Liste der Sturmfluten an der Nordsee

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Nordsee mit Ländern und Seegebieten

Diese Liste der Sturmfluten an der Nordsee umfasst eine Wiedergabe der Sturmfluten und darauf folgenden Überschwemmungen an der Küste der Nordsee.

Zuverlässigkeit der Angaben[Bearbeiten]

Darstellung eines Deichbruchs von 1718. Wahrscheinlich bezogen auf die Weihnachtsflut von 1717.

Da viele Chroniken sich auf frühere Naturkatastrophen beziehen, wurden einige Sturmfluten mehrfach in die Literatur aufgenommen, so dass sich die Anzahl der vermeintlichen Sturmfluten vervielfacht hat. Selbst ein beträchtlicher Teil der neueren Chronistik stützt sich auf frühneuzeitliche Quellen, die teils fiktiver Art sind.

Die vermeintlichen Opferzahlen vor dem 16. Jahrhundert beruhen weitestgehend auf groben Schätzungen oder sogar Phantasie. Daher sind diese Angaben mit Skepsis zu betrachten. Die Auswirkungen unterschiedlicher Sturmfluten sind bis ins 14. oder 15. Jahrhundert nur schwer festzustellen und oft kaum an bestimmten Ereignissen festzumachen. Erst seit dem 19. Jahrhundert liegen zuverlässige Aufzeichnungen über die Wasserstände vor. Die Wasserstände werden z.B. vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) dokumentiert. Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) in Hamburg hat die Sturmfluten seit dem Jahre 1900 ausgewertet und bietet dazu umfangreiches Material an.[1]

Siehe auch Geschichte der Sturmfluten an der Nordseeküste

Liste der Sturmfluten[Bearbeiten]

Bis 1800[Bearbeiten]

Datum Name Gebiet Auswirkungen
Scheitelwasserstände der Sturmflutwelle
vor unserer Zeitrechnung
Zwischen 120 und 115 v. Chr. Kimbrische Flut Marschgürtel vor der schleswig-holsteinischen Westküste Sagenhaft - Die in der Marsch lebenden Völker Kimbern, Ambronen und Teutonen haben angeblich anlässlich einer Sturmflut ihre Heimat in Richtung Süden verlassen
9. Jahrhundert
26. Dezember 838 niederländische Küste erste dokumentierte Sturmflut an der Nordsee; angeblich 2500 Tote im Gebiet der heutigen Niederlande
11. Jahrhundert
28./29. September 1014 belgische und niederländische Küste
Sommer 1020 Elbe- und Wesermündung viele Krankheiten (Malaria?) in den nächsten Jahren
1066 Wesermündung ungesicherte Flut, erst im 16. Jahrhundert erwähnt: vermeintliche Untergang der Burg Mellum
12. Jahrhundert
4. Oktober 1134 belgische und niederländische Küste die Erweiterung des Zwin bis Brügge vermutet
1158 Norddeutschland viele ertrunken[2]
21. Dezember 1163 Thomasflut 1163 niederländische Küste, Ostfriesland
16./17. Februar 1164 Erste Julianenflut niederländische Küste, Elbegebiet angeblich 20.000 Tote; erster Einbruch der Jade vermutet, große Schäden im Unterelbegebiet[3]
1./2. November 1170 Allerheiligenflut 1170 niederländische Küste schwere Verwüstungen; die Entstehung der Inseln Texel und Wieringen sowie die Erweiterung der Zuiderzee und den Durchbruch der Hunze in der Richtung der Lauwerszee vermutet
Dezember 1196 Nikolausflut niederländische Küste
13. Jahrhundert
8. September 1214 Niederländische Küste
Januar/Februar 1216 Eiderstädt, Dithmarschen, Nordstrand und Marschländer im Elbegebiet etwa 10.000 Tote, Helgoland verlor sieben von neun Kirchspielen [4]
16. Januar 1219 Erste Marcellusflut niederländische Küste, Elbegebiet vermeintlich 36.000 oder 100.000 Tote; versehentlich wohl auf 1218, 1222 oder 1228 gestellt; große Überflutungen auch im Elbegebiet; erster überlieferter Augenzeugenbericht aus dem Groningerland; vermeintliche Einbruch des Jadebusens laut späterer Überlieferung
20. November 1248 Martiniflut 1248 niederländische Küste versehentlich wohl auf 1250 gestellt
28. Dezember 1248 Allerkindleinsflut niederländische Küste, Elbegebiet hohe Verluste an Menschenleben; Trennung der historischen Elbinsel Gorieswerder in mehrere Teile
4. Februar 1249 Agathenflut 1249 niederländische Küste
28. Januar 1262 Agnesflut niederländische Küste
13./14. Januar und 25./26. Dezember 1277 Sturmflut 1277 Dollart Vermeintlicher Einbruch des Dollart laut späterer Überlieferung; symbolischer Jahreszahl 77, wobei eine Verwechslung mit der Luciaflut 1287 vorliegt
13./14. Dezember 1287 Luciaflut niederländische und deutsche Küste Sehr schwere Sturmflut, die Deiche wurden teilweise vernichtet; angeblich bis zu 50.000 Tote; versehentlich wohl auf 1277, 1280, 1282 oder 1288 gestellt; vermuteter Einbruch des Dollarts sowie Erweiterung der Zuiderzee und der Lauwerszee
2. oder 5. Februar 1288 Agathenflut 1288 niederländische Küste
28. Oktober 1288 Simon-und-Judasflut niederländische Küste
14. Jahrhundert
März 1318 belgische und niederländische Küste
23. November 1334 Clemensflut belgische und niederländische Küste Vermutete Erweiterung des Jadebusens
1. November 1341 Allerheiligenflut 1341 belgische und niederländische Küste, möglicherweise auch Nordfriesland
15.17. Januar 1362 Zweite Marcellusflut,
Erste Grote Mandränke
Schleswig-Holstein und Ostfriesland Untergang der nordfriesischen Uthlande
Entstehung der Insel Strand und der Halligen
Rungholt versinkt, 30 bis 40 Dörfer werden aufgegeben; angeblich 100.000 Tote. Westermarsch bei Norden überschwemmt; am Jadebusen lediglich entwürzelte Bäume.
9. Oktober 1374 Erste Dionysiusflut belgische, niederländische und deutsche Küste Erweiterung der Leybucht bis zur Stadt Norden, Untergang des Dorfes Westeel bei Norden; vermutete Erweiterung der Harlebucht
8./9./10. Oktober 1375 Zweite Dionysiusflut deutsche Küste Deichbrüche bei Lütetsburg und Bargebur, die Wellen reichen bis an die Mauern des Dominikanerklosters in Norden
9. Oktober, 15./16. November 1377 Dionysius- oder Martiniflut 1377 Flandern, Dollart Vermeintliche Sturmflut mit der symbolischen Jahreszahl 77, doch Verwechslung mit 1374 und 1375
21./22. Januar 1393 Vinzenzflut belgische und niederländische Küste, möglicherweise auch Nordfriesland
17. Januar 1396 Antoniflut 1396 belgische, niederländische und norddeutsche Küste in Hamburg viele Leute ertrunken
15. Jahrhundert
25. Oktober 1403 Catharinaflut 1403 Ostfriesland Drewert aufgegeben
19./20. November 1404 Erste Elisabethenflut belgische und niederländische Küste IJzendijke und Hugevliet versinken
21. November 1412 Cäcilienflut Deutsche Bucht Krempermarsch überschwemmt, das Dorf Zesterfleth an der Estemündung wird vernichtet, die Elbinsel Hahnöfersand vom Festland abgetrennt; angeblich 30.600 Tote
1413/14 Dollart Einbruch des Dollart aufgrund zeitgenössischer Quellen
18./19. November 1421 Zweite Elisabethenflut belgische und niederländische Küste 28 Dörfer im Bereich des Grooten Waard werden aufgegeben; die Überlieferung spricht von 70 Dörfern und 10.000 Toten; Dordrecht wird vom Festland abgetrennt
18./19. November 1424 Dritte Elisabethenflut niederländische Küste
21. Dezember 1429 Thomasflut 1429 West- und vielleicht auch Ostfriesland
1. November 1436 Allerheiligenflut 1436 Deutsche Bucht angeblich 500 Tote; Überflutungen an der gesamten Nordseeküste, insbesondere in Eiderstedt, Nordstrand, Dithmarschen und Hadeln; Eidum versinkt
10. April 1446 Palmarumflut oder Quade Palmflut niederländische und deutsche Küste Erweiterung des Dollart, Kloster Palmar aufgegeben
21./21. Oktober 1468 Ursulaflut niederländische Küste Erweiterung des Dollart nach dem Westen
6. Januar 1471 Dreikönigsflut norddeutsche Küste Überflutungen in Eiderstedt, Nordstrand, Dithmarschen und Elbmarschen. Gelegentlich auf 1470 datiert
1. November 1473 Vincula Petriflut oder Böse Vinkelflut Ostfriesland und Oldenburg Vor allem Sachschäden, zusätzlich zu den quaden Palmweken in April
27. September 1477 Erste Cosmas- und Damianflut belgische, niederländische und deutsche Küste
16. Oktober 1483 Gallusflut 1483 Deutsche Bucht
16. Jahrhundert
25./26. September 1509 Zweite Cosmas- und Damianflut niederländische und deutsche Küste Durchbruch der Ems bei Emden; seit 1509 wiederholte Zerstörung der Deiche am südlichen Emsufer und im Jadebusen
9. September 1510
16. Januar 1511 Antoniflut,
Eisflut
Jadebusen Durchbruch zwischen Jade und Weser, letzte Erweiterung des Jadebusens nach Nordwesten, 7 Dörfer aufgegeben; größte Ausdehnung des Dollart
29.30. September 1514 Michaelis- oder Hieronymusflut niederländische Küste
1521 deutsche Bucht viele Sachschäden im Frühjahr
5. November 1530 Allerheiligenflut 1530,
Felixflut oder böse Sammstag
belgische und niederländische Küste (Westerschelde-Stromgebiet) Zeeland überschwemmt, mehr als 20 Dörfer und Teile der Insel Zuid-Beveland ertrunken
31. Oktober/1./2. November 1532 Allerheiligenflut 1532 oder die große Flut belgische, niederländische und deutsche Küste Situation in Zeeland katastrophal; mehrere tausend Tote in Nordfriesland; erste Höhenmarke des Scheitelwertes überliefert in der Kirche von Klixbüll; Untergang von Osterbur und Ostbense in Ostfriesland; Beginn der massiven Erhöhung der Deiche
13. Januar 1552 Pontiansflut 1552 niederländische Küste wiederholt am Valentinstag (14. Februar)
1./2. November 1570 Allerheiligenflut 1570 belgische, niederländische und deutsche Küste Schätzungen von 15.000 bis 25.000 Tote; Überflutung der Marschen von Flandern bis Eiderstedt, große Deichbrüche im Alten Land sowie in den Vier- und Marschlanden, Untergang der Dörfer Oldendorf und Westbense bei Esens;
Suurhusen: NN + 4,40 m (Flutmarke an der Kirche)
1571 Martiniflut 1571
21. August 1573 Kornflut, Arnefloth oder Bartholmäusflut
21. August 1578 Mariä-Verkündigung-, Karfreitag- oder Wilde Japicxflut niederländische und deutsche Kust vor allem Sachschäden
1. November 1582 Allerheiligenflut 1582 Deutsche Bucht
Dezember 1593 Weihnachtsflut 1593 Deutsche Bucht erhebliche Deichbrüche in Nordfriesland
17. Jahrhundert
14./15. Februar 1602 Fastnachtsflut 1602
1. Dezember 1615 Große Schadensflut auf der Insel Strand sterben 300 Menschen; die Friedhöfe vieler Dörfer werden verwüstet; Rickelsbüll in der Wiedingharde geht unter
25./26. Februar 1625 Fastnachtsflut 1625,
Fastelabendflut,
(Hohe) Eisflut
Elbegebiet Deichbrüche und große Schäden in Ostfriesland und Oldenburg, im Alten Land und Hamburg, viele Ausdeichungen an Jade und Weser
7. November 1627 Allerheiligenflut 1627 Elbegebiet Deichbrüche und große Schäden im Alten Land und Haseldorfer Marsch, Elmshorn und Uetersen
25. Januar 1634 St.-Pauli-Flut Elbegebiet Zerstörung des Estedeiches in Hove auf 900 m Länge
11. Oktober 1634 Burchardiflut,
Zweite Grote Mandränke
Deutsche Bucht 12 bis 15.000 Tote; Zertrennung der Insel Strand in mehrere Teile
23. Januar 1643 Kolde Paulsflut niederländische und deutsche Kust vor allem Sachschäden
14. Februar 1648 Fastelabendsflut Elbegebiet von Freiburg/Elbe in Niedersachsen über Glückstadt entlang des Geestrandes bis nach Hamburg. zahlreiche Menschen ums Leben gekommen; gleichzeitig 'Erdbeben' mit Feuersbrünsten. Zwischen Hamburg und Glückstadt viele Gebäude verwüstet, 11 Kirchtürme umgeweht bzw. eingestützt, Hungersnot.
22. Februar 1651 Petriflut Deutsche Bucht 15.000 Tote (?); Zertrennung der Inseln Juist und Langeoog in zwei Teile, Zerstörung von Dornumersiel, Deichbrüche am Festland
4./5. März 1651 Petriflut Niederlande Überflutung großer Teile von Amsterdam, Deichbrüche in Holland und Friesland
4./5. November 1675 Allerheiligenflut 1675 niederländische Küste nur Sachschäden
26. Januar 1682 belgische und niederländische Küste
24./25. November 1685 Erste Katharinenflut Deutsche Bucht vornehmlich Sachschäden
12./13. November 1686 Martiniflut 1686,
Martinsflut
niederländische und deutsche Küste schwere Deichschäden von den Niederlanden bis zur Elbe; allein im Groningerland 1600 Tote und 8000 gestorbene Rinder
18. Jahrhundert
7.9. Dezember 1703 Großbritannien: Great Storm of 1703 gesamtes Nordseegebiet Die Royal Navy verliert 13 Schiffe und rund 1500 Seeleute
1715 Fastnachtsflut 1715 Zerstörung der 2. Juister Inselkirche
24./25. Dezember 1717 Weihnachtsflut 1717 niederländische, deutsche und dänische Küste 11.150 Tote
größte bis dahin bekannte Sturmflut mit Überflutungen und Verwüstungen ungeheurem Ausmaßes
90.000 Stück Rindvieh ertrinken
8.000 Häuser werden zerstört
25./26. Februar 1718 niederländische, deutsche und dänische Küste
31. Dezember 1720/1. Januar 1721 Neujahrsflut 1721 höher als die Weihnachtsflut 1717; Zerstörung der nach 1717 notdürftig reparierten Deiche, Untergang der Dörfer Bettewehr II und Itzendorf, Abtrennung der Düne von Helgoland
26. November 1736 Zweite Katharinenflut
21. Oktober 1745 Elbegebiet Bishorst versinkt
11. September 1751 Elbegebiet
7. Oktober 1756 Markusflut,
Amalienflut
Elbegebiet 600 Tote

Ab 1800[Bearbeiten]

Datum Name Gebiet Auswirkungen
Scheitelwasserstände der Sturmflutwelle
19. Jahrhundert
23. Januar 1820 niederländische Küste
15. November 1824 niederländische und deutsche Küste Orkan mit sehr schwerer Sturmflut
3.5. Februar 1825 Februarflut 1825,
Halligflut
niederländische und deutsche Küste 800 Tote; viele Deichbrüchen und schwere Dünenverlusten auf den Inseln; Untergang vieler Halligen; höchste Sturmflut an der Elbe bis 1962.
St. Pauli: NN + 5,24 m; Stadersand: NN + 5,14 m
27. November 1825 Novemberflut 1825 niederländische Küste sehr schwere Sturmflut, teils höher als im Februar.
Ribe NN + 5,33 m[5]
1./2. Januar 1855 Neujahrsflut 1855,
Januarsturmflut
Deutsche Bucht schwere Zerstörungen auf den Ostfriesischen Inseln, im Alten Land, Wilhelmsburg, den Vier- und Marschlanden gibt es Deichbrüche und Überschwemmungen;
St. Pauli: NN + 5,11 m
20. Jahrhundert
12./13. März 1906 Märzflut 1906 belgische, niederländische und deutsche Küste höchste bis dahin festgestellte Sturmflut an der ostfriesischen Küste, aber keine Deichbrüche;
Dangast: NN + 5,35 m
13./14. Januar 1916 niederländische Küste
10. Februar 1949 Ebbflut
Niedrigwasser-Orkanflut[6]
schleswig-holsteinische Westküste Der höchste je gemessene Windstau von 5,70 m fiel in die Zeit der Ebbe, so dass es zu keiner Katastrophenflut kam.
31. Januar/1. Februar 1953 Flutkatastrophe von 1953,
dt. Hollandsturmflut,
niedl. Watersnood, de Ramp, engl. (Great) North Sea flood, East Coast floods
niederländische, belgische und englische Küste 2160 Tote; schwerste Naturkatastrophe des 20. Jahrhunderts im Bereich der Nordsee; Gesamtschaden mehr als 500 Mio €
23. Dezember/24. Dezember 1954 Sturmflutserie vom 19. bis 24. Dezember 1954, Deutsche Nordseeküste Am 23. Dezember höchste Sturmflut seit 1906. An den Deichen zum Teil schwere Schäden und einige Deichbrüche und schwere Schäden. Der Orkan fordert an Land und auf See mindestens 70 Todesopfer
16./17. Februar 1962 Februarsturmflut 1962,
Zweite Julianenflut
Deutsche Bucht, Elbegebiet 340 Tote; vor allem im Elbegebiet mit Nebenflüssen; bis dahin höchste Sturmflut östlich der Jade insgesamt mehr als 400 km Deich geschädigt;
St. Pauli: NN + 5,70 m; Grauerort: NN +5,70 m
23. Februar 1967 Zweite Niedrigwasser-Orkanflut,
Bermpohl-Orkan
Bis heute der schwerste Orkan im Bereich der Deutschen Bucht Mittlere Windgeschwindigkeit auf Helgoland: 149,5 km/h konstant über mehrere Stunden. Böenspitzen überstiegen den Messbereich der Anemometer. Vermutlich deutlich über 200 km/h
13. November;
16. November;
19./20. November;
6. Dezember;
14. Dezember 1973
Sturmflutkette vom Herbst 1973 deutsche Küste sechs schwere Sturmfluten innerhalb von vier Wochen beschädigen zahlreiche Deiche an der Nordseeküste; längste Sturmflut-Kette seit Menschengedenken
3./4. Januar 1976 Erste Januarflut 1976,
Capella-Orkan
Deutsche Bucht, Elbegebiet die bis heute höchste Sturmflut an nahezu allen Pegeln der deutschen Nordseeküste; zahlreiche Deichbrüche in Kehdingen und der Haseldorfer Marsch.
St. Pauli: NN + 6,45 m; Grauerort: NN + 6,02 m; Bremerhaven: NN + 5,18 m; Cuxhaven: NN + 5,11 m
21. Januar 1976 Zweite Januarflut 1976 deutsche und dänische Küste, Elbegebiet Bremerhaven NN + 4,91 m
24. November 1981 Novemberflut 1981,
Nordfrieslandflut
Nordfriesland Dagebüll: NN + 4,72 m
26.28. Februar 1990 Deutsche Bucht einige Tote; bisher intensivste bekannte unmittelbare Serie schwerer Fluten: in den drei Tagen zwei Orkan-, zwei Sturm- und eine Windflut
28. Januar 1994 Januarflut 1994 Deutsche Bucht Vegesack (Weser): NN + 5,33 m
3. Dezember 1999 Orkan Anatol gesamtes Nordseegebiet kurzfristiger Anstieg mit sehr hohen Wasserständen im gesamten Nordseegebiet;
Cuxhaven NN + 4,56 m
21. Jahrhundert
1. November 2006 Allerheiligenflut 2006 gesamtes Nordseegebiet sehr schwere Sturmflut mit den höchsten je gemessenen Pegelwerten im Bereich der Ems, Dünenabbrüche auf den Ostfriesischen Inseln;
Emden NN + 5,19 m; Gandersum NN + 5,50 m
9. November 2007 Sturmtief Tilo Deutsche Bucht, Nordsee sehr schwere Sturmflut, schwerste Überschwemmungen in Hamburg seit 1990, riesige Dünenabbrüche auf Helgoland, in Rotterdam das Maeslant-Sturmflutwehr erstmals geschlossen.
St. Pauli NN + 5,42 m
5./6. Dezember 2013 Orkan Xaver gesamtes Nordseegebiet sehr schwere Sturmflut; Landverluste auf Sylt und den Ostfriesischen Inseln
St. Pauli: NN + 6,09 m , Vegesack: NN + 5,16m[7], Bremerhaven: NN + 4,99m[8]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jan Buisman: Duizend jaar weer, wind en water in de Lage Landen, 5 Bände, Franeker 1996-2006 (nur aufgrund zeitgenössischer Quellen)
  • Hans Egidius: Sturmfluten. Tod und Verderben an der Nordseeküste von Flandern bis Jütland. Concept Center Verlag, Varel 2003, ISBN 3-934606-16-4.
  • M.K. Elisabeth Gottschalk: Stormvloeden en rivieroverstromingen in Nederland , 3 Bände, Assen 1971-1977 (mit englischen Zusammenfassungen)
  • Georg Quedens: Orkanfluten. Eine Bildreise. Ellert und Richter, Hamburg 1995, ISBN 3-89234-601-1.
  • Curt Weikinn: Quellentexte zur Witterungsgeschichte Europas von der Zeitwende bis zum Jahre 1850, 6 Bände, Berlin 1958-2002 (unter Gebrauch von vielen häufig nicht zeitgenössischen Quellensammlungen)
  • Gabriele Gönnert, Thomas Buß: Berichte des Landesbetriebes Straßen, Brücken und Gewässer Nr. 2/2009 Nr.2: Sturmfluten zur Bemessung von Hochwasserschutzanlagen, PDF, 2.91 MB, (Enthält Sturmflutverläufe von 1901 - 2008 am Pegel Cuxhaven), ISSN 1867-7959

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]
  2. Albrecht von Stade
  3. Helmold v. Bosau: Slavenchronik. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1937, 2. Buch; Cap. XCVII.
  4. Cristian Kuß: Jahrbuch denkwürdiger Naturereignisse in den Herzogthümern Schleswig und Holstein vom elften bis zum siebzehnten Jahrhundert Seite 10/11 (Altona 1825)
  5. Sturmfluten und Sturmflutsäule in Ribe
  6. [2]
  7. Weser-Kurier vom 7. Dezember 2013, Beilage „Die Norddeutsche“
  8. Nordsee-Zeitung vom 7. Dezember 2013