Hornberg
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Freiburg | |
| Landkreis: | Ortenaukreis | |
| Höhe: | 384 m ü. NN | |
| Fläche: | 54,45 km² | |
| Einwohner: |
4240 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 78 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 78132 | |
| Vorwahl: | 07833 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OG | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 3 17 051 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Bahnhofstraße 1-3 78132 Hornberg |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Siegfried Scheffold (parteilos) | |
| Lage der Stadt Hornberg im Ortenaukreis | ||
Hornberg ist eine Stadt im Ortenaukreis in Baden-Württemberg.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Geographische Lage [Bearbeiten]
Hornberg liegt an der Mündung des Reichenbachtals in das Gutachtal im mittleren Schwarzwald in 344–970 Metern Höhe (Gemarkungsgrenze zu Gutach im Talgrund–Karlstein), im südöstlichen Zipfel des Ortenaukreises.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Die Stadt grenzt im Nordwesten an Gutach, im Norden an die Stadt Wolfach, im Osten an Lauterbach und Schramberg, beide im Landkreis Rottweil, im Süden an die Stadt Triberg und im Südwesten an Schonach, beide im Schwarzwald-Baar-Kreis und im Westen an die Stadt Elzach im Landkreis Emmendingen.
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Zur Stadt Hornberg mit den ehemals selbstständigen Gemeinden Niederwasser und Reichenbach gehören 134 Städte, Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Häuser.
Geschichte [Bearbeiten]
Bereits zur Römerzeit verlief durch das Gebiet der Stadt eine bedeutende Fernverbindung von Straßburg nach Konstanz, die unter fränkischer Herrschaft weiter betrieben wurde. Die Herrschaft Hornberg wurde dem Adalbert von Ellerbach von Heinrich IV. um das Jahr 1084 zum Lehen gegeben, der sich fortan von Hornberg nannte.
Um 1200 erfolgte unter den Erben eine Teilung, der südliche Teil wurde zur Herrschaft Triberg. Die Burg, unterhalb der sich die spätere Stadt Hornberg entwickelte, wurde um das Jahr 1300 errichtet.
Die Stadt ging durch Verkauf in die Hände der Württemberger über, für die dieses Gebiet einen wichtigen Stützpunkt auf dem Weg zu ihren elsässischen Besitzungen und der Grafschaft Mömpelgard darstellte. Der Verkauf begann im Jahre 1423 und war etwa 2 Jahrzehnte später abgeschlossen. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Stadt Sitz eines Obervogteiamtes.
Im Gränzvertrag zwischen dem Königreich Würtemberg und dem Großherzogthum Baden,[2] der am 2. Oktober 1810 in Paris abgeschlossen wurde, kamen mehrere „Stäbe“ des Oberamtes Hornberg, so die Stadt Hornberg und die Gemeinden Gutach, Schiltach und Kirnbach an das Großherzogtum Baden. Hornberg blieb auch danach Sitz eines Bezirksamtes.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Die Gemeinde Niederwasser wurde am 1. Dezember 1971 und die Gemeinde Reichenbach am 1. April 1974 eingemeindet.
Religionen [Bearbeiten]
Die Reformation wurde 1535 in Hornberg eingeführt. In der Stadt gibt es heute eine evangelische, eine römisch-katholische und eine neuapostolische Kirche.
Politik [Bearbeiten]
Bürgermeister [Bearbeiten]
Bei der Wahl am 7. Dezember 2008 wurde Siegfried Scheffold mit 77,53 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen erneut zum Bürgermeister gewählt. Es ist seine zweite Amtszeit. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,69 Prozent.
Gemeinderat [Bearbeiten]
Die Gemeinderatswahl am 7. Juni 2009 brachte folgendes Ergebnis:
| Partei | Wahlergebnis | Sitze |
|---|---|---|
| CDU | 38,2 % (+3,4) | 7 Sitze (+1) |
| SPD | 32,3 % (−0,6) | 6 Sitze (±0) |
| FWH | 29,6 % (−2,7) | 5 Sitze (−1) |
Reichenbach und Niederwasser verfügen über eigene Ortschaftsräte.
Wappen [Bearbeiten]
Das Wappen zeigt zwei abgewendete schwarze Jagdhörner (Hifthörner), die über einem grünen Dreiberg schweben auf einem silbernen Schild.
Partnerschaften [Bearbeiten]
Seit dem 13. September 1997 unterhält die Stadt Hornberg eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Bischwiller im Elsass, die etwa 30 km nördlich von Straßburg liegt.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
- Industrie: Sanitärkeramik, Elektrotechnik, Holzverarbeitung.
- Landwirtschaft: Die landwirtschaftlichen Betriebe konzentrieren sich auf Viehhaltung und Forstwirtschaft in den Ortsteilen Reichenbach und Niederwasser, von den 85 (2003) Betrieben sind 34 Haupterwerbsbetriebe.
- Fremdenverkehr: Der Tourismus ist für Hornberg ein wichtiger Erwerbszweig, insgesamt wurden im Jahr 2005 52.685 Übernachtungen gezählt.
Ansässige Betriebe [Bearbeiten]
In Hornberg sind unter anderem die Privatbrauerei M. Ketterer GmbH & Co. und der Sanitärhersteller Duravit AG ansässig. Hoch über der Stadt liegt das Hotel Schloss Hornberg. Zur anderen Seite der Stadt befindet sich die vom Neurologen Matthias Gottschaldt gegründete private Akutklinik Oberbergklinik Schwarzwald für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, die sich auf die Behandlung von Depressionen, Abhängigkeitserkrankungen, Burn-out sowie Angst- und Panikstörungen spezialisiert hat.
