eine Stadt in Baden-Württemberg, im Südosten der Region Stuttgart etwa 25 km südöstlich von Stuttgart. Sie ist die viertgrößte Stadt des Landkreises Esslingen und bildet ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden.

Seit 1. April 1956 ist Kirchheim unter Teck Große Kreisstadt. Mit den Gemeinden Dettingen unter Teck und Notzingen hat die Stadt Kirchheim unter Teck eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.

Geographie[Bearbeiten]

Kirchheim unter Teck liegt nördlich des Albtraufs und dessen Vorbergen Teck, Breitenstein und Limburg im Vorland der mittleren Schwäbischen Alb an der Einmündung der Lindach mit mehreren Nebenbächen in das Lautertal. Die Lauter erreicht von Dettingen unter Teck kommend im Süden das Stadtgebiet, durchfließt dann die Kernstadt (rechts der Altstadt), wendet sich dann nach Nordwesten, durchfließt den Stadtteil Ötlingen und verlässt das Stadtgebiet dann in Richtung Wendlingen am Neckar wieder, um dort in den Neckar zu münden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Kirchheim unter Teck. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Osten genannt:
Schlierbach (Landkreis Göppingen) sowie Ohmden, Holzmaden, Weilheim an der Teck, Bissingen an der Teck, Dettingen unter Teck, Nürtingen, Oberboihingen, Wendlingen am Neckar, Wernau (Neckar) und Notzingen (alle Landkreis Esslingen)

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet von Kirchheim unter Teck besteht aus der Kernstadt Kirchheim, den bereits 1935 eingegliederten Stadtteilen Lindorf und Ötlingen sowie den im Rahmen der Gemeindereform 1974 eingegliederten Stadtteilen Jesingen und Nabern. Alle vier Stadtteile sind zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, das heißt sie haben jeweils einen von der Bevölkerung bei jeder Kommunalwahl neu zu wählenden Ortschaftsrat, dessen Vorsitzender der Ortsvorsteher ist.

In der Kernstadt Kirchheim werden zum Teil Wohngebiete mit eigenem Namen unterschieden, deren Bezeichnungen sich im Laufe der Geschichte aufgrund der Bebauung ergeben haben und die meist nicht genau abgrenzbar sind. Nordöstlich der Kernstadt liegt die in den 1970er Jahren planmäßig angelegte Wohnsiedlung Schafhof.

Raumplanung[Bearbeiten]

Kirchheim bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Stuttgart, deren Oberzentrum Stuttgart ist. Zum Mittelbereich Kirchheim gehören außerdem noch die Städte und Gemeinden im Südosten des Landkreises Esslingen (im Wesentlichen das Albvorland mit Lenninger Tal und Neidlinger Tal). Im Einzelnen sind dies Bissingen an der Teck, Dettingen unter Teck, Erkenbrechtsweiler, Holzmaden, Köngen, Lenningen, Neidlingen, Notzingen, Ohmden, Owen, Weilheim an der Teck und Wendlingen am Neckar.

Geschichte[Bearbeiten]

Vormittelalterliche Siedlungsspuren können aus der Jungsteinzeit, der Kelten- und der Römerzeit nachgewiesen werden. Alamannische Reihengräberfriedhöfe belegen die Existenz dreier Siedlungen der Völkerwanderungszeit im Stadtgebiet.

Wenn auch die erste urkundliche Erwähnung von Kirchheim erst auf das Jahr 960 datiert, geht der Ort mit Sicherheit auf die alemannische Zeit des 6.–7. Jahrhunderts zurück. Möglicherweise entstand die bestehende Siedlung im Zug der Christianisierung als Verdichtung der bestehenden Altsiedlungen gemeinsam mit der dem Heiligen Martin geweihten Kirche.

Im Jahr 960 gelangte Kirchheim in einem Tausch vom Bistum Chur in den Besitz Kaiser Ottos I., Mitte des 11. Jahrhunderts sind das Marktrecht und die Existenz einer königlichen Münzstätte überliefert.

Der Ort war im Besitz der Herzöge von Zähringen und ging von diesen 1186 an ihre Seitenlinie, die Herzöge von Teck über. Diese, seit 1252 genannt, trugen allerdings den Herzogstitel mehr als Familiennamen denn als Herrschaftstitel. Sie erhoben zwischen 1220 und 1230 die Marktsiedlung zur Stadt nach Freiburger Recht. 1240 wurde durch Herzog Ludwig I. von Teck das Kirchheimer Frauenkloster gegründet. Herzog Konrad II. von Teck veranlasste 1270 den Bau einer Stadtmauer.

Kirchheim 1683, Forstlagerbuch von Andreas Kieser
Blick über Kirchheim von der Burg Teck; im Vordergrund: Dettingen unter Teck (l.) mit Ortsteil Guckenrain (u. r.)

