Maasdriel

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Gemeinde Maasdriel
Flagge der Gemeinde Maasdriel
Flagge
Wappen der Gemeinde Maasdriel
Wappen
Provinz Gelderland Gelderland
Bürgermeister Arno Frankfort
Fläche
 – Land
 – Wasser
75,49 km²
66,10 km²
9,39 km²
CBS-Code 0263
Einwohner 24.156 (1. Jan. 2014[1])
Bevölkerungsdichte 320 Einwohner/km²
Koordinaten 51° 46′ N, 5° 20′ O51.7666666666675.3333333333333Koordinaten: 51° 46′ N, 5° 20′ O
Bedeutender Verkehrsweg A2 N322 N831 N832
Vorwahl 0418, 0487, 073
Postleitzahlen 5320–5321, 5324–5325, 5327–5328, 5330–5331, 5333–5335, 6624
Website www.maasdriel.nl
Lage von Maasdriel in den Niederlanden

Maasdriel ( anhören?/i) ist eine Gemeinde der niederländischen Provinz Gelderland. Sie hat eine Gesamtfläche von 75,49 km² und zählte am 1. Januar 2014 nach Angaben des CBS 24.156 Einwohner.

Orte[Bearbeiten]

Zwischen den Klammern die etwaige Einwohnerzahl der Dörfer Anfang 2009.

  • Alem (650), im Nordosten der Gemeinde; Fähre über die Maas nach Maren-Kessel (Richtung Oss)
  • Ammerzoden (3.550), im Westen der Gemeinde
  • Hedel (4.700)
  • Hoenzadriel (300)
  • Heerewaarden (1.450)
  • Hurwenen (850)
  • Kerkdriel (7.150), Sitz der Gemeindeverwaltung, in der Osthälfte der Gemeinde
  • Rossum (2.650)
  • Velddriel (1.500)
  • Well (900);

so wie einige kleine “Gehuchte” (Gehöfte), u.a. Wellseind, St. Andries, Wordragen u.a.

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Gemeinde bildet die Südosthälfte der Landschaft Bommelerwaard. Sie wird im Norden von dem Rheinarm Waal und im Süden von der Maas begrenzt. Jenseits der Maas, gegenüber Hedel, liegt die Hauptstadt der Provinz Nordbrabant, ’s-Hertogenbosch; viele Einwohner der Gemeinde Maasdriel sind Pendler, die dort arbeiten. Im Norden wird Maasdriel von Zaltbommel begrenzt.

Quer durch die Gemeinde verläuft der Rijksweg 2 (Utrecht-’s-Hertogenbosch). Die Ausfahrt 19 dieser Fernstraße befindet sich zwischen Hedel und Velddriel. Bahnreisende sind auf die Bahnhöfe in ’s-Hertogenbosch und Zaltbommel angewiesen; von dort aus gibt es Busverbindungen, jedoch nicht zu allen Dörfern fahren regelmäßig Busse.

Wirtschaftlich von Bedeutung sind Land- und Gartenwirtschaft, u.a. die Zucht von Erdbeeren und Champignons. Namentlich Ammerzoden und Hedel auch einiges Kleingewerbe und Handel, u.a. in Ammerzoden eine Großhandlung mit Kartoffeln.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Bevölkerung dieser Gemeinde ist überwiegend katholisch; man ist stark auf Nordbrabant orientiert, was vom 16. bis zum 19. Jahrhundert manchmal zu Problemen mit der protestantischen Provinzverwaltung von Gelderland führte.

Die meisten Orte der Gemeinde bestehen schon seit langer Zeit. In der Nähe von Rossum soll ein römisches Kastell namens Grinnes gestanden haben; es wird auf der Peutinger Karte als Grinnibus angegeben. Manche Wissenschaftler bestreiten jedoch, dass dieses Kastell hier gestanden hat. Die ersten urkündlichen Belege der Dörfer (Jahreszahlen nach der niederländischen Wikipedia):

  • Alem: 1107
  • Ammerzoden: Schloss Ammersoyen, 11. Jahrhundert
  • Hedel sowie Kerkdriel: 815 oder 816. Hedel hatte von 1869 bis 1950 einen kleinen Bahnhof an der Eisenbahnlinie Zaltbommel-m ’s-Hertogenbosch.
  • Heerewaarden: etwa 1000
  • Rossum: 893
  • Velddriel: hier wurde 1265 eine Abtei gegründet (1905 von den Zusters van Liefde erneuert)
  • Well: 983 (Urkunde der Abtei Essen-Werden)
  • Wordragen: 13. Jahrhundert.

Im Achtzigjährigen Krieg wurde, im Jahr 1599, unweit von Heerewaarden das bedeutende Fort Sint-Andries gebaut. Die wegen der Lage (vom Fort aus kann man schon mit altmodischen Kanonen oder mit Maschinengewehren sowohl die Schifffahrt auf dem Waal wie auf der Maas angreifen) strategisch wichtige Befestigung wurde 1812 erneuert. Im April 1945 wurde noch um dieses Fort gekämpft zwischen deutschen und alliierten Truppen. Die Überreste der Anlage sind frei zu besichtigen. Im 19. Jahrhundert war dieses Gebiet recht arm. Heerewaarde hatte einen Fischereihafen, aber anderswo fristete man als Kleinbauer oder Reetkorbflechter ein karges Dasein. Vor allem aus Velddriel zogen damals viele Männer weg, unter anderem um in den Kohlebergwerken des Ruhrgebietes zu arbeiten. Dorf und Schloss Ammerzoden erlitten im Zweiten Weltkrieg erheblichen Schaden. Die Fähre bei Alem war in dieser Epoche eine bei Widerstandskämpfern beliebte Stelle, wo sie nachts ungesehen die Maas überqueren konnten.

Sehenswürdigkeiten/Ereignisse[Bearbeiten]

  • Schloss Ammersoyen in Ammerzoden: das 1350 erbaute und im 17. Jahrhundert umgebaute Schloss ist ein Konferenz- und Partyzentrum, kann aber mit Führung besichtigt werden. Es gehört zu den best erhaltenen mittelalterlichen Wasserburgen der Niederlande.
  • Jedes Jahr findet am 1. Montag des November in Hedel ein Pferdemarkt mit Kirmes statt.
  • Das Fort Sint Andries, siehe oben.
  • Vogelschutzgebiet Kil van Hurwenen, zwischen Hurwenen und Zaltbommel.
  • Naherholungsgebiet mit Jachthafen De Zandmeren, östlich von Kerkdriel an der Maas.
  • In der ehemaligen niederländischen reformierten Kirche in Alem ist das Niederländische Dachpfannenmuseum (Dakpannenmuseum) untergebracht, das die Geschichte der Dachpfanne seit dem 13. Jahrhundert bis heute zeigt. Die umfangreiche Sammlung umfasst nicht nur niederländische Pfannen, sondern solche aus praktisch allen europäischen Ländern sowie Asien und Afrika [2]
  • Kerkdriel hat ein kleines Heimatmuseum.
  • Heerewaarden hat einige malerische alte Häuser im Dorfkern.
  • Hedel hat eine Schlossruine (das 1336 erbaute Schloss wurde 1794 abgerissen), und einen kleinen Jachthafen an der Maas, gegenüber ’s-Hertogenbosch.
  • Bei Well steht das Schloss Slot te Well oder Huis Malsen. Das im 15. Jahrhundert erbaute und 2002 restaurierte Schloss ist als Wohn- und Bürogebäude in Gebrauch und kann deshalb innen nicht besichtigt werden.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maasdriel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Bedeutende Personen aus Maasdriel[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 12.04.2014Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. Dakpannenmuseum