Fließ

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Fließ (Begriffsklärung) aufgeführt.
Fließ
Wappen von Fließ
Fließ (Österreich)
Fließ
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Landeck
Kfz-Kennzeichen: LA
Fläche: 47,56 km²
Koordinaten: 47° 7′ N, 10° 38′ O47.11944444444410.6294444444441073Koordinaten: 47° 7′ 10″ N, 10° 37′ 46″ O
Höhe: 1073 m ü. A.
Einwohner: 2.927 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 62 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6521
Vorwahl: 05449
Gemeindekennziffer: 7 06 04
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorf 87
6521 Fließ
Website: www.fliess.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Hans-Peter Bock (SPÖ)
Gemeinderat: (2004)
(15 Mitglieder)
SPÖ, 6 ÖVP Fließ, 1 Einheitsliste Piller, 1 ÖVP Hochgallmigg
Lage der Gemeinde Fließ im Bezirk Landeck
Faggen Fendels Fiss Fließ Flirsch Galtür Grins Ischgl Kappl Kaunerberg Kaunertal Kauns Ladis Landeck Nauders Pettneu am Arlberg Pfunds Pians Prutz Ried im Oberinntal St. Anton am Arlberg Schönwies See Serfaus Spiss Stanz bei Landeck Strengen Tobadill Tösens Zams TirolLage der Gemeinde Fließ im Bezirk Landeck (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick auf Fließ von der Pillerhöhe aus gesehen
Blick auf Fließ von der Pillerhöhe aus gesehen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Fließ ist eine Gemeinde mit 2927 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Landeck, im Bundesland Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Landeck.

Geografie[Bearbeiten]

Fließ ist ein Haufendorf im Oberen Gericht, das auf einem kleinen Plateau etwa 200 Meter über dem Inntal liegt. Die Ortschaft liegt am Fuß des Krahbergs, der zum Venet-Massiv gehört.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Fließ gehören viele kleine Weiler, die sich über das Inntal und die ganzen Hänge links und rechts des Tales verteilen:

  • Urgen
  • Dorf (das eigentliche Fließ)
  • Berg
  • Niedergallmigg
  • Hochgallmigg
  • Eichholz
  • Nesselgarten
  • Neuer Zoll (ehemalige Wegzollstelle, heute kleiner Weiler)
  • Piller

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Faggen, Fiss, Jerzens, Kaunerberg, Ladis, Landeck, Prutz, Tobadill, Wenns und Zams.

Geschichte[Bearbeiten]

In Fließ traten einige bedeutende archäologische Funde zu Tage, wie der Kathreinfund, ein hallstattzeitlicher Schatz, ein bronzezeitlicher Schatzfund vom Moosbruckschrofen am Piller, die Reste eines bronzezeitlichen Hauses im Fließer Ortsteil Silberplan und der Brandopferplatz auf der Piller Höhe.

Zur Römerzeit war Fließ eine wichtige Raststation, was zahlreiche Funde beweisen. Der kleine Ort verfügt über die älteste Kirche dieser Region, von der Grundmauern aus dem 6. Jahrhundert entdeckt wurden. Viele der archäologischen Funde sind im Museum Fließ ausgestellt.

Nach einem Großbrand im Jahre 1933 wurde Fließ wesentlich weitläufiger neu errichtet und restauriert. Heute bestehen noch Teile des alten Ortskerns und einige alte Gehöfte in den außerhalb liegenden Weilern.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Fließ

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Fließ verfügt gemeinsam mit Zams über ein kleines Skigebiet. Die Gemeinde hat auch Anteil am Naturpark Kaunergrat.

Vor der Errichtung der Talstraße verlief die Verbindungsstraße von Landeck zum Reschenpass durch den Ort.

Sonstiges[Bearbeiten]

Pillerhöhe[Bearbeiten]

Das Tal der heutigen Pillerhöhe bildete vor mehr als 100.000 Jahren die Fortsetzung des Oberinntals. Der Piller Sattel (wie er auch genannt wird) bildete trotz des steilen Anstiegs vom Oberinntal her eine vielbenutzte Abkürzung vom Engadin über das vordere Pitztal nach Imst. Der „Gache Blick“ auf 1559 m bietet einen weiten Ausblick auf das obere Inntal. Von hier führen Straßen nach Fließ und in das vordere Kaunertal. Das Gebiet ist reich an kleinen Hochmooren, hier führt auch ein Moorlehrpfad durch.

Weit über die Grenzen Tirols hinaus bekannt machte die Pillerhöhe aber die Entdeckung eines prähistorischen Opferhügels. Die uralte Kultstätte wurde in den Jahren 1992 bis 1998 vom archäologischen Institut Innsbruck wissenschaftlich minutiös erforscht und in mehreren Druckschriften dokumentiert. Die umfangreichen Funde im Aschenhügel rund um den steinernen Altar sind im archäologischen Museum Fließ ausgestellt: Waffen, Werkzeuge sowie Schmuckstücke aus unterschiedlichsten Materialien zeugen von der über zweitausendjährigen Verwendung des Hügels als Opferstätte von der Bronzezeit bis zum Ende des Römischen Weltreiches um 400 n. Christus. Die Nachbildung einer rätischen Opferprozession aus Eisen, mehrere Stelen mit Informationstafeln sowie freigelegte Felsspalten, in denen Keramik und Bronzebeile gefunden wurden, machen PassantInnen auf die Bedeutung dieser historischen Stätte aufmerksam. Berühmt ist auch der sogenannte „Schatz vom Moosbruckschrofen“ mit einem gut erhaltenen bronzenen Kammhelm, der in der Nähe des „Gachen Blick“ am Fließer „KULT-UR-Weg“ entdeckt wurde.

Fließer Steppenhänge[Bearbeiten]

Die steilen Trockenhänge in einem etwa 8 km langen schmalen Gürtel zwischen dem Ortsteil Eichholz westlich vom Hauptort und der Pontlatzer Brücke bilden eine Landschaft mit Trockenrasen und Buschwerk. Typisch für trockenwarme inneralpine Täler ist ein Föhrenwald, hier wurde der Wald jedoch längst für Weidenutzung gerodet. Dadurch hat sich eine Pflanzengemeinschaft aus Buschwerk und Rasen angesiedelt. Eine geringfügige Beweidung ist notwendig, um das Zuwachsen mit Büschen zu vermeiden. Das Heckengestrüpp und zur Bewässerung angelegte Steinmäuerchen bieten einen Lebensraum für Schmetterlinge, Insekten und Eidechsen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Joseph Knabl (1819–1881), Bildhauer und Professor der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in München
  • Nikolaus Tolentin Schuler, wurde am 10. September 1756 im Schwarzen Adler in Fließ geboren. Von 1797 bis 1805 war er Pfarrer in Fließ. Er ist der Erbauer der Barbarakirche und Gründer des Mutterhauses der barmherzigen Schwestern in Zams. Am 10. März 1831 starb er als Dekan von Zams.
  • Simon Alois Maaß, auch „Der alte Fließer Pfarrer“ genannt, wurde am 6. Mai 1758 in Strengen geboren. Von 1805 bis 1846 war er Pfarrer in Fließ. Weit über die Grenzen Tirols hinaus wurde der alte Fließer Pfarrer als Hellseher, Prophet, Exorzist aber auch als Arzt bekannt. Als Beichtvater war er unermüdlich; oft verbrachte er ganze Tage im Beichtstuhl. Als er 1846 starb, wurde er in der Maaßkirche begraben. Als diese von 1991 bis 1993 renoviert wurde, wurden die leiblichen Überreste nochmals exhumiert und endgültig in einem neuen Holzsarg in der eigens errichteten kleinen Gruft in der Krypta der Maaßkirche beigesetzt. Über dem Grabmal wurde vom Fließer Künstler Engelbert Gitterle ein moderner Lebensbrunnen aus Bronze geschaffen.
  • Josef Ambros Stapf wurde am 15. August 1785 am alten Zoll geboren und war Universitätsprofessor in Innsbruck und Brixen. Josef Ambros Stapf schrieb viele lateinische Bücher über Gott und die Kirche. Er starb 1844 in Brixen.
  • Josef Anton Pfandler wurde am 24. Oktober 1824 in Niedergallmigg geboren. Er war Schüler von Josef Knabl in München und malte viele Kirchenbilder in Tirol. 1862 schuf er das Hochaltarbild der Maaßkirche in Fließ
  • Otto Neururer wurde am 25. März 1882 im Ortsteil Piller geboren. Er war katholischer Priester, NS-Opfer und wurde am 30. Mai 1940 als Häftling im KZ Buchenwald ermordet; 1996 hat man ihn seliggesprochen.
  • Engelbert Gitterle wurde am 24. Februar 1931 in Urgen geboren. Er ist ein österreichischer Künstler und Kunstpädagoge. Engelbert Gitterle war Hauptschuldirektor in Prutz und Professor für Kunsterziehung an der Pädagogischen Akademie in Zams. Werke in Fließ: Kupfertreibarbeit: drei Tore der Barbarakirche, Lebensbrunnen aus Bronze und Glas in der Grabstätte des Simon Alois Maaß.
  • Louis Zotz (1903–1989), Theologe und Hochschulgründer auf den Philippinen, geboren in Piller

Literatur[Bearbeiten]

  • Fließerbuch von Robert Klien

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fließ – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien