Komitat Borsod

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Komitat Borsod
(Borschod)

(1910)
Wappen von Borsod(Borschod)
Verwaltungssitz: Miskolc
Fläche: 3.629 km²
Bevölkerung: 289.914[1]
Volksgruppen: 97 % Magyaren
1,5 % Slowaken
1,5 andere (Deutsche, Zigeuner)[2]
Komitat Borsod

Das Komitat Borsod (deutsch selten auch Komitat Borschod; ungarisch Borsod vármegye, lateinisch comitatus Borsodiensis) war eine historische Verwaltungseinheit (Gespanschaft/Komitat) im Königreich Ungarn.

Geographie und Allgemeines[Bearbeiten]

Karte des Komitats Borsod um 1890

Das rechts der Theiß gelegene Komitat wird im nördlichen Teil vom Bükkgebirge durchzogen, während der südliche Teil sehr flach und eben ist. Neben den sie begrenzenden Flüssen Theiß, Eger und Hernád wird es noch vom Sajó und der Bodva bewässert. Die zumeist ungarischen Einwohner waren stark im Weinbau beschäftigt, vor allem Wein aus der Gegend um Miskolcz war in Ungarn sehr beliebt, daneben gab es auch großflächigen Anbau von Weizen, Obst, Hanf und Tabak. Fast die Hälfte des Gebiets war mit Wald bedeckt und es gab eine große Wildpopulation. Auch der Bergbau war stark entwickelt, es wurden vor allem Kupfer, Eisen und Steinkohle gefördert.

Das Komitat grenzte an die Komitate Gemer und Kleinhont, Abaúj-Torna, Semplin, Szabolcs, Hajdú und Heves.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Komitat ist eines der ältesten Ungarns und entstand im 11. Jahrhundert. Es wurde nach dem Sitz des Stammesführers, der dieses Gebiet überwachte benannt. Dessen Name Bors gab der Burg Borsod den Namen, diese befand sich in der gleichnamigen Ortschaft, die Anfang des 20. Jahrhunderts in die Kleinstadt Edelény eingemeindet wurde. Der Name der Burg ging wie bei vielen ungarischen Komitaten auf den Namen des Komitats über, später war die Burg von Diósgyőr Sitz des Gespans, nach einem Entschluss 1724 verlegte man den Komitatssitz aber in die Stadt Miskolc.

Die Grenzen des Komitats blieben seit dem frühen 14. Jahrhundert, als das Komitat Torna vom Gebiet abgetrennt wurde, relativ stabil, das Gebiet wurde jedoch nach der Schlacht bei Mohács im 16. Jahrhundert von den Türken besetzt, diese verließen das Komitatsgebiet erst 1687 wieder ab. Im 19. Jahrhundert kam es zu kleineren Grenzkorrekturen, zwischen 1807 und 1812 kamen die Ortschaften Szőlőske, Cegléd, Tihamér, Almagyar, Felnémet und Bekölce (heute zumeist Vororte von Eger) zum Nachbarkomitat Heves und im Ausgleich dafür die Orte Egerfarmos, Ivánka, Szőkepuszta und die Mühle von Kistálya zum Borsoder Komitat. 1850 wurden wiederum einige Orte den umliegenden Komitaten zugeschlagen, die Gemeinden Andornak, Kistálya und Felsőtárkány wurden ein Teil des Heveser Komitats, die Gemeinden Domaháza und Sikátor eine Teil des Gemer und Kleinhonter Komitats, Onga (vom Komitat Abaujwar) und Külsőböcs (vom Sempliner Komitat) wurden jedoch ein Teil der Gespanschaft Borsod. 1907 wurde Miskolc in den Rang einer Stadt mit Munizipium erhoben und gehörte damit de jure nicht mehr zum Verwaltungsgebiet des Komitats.

1918 wurde kam es zum jetzt verkleinerten Ungarn und wurde 1924 mit den Resten der Komitate Gemer und Kleinhont (Gömör és Kis-Hont) und Abaúj-Torna zum Komitat Borsod-Gömör-Kishont vereinigt, diese Vereinigung wurde aber nach dem Ersten Wiener Schiedsspruch wieder aufgehoben, nach dem Kriegsende 1945 aber als Komitat Borsod-Gömör wiederhergestellt. Nach der großen Komitatsreform am 16. März 1950 wurden auch die Reste der Komitate Semplin und Abáuj-Torna mit dem Komitat unter dem Namen Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén vereinigt.

Bezirksunterteilung[Bearbeiten]

Im frühen 20. Jahrhundert bestanden folgende Stuhlbezirke (meist nach dem Namen des Verwaltungssitzes benannt):

Stuhlbezirke (járások)
Stuhlbezirk Verwaltungssitz
Edelény Edelény
Mezőcsát Mezőcsát
Mezőkövesd Mezőkövesd
Miskolc Miskolc
Ózd Ózd
Sajószentpéter Sajószentpéter
Stadtkreis (törvényhatósági jogú város)
Miskolc

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. A magyar szent korona országainak 1910. évi népszámlálása; Budapest 1912, Seite 12 ff.
  2. A magyar szent korona országainak 1910. évi népszámlálása; Budapest 1912, Seite 22 ff. – Volkszählung von 1910