Fabian Cancellara
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Fabian Cancellara (* 18. März 1981 in Wohlen bei Bern) ist ein Schweizer Radrennfahrer mit italienischen Wurzeln. Sein Vater, Donato Cancellara, wanderte von San Fele (PZ) in der südlichen Region Basilicata, nach Bern aus.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Karriere
Cancellara konnte bereits in den Junioren-Kategorien zahlreiche Zeitfahr-Wettkämpfe gewinnen. 1998 und 1999 wurde er Junioren-Zeitfahrweltmeister und gewann 1999 den Rad-Weltcup der Junioren. Heute gilt er als einer der besten Zeitfahrer und als ein Spezialist für die Eintagesklassiker. Sehr bergige Rennen gehören hingegen nicht zu seinen Stärken. Wie er in der Tour de France 2008 aber gezeigt hat, scheint er Bergfahrerqualitäten immer mehr zu entwickeln.
[Bearbeiten] 2001–2005
In seinen beiden ersten Profijahren (2001–2002) fuhr Cancellara für das Team Mapei. Bereits in seinem Debutjahr konnte er den Prolog und die Gesamtwertung der Rhodos-Rundfahrt gewinnen, ein Achtungserfolg, den er im darauf folgenden Jahr wiederholen konnte. 2002 gewann er Etappen in kleineren Rundfahrten sowie seinen ersten von insgesamt vier Schweizer Meistertitel im Zeitfahren. Der Durchbruch gelang ihm 2003, als er zum Team Fassa Bortolo wechselte und sowohl den Prolog der Tour de Romandie als auch der Tour de Suisse für sich entschied.
2004 gewann Cancellara bei seiner ersten Teilnahme an der Tour de France den Prolog und durfte sich das gelbe Trikot überstreifen, das er auch auf der ersten Etappe verteidigen konnte.
Bei der Strassenrad-WM 2005 in Madrid gewann er die Bronzemedaille im Zeitfahren.
[Bearbeiten] 2006
2006 wechselte Cancellara zum Team CSC (seit 2009 "Team Saxo Bank"), für das er im März das Einzelzeitfahren des Tirreno–Adriatico, im April Paris-Roubaix, im Mai das Einzelzeitfahren der Katalonien-Rundfahrt sowie im August die Dänemark-Rundfahrt gewann, bei der er zwei Etappensiege verbuchen konnte. Seinen größten Erfolg errang er mit dem WM-Titel bei der Strassenrad-WM 2006 im Einzelzeitfahren.
[Bearbeiten] 2007
2007 gewann Fabian Cancellara den Prolog der Tour de France, der in diesem Jahr in London stattfand. Dadurch errang er das Gelbe Trikot, das er an den folgenden Tagen verteidigen konnte. Bei der 3.Etappe von Waregem nach Compiègne überlistete er die Sprinter mit einer Attacke 900 Meter vor dem Ziel. Cancellara gewann die Etappe vor Erik Zabel und Danilo Napolitano. Das Gelbe Trikot verlor Cancellara auf der 7.Etappe von Bourg-en-Bresse nach Le Grand-Bornand, wo er in den Anstiegen erwartungsgemäss nicht mit den Besten mithalten konnte und über 22 Minuten auf den Sieger der Etappe, Linus Gerdemann, verlor. Bei der Strassenrad-WM 2007 in Stuttgart wurde er Weltmeister im Zeitfahren und wiederholte damit seinen Erfolg aus dem Vorjahr.
[Bearbeiten] 2008
Das folgende Jahr begann für Cancellara äusserst erfolgreich: Nachdem er mit der Tirreno-Adriatico zum ersten Mal ein wichtiges Etappenrennen gewinnen konnte entschied er auch das lange Eintagesrennen Mailand-Sanremo für sich. Mit dem Gewinn von zwei Etappen an der Tour de Suisse und mit dem sechsten Schweizermeistertitel im Zeitfahren zeigte Cancellara, dass er für seine weiteren Ziele, die Tour de France und die Olympischen Spielen, bereit ist. An der Tour de France zeigte er prompt eine hervorragende Leistung und hatte als Teamhelfer ein massgebliches Stück Arbeit zum Gesamtsieg von Carlos Sastre beigetragen.
Bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking wurde Cancellara hinter Davide Rebellin und Samuel Sanchez Dritter im Strassenrennen. Der grössere Erfolg glückte Cancellara hingegen vier Tage später, als er mit einer halben Minute Vorsprung auf den Zweitplatzierten Gustav Larsson das olympische Zeitfahren gewann.
Cancellara wurde als Schweizer Sportler des Jahres 2008 ausgezeichnet.
[Bearbeiten] 2009
Auch im Jahr 2009 konnte Cancellara, trotz einer wegen Krankheit gestörten Saisonvorbereitung, zahlreiche Triumphe feiern. So gewann er den Prolog der Kalifornien-Rundfahrt. Im Juni gewann er an der Tour de Suisse 2009 beide Einzelwettkämpfe gegen die Uhr (Prolog und Einzelzeitfahren) und hielt in den Bergen mit den Besten mit (Podiumsplatzierungen), so dass er nach der letzten Etappe Gesamtsieger der "eigenen" Landesrundfahrt wurde. Ebenfalls konnte er die Punktewertung gewinnnen. Nachdem er bereits sechs Mal Schweizer Meister im Einzelzeitfahren wurde, gewann er 2009 den Schweizer Meistertitel im Strassenrennen.
An der Tour de France 2009 gewann er den Prolog in Monaco, der dieses Jahr nicht als eigentlicher (kurzer) Prolog, sondern als Einzelzeitfahren ausgestaltet war. Durch den Sieg wurde er auch wie schon 2007 erster Träger des Maillot Jaune. Dieses verteidigte er in den folgenden Tagen erfolgreich. Zusammen mit seinen Erfolgen aus den Vorjahren (2004 und 2007) wurde er daher vor Ferdi Kübler zu jenem Schweizer, der das Maillot Jaune in seiner Karriere am häufigsten getragen hat, nämlich 15 Mal.
[Bearbeiten] Zusammenarbeit mit Luigi Cecchini
Von 2003 bis 2007 arbeitete Cancellara mit Luigi Cecchini, einem ehemaligen Mitarbeiter Michele Ferraris und Vertrauten Eufemiano Fuentes, zusammen.[1] Cecchinis Aufgabenbereich umfasste Leistungsdiagnostik und das Erstellen von Trainingsplänen. Nach dem Bekanntwerden der Zusammenarbeit in der Öffentlichkeit trennte sich Cancellara von Cecchini.
[Bearbeiten] Erfolge
- 1998
- Weltmeister Zeitfahren (Kat. Junioren)
- 1999
- Weltmeister Zeitfahren (Kat. Junioren)
- Gesamtwertung Rad-Weltcup der Junioren
- 2002
- Schweizer Meister Zeitfahren
- GP Eddy Merckx (mit Laszlo Bodrogi)
- Gesamtwertung und Etappensieg GP Erik Breukink
- 2003
- Prolog Tour de Romandie
- Prolog Tour de Suisse
- Etappensieg Belgien-Rundfahrt
- 2004
- Schweizer Meister Zeitfahren
- Prolog Tour de France
- Etappensieg Luxemburg-Rundfahrt
- Etappensieg Katalanische Woche
- Etappensieg Qatar-Rundfahrt
- 2005
- Etappensieg Paris-Nizza
- 3. Platz Weltmeisterschaft Zeitfahren
- Etappensieg Luxemburg-Rundfahrt
- Schweizer Meister Zeitfahren
- 2006
- Etappensieg Tirreno–Adriatico (EZF)
- Paris-Roubaix
- Etappensieg Katalonien-Rundfahrt (EZF)
- Schweizer Meister Zeitfahren
- Gesamtsieg und 2 Etappensiege Dänemark-Rundfahrt
- Weltmeister im Zeitfahren
- 2007
- Prolog- und Etappensieg Tour de Suisse
- Schweizer Meister Zeitfahren
- Prolog und Etappensieg Tour de France
- Weltmeister im Zeitfahren
- 2008
- Prologsieg Kalifornien-Rundfahrt
- Monte Paschi Eroica
- Etappensieg (EZF) und Gesamtwertung Tirreno-Adriatico
- Sieger Mailand-Sanremo
- Prolog Luxemburg-Rundfahrt
- Zwei Etappensiege und Punktewertung Tour de Suisse
- Schweizer Meister Zeitfahren
- Dritter Olympische Spiele 2008 im Strassenrennen
- Olympiasieger Olympische Spiele 2008 im Einzelzeitfahren
- Etappensieg Polen-Rundfahrt (Mannschaftszeitfahren)
- 2009
- Prologsieg Kalifornien-Rundfahrt
- Zwei Etappensiege (EZF), Gesamt- und Punktewertung Tour de Suisse
- Schweizer Meister im Straßenrennen
- 1.Etappe Tour de France
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
1912: Rudolph Lewis | 1920: Harry Stenqvist | 1924: Armand Blanchonnet | 1928: Henry Hansen | 1932: Attilio Pavesi | 1996: Miguel Induráin | 2000: Wjatscheslaw Jekimow | 2004: Tyler Hamilton 2008: Fabian Cancellara
1996 Alex Zülle | 1997 Laurent Jalabert | 1998 Abraham Olano | 1999, 2001 Jan Ullrich | 2000 Serhij Hontschar | 2002 Santiago Botero | 2003–2005 Michael Rogers | 2006, 2007 Fabian Cancellara | 2008 Bert Grabsch
1907 Lucien Petit-Breton | 1908 Cyrille van Hauwaert | 1909 Luigi Ganna | 1910 Eugène Christophe | 1911 Gustaven Garrigou | 1912 Henri Pélissier | 1913 Odiel Defraeye | 1914 Ugo Agostini | 1915 Ezio Corlaita | 1917, 1920 Gaetano Belloni | 1918, 1921, 1923, 1925, 1926, 1928 Costante Girardengo | 1919 Angelo Gremo | 1922 Giovanni Brunero | 1924 Pietro Linari | 1927 Pietro Chiesi | 1929, 1931 Alfredo Binda | 1932 Alfredo Bovet | 1933 Learco Guerra | 1934 Joseph Demuysère | 1935, 1938 Giuseppe Olmo | 1936 Angelo Varetto | 1937 Cesare del Cancia | 1939, 1940, 1947 Gino Bartali | 1941 Pierino Favalli | 1942 Adolfo Leoni | 1943 Cino Cinelli | 1946 Fausto Coppi | 1951 Louison Bobet | 1952, 1953 Loretto Petrucci | 1954 Rik van Steenbergen | 1955 Germain Derijcke | 1956 Alfred de Bruyne | 1957, 1959 Miguel Poblet | 1958 Rik van Looy | 1960 René Privat | 1961 Raymond Poulidor | 1962 Emile Daems | 1963 Joseph Groussard | 1964 Tom Simpson | 1965 Arie den Hartog | 1966, 1967, 1969, 1971, 1972, 1975, 1976 Eddy Merckx | 1968 Rudi Altig | 1970 Michele Dancelli | 1973, 1978, 1979 Roger de Vlaeminck | 1974 Felice Gimondi | 1977 Jan Raas | 1980 Pierino Gavazzi | 1981 Fons de Wolf | 1982 Marc Gomez | 1983 Giuseppe Saronni | 1984 Francesco Moser | 1985 Hennie Kuiper | 1986, 1992 Sean Kelly | 1987 Eric Mächler | 1988, 1989 Laurent Fignon | 1990 Gianni Bugno | 1991 Claudio Chiappucci | 1993 Maurizio Fondriest | 1994 Giorgio Furlan | 1995 Laurent Jalabert | 1996 Gabriele Colombo | 1997, 1998, 2000, 2001 Erik Zabel | 1999 Andrej Tschmil | 2002 Mario Cipollini | 2003 Paolo Bettini | 2004, 2007 Óscar Freire | 2005 Alessandro Petacchi | 2006 Filippo Pozzato | 2008 Fabian Cancellara | 2009 Mark Cavendish
1896 Josef Fischer | 1897, 1898 Maurice Garin | 1899 Albert Champion | 1900 Émile Bouhours | 1901, 1902 Lucien Lesna | 1903, 1904 Hippolyte Aucouturier | 1905 Louis Trousselier | 1906 Henri Cornet | 1907 Georges Passarieu | 1908 Cyrille van Hauwaert | 1909, 1910, 1911 Octave Lapize | 1912, 1914 Charles Crupelandt | 1913 François Faber | 1915–1918 nicht ausgetragen | 1919, 1921 Henri Pélissier | 1920 Paul Deman | 1922 Albert Dejonghe | 1923 Henri Suter | 1924 Jules van Hevel | 1925 Felix Sellier | 1927 Georges Ronsse | 1928 André Leducq | 1929 Charles Meunier | 1930 Julien Vervaecke | 1931, 1934, 1935 Gaston Rebry | 1932 Romain Gijssels | 1933 Sylvère Maes | 1936 Georges Speicher | 1937 Jules Rossi | 1938 Lucien Storme | 1939 Emile Masson | 1940–1942 nicht ausgetragen | 1943 Marcel Kint | 1944 Maurice de Simpelaere | 1945 Paul Maye | 1946, 1947 Georges Claes | 1948, 1952 Rik van Steenbergen | 1949 Serse Coppi – André Mahé | 1950 Fausto Coppi | 1951 Antonio Bevilacqua | 1953 Germain Derijcke | 1954 Raymond Impanis | 1955 Jean Forestier | 1956 Louison Bobet | 1957 Alfred de Bruyne | 1958 Leon van Daele | 1959 Noël Foré | 1960 Pino Cerami | 1961, 1962, 1965 Rik van Looy | 1963 Emile Daems | 1964 Peter Post | 1966 Felice Gimondi | 1967 Jan Janssen | 1968, 1970, 1973 Eddy Merckx | 1971 Roger Rosiers | 1972, 1974, 1975, 1977 Roger de Vlaeminck | 1976 Marc Demeyer | 1978, 1979, 1980 Francesco Moser | 1981 Bernard Hinault | 1982 Jan Raas | 1983 Hennie Kuiper | 1984, 1986 Sean Kelly | 1987 Eric Vanderaerden | 1988 Dirk Demol | 1989 Jean Marie Wampers | 1990 Eddy Planckaert | 1991 Marc Madiot | 1992, 1993 Gilbert Duclos-Lassalle | 1994 Andrej Tschmil | 1995, 1998 Franco Ballerini | 1996, 2002 Johan Museeuw | 2001 Servais Knaven | 2003 Peter van Petegem | 2004 Magnus Bäckstedt | 2005, 2008, 2009 Tom Boonen | 2006 Fabian Cancellara | 2007 Stuart O’Grady
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Cancellara, Fabian |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Radrennfahrer |
| GEBURTSDATUM | 18. März 1981 |
| GEBURTSORT | Bern |

