Landgericht Aachen

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Nordfront (Erweiterungsbau von 1929 am Adalbertsteinweg)
Westfront (Altbau von 1889 an der Kongressstraße)
Eingangstor des Justizzentrums (2008)
Nachtbriefkasten des Justizzentrums Aachen (2008)

Das Landgericht Aachen ist ein Teil der ordentlichen Gerichtsbarkeit des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen.

Gerichtssitz und -bezirk[Bearbeiten]

Das Landgericht (LG) hat seinen Sitz in Aachen; der Gerichtsbezirk liegt im Westen Nordrhein-Westfalens.

Gerichtsgebäude[Bearbeiten]

Das Landgericht Aachen ist im historischen Gerichtsgebäude an der Kongressstraße und einem Erweiterungsbau am Adalbertsteinweg 90 in Aachen untergebracht.

Bis 2008 wurde für 78 Mio. Euro ein Erweiterungsbau (Justizzentrum) errichtet, in dem seitdem auch das Amtsgericht Aachen, die Staatsanwaltschaft Aachen, das Arbeitsgericht Aachen, das Sozialgericht Aachen und das Verwaltungsgericht Aachen untergebracht sind. Dort versehen ca. 900 Justizbedienstete ihren Dienst. Der von der Architektin Gesine Weinmiller (Weinmiller Architekten Berlin) entworfene Erweiterungsbau besteht aus drei Gebäuden (zentraler Saalbau und zwei Bürotrakten) und einem angeschlossenen Parkhaus mit ca. 400 Stellplätzen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Landgericht Aachen existiert unter diesem Namen seit 1820. In der damaligen preußischen Rheinprovinz galt die französische Gerichtsorganisation weiter. Der Appellationsgerichtshof Köln hatte dort die Funktion des Appellationsgerichtes. Die ihm untergeordneten Gerichte trugen nicht die Bezeichnung Kreisgericht, sondern Landgericht. Dem Landgericht Aachen waren folgende Friedensgerichte als Gerichte erster Instanz untergeordnet:

Friedensgericht Sitz
Friedensgericht Aachen I Aachen
Friedensgericht Aachen II Aachen
Friedensgericht Aldenhoven Aldenhoven
Friedensgericht Blankenheim Blankenheim
Friedensgericht Burscheid Burscheid
Friedensgericht Düren Düren
Friedensgericht Erkelenz Erkelenz
Friedensgericht Eschweiler Eschweiler
Friedensgericht Eupen Eupen
Friedensgericht Geilenkirchen Geilenkirchen
Friedensgericht Gemünd Gemünd
Friedensgericht Heinsberg Heinsberg
Friedensgericht Jülich Jülich
Friedensgericht Malmedy Malmedy
Friedensgericht Montjoie Monschau
Friedensgericht Nideggen Nideggen
Friedensgericht Sankt Vith Sankt Vith
Friedensgericht Wegberg Wegberg

[1]

Im Zuge der Reichsjustizgesetze nahm es 1879 das bis dahin in Aachen ansässige Handelsgericht auf, das fortan die im Gerichtsverfassungsgesetz (GVG) vorgesehene Kammer für Handelssachen bildete. Die Friedensgerichte wurden aufgelöst und Amtsgerichte eingerichtet.

Bis zum Ersten Weltkrieg umfasste es die 16 Amtsgerichte zu Aachen, Aldenhoven (heute zu Jülich), Blankenheim (heute zu Gemünd), Düren, Erkelenz, Eschweiler, Eupen (heute zu Belgien), Geilenkirchen, Gemünd, Heinsberg, Jülich, Malmedy (heute zu Belgien), Montjoie (heute: Monschau), St. Vith (heute zu Belgien), Stolberg (heute zu Eschweiler) und Wegberg (heute zu Erkelenz).

Der gegenwärtige Präsident des Landgerichts ist seit 2007 Stefan Weismann.

Über- und nachgeordnete Gerichte[Bearbeiten]

Das dem Landgericht Aachen übergeordnete Gericht ist das Oberlandesgericht Köln; nachgeordnete Gerichte sind die Amtsgerichte in Aachen, Düren, Eschweiler, Heinsberg, Jülich, Monschau, Geilenkirchen und Schleiden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landgericht Aachen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. H. A. Fecht: Die Gerichts-Verfassungen der deutschen Staaten, 1868, S. 175, online

50.7738888888896.1033333333333Koordinaten: 50° 46′ 26″ N, 6° 6′ 12″ O