Nelly (Rapper)

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Nelly (2010)

Nelly (* 2. November 1974 als Cornell Haynes Jr. in Austin, Texas) ist ein US-amerikanischer Rapper, Sänger, Schauspieler und Unternehmer. Er ist seit 1993 Mitglied der Rap-Gruppe St. Lunatics und unterschrieb 1999 einen Plattenvertrag bei Universal Records. Mit den Alben Nellyville, Sweat, Suit und Sweatsuit wurde Nelly zu einem der kommerziell erfolgreichsten Rapper, der unter anderem zwei Grammys erhielt.[1] [2]

Biografie[Bearbeiten]

Cornell Haynes Junior wurde als Sohn eines Soldaten der U.S. Air Force geboren. Kurz danach musste die Familie nach Spanien übersiedeln, da Cornell Haynes Sr. dort auf einem US-Luftwaffenstützpunkt stationiert wurde. Nach Cornell Haynes Juniors drittem Geburtstag siedelte die Familie zurück in die USA, nach University City, einem Teil der Stadt St. Louis.

Cornell Haynes Jr. durchlebte eine schwere Jugendzeit. Er wohnte bei verschiedenen Familienmitgliedern und musste mehrmals die Schule wechseln. Der junge Cornell Haynes Jr. war zu dieser Zeit, nach eigener Aussage, in zahlreiche Streitereien unter Teenagern auf den Straßen von St. Louis verwickelt. Cornell Haynes Juniors Mutter (Rhonda Mack) zog mit ihrem Sohn in einen Vorort von St. Louis. Dort wurde Nelly's Talent für Baseball entdeckt. Er lehnte Angebote für ein Engagement als professioneller Baseballspieler ab und gründete zusammen mit fünf Freunden die Rap-Gruppe St. Lunatics.[3]

Musikkarriere[Bearbeiten]

Anfänge und erstes Soloalbum[Bearbeiten]

Im Jahr 1996 nahm die Gruppe ihre erste Single namens Gimme What Ya Got auf, die in der Region St. Louis eine hohe Popularität erreichte. Trotz dieses Erfolges erhielten die St. Lunatics keinen Vertrag mit einem Plattenlabel. Haynes entschloss sich als Solokünstler weiterarbeiten zu wollen und wurde nach kurzer Zeit von Universal Records unter Vertrag genommen. Im Jahr 2000 erschien Haynes' Debütalbum Country Grammar, das er unter seinem Pseudonym Nelly veröffentlichte. Seine Debütsingle Country Grammar (Hot Shit) erreichte Platz 7 der Billboard Hot 100 und wurde Nellys erster Top-Ten-Hit in den USA. Durch den Erfolg der Single debütierte das Album auf Platz 3 der Billboard 200-Albumcharts. Des Weiteren wurden noch E.I., Ride wit Me und Batter Up als Single veröffentlicht, konnte aber nicht den Erfolg der ersten Single bestätigen.[3] Am 27. April 2004 wurde das Album von der RIAA 9 Mal mit Platin ausgezeichnet.[4] Nelly verkaufte über 10 Millionen Einheiten des Country-Grammar-Albums, was für ihn den Durchbruch als Rapper bedeutete.

2001 nahm Nelly mit den St. Lunatics das Album Free City auf, welches die Single Midwest Swing enthält, diese erschien später auf dem Soundtrack-Album zum Film Training Day.[3] Nelly rappte auch zu den Liedern Where the Party At von Jagged Edge und Girlfriend von *NSYNC. Free City hat in den USA mehr als eine Million Einheiten verkauft.

Nellyville[Bearbeiten]

Nelly veröffentlichte im Jahr 2002 sein Folgealbum Nellyville, welches auf Platz 1 der Albumcharts debütierte.[5] Die erste Single Hot in Herre wurde Nellys erster Nummer-eins-Hit in den USA und stand sieben aufeinander folgende Wochen auf Platz 1. Der Welthit Dilemma ein Duett mit Kelly Rowland von der Girlgroup Destiny’s Child, wurde als zweite Single veröffentlicht und löste Hot in Herre von der Spitze ab und wurde noch erfolgreicher als die erste Single und stand insgesamt 10 Wochen auf Platz 1, damit wurde das Lied Nellys zweiter Nummer-eins-Hit und auch international sein endgültiger Durchbruch. Sonstige Singles sind Work It feat. Justin Timberlake, Air Force Ones feat. Murphy Lee und St. Lunatics, Pimp Juice und #1.[3] Das Album wurde am 27. Juni 2003 6 Mal mit Multi-Platin ausgezeichnet.[6]

2003 veröffentlichte Nelly sein nächstes Album Da Derrty Versions: The Reinvention. Es enthält die Hitsingle Iz U vom Soundtrack zum Walt Disneys Film The Haunted Mansion. Das Musikvideo zu Tip Drill wurde wochenlang in den Medien diskutiert, da das Video Frauenhass darstellen soll, dadurch musste Nelly sogar einige Live-Auftritte verschieben.[7] Nellys Single Pimp Juice handelt auch von Frauenhass.[8] Die RIAA zeichnete das Album mit Platin aus.

"Sweat" und "Suit"[Bearbeiten]

Am 14. September 2004 veröffentlichte Nelly die Alben Sweat und Suit. Suit, ein R&B-Album, debütierte auf Platz 1 in den US-Albumcharts und Sweat, ein Rap-Album, auf Platz 2. Aus Suit wurde als erste Single die langsame Ballade Over and Over, ein ungewöhnliches Duett mit dem Country-Star Tim McGraw, veröffentlicht und wurde ein Hit.[9] Auf den speziellen NBC Konzert Tim McGraw: Here and Now sang McGraw das Lied zusammen mit Nelly.[10] Ein weiteres Duett wurde mit dem St.-Louis-Rapper Chingy veröffentlicht.[11][12] Im Winter 2005 veröffentlichte Nelly das Doppelalbum Sweatsuit, bestehend aus Liedern von den Alben Sweat und Suit mit drei neuen Liedern. Grillz, produziert von Jermaine Dupri, wurde als erste Single veröffentlicht und wurde Nellys vierter Nummer-eins-Hit in den USA. Bis heute haben die beiden einzelnen Alben und das Doppelalbum zusammen über 15 Millionen Einheiten verkauft.

Ab 2008[Bearbeiten]

Nachdem Wadsyaname die erste Single des neuen Albums Brass Knuckles sein sollte und dieses im Jahr 2007 erscheinen sollte,[13] wurden mehrere Veröffentlichungsdaten genannt. Es erschien am 19. August 2008 in den USA. Features sind unter anderem Fergie, T.I., Ashanti, LL Cool J, Pharrell Williams, Lil Wayne, Akon, Snoop Dogg, Pimp C, Chuck D (Kopf von Public Enemy), Sean P von YoungBloodZ und Babyface. Des Weiteren will Nelly Janet Jackson und Mariah Carey zusammen mit sich auf ein gemeinsames Lied bringen. Als Produzenten wurden bis jetzt Jermaine Dupri, Pharrell Williams und Bryan Michael Cox genannt.[14][15][16] Die erste Single sollte Wadsyaname sein, eine Ballade produziert von Ron „NEFF-U“ Feemstar, es enthält den Piano-Riff von All My Life von K-Ci & JoJo.[15][16] Nelly erklärte, dass Wadsyaname nie auf dem Album erscheinen sollte. Es gab aber Streit wegen des Covers von All My Life und statt Wadsyaname erschien Party People, ein Duett mit Fergie[15] als erste Single und erreichte in den USA Platz 40, in Großbritannien Platz 14 und in Deutschland Platz 23 der Single-Charts.[14] Stepped On My J'z wurde als nächste Single veröffentlicht, produziert von Jermaine Dupri. Das Lied ist ein feat. mit Dupri und Ciara. Danach wurde noch Body on Me zusammen mit Akon und Ashanti veröffentlicht und erreichte Platz 40 in den USA. Nelly rappte auch auf Rick Ross’ Single Here I Am, mit Avery Storm.

Im Sommer 2009 erklärte Nelly in Las Vegas, dass er ein neues Album veröffentlichen wolle,[17] im Oktober nannte er den Sommer 2010 als Veröffentlichungsdatum.[18] Im April 2010 wurde Nellys Cousin Michael Johnson in Missouri ermordet, daraufhin verschob Nelly die Veröffentlichung.[19] Im Mai 2010 gab Nelly den Titel des Albums, Nelly 5.0, bekannt.[20] Darauf sind Arbeiten mit Janet Jackson, Diddy, Akon, St. Lunatics und Usher enthalten.[21] Mit Platzierungen im unteren Bereich der Charts blieb das Album deutlich unter den Erfolgen der Vorgänger. Lediglich in den USA schaffte es eine Top-10-Platzierung. Als einzige Hitsingle konnte sich Just a Dream in den Charts weltweit platzieren.

Im September 2013 wurde das Album M.O. veröffentlicht. Die Vorab-Single Hey Porsche erschien bereits im Februar 2013.[22]

Schauspielkarriere[Bearbeiten]

Nelly hatte seinem Filmdebüt 2001 in Snipes, in der Nelly die Hauptrolle spielte.[23] 2005 hatte Nelly seine zweite Hauptrolle im Film Spiel ohne Regeln, neben Adam Sandler und Chris Rock.[24] Der Soundtrack zum Film enthält Nellys Lied Fly Away. Im Juni 2008 erklärte Nelly, das er sich mehr auf seine Schauspielkarriere konzentriere als auf seine Musikkarriere. Im Jahr 2008 und 2009 hatte Nelly einige Auftritte in der Serie CSI: NY.

Anfang 2011 hatte er einen Gastauftritt in der Serie 90210 und spielte sich selbst.[25]

Sonstiges[Bearbeiten]

Nike und Nelly unterschrieben 2003 einen Ein-Jahres-Vertrag. Nelly entwarf einen Schuh namens Air Derrty, welcher eine Ehrung an Charles Barkleys Schuhe ist.[26] Nelly unterschrieb später einen Vertrag mit Reebok.[27]

Nelly arbeitet zusätzlich für Got Milk und die Ford Motor Company. Sein Energie-Getränk Pimp Juice verkaufte sich im Sommer 2003 in den ersten beiden Monaten über eine Million Mal in den USA.[28] Nelly gründete mehrere Unternehmen, unter anderem Vokal (Bekleidung für Damen und Herren) und Derrty Entertainment. Nelly ist einer der Besitzer von Charlotte Bobcats, zusammen mit Robert L. Johnson und Michael Jordan.[29]

Nelly ist der Gründer und CEO vom Plattenlabel Derrty Entertainment.

Nelly spielte 2007 bei der 2007 World Series of Poker mit.[30]

Soziales Engagement[Bearbeiten]

Nelly gründete mit 4Sho4Kids Foundation eine eigene Wohltätigkeitsorganisation. Die Jes Us 4 Jackie-Organisation begann im März 2003, als Nellys Schwester Jackie Donahue an Leukämie erkrankte. Diese Organisation soll Afroamerikanern und andere Einwanderern helfen, sich vor schweren Krankheiten zu impfen. Nellys Schwester verlor den Kampf gegen Leukämie und starb.[31]

Erfolge[Bearbeiten]

Zu seinen erfolgreichsten Singles gehören Songs wie Dilemma (mit Kelly Rowland von Destiny’s Child) und vor allem Country Grammar. Dilemma war der bisher erfolgreichste Song, den Haynes veröffentlicht hat, Country Grammar verkaufte sich 15 Millionen Mal.

Der Journalist Peter Shapiro bezeichnete Nelly als „einen der größten Stars des neuen Millennium“.[32] Nelly hat bis heute über 20 Millionen Alben verkauft.[33] Am 11. Dezember 2009 erreichte Nelly Platz 3 der erfolgreichsten Künstler des Jahrzehnts.[34]

Privates[Bearbeiten]

Nelly wird oft mit einem Pflaster in seinem Gesicht gesehen. Grund ist nicht eine Verletzung, sondern es sei ein Signal an seinen Bruder City Spud, um zu zeigen dass er an ihn denke. Sein Bruder sitze wegen bewaffneten Raubüberfalls im Gefängnis, erklärte Nelly. Er selbst habe seine kriminelle Vergangenheit als Drogendealer hinter sich gelassen, da viele seiner damaligen Freunde im Knast säßen oder jung gestorben seien.

Filmografie[Bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Nelly/Diskografie

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Top Selling Artists. Abgerufen am 18. Januar 2011.
  2. Nelly – Grammy Awards. Allmusic. Abgerufen am 26. April 2008.
  3. a b c d Jason Birchmeier: Nelly – Biography. Allmusic. 2006. Abgerufen am 26. April 2008.
  4. Gold & Platinum – Country Grammar (album). RIAA. Abgerufen am 4. Juli 2009.
  5. Music Albums, Top 200 Albums & Music Album Charts / Billboard.com. In: Billboard.com. 13. Juli 2002. Abgerufen am 14. August 2009.
  6. Gold & Platinum – Nellyville. RIAA. Abgerufen am 4. Juli 2009.
  7. Rose Arce: Hip-hop portrayal of women protested, CNN. 3. März 2005. Abgerufen am 26. April 2008. 
  8. Joe D'Angelo: Nelly's Pimp Juice Threatened By Anti-Pimp Campaign. In: MTV News, 10. September 2003. Abgerufen am 26. April 2008. 
  9. Shaheem Reid: Tim McGraw On Nelly Duet: 'Nothin' Country About The Song, But It Was Fun'. In: MTV News, 6. Dezember 2004. Abgerufen am 26. April 2008. 
  10. Annie Barrett: Television Commentary – Wednesday. Entertainment Weekly N. 794. 24. November 2004. Abgerufen am 9. Juni 2010.
  11. Shaheem Reid: Chingy Fires Back At Nelly And Luda, Drops New Dis Track. In: MTV News, 7. Januar 2005. Abgerufen am 26. April 2008. 
  12. Alyssa Rashbaum: Nelly, Maroon 5, Madonna, Mary J. Blige Join Tsunami Benefit Show. In: MTV News, 11. Januar 2005. Abgerufen am 26. April 2008. 
  13. Nelly kündigt Brass Knuckles an. In: HipHop.de, 31. März 2008. Abgerufen am 14. Juli 2008. 
  14. a b Jayson Rodriguez: Nelly Lines up Usher, Fergie and Akon for Brass Knuckles – but No Bruce Springsteen. In: MTV News, 2. April 2008. Abgerufen am 27. April 2008. 
  15. a b c Shaheem Reid: T.I., Akon, Snoop, Pimp C Get Behind Nelly's Brass Knuckles. In: MTV News, 22. August 2007. 
  16. a b Coming attractions: Nelly's ready to crack his 'Knuckles'. In: USA Today, 6. September 2007. Abgerufen am 9. September 2007. 
  17. http://www.sohh.com/2009/07/nelly_premieres_new_album.html
  18. http://www.sohh.com/2009/07/nelly_premieres_new_album.html
  19. http://www.sohh.com/2010/04/nellys_relative_murdered_he_was_not_my_b.htmlUnti/01/16/jim-jonsin-speaks-on-2010-and-on-working-on-nellys-new-album/
  20. http://tampabay.metromix.com/music/article/q-and-a-nelly/1941892/content
  21. "NEW MUSIC: NELLY – „SHE GOT ME“". November 10, 2009. Concrete Loop.
  22. Produktdetails zu "Hey Porsche" auf mix1.de; abgerufen am 23.März2013
  23. Snipes. Internet Movie Database. Accessed 22 November 2009.
  24. Josh Tyrangiel: The Rapper Who Likes Bowling. In: Time, 27. September 2004. 
  25. Nelly (III). Internet Movie Database. Accessed 22 November 2009.
  26. For The Record: Quick News On Deftones, Kimberly Caldwell, 50 Cent, Michelle Branch, Hanson, The Roots & More. In: MTV News, 2. Mai 2003. Abgerufen am 26. April 2008. 
  27. Nelly's New Sneaker & Apparel Deal With Reebok. In: NobodySmiling.com. 20. Juli 2005. Abgerufen am 26. April 2008.
  28. Theresa Howard: Energy drinks get their hip-hop on, USA Today. 27. Oktober 2003. Abgerufen am 14. Februar 2010. 
  29. Robert L. Johnson Adds Nelly To Bobcats Ownership Team. NBA. 19. Juli 2004. Abgerufen am 19. Mai 2008.
  30. Day 3 of the main event of the World Series of Poker. In: USA Today, 8. Juli 2007. Abgerufen am 19. Mai 2008. 
  31. Rapper Nelly's sister dies of leukemia. In: USA Today, Associated Press, 24. März 2005. Abgerufen am 9. Mai 2008. 
  32. Shapiro, Peter, 2005, The Rough Guide To Hip-Hop, 2nd Edition, Penguin, p. 274
  33. Edwards, Paul, 2009, How to Rap: The Art & Science of the Hip-Hop MC, Chicago Review Press, p. 326.
  34. http://www.billboard.com/#/charts-decade-end/artists-of-the-decade?year=2009