Hornberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Hilfe:Begriffsklärung
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hornberg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hornberg
Hornberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hornberg hervorgehoben
48.2133333333338.2308333333333344-970Koordinaten: 48° 13′ N, 8° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 344-970 m ü. NN
Fläche: 54,45 km²
Einwohner: 4403 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 81 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78132
Vorwahl: 07833
Kfz-Kennzeichen: OG
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 051
Adresse der Stadtverwaltung: Bahnhofstraße 1-3
78132 Hornberg
Webpräsenz:
Bürgermeister: Siegfried Scheffold (parteilos)

Hornberg ist eine Stadt im Ortenaukreis in Baden-Württemberg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Hornberg liegt an der Mündung des Reichenbachtals in das Gutachtal im mittleren Schwarzwald in 344–970 Meter Höhe (Gemarkungsgrenze zu Gutach im Talgrund–Karlstein), im südöstlichen Zipfel des Ortenaukreises.

Blick auf Hornberg vom Schloss aus

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Die Stadt grenzt im Nordwesten an Gutach, im Norden an die Stadt Wolfach, im Osten an Lauterbach und Schramberg, beide im Landkreis Rottweil, im Süden an die Stadt Triberg und im Südwesten an Schonach, beide im Schwarzwald-Baar-Kreis und im Westen an die Stadt Elzach im Landkreis Emmendingen.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Zur Stadt Hornberg mit den ehemals selbstständigen Gemeinden Niederwasser und Reichenbach gehören 134 Städte, Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Häuser.

Siehe auch → Liste der Orte im Ortenaukreis

[Bearbeiten] Geschichte

Allianzwappen anlässlich einer Eheschließung zwischen einem Freiherrn von Hornberg und einer Freiin von Zimmern

Bereits zur Römerzeit verlief durch das Gebiet der Stadt eine bedeutende Fernverbindung von Straßburg nach Konstanz, die unter fränkischer Herrschaft weiter betrieben wurde. Die Herrschaft Hornberg wurden dem Adalbert von Ellerbach von Heinrich IV. um das Jahr 1084 zum Lehen gegeben, der sich fortan von Hornberg nannte.

Um 1200 erfolgte unter den Erben eine Teilung, der südliche Teil wurde zur Herrschaft Triberg. Die Burg unterhalb der sich die spätere Stadt Hornberg entwickelte wurde um das Jahr 1300 errichtet.

Die Stadt ging allmählich durch Verkauf in die Hände der Württemberger über, für die dieses Gebiet einen wichtigen Stützpunkt auf dem Weg zu ihren elsässischen Besitzungen und der Grafschaft Mömpelgard darstellte. Der Verkauf begann im Jahre 1423 und war etwa 20 Jahrzehnte später abgeschlossen. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Stadt Sitz eines Obervogteiamtes.

Im Vertrag von Versailles von 1810 wurde zwischen dem Großherzogtum Baden und dem Königreich Württemberg eine Grenzbegradigung durchgeführt und Hornberg fiel an Baden. Dort blieb es zunächst Sitz eines Bezirksamtes.
siehe auch Burg Tiefenbach

[Bearbeiten] Eingemeindungen

Die Gemeinde Niederwasser wurde am 1. Dezember 1971 und die Gemeinde Reichenbach wurde am 1. April 1974 eingemeindet.

[Bearbeiten] Religionen

Die Reformation wurde 1535 in Hornberg eingeführt. In der Stadt gibt es heute eine evangelische, eine römisch-katholische und eine neuapostolische Kirche.

[Bearbeiten] Politik

Stadtbrunnen in Hornberg, Landsknecht und Narr weisen auf das bekannte Hornberger Schießen hin.

[Bearbeiten] Bürgermeister

Bei der Wahl am 7. Dezember 2008 wurde Siegfried Scheffold mit 77,53 der abgegebenen gültigen Stimmen erneut zum Bürgermeister gewählt. Es ist seine zweite Amtszeit. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,69 Prozent.

[Bearbeiten] Gemeinderat

Die Gemeinderatswahl am 13. Juni 2004 brachte folgendes Ergebnis:

  1. CDU 34,8 % (+0,4) - 6 Sitze (=)
  2. SPD 32,9 % (+0,8) - 6 Sitze (=)
  3. FWH 32,3 % (-1,2) - 6 Sitze (=)

Reichenbach und Niederwasser verfügen über eigene Ortschaftsräte.

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen zeigt zwei abgewendete schwarze Jagdhörner (Hifthörner) die über einem grünen Dreiberg schweben auf einem silbernen Schild.

[Bearbeiten] Partnerschaften

Die Stadt Hornberg unterhält partnerschaftliche Beziehungen zur elsässischen Stadt Bischwiller in Frankreich, die etwa 30 km nördlich von Straßburg liegt.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Gasthaus Schwanen auf dem Fohrenbühl
  • Industrie: Sanitärkeramik, Elektrotechnik, Holzverarbeitung.
  • Landwirtschaft: Die Landwirtschaftlichen Betriebe konzentrieren sich auf Viehhaltung und Forstwirtschaft in den Ortsteilen Reichenbach und Niederwasser, von den 85 (2003) Betrieben sind 34 Haupterwerbsbetriebe.
  • Fremdenverkehr: Der Tourismus ist für Hornberg ein wichtiger Erwerbszweig, insgesamt wurden im Jahr 2005 52.685 Übernachtungen gezählt.

[Bearbeiten] Ansässige Betriebe

In Hornberg sind u. a. die Privatbrauerei M. Ketterer GmbH & Co. und der Sanitärhersteller Duravit AG ansässig.

[Bearbeiten] Verkehr

Hornberg ist durch die Bundesstraße 33 (Willstätt - Ravensburg) mit dem überregionalen Straßennetz verbunden. Seit 3. Juli 2006 wird die Hornberger Innenstadt durch einen Umgehungstunnel, den 1885 m langen Hornberg-Tunnel, entlastet.

Über die Badische Schwarzwaldbahn von Karlsruhe und Offenburg nach Singen (Hohentwiel) und Konstanz ist die Stadt an das Schienennetz angeschlossen.

[Bearbeiten] Bildungseinrichtungen

Mit der Wilhelm-Hausenstein-Schule verfügt Hornberg über eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Daneben gibt es je einen evangelischen und römisch-katholischen Kindergarten.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Stich von Matthäus Merian: Hornberg um 1643

Hornberg liegt am Mittelweg, Westweg und am Querweg Rottweil-Lahr, drei Fernwanderstrecken, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführen. Der Ort liegt auch an der Deutschen Uhrenstraße.

[Bearbeiten] Bauwerke und Orte

[Bearbeiten] Museen

  • Stadtmuseum mit Wilhelm-Hausenstein-Gedenkraum

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

  • Hornberg ist bekannt durch das weltberühmte Hornberger Schießen, welches jedes Jahr von Hornberger Bürgern auf der Erwin-Leisinger-Freilichtbühne als Volksschauspiel aufgeführt wird.
  • Fasnet (schwäbisch-allemannische Fasnacht) von Schmutzigen Donnerstag bis Aschermittwoch
  • Alljährlich findet zu Pfingsten auf dem Fohrenbühl der traditionelle Schellenmarkt statt
  • Jährlich im November findet ein traditioneller Martinimarkt statt

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

Codex Manesse 251r: Herr Bruno von Hornberg

[Bearbeiten] Ehrenbürger

  • Franz Schiele (* 1882 in Hornberg) war Unternehmer und Bürgermeister
  • Wilhelm Hausenstein (* 1882 in Hornberg) war ein Publizist und Diplomat
  • Erwin Leisinger war ein Heimatdichter und Verfasser des Freilichtspiels „Das Hornberger Schiessen“

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Rochus Misch (* 1917), Leibwächter und Telefonist Adolf Hitlers; arbeitete als selbständiger Kunstmaler in Hornberg

[Bearbeiten] Literatur

  • Stadtverwaltung Hornberg (Hrsg.): 900 Jahre Hornberg. Konkordia, Bühl [Baden] 1993.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Hornberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen