Serfaus
| Serfaus | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Österreich | |
| Bundesland: | Tirol | |
| Politischer Bezirk: | Landeck | |
| Kfz-Kennzeichen: | LA | |
| Fläche: | 59,64 km² | |
| Koordinaten: | 47° 2′ N, 10° 36′ O47.03861111111110.6058333333331429Koordinaten: 47° 2′ 19″ N, 10° 36′ 21″ O | |
| Höhe: | 1429 m ü. A. | |
| Einwohner: | 1.081 (1. Jän. 2012) | |
| Bevölkerungsdichte: | 18 Einw. pro km² | |
| Postleitzahl: | 6534 | |
| Vorwahl: | 05476 | |
| Gemeindekennziffer: | 7 06 24 | |
| NUTS-Region | AT334 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Gänsackerweg 2 6534 Serfaus |
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| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Paul Greiter (Allgemeine Bürgerliste Serfaus) | |
| Gemeinderat: (2010) (13 Mitglieder) |
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| Lage der Gemeinde Serfaus im Bezirk Landeck | ||
Serfaus im Sommer |
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| (Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria) | ||
Serfaus [zɛr'faːʊs] ist eine Gemeinde mit 1081 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) in Tirol, Österreich. Die Gemeinde ist Teil des Gerichtsbezirks Landeck.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Der Ort liegt im sogenannten Oberen Gericht etwa 500 m oberhalb des Inntales auf einem flachen nach Süden gerichteten Abhang einer Terrasse. Diese Terrasse am Fuß der Samnaungruppe teilt sich die Ortschaft mit den Gemeinden Fiss und Ladis. Robert Klien: Serfaus. 2002, siehe Literatur. Angrenzende Gemeinden sind Fiss, Kappl, Pfunds, Ried im Oberinntal, See und Tösens. Die Ortsteile sind Serfaus, Kölner Haus, Komperdell, Komperdell Observatorium, Madatschen, St. Georgen, St. Zeno, Schönegg, Serfauserfeld, Stadlwies, Tschupach, Untertösens, Feld, Masner, Fallmied.
Geschichte [Bearbeiten]
Die ältesten Funde führen in die Bronzezeit zurück. Eine bronzezeitliche Feuerstelle (vor ca. 3200 Jahren) auf dem Komperdell spricht für die Weidenutzung (Rastplatz für Hirten) oder für einen Jagdplatz. Archäologisch genauer untersucht wurde der Zienerbichl im Südwesten der Gemeinde Serfaus. Die Ergebnisse deuten auf eine spätantike und mittelalterliche Nutzung des Hügels hin.
Einige vorrömische Flurnamen erinnern noch an die frühen Siedler, auch keltische Spuren sind noch zu finden. Antike Geschichtsschreiber bezeichnen die Alpenbewohner des Raumes als Räter. Die Römer eroberten 15 v. Chr. das Gebiet und im Laufe der Zeit vermischten sich Räter und Römer, es entstand das Volk der Rätoromanen. Die rätoromanische Sprache, wie sie noch in Graubünden gesprochen wird, hat sich in vielen Orts-, Weiler- und Flurnamen bis heute erhalten. Ab dem 6. Jh. ließen sich die deutschsprachigen Bajuwaren nieder, etwa ab 1350 vereinzelt auch Walser, was die rätoromanische Sprache allmählich aus dem aktiven Sprachgebrauch verdrängte.[1]
Der Ort selbst wurde im elften Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Von Serfaus aus wurden zum Teil die Orte See und Kappl besiedelt. Die Gemeinde See wurde zudem bis 1891 von der Pfarre Serfaus versorgt, was noch durch den heute vorhandenen Friedhof für die Bürger von See bezeugt wird. Bedeutend war auch die mittelalterliche Wallfahrtskirche von St. Georgen, die zu den ältesten Kirchen des Oberen Gerichtes zählt.
Im späten 19. Jahrhundert kamen wie vielerorts in Tirol die ersten Touristen an. Im frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich der Tourismus zur wichtigsten Einnahmequelle des Ortes.
1921 wurde in Serfaus ein Elektritzitätswerk gebaut. Das Wasser wurde von einem Waal durch eine Druckrohrleitung bis ins Maschinenhaus (das heute noch etwas über der Seilbahn steht) geleitet.
1929 wurde eine Schutzhütte der Alpenvereinssektion Rheinland-Köln, das Kölner Haus erbaut.[2] Dadurch wurde der Weg für den ersten Tourismus geebnet.
Am 16. September 1942 kam es in Serfaus zu einem großen Dorfbrand, bei welchem 14 Häuser vernichtet wurden. Es wurden 16 Haushalte mit 89 Personen obdachlos und der geschätzte Schaden betrug ca. 650.000 Reichsmark. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs konnte das Dorf wieder aufgebaut werden. Es wurde jedoch nicht mehr im klassischen Stil eines rätoromanischen Haufendorfes, sondern in wesentlich stärker aufgelockerter Bauweise wieder errichtet.
Das Ortsbild ist heute mit ca. 7.500 Gästebetten stark durch den Tourismus geprägt, während der westliche Ortsteil noch starken rätoromanischen Charakter besitzt.
In den 1970er Jahren wurde die Dorfstraße als einzige Zufahrtsstraße zum Skigebiet Komperdell für den Individualverkehr gesperrt und die Skifahrer mit Bussen zu den Liftanlagen gebracht, doch den weiteren Anstieg an Gästen konnten auch die Skibusse nicht mehr aufnehmen.
1985 wurde daher die Dorfbahn Serfaus eröffnet, eine unterirdische Luftkissenschwebebahn mit Seilantrieb, deren Benutzung kostenlos ist. Auf einer Länge von 1280 m bedient sie mit zwei Kabinen vier Stationen (Parkplatz, Kirche, Raika, Seilbahn) und kann 1500 Passagiere pro Stunde befördern. Sie ist die zweitkürzeste U-Bahn weltweit. Nahe der Dorfbahn-Endstation "Seilbahn" sind Erdpyramiden zu besichtigen. Serfaus war ursprünglich Teil des Gerichtsbezirks Ried in Tirol und wurde nach der Auflösung des Gerichtsbezirks Ried 1978 Teil des Gerichtsbezirks Landeck.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Alte Pfarr- und Wallfahrtskirche Unsere liebe Frau im Walde
- Neue Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt
- Kirchturm, Friedhofskapelle und Friedhof
- Filialkirche St. Georg ob Tösens
- Pestkapelle hl. Sebastian auf der Muiren
- Kapelle Mariahilf in Tschuppach
- Kapelle hl. Ursula in Untertösens
- Kapellen Hl. Familie im Weiler Madatschen
- Burgruine Serfaus [3]
Tourismus [Bearbeiten]
Schon seit vielen Jahrzehnten prägt der Tourismus, insbesondere der Wintertourismus, den Ort Serfaus. Serfaus ist ein Ort der Skiregion Serfaus-Fiss-Ladis. Serfaus ist mit 7.500 Gästebetten der tourismusstärkste Ort im Oberen G'richt. Neben Ischgl, Sölden und St. Anton am Arlberg zählt Serfaus mittlerweile zu den bekanntesten Tourismusregionen in Tirol – dies ist nicht zuletzt auf den Tourismusverband Serfaus-Fiss-Ladis zurückzuführen, der die Skigebiete der Gemeinden Serfaus, Fiss und Ladis zusammenfasst.
Im Tourismusjahr 2006 verbuchte Serfaus eine Übernachtungszahl von 892.264, was einen Zuwachs von 1,9 % gegenüber dem Tourismusjahr 2005 bedeutet. Serfaus liegt somit auf Rang 5 der Tiroler Gemeinden, was die Übernachtungszahlen betrifft. Bezirksweit bedeutet dies Rang 3 hinter Ischgl und St. Anton am Arlberg. Pro Einwohner sind dies umgerechnet 757 Übernachtungen. Dies ist tirolweit der Spitzenwert.
Serfaus hat sich in den letzten Jahren zu einem bevorzugten Urlaubsort für orthodoxe Juden aus Israel und anderen Ländern entwickelt. Einige Hotels und Supermärkte haben sich auf deren Bedürfnisse, etwa koscheres Essen, eingestellt. [4] In den Jahren 2009 und 2010 tauchten im Süddeutsche Zeitung Magazin[5] und in der israelischen Zeitung Haaretz[6] allerdings Berichte über Fälle von Antisemitismus gegenüber jüdischen Urlaubern auf. So wurden orthodoxe Juden von der Hotelbuchung ausgeschlossen, was vom Hotel Sonnenhof sogar bestätigt wurde. Angeblich hätten andere Hotelbesitzer mit diesen Gästen schlechte Erfahrungen gemacht. Um im Vorfeld Buchungen von jüdischen Gästen zu erkennen, werde vielfach nach angeblich typisch jüdischen Namen oder Vorlieben gesucht (z. B. keine Anreise am Sabbat oder Bestellungen eines zweiten Kühlschranks für die Lagerung von koscheren Speisen), die dann als Ausschlusskriterien zur Ablehnung der Buchung führen. Unter den Einwohnern von Serfaus sind den Berichten zufolge Anfeindungen und Ausgrenzungen gegenüber Hotel- und Appartementbesitzern bekannt geworden, die keine Probleme mit jüdischen Gästen haben.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Hugo Westreicher (* 1933), Abgeordneter zum Österreichischen Nationalrat von 1970 bis 1986 und Bürgermeister von Serfaus von 1973 bis 1980.
Literatur [Bearbeiten]
- Robert Klien (Hrsg.): Serfaus. Serfaus 2002.
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Robert Klien: Serfaus. 2002, siehe Literatur
- ↑ Kölner Haus, abgerufen am 11. Mai 2013
- ↑ Dehio Tirol 1980
- ↑ Nicht ganz koscher Süddeutsche Zeitung Magazin Ausgabe 44/2010
- ↑ Nicht ganz koscher Süddeutsche Zeitung Magazin Ausgabe 44/2010
- ↑ 'No Jews' policy employed at Austria hotel Haaretz vom 10. Mai 2009
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