In einem längeren Prozess kam Kirchheim von 1303 bis 1386 aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten von den Herzögen von Teck über Österreich an Württemberg. Die Stadt wurde Sitz eines württembergischen Amtes, im 19. Jahrhundert des Oberamtes, und blieb es bis 1938. Nach der Rückkehr Herzog Ulrichs wurde ab 1539 Kirchheim zur württembergischen Landesfestung ausgebaut, gleichzeitig entstand das herzogliche Schloss und das Alte Haus. Das heutige Erscheinungsbild ist vom Wiederaufbau nach dem verheerenden Stadtbrand von 1690 geprägt. Neben dem Schloss sind nur die Gebäude "Max-Eyth-Haus" (Max-Eyth-Straße 15) und "Altes Haus" (Dettinger Straße 2) aus der Zeit vor dem Stadtbrand erhalten geblieben. Das Kirchheimer Rathaus wurde beim Wiederaufbau vom Gelände des heutigen Marktplatzes auf seine heutige Position versetzt.

Während im 14. Jahrhundert noch der Adel der Herrschaft Teck im Stadtregiment eine führende Rolle spielte, brachte der Aufstieg des Bürgertums einen wirtschaftlichen Aufschwung, vor allem im Textilgewerbe und im Textilhandel. Aus diesen Anfängen entwickelte sich im 18. Jahrhundert die Textilindustrie, die dem 1819 errichteten Wollmarkt eine überregionale Bedeutung verschaffte. Das zog die weitere Ansiedlung von Färbereien und Textilbetrieben, schließlich auch von Unternehmen der Metallindustrie nach sich.

1864 erhielt Kirchheim Anschluss an die erste Privateisenbahn in Württemberg, die Strecke Unterboihingen–Kirchheim.

Mit der Verwaltungsreform 1938 kam das Oberamt Kirchheim zum Landkreis Nürtingen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg, bedingt durch die Zuwanderung von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen, die Einwohnerzahl der Stadt erheblich an. 1948 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 20.000, und mit Inkrafttreten der baden-württembergischen Gemeindeordnung am 1. April 1956 erhielt sie kraft Gesetzes den Status einer Großen Kreisstadt.

Seit der Kreisreform 1973 gehört Kirchheim unter Teck zum Landkreis Esslingen. 1974 wurden die Nachbargemeinden Nabern und Jesingen eingegliedert. Damit erreichte die Stadt ihre heutige Ausdehnung.

Konfessionen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung von Kirchheim unter Teck gehörte ursprünglich zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat circa alpes, Landkapitel Kirchheim unterstellt. Da die Stadt schon früh zu Württemberg gehörte, wurde auch hier ab 1535 durch Herzog Ulrich die Reformation eingeführt. Daher war Kirchheim unter Teck über Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. In jener Zeit wurde die Stadt Sitz eines Dekanats (siehe Kirchenbezirk Kirchheim unter Teck), dessen Dekanatskirche die Martinskirche ist. Die Kirchengemeinde Kirchheim unter Teck wuchs vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg infolge Zuzugs stark an und wurde daher geteilt. Es entstand die Christusgemeinde (Kirche von 1909), die Kreuzkirchengemeinde (Kirche von 1956), die Thomaskirchengemeinde (Kirche von 1967) und die Auferstehungskirchengemeinde (Kirche von 1972). Diese fünf Gemeinden der Kernstadt bilden zusammen mit der Kirchengemeinde Ötlingen (eigene Pfarrei seit 1834) und der Matthäuskirchengemeinde Lindorf (Kirche erbaut 1961, früher zu Kirchheim, dann zu Ötlingen gehörig) die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Kirchheim unter Teck. Auch in den Stadtteilen Jesingen und Nabern wurde infolge der frühen Zugehörigkeit zu Württemberg die Reformation eingeführt. Daher gibt es auch in diesen beiden Stadtteilen jeweils eine evangelische Kirchengemeinde und eine eigene Kirche. Alle evangelischen Gemeinden im Kirchheimer Stadtgebiet gehören zum Dekanat Kirchheim unter Teck innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Katholiken gibt es in Kirchheim unter Teck erst wieder seit dem späten 19. Jahrhundert. Für sie wurde 1910 eine eigene Kirche St. Ulrich gebaut. Zur Kirchengemeinde gehören auch die Stadtteile Ötlingen und Lindorf sowie einige Nachbargemeinden. 1967 wurde in Kirchheim unter Teck eine zweite Kirche, Maria Königin, erstellt, zu deren Kirchengemeinde auch die Katholiken aus Jesingen und Nabern und einiger Nachbargemeinden gehören. Beide Kirchheimer Kirchengemeinden bilden heute die Seelsorgeeinheit 5 innerhalb des Dekanats Esslingen-Nürtingen des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Kirchheim unter Teck auch Freikirchen und Gemeinden, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche und die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten). Auch die Neuapostolische Kirche ist in Kirchheim unter Teck vertreten.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

In die Stadt Kirchheim unter Teck wurden folgende Gemeinden eingegliedert:

Stadtteile[Bearbeiten]

Jesingen[Bearbeiten]

Jesingen
Hauptartikel: Jesingen

Jesingen liegt etwa zwei Kilometer südöstlich von Kirchheim in Richtung Weilheim an der Teck. Es ist der älteste schriftlich erwähnte Teilort von Kirchheim und wurde erstmals im Codex Laureshamensis in einer auf 769 datierten Schenkung an das Kloster Lorsch als Osingen genannt. Die Jesinger Markung ist 574 ha groß, die Ortschaft hat heute rund 3400 Einwohner.

Lindorf[Bearbeiten]

Lindorf
Hauptartikel: Lindorf

Lindorf liegt rund zwei Kilometer entfernt im Westen von Kirchheim auf der gegenüberliegenden Seite der Autobahn A8. 1090 wurde Lindorf im Bempflinger Vertrag erstmals urkundlich erwähnt. Die Markungsfläche beträgt 262 ha, ungefähr 1500 Einwohner leben heute in Lindorf.

Nabern[Bearbeiten]

Nabern
Hauptartikel: Nabern

Nabern liegt rund vier Kilometer südöstlich von Kirchheim am Fuß der Burg Teck. Der Stadtteil hat rund 1900 Einwohner, die Markungsfläche beträgt 443 ha. Nabern wurde 861 in einer Schenkungsurkunde von Pfalzgraf Rudolf aus dem Geschlecht der Alaholfinger erstmals erwähnt. Nabern besitz mit dem Verkehrslandeplatz Nabern den zweiten Flugplatz Kirchheims.

Ötlingen[Bearbeiten]

Oetlingen

Ungefähr 2,5 Kilometer westlich vom Stadtzentrum von Kirchheim liegt Ötlingen, wobei die beiden Ortsteile heute durch ein Gewerbegebiet zwischen Kirchheim und Ötlingen zusammengewachsen sind. Die Ötlinger Markung ist 375 ha groß. Heute hat der Stadtteil Ötlingen rund 6400 Einwohner. Ötlingen gehört zu den früh genannten Orten. Im Lorscher Kodex wurde bereits 788 das Dorf Adiningen erwähnt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohnerzahlen
1600 ca. 2.500
1700 2.101
1763 2.911
1803 3.878
1843 5.372
1861 5.478
1. Dezember 1871 5.863
1. Dezember 1880 ¹ 6.632
1. Dezember 1890 ¹ 7.029
1. Dezember 1900 ¹ 8.235
1. Dezember 1910 ¹ 9.668
16. Juni 1925 ¹ 10.057
16. Juni 1933 ¹ 10.664
Jahr Einwohnerzahlen
17. Mai 1939 ¹ 13.260
1946 18.700
13. September 1950 ¹ 20.138
6. Juni 1961 ¹ 25.007
27. Mai 1970 ¹ 28.842
31. Dezember 1975 31.666
31. Dezember 1980 32.136
27. Mai 1987 ¹ 33.920
31. Dezember 1990 35.842
31. Dezember 1995 38.205
31. Dezember 2000 38.834
31. Dezember 2005 39.970
31. Dezember 2010 39.859

¹ Volkszählungsergebnis

Politik[Bearbeiten]

Fachwerk-Rathaus in Kirchheim unter Teck

Gemeinderat[Bearbeiten]

In Kirchheim unter Teck wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Kirchheim hat nach der letzten Wahl 34 Mitglieder (vorher 36). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen amtlichen Endergebnis[2]. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und der Oberbürgermeisterin als Vorsitzende. Die Oberbürgermeisterin ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
30
20
10
0
21,45 %
19,56 %
19,33 %
17,24 %
10,12 %
6,32 %
5,98 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+2,20 %p
-1,32 %p
+0,13 %p
+1,95 %p
+1,09 %p
-4,71 %p
+0,67 %p
FW Freie Wähler 21,45 7 19,25 7
CDU CDU 19,56 7 20,88 8
SPD SPD 19,33 7 19,20 7
GRÜNE GRÜNE 17,24 6 15,29 5
Frauen Frauenliste Kirchheim 10,12 3 9,03 3
FDP/KiBü FDP/Kirchheimer Bürgerliste 6,32 2 11,03 4
CIK Christliche Initiative Kirchheim 5,98 2 5,31 2
gesamt 100,0 34 100,0 36
Wahlbeteiligung 45,22 % 49,35 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

An der Spitze der Stadt Kirchheim unter Teck stand in früherer Zeit ein Amtmann, später ein Obervogt. Dem standen Untervögte, Bürgermeister, Gericht und Rat zu Seite. Das Gericht war die Verwaltungsbehörde der Stadt. Seit dem 14. Jahrhundert bildete sich als Vertreter der Bürgerschaft ein Rat heraus. Dieser unterstand jedoch dem Gericht. Er war jedoch bei der Wahl der Bürgermeister beteiligt. Bürgermeister gab es meist zwei.

Seit dem 19. Jahrhundert trug das Stadtoberhaupt die Bezeichnung „Stadtschultheiß“ seit 1930 Bürgermeister und mit der Erhebung zur Großen Kreisstadt am 1. April 1956 lautet die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird von den Wahlberechtigten auf 8 Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung „Bürgermeister“.

Stadtoberhäupter seit 1819

  • 1819–1832: Christian Ludwig Göckler
  • 1832–1841: Philipp Gottlieb Osiander
  • 1841–1849: Heinrich August Kübel
  • 1849–1878: Johan Georg Heim
  • 1878–1908: Ernst Michael Kröner
  • 1908–1943: Andreas Marx
  • 1943–1945: Reinhold Seeber
  • 1945: Martin Schempp
  • 1945–1975: Franz Kröning
  • 1975–1988: Werner Hauser
  • 1988–2004: Peter Jakob
  • seit 2004: Angelika Matt-Heidecker

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt Kirchheim unter Teck zeigt unter goldenem Schildhaupt, darin eine liegende schwarze Hirschstange, in Blau ein mit Kesselrinken besetztes silbernes Kreuz (Kirchenspange). Die Stadtflagge ist gelb-blau.

Das Wappen wird schon lange geführt. Bereits 1295 ist es in den Stadtsiegeln belegt, wobei die württembergische Hirschstange erst später hinzukam. Das Wappensymbol wird auch als Kirchheimer Kreuz bezeichnet. Die Blasonierung des Wappens ist seit 1535 belegt. Die Stadtflagge wurde hingegen erst 1902 festgelegt.

Partner- und Patenschaften[Bearbeiten]

Airbus A319-100 "Kirchheim unter Teck" in Hamburg vor dem Start

Städtepartnerschaften bestehen

Patenschaften bestehen seit 1953 für Freiwaldau-Gräfenberg in Tschechien[3] und seit 1966 für Bulkes in Serbien; aus beiden Städten kamen viele Heimatvertriebene nach Kirchheim.

1973 übernahm die Stadt die Patenschaft für das U-Boot U16 der Bundesmarine; im September 2010 wurde das Boot außer Dienst gestellt.[4]

Ab 1992 war die Stadt Pate eines Lufthansa-Passagierflugzeugs der Baureihe Boeing 737-500 mit der Registrierung D-ABIZ; diese Maschine wurde im Juli 2011 außer Dienst gestellt. Seit September 2011 trägt der Airbus A319-114 mit dem Kennzeichen D-AIBG den Namen der Stadt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Kirchheim ist über die von Wendlingen nach Oberlenningen führende Teckbahn an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Im Stadtgebiet liegen die Bahnhöfe Kirchheim (Teck)-Ötlingen und Kirchheim (Teck) sowie der Haltepunkt Kirchheim (Teck) Süd. Bis Kirchheim ist die Bahnstrecke in das Stuttgarter S-Bahnnetz integriert und wird von der Linie S1 im 30-Minuten-Takt bedient. Im weiteren Verlauf bis Oberlenningen verkehren stündlich Regionalbahnen. Zudem fahren täglich mehrere Güterzüge nach Dettingen und Oberlenningen.

Die frühere Bahnstrecke Kirchheim (Teck) Süd–Weilheim (Teck) und die daran liegenden ehemaligen Haltepunkte Kirchheim (Teck)-Bohnau und Kirchheim (Teck)-Jesingen ist seit 1995 außer Betrieb, der Personenverkehr nach Weilheim wurde bereits 1982 aufgelassen. Nach der Fertigstellung von Stuttgart 21 soll die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm Kirchheim weitgehend im Albvorlandtunnel südlich der A8 umfahren. Im Stadtgebiet versorgen vor allem zahlreiche Buslinien von OVK und RBS den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und binden Kirchheim an mehrere Nachbargemeinden an. Alle Linien verkehren zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS).

Die Bundesautobahn 8 (KarlsruheMünchen) verläuft durch das südliche Stadtgebiet. Kirchheim ist über die Anschlussstellen Kirchheim-West und Kirchheim-Ost zu erreichen. Ferner führt die Bundesstraße 297 (LorchTübingen) durch die Stadt. In Kirchheim beginnt auch die Bundesstraße 465 nach Süden durch das Lenninger Tal bis Leutkirch im Allgäu.

Zu Kirchheim gehören auch der Verkehrslandeplatz Nabern und der Segelflugplatz Hahnweide, welche allerdings nicht kommerziell angeflogen werden.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Stadtbücherei am Krautmarkt umfasst einen Bestand von 64.600 Medien und erzielte 2012 rund 281.000 Entleihungen.[5] Bis 1990 war die Stadtbücherei im gegenüberliegenden Max-Eyth-Haus untergebracht, seitdem befindet sie sich an ihrem jetzigen Standort am Krautmarkt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Kirchheim unter Teck begann bereits früh die Industrialisierung. Bekannte Vertreter sind nicht mehr existierenden Unternehmen wie das Textilunternehmen Kolb & Schüle AG, die Schrauben- und Flanschenfabrik Emil Helfferich, die Maschinenfabrik Kirchheim, die Eisengießerei Grüninger und Prem, die Pianofortefabrik Kaim, die Firma Teck-Harmonium, die Papierwarenfabrik Otto Ficker AG, die Zigarrenfabrik Laukhardt oder der Rüstungsbetrieb MBB.

Zu den bekanntesten bestehenden Unternehmen mit Sitz in Kirchheim zählen der Sitzhersteller Recaro, Graupner Modellbau, der Wander- und Skistockhersteller Leki und Schempp-Hirth Flugzeugbau. Im Industriepark Nabern sitzen die Verwaltung des weltgrößten Omnibusherstellers EvoBus sowie NuCellSys, ein Unternehmen, das Brennstoffzellen entwickelt. Beide sind Tochtergesellschaften der Daimler AG. Der Antriebs- und Steuerungstechnikhersteller AMK und der Halbleiterproduzent Dialog Semiconductor haben ebenfalls ihren Hauptsitz in Kirchheim unter Teck, ebenso die Krankenkasse BKK Scheufelen.

Medien[Bearbeiten]

In Kirchheim unter Teck erscheint als TageszeitungDer Teckbote“, eine Regionalausgabe der Südwest-Presse.

Behörden, Gericht und Einrichtungen[Bearbeiten]

Kirchheim unter Teck verfügt über eine Außenstelle des Finanzamts Nürtingen, eine Außenstelle des Landratsamts Esslingen, ein Notariat und ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk und zum OLG-Bezirk Stuttgart gehört.

Die Stadt ist auch Sitz des Kirchenbezirks Kirchheim unter Teck der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

An Gesundheitseinrichtungen hat die Stadt ein Kreiskrankenhaus des Landkreises Esslingen. Darüber hinaus gibt es mehrere Sport- und Freizeiteinrichtungen, darunter ein Freibad, 11 Sport- und Veranstaltungshallen, eine Skateanlage, einen Reitstall sowie 10 Stadien bzw. Sportplätze.

Bildung[Bearbeiten]

Ludwig-Uhland-Gymnasium

In Kirchheim unter Teck gibt es ein Pädagogisches Fachseminar (zur Ausbildung von Lehrern), zwei allgemeinbildende Gymnasien (das Schlossgymnasium und das Ludwig-Uhland-Gymnasium), ein technisches Gymnasium (innerhalb der Max-Eyth-Schule) sowie ein Wirtschaftsgymnasium (innerhalb der Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule), zwei Realschulen (Freihof- und Teck-Realschule), eine Förderschule (Konrad-Widerholt-Schule), vier Grund- und Hauptschulen bzw. Grund- und Hauptschulen mit Werkrealschule (Eduard-Mörike-Schule Ötlingen mit Außenstelle Haldenschule, Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Alleenschule, Jesingen und Raunerschule) sowie drei selbständige Grundschulen (Freihofschule, Grundschule Nabern und Konrad-Widerholt-Schule mit Außenstelle auf dem Schafhof).

Der Landkreis Esslingen ist Schulträger der Beruflichen Schulen (Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule – Kaufmännische Schule und Max-Eyth-Schule – Gewerbliche Schule) sowie des Carl-Weber-Schulkindergartens für Geistigbehinderte.

Die private Freie Waldorfschule, die Janusz-Korczak-Schule für Erziehungshilfe am Heim sowie Sonderberufsfachschule der Paulinenpflege und die private Krankenpflegeschule des Diakonissenmutterhauses Aidlingen am Kreiskrankenhaus runden das schulische Angebot in Kirchheim unter Teck ab.

Bei der Volkshochschule Kirchheim unter Teck e. V. gibt es seit 1947 ein vielfältiges Kursangebot; die DEULA bietet agrartechnische Fortbildungen an.

Für kleinere Kinder gibt es 49 Kindergartengruppen mit 1328 Plätzen, 5 Gruppen in einer Kindertagesstätte mit 85–88 Plätzen, 5 Gruppen in kirchlichen Kindergärten mit 75–81 Plätzen und 5 Gruppen in freien Kindergärten mit 119 Plätzen.

Es gibt eine DEULA zur Schulung junger Teilnehmer im Bereich Landbau und eine verkehrspädagogische Akademie (VPA) zur Fahrlehrerausbildung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchheim liegt an der Südroute der Deutschen Fachwerkstraße mit vielen Sehenswürdigkeiten.

Museen[Bearbeiten]

  • Städtisches Museum im Kornhaus
  • Literarisches Museum im Max-Eyth-Haus
  • Galerie im Kornhaus – Galerie für regionale und zeitgenössische Kunst
  • Schlossmuseum mit acht Fürstenzimmern im Kirchheimer Schloss
  • Feuerwehrmuseum am Technischen Zentrum in der Henriettenstraße

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Am ehemaligen Pfarrhaus erinnern eine Gedenktafel und im Inneren ein Versammlungsraum an den erklärten Hitlergegner und protestantischen Pfarrer der Bekennenden Kirche, Otto Mörike.[6]

Bauwerke[Bearbeiten]

Renaissance-Schloss

Sehenswert ist die historische Altstadt von Kirchheim mit vielen Fachwerkhäusern, darunter das alte Rathaus (Wahrzeichen der Stadt) mit Kassettendecke und Mondphasenuhr. Die Martinskirche ist die evangelische Hauptkirche der Stadt. Die Kirche wurde erstmals 960 erwähnt und in der Mitte des 15. Jahrhunderts in ihrer heutigen Form im Stil der Gotik errichtet. Zu den weiteren historischen Bauwerken der Stadt zählen das Schlößle, das im Kern aus dem Jahr 1427 stammt, das Kornhaus, erbaut um 1550, das Renaissance-Schloss (errichtet von 1538 bis 1560) sowie Reste der Stadtmauer und der Schlossgraben mit Bastion, ferner das Max-Eyth-Haus (Geburtshaus von Max Eyth), das mit dem 1538 errichteten "Alten Haus" (ehem. Stadttorherberge) eines der ältesten Gebäude der Stadt ist, das Wachthaus (das einzig erhaltene von ehemals vier Wachthäusern) und das Spital aus dem 14. Jahrhundert.

Weitere evangelische Kirchen in der Kernstadt sind die Christuskirche von 1909, die Kreuzkirche von 1956, die Thomaskirche von 1967 und die Auferstehungskirche von 1972. Katholische Kirchen sind St. Ulrich von 1910 und Maria Königin von 1967.

Die namensgebende Burg Teck liegt einige Kilometer südlich von Kirchheim bei Owen (Teck).

In den Stadtteilen gibt es folgende Kirchen: Evangelische Kirche Jesingen (neugotisch mit Resten aus dem 13. Jahrhundert), evangelische Kirche Nabern (spätgotisch mit freistehendem Turm, der 1870 einen Achteckhelm erhielt), Johanneskirche in Ötlingen (erbaut um 1600) und Matthäuskirche Lindorf (erbaut 1961).

Reste der Startrampen für die Natter im Hasenholz-Wald

Im Jahre 1945 wurden im Hasenholz-Wald Startrampen für das Raketenflugzeug Bachem Ba 349 „Natter“ errichtet. Diese gelten als die einzigen öffentlich zugänglichen, da die Startrampe auf dem Ochsenkopf des Truppenübungsplatzes Heuberg, von der aus Lothar Sieber einen tödlichen bemannten Testflug unternahm, weiterhin in einem militärischen Sperrbezirk liegt.

Kirchheimer Kunstweg[Bearbeiten]

Der Kirchheimer Kunstweg umfasst seit 2004 eine Sammlung zeitgenössischer Werke deutscher und internationaler Künstler in der Innenstadt und in Ötlingen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • März: Märzenmarkt
  • Mai: Graupnercup
  • Juni: Haft- und Hoka-Fescht
  • Juni: Kirchheimer Musiknacht
  • Juli: Kunst und Kultur am Schloss
  • August: Kirchheimer Weindorf
  • August/September: Sommernachtskino Kirchheim-Teck
  • Oktober: „Goldene Oktobertage“
  • November: Gallusmarkt
  • November/Dezember: Weihnachtsmarkt
  • Dezember: Silvesterlauf zur Teck
  • Internationaler Hahnweide-Segelflug-Wettbewerb
  • Oldtimer-Fliegertreffen auf der Hahnweide Anfang September (nur an ungeraden Jahren)
  • Konzertreihe „Tasta-Tour“ (nur an geraden Jahren)

Sport[Bearbeiten]

Die Basketballer der Kirchheim Knights spielen in der Pro A. Die Heimspiele werden in der Sporthalle Stadtmitte (Alleenschule) ausgetragen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Stadt Kirchheim unter Teck hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

  • 1873: Gottlieb Christian Friedrich von Hauff (1802-1882), Oberamtsarzt: Er war ab 1841 in Kirchheim u. a. als Leibarzt für Herzogin Henriette von Württemberg tätig und machte wegen seines Einsatzes von Chloroform bei Operationen von sich reden. Wegen seiner großen Verdienste auf wissenschaftlichem und literarischem Gebiet, insbesondere einem Buch über die Ruhr und zahlreichen Zeitschriftenabhandlungen, wurde ihm die Ehrenbürgerwürde verliehen.
  • 1891: Karl Strölin (1824-1901), Rektor: Für sein überaus engagiertes und sehr erfolgreiches pädagogisches Wirken erhielt er 1868 den Titel des Rektors der Lateinschule und 1885 das Ritterkreuz erster Klasse des württembergischen Friedrichsordens. Unter seiner Führung stieg die Zahl der Schüler auf 150. Aus Anlass seiner 25-jährigen Tätigkeit in Kirchheim verlieh ihm die Stadt das Ehrenbürgerrecht.
  • 1908: Ernst Kröner (1842-1926), Stadtschultheiß: Er widmete sich allen Bereichen der Kommune, wie Förderung des Schulwesens, Verlängerung der Eisenbahn, die Gas- und Wasserversorgung, Elektrizität und Kanalisation, sowie Erschließung neuer Wohngebiete. Für seine vorzügliche Amtsführung erhielt er aus der Hand des Königs mit dem Friedrichsorden 1. Klasse die höchste Auszeichnung, die es in Württemberg gab. Die Stadt würdigte seine Verdienste in dreißig Jahren Amtszeit mit dem Ehrenbürgerrecht.
  • 1915: Friedrich Wilhelm Schönig (1847-1923), Rektor: Wegen seiner bedeutenden Leistungen im Zusammenhang mit dem Ausbau der höheren Schule, dem Realprogymnasium, und des ausgeprägten ehrenamtlichen Engagements im Gewerbeverein, im Turnverein, Kirchengemeinderat und Verschönerungsverein, wurde ihm das Ehrenbürgerrecht verliehen.
  • 1915: Julius Krauß (1841-1923), Oberamtsarzt: Zum Ehrenbürger der Stadt wurde er für sein fünfzigjähriges, unermüdliches Wirken als Arzt in Kirchheim, für ein wissenschaftliches Werk über das Medizinalwesen Württembergs sowie für seinen Einsatz für die Kinderkrippe ernannt. Er war ein gewissenhafter Berater zur Verbesserung der gesundheitlichen Verhältnisse im Stadtgebiet und betreute das Wilhelmhospital.
  • 1919: Otto Ficker (1859-1928), Fabrikant: Neben seiner beruflichen Tätigkeit hat er stets regen Anteil am bürgerlichen Leben genommen. Als Gemeinderat, Mäzen, Förderer der Kultur und der Schulen, ist er bis heute unvergessen. Er vertrat als Stadtvorstand Bürgermeister Marx im Ersten Weltkrieg. Durch großzügige Stiftungen ermöglichte er u. a. die Einrichtung des Altenheims Fickerstift. Bürgermeister Marx zeichnete ihn mit dem Ehrenbürgerrecht aus.
  • 1933: Wilhelm Murr, Reichsstatthalter[7]
  • 1933: Christian Mergenthaler, württembergischer Ministerpräsident[7]
  • 1956: Andreas Marx (1876-1963), Bürgermeister: Er hatte sich das Ehrenbürgerrecht als Bürgermeister von 1909 bis 1943 in schweren Zeiten der Stadt verdient. Sein Augenmerk galt dem Schul- und Bildungswesen, dem Wohnungsbau und der Wasserver- und -entsorgung. Er war federführend bei der Gründung des Gewerbeschulverbands und der Ansiedlung des staatlichen Hauswirtschaftlichen Seminars.
  • 1960: Walter Jacob (1893-1982), Direktor: Als Direktor des ältesten Kirchheimer Industrieunternehmens Kolb & Schüle erwarb er sich durch seinen engagierten Einsatz große Verdienste. Er stellte sich für die Mitarbeit im Gemeinderat zur Verfügung und war bis 1965 erster Stellvertreter des Oberbürgermeisters. Zudem wurde er in den Aufsichtsrat der Kreisbaugesellschaft und der Otto Ficker AG gewählt. Sein Einsatz wurde ihm mit der Ehrenbürgerwürde gedankt.
  • 1975: Franz Kröning (1914-1991), Oberbürgermeister: In seiner dreißigjährigen Amtszeit hat er sich insbesondere in den schweren Nachkriegsjahren als Stadtvorstand außerordentliche Verdienste erworben. Er brachte nach 1945 die Verwaltung wieder in Gang und die 7.000 Flüchtlinge und Heimatvertriebene in der 13.000 Einwohner zählenden Stadt unter. Linderung der Wohnungsnot, Ansiedlung von Industrie und Gewerbe, Bau von Schulen und Kindergärten waren einige seiner Schwerpunkte. Er begründete die Städtepatenschaften mit Freiwaldau-Gräfenberg und Bulkes und die Städtepartnerschaft mit Rambouillet. Mit dem Ehrenbürgerrecht erhielt er den Ehrenring der Stadt Kirchheim unter Teck.
  • 1979: Jacqueline Thome-Patenôtre (1906-1995), Bürgermeisterin der Partnerstadt Rambouillet: Die Bürgermeisterin der französischen Stadt Rambouillet war Staatssekretärin, Mitglied und Vizepräsidentin der Nationalversammlung sowie Europaabgeordnete. Sie erwarb sich in ihrer 35-jährigen Amtszeit große Verdienste bei der mit Franz Kröning begründeten Städtepartnerschaft von Rambouillet und Kirchheim unter Teck. Der Gemeinderat Kirchheims beschloss, ihr für diesen unermüdlichen Einsatz das Ehrenbürgerrecht zu verleihen.
  • 1990: Karl Schmid (1921-2002), Verwaltungsangestellter: Der letzte Kirchheimer Ehrenbürger ist Karl Schmid. Er hatte sich in vier Jahrzehnten bleibende Verdienste im öffentlichen, politischen und wirtschaftlich-sozialen Leben erworben. Bedeutend sind sein Engagement für den VdK und als ehrenamtlicher Sozialrichter, seine 31 Jahre dauernde Gemeinderatstätigkeit, der Fraktionsvorsitz der SPD und die Tätigkeit als ehrenamtlicher Stellvertreter des Oberbürgermeisters.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit Kirchheim verbunden sind[Bearbeiten]

Berühmte Persönlichkeiten, die einen Teil ihres Lebens in Kirchheim verbracht haben:

  • Konrad Widerholt, * 20. April 1598 in Ziegenhain; † 13. Juni 1667 in Kirchheim (Teck), Festungskommandant der Festung Hohentwiel im Dreißigjährigen Krieg, ab 1650 Obervogt in Kirchheim
  • Johann Conrad Hochstetter, * 1583 in Gerhausen; † 10. Februar 1661 in Kirchheim (Teck), ab 1626 Stadtpfarrer in Kirchheim und Spezialsuperintendent
  • Herzogin Magdalena Sibylla von Württemberg, * 28. April 1652 in Darmstadt; † 11. August 1712 in Kirchheim (Teck), 1677 bis 1693 Regentin von Württemberg, lebte von 1694 bis 1712 in Kirchheim
  • Herzogin Johanna Elisabeth von Württemberg, * 3. Oktober 1680 in Durlach; † 2. Juli 1757 in Schloss Stetten in Stetten im Remstal, Witwe von Herzog Eberhard Ludwig, lebte von 1735 bis 1757 in Kirchheim
  • Herzogin Franziska von Württemberg, * 11. Januar 1748 in Adelmannsfelden, † 1. Januar 1811 in Kirchheim (Teck), Witwe des regierenden Herzogs Carl Eugen, lebte von 1793 bis 1811 auf Schloss Kirchheim
  • Herzogin Henrietta von Württemberg, * 22. April 1780 in Kirchheimbolanden; † 2. Januar 1857 in Kirchheim (Teck), Wohltäterin der Stadt
  • Adolf Hirzel, * 17. Dezember 1809 in Künzelsau, † 17. Oktober 1898 in Kirchheim (Teck), Oberamtspfleger in Kirchheim, Landtagsabgeordneter 1851–1856
  • Werner Gneist, * 10. März 1898 in Ulm, † 19. August 1980 in Kirchheim (Teck), dt. Liederkomponist, 1973 erhalt der Konrad-Widerholt-Gedenkmünze der Stadt Kirchheim
  • Klaus Holighaus, * 14. Juli 1940 in Eibelshausen; † 9. August 1994 am Rheinwaldhorn, Segelflugzeugkonstrukteur
  • Fabian Schläper, * 1976 in Aachen, Songkabarettist und Textdichter. Er wuchs in Kirchheim (Teck) auf.
  • Tobias Unger, * 10. Juli 1979 in München, Leichtathlet und Olympiateilnehmer. Er lebt in Kirchheim

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Schwenkel: Heimatbuch des Kreises Nürtingen. Band 2. Würzburg 1953, S. 388–528.
  • Erich Keyser: Württembergisches Städtebuch; Band IV, Teilband Baden-Württemberg, Band 2 aus Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte, Stuttgart 1961.
  • Werner Frasch: Kirchheim unter Teck – aus Geschichte und Gegenwart einer Stadt und ihrer Bewohner Verlag der Teckbote, Kirchheim unter Teck 1985, ISBN 3-925589-00-7.
  • Kirchheim unter Teck - Marktort|Amtsstadt|Mittelalterzentrum - Hrsg. von Rainer Kilian i. A. der Stadt Kirchheim (Teck), Kirchheim unter Teck: GO Druck Media Verlag, 2006, ISBN 978-3-925589-38-6.
  • Der Landkreis Esslingen – Hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg i. V. mit dem Landkreis Esslingen, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, Band 2, Seite 45.
  • Kirchheim unter Teck um 1000 n.Chr. - Geschichte und Archäologie - Hrsg. Regierungspräsidium Stuttgart - Landesamt für Denkmalpflege Esslingen, Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg Heft 62, Stuttgart: Verlagsbüro Wais und Partner, 2011, ISBN 978-3-942227-03-2.
  • Roland Deigendesch: Mit Tina und Mehmet Kirchheim unter Teck entdecken – Stadtgeschichte(n) für Kinder. Hrsg. von der AG Museumspädagogik in Verbindung mit dem Stadtarchiv Kirchheim unter Teck. Kirchheim unter Teck: GO Druck Media, 2011, ISBN 978-3-925589-56-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kirchheim unter Teck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Kirchheim unter Teck – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
  3. Freiwaldauer Heimatstube, abgerufen am 14. Oktober 2014
  4. Abschiedsbesuch beim Unterseeboot U16, Artikel auf den offiziellen Webseiten der Stadt Kirchheim unter Teck (abgerufen am 8. Oktober 2012)
  5. Deutsche Bibliotheksstatistik, abgerufen am 7. Juni 2013
  6. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd. I, Bonn 1995, S. 51, ISBN 3-89331-208-0.
  7. a b Die Ehrenbürgerwürde an die Herren Murr und Mergenthaler wurde während der Zeit des Nationalsozialismus verliehen und ist durch deren Tod 1945 bzw. 1980 erloschen. Wäre dies nicht geschehen, hätte der Gemeinderat das Ehrenbürgerrecht 2007 durch einstimmigen Beschluss aberkannt. Der Gemeinderat hat sich am 12. Dezember 2007 bewusst dafür entschieden, Murr und Mergenthaler in der Ehrenbürger-Auflistung zu belassen. Es war der Wille des Gemeinderates, dass in der Gegenwart und für die Zukunft im Bewusstsein bleiben soll, dass in Zeiten des Nationalsozialismus politisch opportune Entscheidungen auch in Kirchheim getroffen wurden, um den damaligen Machthabern gefällig zu sein. Manche Gemeinden haben als symbolischen Akt in den letzten Jahrzehnten Ehrenbürgerwürden des Dritten Reiches aberkannt. Kirchheim unter Teck geht bewusst einen anderen Weg, um die Geschehen des Dritten Reichs nicht aus der Erinnerung zu streichen.