Ladis

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Ladis
Wappen von Ladis
Ladis (Österreich)
Ladis
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Landeck
Kfz-Kennzeichen: LA
Fläche: 7,11 km²
Koordinaten: 47° 5′ N, 10° 39′ O47.07584810.649931189Koordinaten: 47° 4′ 33″ N, 10° 39′ 0″ O
Höhe: 1189 m ü. A.
Einwohner: 542 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 76 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6532
Vorwahl: 05472
Gemeindekennziffer: 7 06 13
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfstraße 8
6532 Ladis
Website: www.ladis.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Anton Netzer (Einheitsliste Ladis)
Gemeinderat: (2010)
(11 Mitglieder)
6 Einheitsliste,
3 Für Ladis,
2 Dorfliste
Lage der Gemeinde Ladis im Bezirk Landeck
Faggen Fendels Fiss Fließ Flirsch Galtür Grins Ischgl Kappl Kaunerberg Kaunertal Kauns Ladis Landeck Nauders Pettneu am Arlberg Pfunds Pians Prutz Ried im Oberinntal St. Anton am Arlberg Schönwies See Serfaus Spiss Stanz bei Landeck Strengen Tobadill Tösens Zams TirolLage der Gemeinde Ladis im Bezirk Landeck (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Ort Ladis mit Burg Laudegg
Ort Ladis mit Burg Laudegg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Ladis ist eine Gemeinde mit 542 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Landeck im Bundesland Tirol (Österreich).

Die Tourismusgemeinde ist auch wegen seiner Schwefel- und Sauerquellen (Oblader Sauerbrunn) seit dem Mittelalter bekannt.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Ladis liegt auf der Sonnenterrasse am Fuß der Samnaungruppe, etwa 400 m über der Talsohle des Oberinntals. Über dem Ort erhebt sich das Schönjoch (2491 m ü. A.), der nordwestlichste Gipfel der Samnaungruppe. Talgegenüber liegt der untere Glockturmkamm (3148 m ü. A.) und der Taleingang des Kaunertals, und talauswärts der Kaunergrat mit der Aifnerspitze (2779 m ü. A.), beide Ötztaler Alpen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde hat nur eine Katastralgemeinde, Ortschaft und einen Zählsprengel Ladis.

Ortsteile sind – neben dem Hauptort LadisObladis, Neuegg, Überwasser und die verfallenen Panzerhöfe (Panzer).[1][2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Fließ


Fiss
Nachbargemeinden Prutz
Ried im Oberinntal

Geschichte[Bearbeiten]

Die Herkunft des Namens Ladis ist unbekannt. Sie wurde etwa auf lateinisch latus ‚Seite‘ zurückgeführt, etwa in Zusammenhang mit Pontlatzbrücke, pons Ladi.[3] Er ist wohl rätoromanisch tradiert.

Die Entdeckung des Tiroler Sauerbrunnens wird 1212 überliefert.[4] Ort und Kirche sind 1220 erstmals urkundlich,[2] die Ministerialen von Laudeck 1232,[2] Burg Laudegg ist 1239 erstmals urkundlich.

1406 schlossen sich die Oberinntaler dem Appenzeller Bauernaufstand unter Itel Reding an. Das Dorf Ladis wurde niedergebrannt, die Burg zerstört, 1412 leisteten die Oberländer in Prutz dem Pfleger von Laudegg und dem Landesfürsten wieder ein Treuegelöbnis.[2]

Ein Bade- und Trinkkurbetrieb zu Obladis setzte dann schon unter den Tiroler Landesfürsten der Renaissance ein, denen die Quelle gehörte.
1635 wurde der Ort von der Pest heimgesucht.[2] Ursprünglich Teil der Mutterpfarre Serfaus, erhielt der Ort 1661 den Status einer Kuratie. Oktober 1683 wurde der Ort durch eine Feuersbrunst zerstört.[2] Die wiederaufgebaute Kirche wurde 1698 geweiht.

1703 wurden französische und bayrische Truppen von einem Aufgebot der Ladisser, Landecker und Pfundser geschlagen.[2]

1891 wurde Ladis zur Pfarre erhoben.

Politik[Bearbeiten]

Serfaus war ursprünglich Teil des Gerichtsbezirks Ried in Tirol und wurde nach der Auflösung des Gerichtsbezirks Ried 1978 Teil des Gerichtsbezirks Landeck.

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

6
3
2
Von 11 Sitzen entfallen auf:

Sitzverteilung seit der Gemeinderatswahl 2010:[5]

  • 6 Mandate Einheitsliste Ladis – stellt Bürgermeister und Vizebürgermeister
  • 3 Mandate Für Ladis
  • 2 Mandate Dorfliste

Bürgermeister ist Anton Netzer von der Einheitsliste Ladis.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen at serfaus.png Wappen at fiss.png Wappen at ladis.png
SerfausFiss–Ladis, Gemeindewappen
Serfaus-Fiss-Ladis Logo.svg
Serfaus–Fiss–Ladis, Tourismusregion
Wappen at ladis.png

Beschreibung:

Von Blau und Gold gevierteter Schild, im rechten Obereck eine goldene Sonne, im linken Untereck zwei schräggekreuzte Stäbe, die oben in einen nach unten gerichteten Winkel und unten in ein Kreuzchen übergehen.


Die Sonne versinnbildlicht die Zugehörigkeit zur Sonnenterrasse, die Stäbe erinnern an Hans Märckh (Hans Mark) den Erbauer des prachtvollen heutigen Gemeindehauses.[6]

Regionalpolitik[Bearbeiten]

Die Gemeinde gehört zum Tiroler Planungsverband Sonnenterrasse und zur Tourismusregion Serfaus-Fiss-Ladis. Sitzgemeinde das Planungsverbandes ist Fiss, Obmann der Bürgermeister ebenda, Markus Pale. Sitz des Tourismusverbandes ist Serfaus (Serfaus-Fiss-Ladis Information; er hält auch 80 % der Serfaus-Fiss-Ladis Marketing GmbH).[7]

Hauptort der Gemeinde[Bearbeiten]

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Ladis (Dorf)
Ortsteil
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Landeckf8, Tirol
Pol. Gemeinde Ladis  (KG Ladis)
Ortschaft Ladis
Koordinaten 47° 4′ 32″ N, 10° 38′ 59″ O47.07555555555610.6497222222221189
Höhe 1189 m ü. A.
Statistische Kennzeichnung
Zählsprengel/ -bezirk Ladis (70613 000)
Bild
Ladis um 1900
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; TIRIS

Hauptort der Gemeinde ist das Dorf Ladis. Es liegt knapp vor dem Nordende der Sonnenterrasse, direkt oberhalb von Prutz, zu dem die Talschulter jäh abbricht.

Der alte Ortskern erstreckt sich am Dorfweiher und direkt hinter Laudegg, das als Spornburg hoch über dem Talgrund steht. Das Zentrum ist dicht bebaut und die Häuser sind teilweise mit reicher Fassadenbemalung versehen. Im Gegensatz zu Fiss und Serfaus ist Ladis in seinem Ortskern noch bäuerlich geprägt.

Der Ort, in der heutigen Ausdehnung[8] von etwas über 1 Kilometer entlang des Plateaus, erstreckt sich von etwa 1100–1300 m ü. A. (die Dorfkirche liegt auf 1189 m ü. A.), von den Serpentinen bis an den Waldsaum. Er umfasst den weitaus überwiegenden Teil der Einwohnerschaft der Gemeinde.

Ganz im Südwesten des Orts liegt die Sonnenbahn Talstation. Von dort gelangt man nach Fiss und in das Schigebiet.

Nachbarorte


Obladis
Neuegg

Entbruck (Gem. Prutz)
Nachbargemeinden
Überwasser

Ried im Oberinntal (Gem. Ried i.O.)
Panoramaaufnahme von Ladis in Tirol

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Ladis hat Straßenverbindungen mit Ried und Fiss: Von Ried herauf kommt die serpentinenreiche Ladiser Straße (L286), die von der Serfauser Landesstraße (L 19) abzweigt. Dann führt sie als Dorfstraße durch den Ort, und die Sonnenterrasse entlang über Überwasser nach Fiss.

Tourismus[Bearbeiten]

Ladis ist durch eine Umlaufbahn mit dem Skigebiet Serfaus-Fiss verbunden. Gemeinsam bilden die drei Orte die Skiregion Serfaus–Fiss–Ladis, welche neben Sölden, Ischgl und St. Anton am Arlberg mittlerweile zu den bekanntesten Regionen in Tirol zählt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Ladis
  • Die Pfarrkirche hl. Martin wurde als klassizistischer Bau von 1829 bis 1831 erbaut und ist vom Friedhof umgeben.
  • Die Burg Laudegg am nordöstlichen Ortsrand thront auf einem senkrechten Schieferfelsen hoch über dem Inntal. Der Wohnturm wurde um 1200 gebaut. Der kleine Palas nur wenig später. Die Burg war bis zum 16. Jahrhundert hin Verwaltungssitz des Oberen Gerichts und verfiel allmählich, als der Verwaltungssitz nach Ried im Oberinntal übersiedelte. 1940 begann die Restaurierung. Die Burg kann besichtigt werden.
  • Das denkmalgeschützte ehemalige Bauernhof Rechelerhaus wird als Kultur- und Veranstaltungszentrum genutzt. Das Gebäude besteht aus dem Bauernhof und wurde 2007/2008 mit Anbauten erweitert. Das Kulturzentrum verfügt unter anderem über einen Veranstaltungssaal mit 200 Sitzplätzen, eine Open-Air-Bühne mit Zusehertribünen und ein Museum sowie eine Galerie.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zahlen und Fakten, ladis.tirol.gv.at
  2. a b c d e f g Geschichte-Tirol: Ladis.
  3. Staffier: Tirol und Vorarlberg, I. 212, 213 und II. Angabe nach Doz. Dr. Georg Lieber: Die Mineralquellen von Ladis und Obladis. Aus dem Chem. Laboratorium der Bundes-Oberrealschule Innsbruck. In: Berichte des naturwissenschaftlichen-medizinischen Verein Innsbruck 42, 1931, S. 59 (Artikel pdf, landesmuseum.at, dort S. 3).
  4. Datierung geht auf Franz Adam Grafen Brandis: Tiroler Ehrenkränzl. 1678 zurück. Angabe in Lieber: Die Mineralquellen von Ladis und Obladis., 1931, S. 59 (pdf S. 3).
  5. Gemeinderat, ladis.tirol.gv.at
  6. Begründung wörtlich; Wappen, ladis.tirol.gv.at
  7. Impressum, serfaus-fiss-ladis.at;
    Firma Serfaus-Fiss-Ladis Marketing GmbH in Serfaus. Firmenbuchdaten Creditreform/firmenabc.at
  8. Ortsplan Ladis. Sommer 2012 (pdf, ladis.tirol.gv.at; 1,7 MB).
  9. Offizielle Webseite der Galerie Rechelerhaus mit Informationen über das Kultur- und Veranstaltungszentrum, 2012.