Kasachstan Temir Scholy

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Kasachstan Temir Scholy
Kasachstan Temir Scholy Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 15. März 2002
Sitz Astana, Kasachstan

Leitung

Mitarbeiter 146.449 (1. Jan. 2011)[1]
Umsatz 583,9 Mrd. Tenge (2010)[1]
Branche Transport und Logistik
Website www.railways.kz

Kasachstan Temir Scholy (kasachisch Қазақстан темір жолы (ҚТЖ), russisch Қазақстан темір жолы (Қтж), englisch Kazakhstan Temir Zholy (KTZ)) ist die staatliche Eisenbahngesellschaft Kasachstans mit Sitz in Astana.

Bei Kasachstan Temir Scholy sind rund 146.000 Mitarbeiter beschäftigt. Der Umsatz des Verkehrsunternehmens betrug im Geschäftsjahr 2010 rund 584 Milliarden Tenge.

Tochterunternehmen[Bearbeiten]

Zu Kasachstan Temir Scholy gehören 21 Tochterunternehmen. Das Unternehmen Lokomotive erbringt verschiedene Dienstleistungen im Bereich des Verkehrswesen. Die Unternehmen Kaztemirtrans und Kaztransservice sind im Bereich des Transports von Gütern tätig. Transtelecom ist für die Modernisierung des Telekommunikationssnetzes von Kasachstan Temir Scholy zuständig.

Weitere Tochterunternehmen sind Locomotivnyi servisnyi center, Temirsholsu, Temirsholshylu und Temirzhol zhondeu.

Darüber hinaus ist das Unternehmen an dem Joint Venture Yuxinou beteiligt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde am 15. März 2002 auf Beschluss des kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew als geschlossene Aktiengesellschaft gegründet. 100 Prozent der Aktienanteile sind im Besitz des kasachischen Staatsunternehmens Samruk-Kazyna.

Das Railways Building (links) ist seit 2009 Hauptsitz von KTZ

Nach dem Zerfall der Sowjetunion erschwerten sich die Verbindungen zwischen einigen kasachischen Regionen, da mehrere Strecken teilweise über russisches Staatsterritorium verliefen. So wurde im Juni 2001 die Strecke von Aqsu nach Dagelen in der Nähe von Kurtschatow fertiggestellt. Somit wurde der kasachische Norden mit Ostkasachstan verbunden. Am 18. Oktober 2003 wurde der Abschnitt Chromtau - Altynsarino im Gebiet Qostanai eröffnet. Dieser verbindet die nördlichen Regionen mit dem Westen des Landes. Die dritte Strecke verbindet seit dem 9. Oktober 2008 die ostkasachische Gebietshauptstadt Ust-Kamenogorsk mit der Turksibstation Schar.

Im Jahr 2006 bestellte Kasachstan Temir Scholy vom amerikanischen Konzern General Electric insgesamt 310 Lokomotiven der Evolution Serie. Mit der Auslieferung der ersten Exemplare wurde im März 2009 begonnen.[2]

Im Februar 2009 unterzeichneten Askar Mamin und der Vorstandsvorsitzende von Siemens, Peter Löscher, einen Vertrag über die Lieferung von 22 elektrischen Lokomotiven der chinesisch-deutschen Baureihe KZ4A zwischen 2009 und 2010.[3]

Im Juli 2009 gab das Unternehmen bekannt, bis zum Jahr 2020 Investitionen in Höhe von 5,5 Billionen Tenge für die Modernisierung des kasachischen Eisenbahnnetzes tätigen zu wollen. Im Zuge der Modernisierungen werden etwa 14.500 Kilometer Schienen modernisiert und 512 neue Lokomotiven angeschafft.[4]

Am 9. Dezember 2011 wurde die 298 Kilometer lange Turksibabzweigung vom kasachischen Schetygen bis in den chinesischen Ort Korgas eröffnet. Diese verläuft südlicher als die seit 1991 bestehende Verbindung über den Grenzort Dostyk.

Im Oktober 2010 wurden 200 elektrische Güterzugloks KZ8A sowie 95 Schnellzugloks KZ4AT von einem Konsortium bestellt, an dem neben der KTZ Alstom und Transmashholding beteiligt sind. Die Auslieferung der überwiegend in einem neuen Werk in Astana endmontierten Loks soll sich von 2012 bis 2021 erstrecken.[5] [6] Für die Elektrifizierung weiterer Strecken wurde ein Konsortium mit Siemens gebildet.[7]

Am 11. Mai 2013 wurde die 146 Kilometer lange grenzüberschreitende Strecke vom kasachischen Uzen (Schangaösen) bis in den turkmenischen Ort Serhetyaka nach dreieinhalb Jahren Bauzeit eröffnet. Sie wird vor allem zum Transport von Öl sowie Getreide benutzt und soll mittelfristig durch eine 470 Kilometer lange Fortsetzung bis zur iranischen Grenze (wo ein Spurwechsel erforderlich ist) eine Verbindung zum Persischen Golf ermöglichen.[8]

Feierlich eröffnete Nursultan Nasarbajew am 22. August 2014 die Teilabschnitte Schesqasghan - Saksaulskij nördlich von Aralsee (517km) und Schalqar - Beineu (496km), die eine Verkürzung für den Gütertransport aus China zu den Häfen am Kaspischen Meer (Aqtau) bzw. über Russland nach Europa ermöglichen. Somit wurde eine Ost-West-Achse von Dostyk über Aqtogai, Balchasch, Schesqasghan, Schalqar, Beineu nach Aqtau erschaffen. Darüber hinaus wurde am gleichen Tag die 214 Kilometer lange Strecke Arqalyq - Schubarkol in Betrieb genommen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b KTZ: Годовой отчет за 2010 год (russisch, PDF; 2,8 MB)
  2. Business Wire: GE Transportation liefert 3000. Lokomotive der Serie GE Evolution® an Kazakhstan Temir Zholy (KTZ)
  3. Website von KTZ: MEETING OF “KAZAKHSTAN RAILWAYS” JSC & “SIEMENS AG”
  4. Silk Road Intelligencer: Kazakhstan Temir Zholy presents $36.5 billion modernization program
  5. Kazakhstan entrusts the modernisation of its rail industry to KTZ and Alstom-Transmashholding
  6. To the future - on new locomotives
  7. JSC "NC "KTZ" and "Siemens AG" company have signed an agreement establishing a joint venture
  8. Presidents open Kazakhstan to Turkmenistan rail link. In: railwaygazette.com. 13. Mai 2013, abgerufen am 23. Mai 2013 (englisch).