Komitat Hunyad

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Komitat Hunyad
(Eisenmarkt)

(1910)
Wappen von Hunyad(Eisenmarkt)
Verwaltungssitz: Déva
Fläche: 7,809 km²
Bevölkerung: 350,135[1]
Volksgruppen: 80 % Rumänen
15,5 % Ungarn
2,5 % Deutsche
0,5 % Slowaken
1,5 % andere[2]
Komitat Hunyad

Das Komitat Hunyad [ˈhuɲɒd] (deutsch selten auch Komitat Eisenmarkt; ungarisch Hunyad vármegye, rumänisch Comitatul Hunedoara, lateinisch comitatus Hunyadiensis) war eine Verwaltungseinheit (Komitat, Gespanschaft) des Königreichs Ungarn. Heute liegt das Gebiet in Siebenbürgen in Rumänien.

Lage und Allgemeines[Bearbeiten]

Karte des Komitats Hunyad um 1890

Es grenzte an die Komitate Arad, Torda-Aranyos, Unterweißenburg (Alsó-Fehér), Hermannstadt (Szeben) und Krassó-Szörény sowie im Süden an das Königreich Rumänien.

Geographie[Bearbeiten]

Das gesamte Komitat ist durch seine Lage in den Südkarpaten sehr gebirgig, im Süden erhoben sich Berge bis fast 2500 Metern Höhe (Retezat-Gebirge). Nur entlang des Hauptflusses Marosch, der neben dem Fluss Strell und dem Schil durch das Gebiet fließt, ist Landwirtschaft möglich (Getreide, Mais, Früchte, Wein), ansonsten spielten vor allem die Forstwirtschaft und der Bergbau eine wirtschaftliche Rolle.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Komitat Hunyad entstand im 11. Jahrhundert und wurde 1265 als Hungnod erwähnt. Es gehörte zu Siebenbürgen, dem östlichsten Landesteil des Königreichs Ungarn. Der Hauptsitz der Gespanschaft war die Burg Hunyad, später wurde die Stadt Deva zum Verwaltungssitz. Nach der Besetzung Mittelungarns durch die Osmanen kam das Gebiet im 16. Jahrhundert zum Fürstentum Siebenbürgen, 1711 gelangte es mit Siebenbürgen, das 1765 zum Großherzogtum erhoben wurde unter Habsburgische Oberhoheit. Nach dem Österreichisch-Ungarischen Ausgleich wurde das Komitat 1867 wieder Teil des Königreichs Ungarn. Bei der Komitatsreform von 1876 wurde es mit dem Komitat Zaránd zusammengelegt und erhielt somit neue Grenzen.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 kam das Gebiet infolge des Vertrags von Trianon zu Großrumänien und liegt heute bis auf einen schmalen Streifen im Westen, der zum Kreis Arad gehört, im Kreis Hunedoara.

Bezirksunterteilung[Bearbeiten]

Das Komitat bestand im frühen 20. Jahrhundert aus folgenden Stuhlbezirken (nach dem Namen des Verwaltungssitzes benannt):

Stuhlbezirke (járások)
Stuhlbezirk Verwaltungssitz
Algyógy Algyógyalfalu, heute Geoagiu
Brád Brád, heute Brad
Déva Déva, heute Deva
Hátszeg Hátszeg, heute Hațeg
Kőrösbánya Kőrösbánya, heute Baia de Criș
Marosillye Marosillye, heute Ilia
Petrozsény Petrozsény, heute Petroșani
Puj Puj, heute Pui
Szászváros Szászváros, heute Orăștie
Vajdahunyad Vajdahunyad, heute Hunedoara
Stadtbezirke (rendezett tanácsú városok)
Déva, heute Deva
Hátszeg, heute Hațeg
Szászváros, heute Orăștie
Vajdahunyad, heute Hunedoara

Alle Orte liegen im heutigen Rumänien.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. A magyar szent korona országainak 1910. évi népszámlálása; Budapest 1912, Seite 12 ff.
  2. A magyar szent korona országainak 1910. évi népszámlálása; Budapest 1912, Seite 22 ff. – Volkszählung von 1910