Losse (Fluss)

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Losse
Lage Werra-Meißner-Kreis, Landkreis Kassel und kreisfreie Stadt Kassel, Deutschland, Hessen
Gewässerkennzahl 4296[1]
Länge 28,9 km[1]dep1
Quelle am Walberg bei Hessisch Lichtenau
51° 11′ 34″ N, 9° 45′ 2″ O51.1927222222229.7504722222222400
Quellhöhe ca. 400 m ü. NN
Mündung in die Fulda zwischen
Kassel-Bettenhausen und
Niestetal-Sandershausen51.3216666666679.5372222222222136Koordinaten: 51° 19′ 18″ N, 9° 32′ 14″ O
51° 19′ 18″ N, 9° 32′ 14″ O51.3216666666679.5372222222222136
Mündungshöhe ca. 136 m ü. NN
Höhenunterschied ca. 264 mdep1
Flusssystem FuldaWeser
Einzugsgebiet 120,576 km²[1]dep1
Rechte Nebenflüsse siehe unten
Linke Nebenflüsse siehe unten
Großstädte Kassel
Kleinstädte Hessisch Lichtenau
Gemeinden Helsa, Kaufungen, Niestetal

Die Losse ist ein 28,9 km[1] langer, rechter bzw. östlicher Zufluss der Fulda im Werra-Meißner-Kreis, im Landkreis Kassel und in der kreisfreien Stadt Kassel, Nordhessen (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Verlauf

Die Losse entspringt im Werra-Meißner-Kreis oberhalb der Kernstadt von Hessisch Lichtenau. Ihre Quelle befindet sich am direkt östlich der Stadt gelegenen Walberg (429,3 m ü. NN), einer sanft ansteigenden waldlosen Erhebung auf dem einstigen Standortübungsplatz der ehemaligen Blücher-Kaserne. Sie liegt am Rand eines rund 500 m südwestlich des Bergs befindlichen Hains auf etwa 400 m ü. NN.

Nachdem ihr Wasser Hessisch Lichtenau in westlicher Richtung durchquert hat, fließt die Losse zwischen dem Kaufunger Wald an den nördlichen Ufern und der Söhre an den südlichen in nordwestlicher Richtung in den Landkreis Kassel ein, in dem sie entlang der B 7 über Helsa nach Kaufungen verläuft. Nach Unterqueren der A 7 (200 m lange Brücke) bildet das Fließgewässer die natürliche Grenze von Kaufungen und der kreisfreien Stadt Kassel.

In Kassel durchfließt die Losse den Stadtteil Bettenhausen und bildet später die Grenze zur Unterneustadt, wonach sie an der Stadtgrenze zu Sandershausen (Gemeindeteil von Niestetal) im Rahmen des künstlich neu geschaffenen Lossedeltas (siehe unter Geschichte) auf etwa 136 m ü. NN in die Fulda mündet. Der Mündung gegenüber liegt − jenseits der Fulda − der Kasseler Stadtteil Wolfsanger.

[Bearbeiten] Einzugsgebiet

Das Einzugsgebiet der Losse umfasst 120,576 km²[1].

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Mittelalter bis Zweiter Weltkrieg

Schon im Mittelalter wurde die Wasserkraft der schnell fließenden Losse zum Antrieb zahlreicher Mühlen genutzt. Im Lauf der Zeit siedelten sich 34 Mühlenbetriebe an, allein in Bettenhausen am Mühlenkanal der Losse waren es 12. Die Mühlen waren nur zum Teil Mahlmühlen, sehr viele von ihnen waren auch oder ausschließlich Industriemühlen, die dem Antrieb von Maschinen dienten. Viele Straßennamen in den Kasseler Stadtteilen Bettenhausen und Forstfeld erinnern noch an diese Mühlen. Genannt seien:

  • der Agathof, 1377 unter dem Namen Lachenmühle erstmals erwähnt, mit wechselnder Funktion als Mahlmühle, Edelsteinschleiferei (der Name Agat leitet sich wohl von Achat ab) und später chemischer Fabrik;
  • der Eisenhammer, teilweise 1685 erbaut, erst Papiermühle, dann Sägewerk und später die Stockfabrik Rocholl;
  • die Herwigsmühle (Drahtmühle, Unterer Messinghof), 1410 erstmals erwähnt, die hauptsächlich als Mahlmühle diente und in der zeitweilig die Drahtzieherei des Messinghofs untergebracht war;
  • der 1680 gegründete und oberhalb des Messinghofs gelegene Kupferhammer (Oberste Drahtmühle), hier fand ein Teil der Kupferverarbeitung des Messingshofs statt;
  • die 1407 erstmals erwähnte Forstmühle, der spätere Messinghof und bereits seit Mitte des 16. Jh. Messingwerk.

[Bearbeiten] Zweiter Weltkrieg bis Ende 20. Jahrhundert

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Losse begradigt, um angrenzende Acker- und Weideflächen vor Hochwassern und Abtragung der Ufer zu bewahren. Hierdurch erhöhte sich die Fließgeschwindigkeit des Wassers, viele Tiere und Pflanzen starben aus und Hochwasser richteten besonders im flach gegliederten Unterlauf und damit in den Kasseler Stadtteilen immer wieder Schäden an (es liefen zum Beispiel Keller voll).

[Bearbeiten] 21. Jahrhundert

Anfang des 21. Jahrhunderts wurden nahezu im Bereich des gesamten Verlaufs der Losse umfangreiche Renaturierungsarbeiten durchgeführt, die auf einem 1998 begonnenen Konzept der Universität Kassel basieren und der Verbesserung der ökologischen Situation und auch dem Hochwasserschutz dienen; die Maßnahmen dauern teils weiterhin an.

Zwischen der zuvor genannten Autobahn-Unterquerung und der Einmündung der Losse in die Fulda – und damit in Kassel – wurden im Jahr 2004 (30. August bis 21. Dezember) unter anderen der teils kanalartige, in Betonmauern eingefasste Verlauf der Losse in ein natürliches Flussbett umgewandelt und Rückzugszonen für Tiere und Pflanzen errichtet.

Von September 2005 bis Februar 2006 wurde der vormals kanalartig begradigte Mündungsbereich der Losse – östlich des Kasseler Hafens gelegen – durch Einbeziehung von vorherigen Acker- und Wiesenflächen zum neu entstehenden Lossedelta aufgeweitet. Dazu wurden auf rund 60.000 m² Fläche etwa 63.000 m³ Erdmaterial ausgehoben. Fortan wird das etwa 400 m lange Flussdelta von Flussschlingen, -verzweigungen und -inseln sowie kleinen Stillgewässern bestimmt. Zugleich wurden Bäume und Büsche angepflanzt.

Im Lossedelta sind Amphibien, Fische, Insekten und Vögel wie die Entwicklung des Landschaftsbilds sich selbst überlassen. Die Menschen können die Vorgänge in diesem künstlich geschaffenen Naturschutzgebiet von einem speziell hierfür aufgeschütteten Aussichtshügel, der sich nebst Infotafeln unterhalb des "Betriebshofs Stadtreiniger" nahe der über die Losse führenden Fuß- und Radwegbrücke befindet, beobachten.

[Bearbeiten] Zuflüsse

Der Setzebach (5,1 km lang), der aus Richtung Süden in Niederkaufungen einmündet, und der Wedemannbach (5,0 km), der von Osten kommend in Helsa zufließt, sind die längsten Losse-Zuflüsse. Diese und weitere Zuflüsse sind − flussabwärts betrachtet:

  • Steinbach I (3,3 km)
  • Saubach (2,7 km)
  • Börnchenbach (2,4 km)
  • Männerwasser (3,8 km)
  • Steinbach II (2,6 km)
  • Rohrgraben (1,85 km)
  • Hergesbach (4,3 km)
  • Wedemannbach (5,0 km)
    • Lautenbach (2,4 km; Zufluss des Wedemannbachs)
  • Ibach (2,7 km)
  • Lempersbach (3,1 km)
  • Setzebach (5,1 km)
  • Diebachsgraben (4,9 km)

[Bearbeiten] Ortschaften

Zu den Ortschaften an bzw. unweit der Losse gehören − flussabwärts betrachtet:

[Bearbeiten] Verkehrsanbindung

Durch das Tal der Losse verläuft zwischen Kaufunger Wald und Söhre von Hessisch Lichtenau über Helsa und Kaufungen nach Kassel ein Abschnitt der B 7, welche die A 7 (200 m lange Brücke) an der Grenze von Kaufungen und Kassel kreuzt. Durch das Lossetal führt auch ein solcher der Bahnstrecke Kassel–Waldkappel, die auch Lossetalbahn oder Kassel-Waldkappeler Eisenbahn genannt wird und entlang der Losse die zuvor genannten Ortschaften miteinander verbindet.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b c d e WRRL Hessen

[Bearbeiten] Weblinks

Webseiten des Kasseler Entwässerungsbetriebs (KEB) über die Losse:

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