Verkehr [Bearbeiten]
Hornberg ist durch die Bundesstraße 33 (Willstätt–Ravensburg) mit dem überregionalen Straßennetz verbunden. Seit 3. Juli 2006 wird die Hornberger Innenstadt durch einen Umgehungstunnel, den 1885 Meter langen Hornberg-Tunnel, entlastet.
Über die Badische Schwarzwaldbahn von Karlsruhe und Offenburg nach Singen (Hohentwiel) und Konstanz ist die Stadt an das Schienennetz angeschlossen.
Bildungseinrichtungen [Bearbeiten]
Mit der Wilhelm-Hausenstein-Schule verfügt Hornberg über eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Daneben gibt es je einen evangelischen und römisch-katholischen Kindergarten.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Hornberg liegt am Mittelweg, Westweg und am Querweg Rottweil-Lahr, drei Fernwanderstrecken, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführen. Der Ort liegt auch an der Deutschen Uhrenstraße.
Bauwerke und Orte [Bearbeiten]
- Johannes-Täufer-Kirche, Evangelische Stadtkirche, 1953–1955 nach starker Zerstörung im 2. Weltkrieg renoviert und restauriert[3]
- Eisenbahnviadukt der Schwarzwaldbahn
- Karlstein bei Hornberg Felsformation im Ortsteil Niederwasser
- Stadtbrunnen zum Gedenken an das Hornberger Schiessen. Erbaut 1955 durch Hugo Knittel[4]
Museen [Bearbeiten]
- Stadtmuseum mit Wilhelm-Hausenstein-Gedenkraum
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- jährliches Volksschauspiel des weltberühmten Hornberger Schießen durch Hornberger Bürger auf der Erwin-Leisinger-Freilichtbühne
- Fasnet (schwäbisch-alemannische Fasnacht) von Schmutzigen Donnerstag bis Aschermittwoch
- traditioneller Schellenmarkt an Pfingsten auf dem Fohrenbühl
- traditioneller Martinimarkt Jährlich im November
- Greifvogel-Flugvorführungen jeden Sonntag im Sommer auf dem Schlossberg
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Ehrenbürger [Bearbeiten]
- Franz Schiele (* 1882 in Hornberg) war Unternehmer und Bürgermeister
- Wilhelm Hausenstein (* 1882 in Hornberg) war ein Publizist und Diplomat
- Erwin Leisinger war ein Heimatdichter und Verfasser des Freilichtspiels „Das Hornberger Schiessen“
- Franz Kook war Vorstandsvorsitzender der Duravit AG
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Andreas Beck (* 1948), Mediziner (Leiter der Röntgenabteilung des Klinikums Konstanz), Theologe und Schriftsteller
- Dietmar Bisch, Head of the Department of Mathematics, Vanderbilt University Nashville, TN (USA)
- Michael Ehrmann, Direktor des Zentrums für Medizinische Biotechnologie Universität Duisburg-Essen
- Michael Gebhart (* 1961), deutscher Drehbuchautor, Produzent und Radiomoderator
- Bärbel Hähnle (* 1949), Leichtathletin, 1969 Vize-Europameisterin mit der 4×100-Meter-Staffel
- Wilhelm Hausenstein (1882–1957), Schriftsteller, Kunstkritiker und Kulturhistoriker, Publizist und Diplomat
- Bruno von Hornberg (1275–1310), deutscher Minnesänger
- Anna Hofheinz-Gysin (1881–1929), deutsche Dichterin, Pfarrersfrau und Hausfrau
- Wilhelm Ludwig Hosch (1750–1811), pietistischer Theologe und Kirchenlieddichter
- Friedrich Jeckeln (1895–1946), deutscher Kriegsverbrecher
- Werner Reutter, Direktor des Instituts für Biochemie und Molekularbiologie der Charité, Berlin-Dahlem
- Frieder Schäuble (1937–2011, Vorsitzender des Europahauses in Leipzig (Schirmherr H. D. Genscher)
- Thomas Schäuble (1948–2013), deutscher Politiker (CDU), Direktor der Badischen Staatsbrauerei Rothaus/Schwarzwald
- Wolfgang Schäuble (* 1942), Bundesminister der Finanzen, Berlin
- Beate Schwer, Department of Microbiology and Immunology, Weill Cornell Medical College, New York
- Christoph Schmider (* 1960), deutscher Archivdirektor
- Alfred Stulz, Okarben, Begründer des ratiopharm-Prinzips in Deutschland
- Siegfried Wendt (* 1940), Informatiker
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben [Bearbeiten]
- Johannes Beck (* 1938), Direktor des Instituts für Anorganische Chemie der Universität Bonn
- Rochus Misch (* 1917), Leibwächter und Telefonist Adolf Hitlers; arbeitete als selbständiger Kunstmaler in Hornberg
- Reinold von Urslingen (1363/1365–1442), Ritter, 1437 Anteileigentümer an der Burg und Stadt Hornberg
Literatur [Bearbeiten]
- Stadtverwaltung Hornberg (Hrsg.): 900 Jahre Hornberg. Konkordia, Bühl [Baden] 1993.
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ documentArchiv.de: Gränzvertrag zwischen dem Königreich Würtemberg und dem Großherzogthum Baden
- ↑ Website der Stadt Hornberg , Stand 06/2011
- ↑ Narrenzunft Hornberg e.V.
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