John C. Frémont

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John C. Frémont
Signatur

John Charles Frémont (* 21. Januar 1813 in Savannah, Georgia; † 13. Juli 1890 in New York City) war ein US-amerikanischer Entdecker und Politiker. Seine Vermessungsexpeditionen im Westen der Vereinigten Staaten brachten ihm den Namen The Pathfinder ein. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Frém.“.

Frémont führte einige der wichtigsten Expeditionen des 19. Jahrhunderts zur Erforschung des amerikanischen Westens durch. Sein Verdienst als Entdecker liegt vor allem in der Erforschung des Gebirgsteils der USA sowie günstiger Überlandwege, die später von der Eisenbahn oder als Trails genutzt wurden und werden.

Leben[Bearbeiten]

John Charles Fremont, 1858.

John C. Frémont wurde als uneheliches Kind unter dem Namen John Charles Fremon geboren.

Ab 1838 war er in der US Army als topografischer Ingenieur tätig, und vermaß von 1838 bis 1839 in Begleitung des französischen Geographen Joseph Nicollet das Gebiet zwischen den Flüssen Mississippi und Missouri. 1841 heiratete Frémont heimlich Jessie Benton, die Tochter des US-Senators aus Missouri, Thomas Hart Benton. Danach erhielt er vom US-Kriegsministerium den Auftrag, die Rocky Mountains zu erkunden.

Mit seiner Mannschaft mit den prominenten Trappern Kit Carson und Thomas Fitzpatrick als Führern, gelang es ihm, vom Mai bis Oktober 1842 den South Pass des Gebirges zu erreichen, dessen Lage und die weiterer Punkte zu bestimmen und so den wichtigsten Verkehrsweg der Rocky Mountains in der Mitte des 19. Jahrhunderts festzustellen, an dem sich alle Handels- und Siedlerwege (Oregon Trail, California Trail und Mormon Trail) bündelten.

Auf einer zweiten Expedition nach Oregon überschritt er die Rocky Mountains weiter nördlich und berichtete über den großen Salzsee von Utah. Er stellte dabei fest, dass der Green River nicht, wie bis dahin angenommen, dem Großen Salzsee entspringt. Zwischen 1843 und 1844 durchforschte er mit 25 Mann, schlecht ausgerüstet, neun Monate lang durch Schnee und Eis Oberkalifornien, die Sierra Nevada und die Ebene des Sacramento-Tals. Erst seine Expedition erkannte die Geographie des Landes westlich der Rocky Mountains im Zusammenhang und räumte mit Irrtümern auf. So stellte er fest, dass es keinen großen Fluss von den zentralen Rockies zum Pazifik gibt, wie er als Buenaventura River seit dem späten 18. Jahrhundert in Landkarten eingezeichnet war.

John C. Frémont setzt die US-Flagge in den Rocky Mountains

Nach der Eroberung Kaliforniens im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg, an welchem er sich als Offizier einer Freiwilligen-Armee beteiligte, geriet er in einen Konflikt mit General Stephen W. Kearny und dem Kommodore Robert Field Stockton, die ihn beschuldigten, den Gehorsam verweigert und versucht zu haben, sich zum Gouverneur von Kalifornien zu machen.

Frémont wurde verhaftet und nach Washington, D.C. abgeführt, wo er vor ein Kriegsgericht gestellt und unehrenhaft aus der Armee entlassen wurde. Obwohl er vom Präsidenten James K. Polk begnadigt wurde, nahm er seinen Abschied und brach im Oktober 1848 abermals nach Westen auf, durchzog das Gebiet der Apachen und gelangte nach einer 300-tägigen Reise an das Flussufer des Sacramento River, wo er ein Stück Land in Mariposa kaufte. Kurz darauf wurden dort große Goldvorkommen entdeckt, die Frémont zu einem reichen Mann machten. Die Kalifornier wählten Frémont, der zu diesem Zeitpunkt noch den Demokraten angehörte, im Dezember 1849 als Senator in den Kongress.

1856 trat er als erster Präsidentschaftskandidat der gerade neu gegründeten Republikanischen Partei auf, unterlag jedoch dem Kandidaten der Demokraten, James Buchanan. Frémont behielt seinen Wohnsitz in Kalifornien und schrieb weitere Veröffentlichungen. 1860 wurde er für seine wissenschaftliche Arbeit in den preußischen Orden Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste als ausländisches Mitglied aufgenommen.[1]

Im Frühjahr 1861 wurde er im Sezessionskrieg zum Generalmajor der Nordstaaten ernannt, proklamierte aber eigenmächtig in Missouri das Kriegsrecht und gab die Sklaven bewaffneter Aufständischer frei, worauf er abberufen wurde. 1862 erhielt er erneut ein Kommando, wurde aber von Stonewall Jackson geschlagen und seitdem nicht mehr im aktiven Dienst verwendet. 1864 wurde er gegen Abraham Lincoln als Gegenkandidat aufgestellt, musste aber zurücktreten.

Frémont war bei verschiedenen Eisenbahngesellschaften zur Pazifikküste beteiligt und wurde später von betrogenen französischen Aktionären verklagt und vom Pariser Tribunal − in Abwesenheit − wegen Escroquerie verurteilt, was dem deutschen Betrug entspricht. Seine finanzielle Situation verschlechterte sich derart, dass er sich in Washington D.C. um ein Amt bewerben musste. 1878 bis 1881 war er Gouverneur des Arizona-Territoriums und lebte später in New York City, wo er am 14. Juli 1890 in einem Hotel an Peritonitis starb.

Ehrungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • John Charles Fremont, der Republikaner-Candidat für die Präsidentur der Vereinigten Staaten, in: Republikanisches Handbuch fur die Millionen Deutsche in den Verein. Staaten. J. P. Jewett and Company, Boston 1856, S. 9–16 (Digitalisat)
  • Natalie Nelson-Hernandez, Claudia Nolan: Mapmakers of the Western Trails, Adventures with John Charles Fremont ISBN 1-885852-31-2 (englisch)
  • Harold Faber: John Charles Fremont: Pathfinder to the West (Great Explorations) ISBN 0-7614-1481-9 (englisch)
  • Andrew Rolle: John Charles Fremont: Character as Destiny ISBN 0-8061-3135-7 (englisch)
  • Tom Chaffin: Pathfinder: John Charles Fremont and the Course of American Empire ISBN 0-8090-7556-3 (englisch)
  • Ned Harris, Edward D. Harris, William H. Goetzmann: John Charles Fremont and the Great Western Reconnaissance (World Explorers) ISBN 0-7910-1312-X (englisch)
  • Charles Wentworth Upham: Life, Explorations and Public Services of John Charles Fremont ISBN 1-4179-6734-X (englisch)

Film[Bearbeiten]

  • Dream West – Das abenteuerliche Leben des John Charles Frémont (USA 1986) mit Richard Chamberlain

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: John C. Frémont – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Orden Pour le Merite für Wissenschaft und Künste, Die Mitglieder Band I (1842-1881). Gebrüder Mann-Verlag, Berlin, 1975, Seite 214
  2. Der Orden pour le merite für Wissenschaft und Künste, Die Mitglieder des Ordens, Band I (1841-1881), Gebr. Mann-Verlag, Berlin, 1975