Phil Hellmuth

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Phil J. Hellmuth Jr.
Phil Hellmuth
Phil Hellmuth bei der WSOP 2006
Spitzname(n) Poker Brat, Hell Mouth
Wohnort Palo Alto, Kalifornien
World Series of Poker
Bracelets
(Turniersiege)
13
money finishes 100
Höchstes money finish im Main Event Sieger (1989
World Poker Tour
Titel keine
Finaltische 4
money finishes 13
Letzte Aktualisierung der Infobox: 24. Januar 2014

Phillip J. Hellmuth, Jr. (* 16. Juli 1964 in Madison, Wisconsin, USA) ist ein professioneller Pokerspieler.

Die Laufbahn am Pokertisch[Bearbeiten]

Im Jahr 1989 wurde der damals 24-jährige Hellmuth zum jüngsten Gewinner des wichtigsten Pokerturniers, dem Main Event bei der World Series of Poker, als er Johnny Chan besiegte. Den Rekord als jüngsten Gewinner des Main Events hielt er bis 2008, als Peter Eastgate das Main Event der WSOP gewann.

Hellmuth besuchte drei Jahre lang die University of Wisconsin, bevor er sie verließ, um sich ganz dem Poker zu widmen. Manchmal wird er wegen seines teilweise schlechten Benehmens am Pokertisch und seines großen Egos als Poker Brat ‚Poker-Rüpel‘ bezeichnet. Als er beispielsweise im WSOP 2008 Main Event ein Spiel gegen Cristian Dragomir verlor, beschimpfte er diesen anhaltend als Idioten: Buddy, you are an idiot, that's what you are. Trotz seines Rufes werden seine Erfolge in der Pokerszene höchst respektvoll betrachtet. Bis 2012 hat er 13 Bracelets gewonnen, zwölf davon in seiner Paradedisziplin Texas Hold’em. Hellmuth ist auch der Sieger der dritten Staffel von Late Night Poker.

Im Jahr 2005 gewann Hellmuth die erste Ausgabe des National Heads-Up Poker Championship. Er setzte sich dabei auf dem Weg ins Finale gegen Men Nguyen, Paul Phillips, Huck Seed, Lyle Berman und Antonio Esfandiari durch. Dort besiegte er dann Chris „Jesus“ Ferguson 2:1 nach Spielen, wobei Hellmuth das erste sowie das dritte – und entscheidende – Spiel gewann. Hellmuth war fassungslos, als Ferguson das zweite Spiel gewann, schüttelte seinen Kopf und verließ den Saal. Der Kamera sagte er: He had four outs, how lucky can you get? (deutsch: „Er hatte nur vier Outs, wie viel Glück kann man haben?“). Er trat 2006 erneut an, verlor aber in der ersten Runde gegen David „Chip“ Reese.

Hellmuth nahm an der ersten und vierten Staffel der Serie High Stakes Poker auf Game Show Network teil, wo er insgesamt mit Gewinn abschloss.

Phil Hellmuth nennt Johnny „Cakes“ Auville und Jason „Lurch“ Bishop als zwei Personen, die ihn dazu ermuntert haben, eine professionelle Pokerkarriere zu beginnen.

Am 7. Juli 2007 wurde Phil Hellmuth in die Poker Hall of Fame aufgenommen.

Bis dato gewann er mehr als 17,9 Millionen US-Dollar in Pokerturnieren.[1]

Hellmuth wohnt in Palo Alto in Kalifornien mit seiner Ehefrau Katherine Sanborn (einer Psychiaterin an der Stanford University) und seinen zwei Söhnen, Phillip und Nicholas.

Ende 2010 trennte sich Phil von seinem Sponsor UltimateBet.[2]

Rekorde und Bracelets bei der WSOP[Bearbeiten]

Hellmuth hält mehrere Rekorde bei der World Series of Poker, unter anderem diese

  • 1989 jüngster Gewinner des Hauptturnieres (2008 abgelöst durch Peter Eastgate bzw. 2009 durch Joe Cada)
  • die meisten WSOP-Bracelets
  • die meisten WSOP-Finaltische
  • am häufigsten in the money (in den Preisrängen)
  • erster Spieler, der sowohl das Main Event der WSOP sowie der WSOP Europe gewinnen konnte.


World Series of Poker-Bracelets
Phil Hellmuth bei der World Series of Poker 2006
Jahr Turnier[3] Preis ($)
1989 10.000 $ No Limit Hold'em World Championship 755.000
1992 5.000 $ Limit Hold'em 188.000
1993 1.500 $ Limit Hold'em 138.000
1993 2.500 $ No Limit Hold'em 161.400
1993 5.000 $ No Limit Hold'em 173.000
1997 3.000 $ Pot Limit Hold'em 204.000
2001 2.000 $ No Limit Hold'em 316.000
2003 2.500 $ Limit Hold'em 171.400
2003 3.000 $ No Limit Hold'em 410.860
2006 1.000 $ No Limit Hold'em with rebuys 631.863
2007 1.500 $ No Limit Hold'em 637.254
2012 2.500 $ 7 Card Razz 182.793
2012 10.450 € No Limit Hold'em Main Event, World Series of Poker Europe 1.022.376 €

Bis einschließlich Oktober 2013 hat Hellmuth bei der World Series of Poker 12.273.964 $ gewonnen.[4]

Persönlichkeit und Streitigkeiten[Bearbeiten]

Hellmuth ist eine der auffälligsten Personen im Poker. Viele Fans und Beobachter haben eine klare Meinung über ihn, sowohl positiv als auch negativ. Während ihm seine dreizehn Bracelets viel Anerkennung bringen, kommt sein schlechter Ruf vor allem durch seine Reaktionen auf Niederlagen zustande.

Hellmuth hat bei Pokerturnieren oft prahlerische Bemerkungen gemacht, häufig nachdem er mit einer Hand verloren hat, bei der er statistisch als Favorit galt. Dies wird in der Pokersprache als Bad Beat bezeichnet. Einige legendäre Beispiele hierfür sind: If luck weren't involved I guess I'd win every one (deutsch: „Wenn Glück keine Rolle spielen würde, würde ich wohl immer gewinnen“) und I've revolutionized the way to play Texas hold 'em (deutsch: „Ich habe die Art, Texas Hold’em zu spielen, revolutioniert“). Während des Hauptturniers der World Series of Poker 2005 entschied er sich in einer Runde seine Hand (A K) nach dem Turn zu passen (das Board war 44AQ). Daraufhin zeigte ihm sein Gegner, dass er zwei Asse hatte, also ein Full House. Somit wich er einer hohen Gefahr aus, diese Runde zu verlieren und sagte, er könne Pistolenkugeln ausweichen (original I can dodge bullets baby, the bullets ist gleichzeitig der englische Ausdruck für zwei Asse auf der Hand). Im gleichen Turnier bezichtigte er einen Amateurspieler, das Wort „Poker“ nicht buchstabieren zu können, nachdem er von diesem mit viel Glück besiegt wurde. Legendär ist auch sein Geschimpfe nach dem World Series of Poker Tournament of Champions im Jahre 2004 wo er im Heads-up gegen Annie Duke verlor. Manchmal wird Hellmuth Hell Mouth ‚Höllenmund‘ genannt, ein Wortspiel mit seinem Nachnamen. Während viele Spieler Hellmuths Verhalten nicht mögen, wird dieses von Fernsehproduzenten durchaus geschätzt, sodass es nur selten vorkommt, dass Hellmuth (speziell bei der World Series of Poker) seinen Gedanken freien Lauf lässt und keine Kamera anwesend ist.

Während der World Series of Poker 2002 bot Hellmuth an, seinen Kopf zu rasieren, falls der Amateur Robert Varkonyi, der zu diesem Zeitpunkt nur noch wenige Chips hatte, das Turnier gewönne. Als Varkonyi gewann, beendete ESPN seine Sendung damit, zu zeigen, wie Hellmuths Locken abrasiert wurden.

Hellmuth schrieb ein Buch namens Poker Brat, das sowohl autobiografisches Material als auch Pokerratschläge enthält.

Während viele Profispieler, Amateure und Fans Hellmuths Verhalten als geschmacklos und manchmal grob empfinden, respektieren sie sein Pokertalent und seine Persönlichkeit abseits des Pokertisches. Es ist umstritten, ob Hellmuth absichtlich schlechte Etikette zeigt, da ein großer Teil seines Images darauf basiert, dass er sich als Poker Brat verkauft.

Hellmuth engagiert sich als professioneller Pokerspieler auch für soziale Belange. Er nahm an vielen entsprechenden Veranstaltungen teil. Ferner kommentiert er immer wieder in Fernsehübertragungen und -sendungen Pokerpartien. Hellmuth beteiligte sich zudem an verschiedenen, auf Poker bezogenen Podcasts, inklusive Phil Gordons Podcast zur World Series of Poker 2005.

Hellmuth als Geschäftsmann[Bearbeiten]

Hellmuth vermarktet seine Fähigkeiten und seine Bekanntheit auch abseits des Pokertisches. Er ist der Autor zahlreicher Artikel des Card Player Magazine und von Pokerbüchern, etwa Play Poker like the Pros, