Muhammad bin Raschid Al Maktum

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Muhammad bin Raschid Al Maktum

Muhammad bin Raschid Al Maktum (arabisch ‏محمد بن راشد آل مكتوم‎ Muhammad bin Rāschid Āl Maktūm, DMG Muḥammad b. Rāšid Āl Maktūm; * 22. Juli 1949 in Shindagha) ist Herrscher des Emirats Dubai und Premierminister, Verteidigungsminister sowie Vizepräsident der Vereinigten Arabischen Emirate.

Leben[Bearbeiten]

Er wurde als drittältester von vier Söhnen des verstorbenen Scheichs und Emirs Raschid bin Said Al Maktum geboren. Seine Brüder sind der verstorbene Scheich und Emir Maktum bin Raschid Al Maktum, der Scheich Hamdan bin Raschid Al Maktum und Scheich Ahmed bin Raschid Al Maktum.

Sein ältester Bruder, Scheich Maktum bin Raschid Al Maktum, Vizepräsident und Premierminister der VAE bis zu seinem Tod, starb am 4. Januar 2006. Damit übernahm Muhammad bin Raschid Al Maktum automatisch als Erbe das Amt des Staatsoberhauptes von Dubai und wurde Premierminister sowie Vizepräsident der VAE. Das Amt des Verteidigungsministers der VAE hat er weiterhin inne.

Seine erste Frau ist Scheicha Hind bint Maktum bin Juma Al Maktum, die er 1979 heiratete. Seine zweite Frau ist Prinzessin Haya bint al-Hussein, Tochter des verstorbenen Königs Hussein von Jordanien und Halbschwester von König Abdullah von Jordanien, die er am 10. April 2004 heiratete. Seit dem 2. Dezember 2007 haben sie gemeinsam eine Tochter und seit dem 7. Januar 2012 einen Sohn, Zayed.

Die Dubai im Port Rashid (arabisch: Mina'a Raschid), dem Hafen von Dubai, 2008

Maktum ist der Besitzer einer der längsten Motoryachten, der Dubai. Sein Vermögen wird auf ca. 12 Milliarden US-Dollar geschätzt.[1]

Scheich Muhammad hat 17 Kinder, davon acht Söhne und neun Töchter.

Kindheit[Bearbeiten]

Bereits als Kind in Schindagha erlernte er das Jagen, insbesondere die Falknerei sowie die Grundlagen des Reitens (sein Vater wollte, dass er ein Polospieler wird). Zu seinen Lieblingsbeschäftigungen gehörten die traditionellen Hüpf- und Fangspiele „Luhol“ und „Huwaim“ sowie Fußballspielen, aber nicht das Polospielen. Als Muhammad neun Jahre alt war, verstarb sein Großvater Said bin Maktum, und sein Vater übernahm die Amtsgeschäfte.

Ausbildung[Bearbeiten]

Sein Vater war der Meinung, dass ein Mann mit seinen Charaktereigenschaften am ehesten geeignet wäre, die zunehmenden externen und internen Sicherheitsvorkehrungen in die Hand zu nehmen. Deshalb schrieb Muhammad sich 1966 an der Bell School of Languages in Cambridge ein, die zu den besten Sprachschulen Europas zählt. 1968 kehrte er zurück, um seinen Vater zu begleiten, als dieser sich am 18. Februar 1968 mit dem Herrscher von Abu Dhabi, Scheich Mohammad, in einem Wüstencamp traf, um die Gründung einer Föderation zwischen Abu Dhabi und Dubai zu diskutieren.

Um sich noch besser auf seine zukünftige Rolle vorbereiten zu können, besuchte er die Kadettenschule Mons Officer in Aldershot (Hampshire), Großbritannien, ungefähr 65 km südlich von London. Hier wurde er zum leitenden Unteroffizier der Kohemakompanie befördert und erhielt später das Ehrenschwert, da er den besten Abschluss von den ausländischen Offizieren und den Offizieren des Commonwealth machte.

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

  • 1. November 1968: Ernennung zum Oberhaupt der Polizei Dubais und der öffentlichen Sicherheit.
  • Dezember 1971: unmittelbar nach Unterzeichnung der Verfassung der VAE durch die Herrscher von Abu Dhabi, Dubai, Schardscha, Adschman, Fudschaira und dem Kronprinz von Umm al-Qaiwain Ernennung zum Verteidigungsminister und Beförderung zum General durch seinen Bruder Scheich Maktum, den neuen und ersten Premierminister der VAE
  • 1976: erster Auslandseinsatz im Libanon, wo seine Truppen zusammen mit anderen arabischen Streitkräften den Frieden im Land wahren sollten
  • 25. August 1977: Übernahme der Flughafenverwaltung Dubais und der Kontrolle über die Ölindustrie
  • 16. Oktober 1977: Bei der Entführung des Flugzeugs Landshut gibt Muhammad bin Raschid Al Maktum als Verteidigungsminister von Dubai ein Fernsehinterview, wobei er die Anzahl der Entführer öffentlich nennt. Diese Information hat er von Flugkapitän Jürgen Schumann – und als die Terroristen über dessen Kontakt zu den Behörden in Dubai über das Interview erfahren, drohen sie, Schumann zu erschießen. Später wurde Schumann nach einem weiteren Versuch, die Passagiere zu retten, getötet.
  • 1985 beauftragte er die Gründung der Fluggesellschaft Emirates; das erste Flugzeug startete am 25. Oktober 1985. Ebenso gründete er die Jebel Ali Free Zone (JAFZ)

Am 4. Januar 1995 wurde er zum Kronprinzen von Dubai ernannt, sein Bruder Hamdan zu seinem Stellvertreter. Daraufhin gründete er mit einer seiner ersten Amtshandlungen das Dubai Shopping Festival (DSF). 1998 eröffnete er das Scheich-Raschid-Terminal und beendete damit die erste Phase des 540 Millionen US-$ teuren Ausbauplans für den Flughafen von Dubai. 1999 eröffnete er sein kühnstes Projekt, das Burj al Arab, und er gab den Startschuss für den Bau der Dubai Internet City. 2001 startete er das Projekt The Palm. 2008 wird der Bau der 88 Quadratkilometer großen, parkartigen Urbanisation Mohammed Bin Rashid Gardens angekündigt.

Fast alle modernen Bauten und Projekte gehen auf seine Ideen zurück. Unter seiner Herrschaft bereitet sich das Emirat Dubai auf die Zeit nach dem Erdöl vor, als führendes Finanz-, Industrie- und Touristenzentrum im Nahen Osten mit weltweiter Bedeutung. Scheich Muhammad ist Gründervater der Free Zones ebenso wie Pionier bei der Entwicklung von Immobilienprojekten, dem Verkauf von Grund und Boden an Ausländer oder der Einführung moderner Grundbücher im Februar 2006.

Pferdesport[Bearbeiten]

Bereits als Kind galt seine Leidenschaft dem Reiten. Er züchtete Pferde und führte diese international zu Siegen. So gründete er 1994 die berühmten Godolphin-Stallungen in Newmarket und wurde 2001 mit dem Special Eclipse-Award ausgezeichnet. Aus Begeisterung für den Polosport gründete er 1996 die weltbekannte Poloschule VAEHorseRiding.

Er gründete Mitte der 1990er Jahre das Nationalteam der VAE. Seitdem zählen die emiratischen Distanzreiter zu den besten der Welt. Viele seiner Distanzreitpferde werden ebenfalls in Großbritannien trainiert. Seine Söhne, Scheich Rashid und Scheich Hamdan, führten 1999 und 2000 die Weltranglisten an. Ein anderer Sohn, Scheich Ahmed, gewann 2002, als jüngster Reiter der Geschichte die Weltmeisterschaft und war auch der erste Weltmeister aus Asien. Sein Sohn, Scheich Majid, seit 2003 aktiv, war ebenfalls Teammitglied bei der (offenen) Europameisterschaft.

1996 startete er das höchstdotierte Pferderennen der Welt, den Dubai World Cup, mit einem Gesamtgewinn von damals 4 Millionen US-$, wovon 2,4 Millionen US-$ an den Sieger gingen. Bei den Weltreiterspielen 2010 in Lexington belegte er in der Einzelwertung Distanzreiten Platz zwei hinter der Spanierin Maria Mercedes Alvarez Ponton. Im Jahr 2012 wurde er mit Madji du Pont Weltmeister in der Einzel- und in der Mannschaftswertung.[2]

Kritik[Bearbeiten]

Al Maktum war bereits mehrfach dem Vorwurf das Dopings ausgesetzt. 2009 wurde er wegen Dopings an einem von ihm im Wettkampf vorgestellten Distanzpferdes für sechs Monate gesperrt.[3] Im Mai 2013 stellten die britische Zollbehörde illegale Medikamente für den Pferdesport entdeckt, die fälschlicherweise als Reitsportequipment deklariert war. Diese sollen mit einem Privatflugzeug des Scheichs in das Vereinigte Königreich gebracht worden sein. Ebenso wurden 18 Rennpferde aus dem Stall von Al Maktum positiv auf verbotene Steroide getestet. Daraufhin wurde der Trainer entlassen, Muhammad bin Raschid Al Maktum sei angesichts dessen entsetzt und empört gewesen. Im August desselben Jahres wurden im britischen Distanzpferdestall Al Maktums mehr als 100 medizinische Produkte sichergestellt, die in Großbritannien verboten sind.[3][4][5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1998 Ehrendoktorwürde der Fakultät für Erziehungs-, Sozial- und Geisteswissenschaften der Fernuniversität Hagen
  • 2008 Ehrenmedaille der Freien Universität Berlin für sein Engagement in Wissenschaft, Bildung und Kultur. Im Jahr 2011 hat der Akademische Senat der FU Berlin die Ehrenmedaille aberkannt.

Werke[Bearbeiten]

Bereits als Kind widmete er sich der Nabati-Poesie. Bis heute schreibt er Nabati-Gedichte. Die Thematik in seinen Gedichten ist breit gefächert und reicht von Romantik bis Trauer oder Themen zu aktuellen Weltereignissen. Auszüge dazu finden sich auf seiner Website.[6] Im Jahr 2008 veröffentlichte Al Maktum einen Gedichtband[7] in der Edition Lyrik Kabinett im Carl Hanser Verlag.

Jedes Jahr verfasst er in Nabati-Versen ein Rätsel, welches aus zahlreichen Fragen besteht, die von den Lesern beantwortet werden sollen. Die Schwierigkeit liegt darin, dass die Leser die Antworten wiederum in Form von Nabati-Versen verfassen müssen. Wer alle Fragen richtig beantwortet und in Nabati-Versen einsendet, erhält einen Geldpreis. Die Antworten kommen aus der gesamten Welt. Auf eine Übersetzung aus dem Arabischen in andere Sprachen wird mittlerweile verzichtet, da eine Übersetzung des Rätsels in eine andere Sprache dessen Bedeutung, Stil, oder sogar beides in beträchtlicher Weise verfälschen und das Lösen unmöglich machen würde.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Peter Schneider Döll: Traumland Alptraum - Im Namen Allahs BoD Norderstedt
  • Emre Kurtlucan: Dubai The Maktoum Story, Norderstedt: BoD 2006

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wofür geben Könige ihr Geld aus? P.M., abgerufen am 12. Januar 2014
  2. Ergebnisdienst vom 22. bis 26. August, Deutsche Reiterliche Vereinigung, 27. August 2012
  3. a b Reitsport: Doping um seiner Hoheit willen, Die Presse, 9. August 2009
  4. Doping-Skandal im Rennstall Godolphin, Reiter Revue International, 21. Mai 2013
  5. Haya leitet Ermittlung wegen Doping-Vorwürfen gegen Scheich Mohammed ein, Pferderevue, 4. Oktober 2013
  6. Poesie von Muhammad bin Raschid Al Maktum
  7. ISBN 978-3-446-23403-1