New Jersey (Album)

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New Jersey
Studioalbum von Bon Jovi
Veröffentlichung 20. September 1988
Label Mercury Records
Format CD, LP, MC
Genre Hard Rock, Pop Metal
Anzahl der Titel 12
Laufzeit 57:42

Besetzung

Produktion Bruce Fairbairn
Studio Little Mountain Studio, Vancouver (Kanada)
Chronologie
Slippery When Wet
(1986)
New Jersey Keep the Faith
(1992)

New Jersey ist das vierte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Bon Jovi. Benannt wurde es nach ihrer Heimat, dem US-Bundesstaat New Jersey. Die Welttournee für dieses Album mit dem Namen Jersey-Syndicate-Tour erstreckte sich über 16 Monate, in denen Bon Jovi 237 Shows in 26 Ländern spielten.

Entstehung[Bearbeiten]

Nach dem großen Erfolg von Slippery When Wet wollte die Band zwar den Stil beibehalten, deshalb arbeitete man zum Beispiel auch weiter mit Desmond Child zusammen. Aber Bon Jovi wollten auch etwas neues probieren, weshalb das neue Album ein Doppelalbum werden sollte. Allerdings befürchtete das Management, dass daraus resultierende höhere Preise die Käufer abschrecken würden. Deshalb veröffentlichte man schließlich ein ganz normales Album. Ursprünglich sollte dieses Album Sons of Beaches heißen, allerdings war die Plattenfirma mit diesem Namen nicht einverstanden, so dass sich die Band für den Titel New Jersey entschied.

Musikalischer Stil[Bearbeiten]

Der Stil des Albums knüpft musikalisch und textlich an dem Vorgänger-Album Slippery When Wet an: Harte, gitarren- und schlagzeuglastige Sounds mit eingängigen Refrains. Somit ist das Album, wie sein Vorgänger, dem Pop-Metal zuzuordnen. Zwar sind die meisten Lieder schnellere Songs, allerdings sind zwei Balladen (Living in Sin und I’ll Be There for You) und mit zum Beispiel Ride Cowboy Ride oder Stick to Your Guns auch ausdrückliche Cowboy-Songs auf dem Album. Das sind zwei Trends, die die Band mit Slippery When Wet (etwa das Lied Wanted Dead or Alive) begonnen hat. Bei Born to Be My Baby und Love for Sale wirkte Tico Torres erstmals bei den Backing Vocals mit.

Das Album erinnert wegen etwa Homebound Train und dem Albumtitel an Bruce Springsteen (zum Beispiel Born to Run oder Born in the U.S.A.).

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
New Jersey (1988)
  US 1
  UK 1
  DE 4
  AT 5 [1]
  CH 1
Singles
Bad Medicine (1988)
  US 1 [2]
  DE 54 [3]
  UK 17 [4]
  CH 14 [5]
Born to Be My Baby (1988)
  US 3
  DE 54
  UK 22
  CH 25
I’ll Be There for You (1989)
  US 1
  DE 67
  UK 18
  CH 15
Lay Your Hands on Me (1989)
  US 7
  UK 18
  CH 16
Living In Sin (1989)
  US 9
  UK 35
  CH 20

Titelliste[Bearbeiten]

  1. Lay Your Hands on Me (Jon Bon Jovi, Richie Sambora) – 6:01
  2. Bad Medicine (Jon Bon Jovi, Richie Sambora, Desmond Child) – 5:16
  3. Born to Be My Baby (Jon Bon Jovi, Richie Sambora, Desmond Child) – 4:40
  4. Living in Sin (Jon Bon Jovi) – 4:39
  5. Blood on Blood (Jon Bon Jovi, Richie Sambora, Desmond Child) – 6:16
  6. Homebound Train (Jon Bon Jovi, Richie Sambora) – 5:10
  7. Wild Is the Wind (Jon Bon Jovi, Richie Sambora, Desmond Child, Diane Warren) – 5:08
  8. Ride Cowboy Ride (Jon Bon Jovi, Richie Sambora) – 1:25
  9. Stick to Your Guns (Jon Bon Jovi, Richie Sambora, Holly Knight) – 4:45
  10. I’ll Be There for You (Jon Bon Jovi, Richie Sambora) – 5:46
  11. 99 In the Shade (Jon Bon Jovi, Richie Sambora) – 4:28
  12. Love For Sale (Jon Bon Jovi, Richie Sambora) – 3:58

Bonustracks der Special Edition[Bearbeiten]

Am 21. Mai 2010 erschien das Album in einer klanglich überarbeiteten Version, die außerdem folgende Liveaufnahmen beinhaltet, die während der Jersey-Syndicate-Tour aufgenommen wurden:

  1. Blood on Blood (Jon Bon Jovi, Richie Sambora, Desmond Child) – 12:04 (Live)
  2. Born to Be My Baby (Jon Bon Jovi, Richie Sambora, Desmond Child) – 5:47 (Live)

Informationen zu einzelnen Liedern[Bearbeiten]

Born to Be My Baby[Bearbeiten]

Produzent Bruce Fairbairn hätte den Song Born to Be My Baby, der es „nur“ auf Platz drei der Billboard Hot 100 geschafft hat, lieber etwas langsamer haben wollen:

„Auch Born to Be My Baby hätte ein Nummer-eins-Hit werden können. Der Song war eigentlich gedacht als ein etwas ruhigerer Folk-Rock-Titel, eine Hymne im Stil von Bruce Springsteen. Aber die Jungs haben das Tempo viel zu schnell genommen und einen Kracher wie Livin' on a Prayer daraus gemacht. Damit war ich absolut nicht einverstanden.“

Bruce Fairbairn[6]

I’ll Be There for You[Bearbeiten]

I’ll Be There for You ist der einzige Nummer-eins-Hit der Band, an dem Desmond Child nicht aktiv mitgewirkt hat. Der Song wird immer noch sehr häufig bei Live-Auftritten gespielt und dabei meistens von Richie Sambora gesungen. Auch Cher spielte I’ll Be There for You ab und zu auf ihrer Heart-of-Stone-Tour. Das Lied wird gegen Ende des Filmes So was wie Liebe von Hauptdarsteller Ashton Kutcher „interpretiert“, um sein Interesse für die weibliche Hauptdarstellerin zu bekunden.

Bad Medicine[Bearbeiten]

Der Song Bad Medicine erreichte ebenfalls Platz eins der US-Charts. Er gehört bis heute zu den Live-Auftritten der Band fest dazu, wird aber meistens als Medley mit dem Lied Shout, der von den Isley Brothers geschrieben wurde und unter Anderen auch von den Beatles interpretiert wurde.

Ride Cowboy Ride[Bearbeiten]

Die Band hat bei den Songwritern von Ride Cowboy Ride einen kleinen Gag eingebaut: Der Song sei von Captain Kidd und King of Swing geschrieben. Es sind Decknamen für Jon Bon Jovi und Richie Sambora. Es sollte dem Lied eine besondere Cowboy-Attitüde verleihen, ebenso wie die Tatsache, dass der Song monophon aufgenommen wurde.

Living in Sin[Bearbeiten]

Das Musikvideo zu Living in Sin wurde teilweise zensiert, da es für USA-Verhältnisse zu anstößig war, da ein Paar sich ein wenig zu offensichtlich an verschiedenen Orten - darunter ein Strand, ein Auto und ein Hotelzimmer - körperlich nahe kommt.

Entfallene Lieder[Bearbeiten]

Da das Album nicht als Doppelalbum veröffentlicht wurde, schafften es folgende Songs nicht auf das Album: Love Is War*, Let’s Make It Baby*, Outlaws of Love*, Judgement Day, Growing Up the Hard Way, Does Anybody Really Fall in Love Anymore?, Rosie*, River of Love (Come Alive), Backdoor to Heaven, Love Hurts, Diamond Ring*, Now and Forever.

[*] – Sind auf späteren Veröffentlichungen enthalten

Rezeption[Bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten]

Die Kritiken sind, ähnlich wie bei Slippery When Wet, durchwachsen bis negativ ausgefallen, die Musik sei eher Popmusik als Rock und die Texte seien belang- und harmlos.[7][8]

Dass die Band sich zurück zu ihren „Metal-Wurzeln“[9] begab, wurde von der Kritik eher negativ aufgenommen. Trotzdem wird der Stil der Band durchaus gewürdigt:

„Die Texte der amerikanischen Hardrockgruppe Bon Jovi bewegen sich zwar immer noch in banalen bis kitschigen Herz-Schmerz/Freud-Leid-Sphären, drücken aber in Verbindung mit fetzigen Ohrwurmmelodien recht gut Lebens- und Liebesfreude bzw. -sehnsucht aus. Die Beschreibung jugendlichen Zusammenhaltens mit naiven Ewigkeitsschwüren ist eindrucksvoll in Noten und Worte umgesetzt.“

Munzinger-Archiv Pop – Pop-Archiv International[9]

Im Rock-Hard-Magazin wurden 8,5 von zehn möglichen Punkten vergeben, dazu wurde folgende Rezension veröffentlicht:

„Ist er nun ein ernstzunehmender Rocker oder doch nur ein dauergewellter Springsteen-Verschnitt im Heavy-Gewand, der gute Jon aus New Jersey? Fragte man die kompromißlose Thrash-Fraktion unserer Leserschaft, so würde die mit Sicherheit blutgierig letzteres behaupten - womit man dem guten Jon aus New Jersey jedoch Unrecht täte. Obwohl: Springsteen-Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen, ebensowenig U2-Einflüsse. Das Ganze paart der gute Jon aus New Jersey allerdings mit fetten Riffs und gelungenen Gitarrenharmonien, so daß ihm das Prädikat "ernstzunehmender Rocker" letztlich doch zusteht. Kurze Zwischenfrage: Interessiert das überhaupt jemanden? Zweifel machen sich beim Verfasser dieser Zeilen breit, so daß er gar keine rechte Lust mehr hat, den guten Jon aus New Jersey weiter zu charakterisieren. Wer Bon Jovi bisher nicht mochte, der wird auch weiterhin einen großen Bogen um die Band (aus New Jersey) machen, und wer drauf steht, wird eh längst wissen, daß New Jersey 8,5 Punkte wert ist. Ach ja, was ich noch fragen wollte: Ist New Jersey eigentlich ein Freistaat?“

Götz Kühnemund: Rock Hard

Erfolge[Bearbeiten]

New Jersey wurde nach Slippery When Wet Bon Jovis zweites Nummer-Eins-Album in den USA und beinhaltet die Nummer-Eins-Singles Bad Medicine und I’ll Be There for You. Die übrigen Singles Born to Be My Baby, Lay Your Hands on Me und Living in Sin erreichten dort ebenfalls Top-Ten-Platzierungen[10], womit Bon Jovi den Rekord für das Hard-Rock-Album mit den meisten Top-10 Single-Auskopplungen in den USA hält. Es ist weltweit gesehen das dritt-erfolgreichste Band-Album.

Das Album erreichte Siebenfach-Platin in den USA,[11] Fünffach-Platin in Kanada,[12] und Platin in Deutschland.[13]

Bis heute verkaufte sich das Album New Jersey weltweit über 18 Millionen mal und ist damit nach Slippery When Wet und dem Best-of-Album Cross Road das kommerziell erfolgreichste Album Bon Jovis.

Videoveröffentlichungen zu New Jersey[Bearbeiten]

Es wurden auch zwei Videos zum Album veröffentlicht: New Jersey: The Videos (Zusammenstellung mehrerer Musikvideos zu den verschiedenen Tracks des Albums), welches selbst Platin-Status erreicht hat, und Access All Areas (eine Chronik der Jersey-Syndicate-Tour), welches Gold-Status erreicht hat.

New Jersey: The Videos [Bearbeiten]

1989 erschien diese 45-minütige Videokompilaton, welche aus den folgenden Musikvideos besteht:

  1. Bad Medicine (1st Version)
  2. Born to Be My Baby
  3. I’ll Be There for You
  4. Lay Your Hands on Me
  5. Living in Sin
  6. Blood on Blood (Live)
  7. Bad Medicine (2nd Version)

Access All Areas: A Rock & Roll Odyssey[Bearbeiten]

Im Jahr 1990 wurde diese 90-minütige Tourdokumentation als VHS veröffentlicht, teilweise auch in Kombination mit dem Video New Jersey: The Videos.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bon Jovi Chart-Platzierungen in Österreich
  2. Bon Jovi USA-Chart-Platzierungen
  3. Bon Jovi Single-Chart-Platzierungen in Deutschland
  4. Bon Jovi UK Chart-Platzierungen
  5. Bon Jovi Chart-Platzierung in der Schweiz
  6. SWR 3 Täglich Pop: 13.05.1989 - Bon Jovi mit „I’ll Be There For You“ auf der Eins
  7. Eintrag im All Music Guide
  8. Kritik vom Rolling Stone (archiviert)
  9. a b Ulrich Hoffmann: Daddy Cool, in: musikexpress sounds, Juni 2000, S. 21 ff.
  10. Billboard-Hot-100-Singles
  11. Gold- und Platinauszeichnungen in den USA
  12. Gold-, Platin- und Diamant-Auszeichnungen in Kanada
  13. Gold- und Platin-Auszeichnungen in Deutschland