Komitat Bács-Bodrog

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Komitat Bács-Bodrog
(Batsch-Bodrog)

(1910)
Wappen von Bács-Bodrog(Batsch-Bodrog)
Verwaltungssitz: Zombor
Fläche: 10.362 km²
Bevölkerung: 812.385[1]
Volksgruppen: 45 % Ungarn
23 % Deutsche
18 % Serben, 4 % Slowaken, 1 % Ruthenen, 9 % andere (vor allem Bunjewatzen, Schokatzen und Zigeuner)[2]
Komitat Bács-Bodrog

Bács-Bodrog (sprich bāhtsch-; deutsch selten auch Komitat Batsch-Bodrog; ungarisch Bács-Bodrog vármegye, serbisch Bačko-Bodroška županija, lateinisch comitatus Bacsiensis et Bodrogiensis) war ein Komitat im südlichen Ungarn, zwischen Donau und Theiß, im Norden von den Komitaten Pest-Pilis-Solt-Kiskun und Csongrád begrenzt. Es umfasste 1881 11.080 km² mit 638.063 Einwohnern (Ungarn, Serben, Deutsche, Slawen und Raizen).

Lage[Bearbeiten]

Karte des Komitats Bács-Bodrog um 1890

Das Land ist Niederung, voller Sümpfe und Seen, äußerst fruchtbar an Weizen (von welchem viel exportiert wurde), Wein, Tabak und reich an Vieh, Wildbret und Fischen. An Holz mangelte es. Merkwürdig sind die meilenlangen Römerschanzen. Hauptstadt des Komitats, welches von der Alföld-Fiumaner und Budapest-Semliner Eisenbahn sowie dem Franzenskanal (auch Bácser Kanal) durchschnitten wurde, war Zombor.

Im Norden wurde das Komitat vom Komitat Pest-Pilis-Solt-Kiskun und dem Komitat Csongrád, im Osten vom Komitat Torontal, im Süden vom Komitat Syrmien (Szerém) und im Westen auf einem kurzen Stück im Südwesten vom Komitat Wirowititz (Verőce) und dem Komitat Baranya.

Geschichte[Bearbeiten]

Ethnische Karte (1720)

Die Komitate Bács und Bodrog entstanden im 11. Jahrhundert, wobei das Komitat Bács im südlichen Teil des späteren Komitats Bács-Bodrog lag und das Komitat Bodrog im nördlichen Teil. Nach der Besetzung durch die Osmanen kam das Gebiet im 16. Jahrhundert zum Sandschak Segedin, nach der Rückeroberung 1699 wurde der Zustand aber wiederhergestellt und es kam schließlich 1802 zur endgültigen Vereinigung der beiden Komitate. 1848/49 wurde es dann der Woiwodschaft Serbien zugeschlagen und danach von 1849 bis 1860 der Serbischen Wojwodschaft und dem Temeser Banat angegliedert.

Karte mit allen aus der Serbischen Wojwodschaft und dem Temeser Banat entstandenen Komitaten nach 1881

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 besetzten serbische Truppen das Gebiet. Bis zum Vertrag von Trianon wurde es vom Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen verwaltet und danach zwischen Ungarn und dem Königreich aufgeteilt. Während Jugoslawien den größten Teil im Süden erhielt, verblieben etwa 15 % der Komitatsfläche im Norden bei Ungarn. Der bei Ungarn verbliebene Teil mit der Hauptstadt Baja blieb in seinen Grenzen bis zur großen Komitatsreform 1950 bestehen und bildete danach mit den ehemaligen südlichen Teilen des Komitat Komitats Pest-Pilis-Solt-Kiskun das neue Komitat Bács-Kiskun.

Bezirksunterteilung[Bearbeiten]

Im frühen 20. Jahrhundert bestanden folgende Stuhlbezirke (meist nach dem Namen des Verwaltungssitzes benannt):

Stuhlbezirke (járások)
Stuhlbezirk Verwaltungssitz
Apatin Apatin
Bácsalmás Bácsalmás
Baja Baja
Hódság Hódság, heute Оџаци/Odžaci
Kula Kula, heute Кула/Kula
Óbecse Óbecse, heute Бечеј/Bečej
Palánka Palánka, heute Бачка Паланка/Bačka Palanka
Titel Titel
Topolya Topolya, heute Бачка Топола/Bačka Topola
Újvidék Újvidék, heute Нови Сад/Novi Sad
Zenta Zenta
Zombor Zombor, heute Сомбор/Sombor
Zsablya (Józseffalva) Zsablya, heute Жабаљ/Žabalj
Stadtkreise (törvényhatósági jogú városok)
Baja
Szabadka, heute Суботица/Subotica
Újvidék, heute Нови Сад/Novi Sad
Zombor, heute Сомбор/Sombor
Stadtbezirk (rendezett tanácsú város)
Zenta, heute Сента/Senta

Die Orte Baja und Bácsalmás liegen im heutigen Ungarn, die restlichen Orte im heutigen Serbien.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. A magyar szent korona országainak 1910. évi népszámlálása; Budapest 1912, Seite 12 ff.
  2. A magyar szent korona országainak 1910. évi népszámlálása; Budapest 1912, Seite 22 ff. – Volkszählung von 1910

Siehe auch[Bearbeiten]