Oscar Egg

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Oscar Egg
Super Champion-Schaltung von Egg

Oscar Egg (* 2. März 1890 in Schlatt; † 9. Februar 1961 in Nizza) war ein Schweizer Radrennfahrer, der für seine Stundenweltrekorde bekannt war.

Oscar Egg wuchs in Zürich auf und lebte ab 1906 in Paris. Von 1912 bis 1926 war er Profi-Radrennfahrer.

Eggs Spezialität war die Aufstellung von Weltrekorden auf der Radrennbahn: Über 500 m (1917), 10 km (1913, 1914), 30 km (1914), 40 km (1914), 50 km (1911, 1915) und 100 km (1917). 1912, 1913 und 1914 stellte er dreimal einen Stundenweltrekord auf, der erst 1933 von Jan van Hout gebrochen werden konnte. Bei einigen Rekordversuchen fuhr Egg ein Rad mit einer stromlinienförmigen Heckverkleidung, offiziell „Velofusée“, von den Konkurrenten scherzhaft „Oscar’s Egg“ („Oscars Ei“), genannt.[1]

Egg profilierte sich auch als Strassenfahrer. Er siegte 1914 bei der Rundfahrt Paris-Tours und 1917 bei Mailand-Turin. 1914 gewann er zwei Etappen der Tour de France und 1919 eine beim Giro d’Italia. Ebenfalls 1914 gewann er die Schweizer Meisterschaft im Strassenrennen. Zwischen 1915 und 1924 gewann er zudem acht Sechstagerennen sowie das renommierte 24-Stunden-Event Bol d’Or auf dem Velodrom in Bordeaux.

Egg, einer der prominentesten Rennfahrer seiner Zeit, besass ein Sportgeschäft in Paris. Dort wurden auch die „Egg-Übersetzungswechsel“ produziert, eine speziell für Rennräder konzipierte neuartige Schaltung, „Super Champion“ genannt.[2] Er präsentierte sie erstmals 1932 auf dem „Paris Salon du Cycle“. Als 1937 erstmals Gangschaltungen bei der Tour de France zugelassen wurden, wählten die meisten Fahrer die „Super Champion“. Die Folge davon war, dass sich die Durchschnittsgeschwindigkeit schlagartig erhöhte: 1937 fuhr der Letztplatzierte so schnell wie der Gewinner aus dem Jahr zuvor.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oscar Egg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andreas Pooch: Die Wissenschaft von schnellen Radfahren, November 2008, S. 54 ISBN 978-3-9806385-5-5
  2. Jan Heine: Die Räder der Sieger, Bielefeld 2009, S. 56.
  3. Frank Berto: The Dancing Chain: History and Development of the Derailleur Bicycle, 2008, S. 177ff.