Landau an der Isar

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Landau an der Isar
Landau an der Isar
Deutschlandkarte, Position der Stadt Landau an der Isar hervorgehoben
48.66888888888912.693888888889377Koordinaten: 48° 40′ N, 12° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Dingolfing-Landau
Höhe: 377 m ü. NHN
Fläche: 84,37 km²
Einwohner: 12.630 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 150 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94405
Vorwahl: 09951
Kfz-Kennzeichen: DGF
Gemeindeschlüssel: 09 2 79 122
Adresse der
Stadtverwaltung:
Oberer Stadtplatz 1
94405 Landau
Webpräsenz: www.landau-isar.de
Bürgermeister: Helmut Steininger[2] (CSU)
Lage der Stadt Landau an der Isar im Landkreis Dingolfing-Landau
Karte

Landau an der Isar (amtlich: Landau a.d.Isar) ist die zweitgrößte und mit ihrer Gründung im Jahre 1224 die älteste Stadt im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau. Die Altstadt Landaus liegt auf einer Höhe von 390 Metern über NN ('Obere Stadt'), während die 'untere Stadt' etwa 60 Meter tiefer liegt. Durch die untere Stadt fließt die Isar. Die Altstadt konnte sich ihre mittelalterliche Struktur bewahren. Noch heute sind im Stadtplan/Luftbild der Stadtgraben sowie die alten kreuzförmig angelegten Hauptstraßen erkennbar. Von 1991 bis 1999 wurde eine Altstadtsanierung durchgeführt, wodurch ein moderner Marktplatz geschaffen wurde.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Ortsteile von Landau sind: Bach, Brunnhof, Fichtheim, Frammeringermoos, Hoferöd, Holleröd, Kammern, Kettn, Kleegarten, Kleinkager, Kothingeichendorf, Mettenhausen, Möding, Niederhöcking, Oberframmering, Oberhöcking, Poldering, Reichersdorf, Rohrbach, Rottersdorf, Steinhaus, Thalham, Thanhöcking, Unterframmering, Usterling, Weihern, Wildthurn, Windschnur, Wolfsdorf, Zeholfing und Zulling.

Geschichte[Bearbeiten]

Stadtplan von 1798
Postkarte von Landau an der Isar, 1917

Die „Obere Stadt“ von Landau wurde 1224 vom Wittelsbacher Herzog Ludwig dem Kelheimer gegründet, jedoch war zu dieser Zeit bereits eine dörfliche Siedlung am Ufer der Isar – zu Füßen des heutigen Stadtberges – vorhanden, die "Land-Au" hieß. Sie wird erstmals 1074 erwähnt. 1304 erhielt die Stadt von den Herzögen Otto III. und Stephan I. die Verbriefung der städtischen Sonderrechte.

Am 29. Juni 1504 wurde Landau im Landshuter Erbfolgekrieg niedergebrannt. Den Dreißigjährigen Krieg überstand Landau unbeschadet. Im letzten Kriegsjahr 1648 wurde durch Zahlung von 5.000 Talern an die Schweden die Stadt vor der Zerstörung bewahrt. 1713 starben innerhalb von sechs Wochen 80 Personen an der Pest. Im Österreichischen Erbfolgekrieg wurde Landau am 17. und 18. Mai 1743 zunächst von französischen und daraufhin von österreichischen Truppen fast vollständig zerstört. Nach dem Friedensschluss ließ Maria Theresia der Stadt 1750 zum Wiederaufbau 600 Dukaten zukommen. Die Stadt war lange Pflegamt und gehörte zum Rentamt Landshut des Kurfürstentums Bayern. Landau besaß ein Stadtgericht mit weitgehenden magistratischen Eigenrechten (Landgericht).

1829 zählte Landau 1624 Einwohner und 300 Häuser. 1875 erhielt Landau einen Eisenbahnanschluss an der fünf Jahre später vollendeten Bahnstrecke Landshut–Plattling. 1903 wurde die Bahnstrecke Landau–Arnstorf eröffnet. 1911 besuchte Prinzregent Luitpold Landau.

Während der Zeit des Nationalsozialismus war Johann Baptist Huber Stadtpfarrer in Landau. Er starb 1942 im Konzentrationslager Dachau. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Landau gegen die anrückenden US-Truppen verteidigt und die Brücken gesprengt. Am 30. April 1945 zerstörte Artilleriebeschuss das Rathaus und Teile der Altstadt, wobei es insgesamt 22 Tote auf deutscher Seite gab.

Das Rathaus
Die Stadthalle

Das neue Rathaus konnte 1950 seiner Bestimmung übergeben werden. 1959 kam mit einem Zweigwerk von Triumph der erste Industriebetrieb in das neue Gewerbegebiet an der Straubinger Straße. 1969 erhielt Landau an der Harburger Straße ein neu erbautes Gymnasium.

Bis zur Gebietsreform in Bayern war Landau Kreisstadt eines eigenen Landkreises Landau an der Isar mit dem Kfz-Kennzeichen LAN. Mit der Reform wurde Landau am 1. Juli 1972 Teil des neu geschaffenen Landkreises Untere Isar, der am 1. Mai 1973 den Namen Dingolfing-Landau (Kfz-Kennzeichen DGF) erhielt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständige Gemeinde Frammering und Teile der Gemeinde Ganacker eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kamen Mettenhausen, Reichersdorf und Zeholfing sowie Teile der aufgelösten Gemeinde Kammern hinzu.[3] Am 1. Januar 1978 erfolgte die Eingemeindung der Gemeinde Höcking[4], die am 1. Januar 1971 durch den Zusammenschluss der bisherigen Gemeinden Niederhöcking und Oberhöcking entstand.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehemalige Bewohner von Landau[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Heinrich Kaspar Schmid (1874–1953), Komponist
  • Alois Schlögl (1893–1957), CSU-Politiker, Landtagsmitglied und Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (1948–1954)
  • Arthur Piechler (1896–1974), Domorganist in Augsburg und Komponist
  • Hans Kick (1917–2000), erster Bürgermeister (Amtszeit von 1966 bis 1984)
  • Anton Sandner (1928–2012), erster Kreisbrandrat im neuen Landkreis Dingolfing-Landau
  • Alfred Mittermeier (*1931), Sparkassendirektor i.R.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Marktplatz
Die Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt
Steinfelskirche Mariä Heimsuchung, Chor und Hochaltar
Ansicht vom Isar-Radweg
  • Spätgotische Filialkirche Sankt Johannes in Usterling mit bedeutendem Flügelaltar aus dem Umfeld von Hans Leinberger
  • Das Heimatmuseum besteht seit 1958 und wurde 1999 mit neuem Konzept wiedereröffnet. Es informiert über die bäuerliche Wohnkultur des 19. Jahrhunderts und führt in einer eigenen Abteilung durch die Geschichte Landaus.
  • Die Stadtpfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt (Patrozinium am 15. August) wurde 1713 unter Stadtpfarrer Phillip Rappoldsberger von Dominikus Magazin erbaut. Sie gilt als der schönste und größte barocke Kirchenbau im unteren Isartal. Der Kirchenraum erstrahlt mit seinem prächtigen barockem Hochaltar und den acht Seitenaltären. Neben der Kirche steht seit 1871 die Friedenseiche, ein Naturdenkmal.
  • Schloss Wildthurn
  • Niederbayerisches Archäologiemuseum im Kastenhof
  • Wachsender Felsen in Usterling
  • Teufelstritt in Zulling
  • Steinfelskirche; die Kirche "Zur Drei Mal großen Mutter im Steinfelsen" entstand nach dem Dreißigjährigen Krieg und wurde unter Stadtpfarrer Phillip Rappoldsberger erbaut. Sie beherbergt viele Votivtafeln aus dem 17. und 18. Jh. und zählt zu einer der bedeutendsten Wallfahrtskirchen im unteren Isartal.
  • Friedhofskirche Hl. Kreuz; die Kirche ist die älteste Kirche der Stadt. Über ihre Entstehungsgeschichte ist weniger bekannt, es wird angenommen, dass sie um 1590 erbaut wurde. Unter Stadtpfarrer Rappoldsberger wurde eine barocke Flachdecke mit Gemälde eingezogen und der Turm erhöht, auch wurden teilweise gotische Elemente entfernt. Von 1998 bis 2006 wurde die Kirche gründlich innen und außen renoviert und erstrahlt nun in neuem alten Glanz.
  • Auwärter-Neoplan-Museum, das die Geschichte der Firma NEOPLAN mit beeindruckenden Exponaten widerspiegelt. Im Bestand befinden sich unter anderem 28 Busse aus den Jahren 1928 bis 1990.
  • Wachsender Felsen: Ein Quellbach hat im Laufe von Jahrtausenden mit seinem stark kalkhaltigen Wasser einen wandartigen rund 50 m langen und bis zu 3 m hohen bizarr geformten Felsen aufgebaut.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Landau an der Isar

Kultur[Bearbeiten]

Landau bietet in kultureller Hinsicht viele Möglichkeiten für seine Bürger, Auftritte in der neuen Stadthalle, das Niederbayerische Archäologiemuseum im Kastenhof und das jährliche Volks- und Weinfest sind Beispiele dafür.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt ist durch die Bundesstraße 20 und die Bundesautobahn 92 erschlossen und liegt mit dem Bahnhof Landau (Isar) an der Bahnlinie 931 Landshut–Wörth a.d.Isar–Dingolfing–Landau a.d.Isar–WallersdorfPlattling.

Staatliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Einstige Sendeanlage des Bayerischen Rundfunks[Bearbeiten]

Von 1950 bis 1969 befand sich bei Landau nahe Ganacker (ehem. Heeresflugfeld) ein Mittelwellenrundfunksender, der auf der Frequenz 1602 kHz das Programm des Bayerischen Rundfunks verbreitete.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.wahl.info/kandidaten/ort/stadt-landau-adisar_147.html
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 505
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 634.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikivoyage: Landau an der Isar – Reiseführer
 Commons: Landau an der Isar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien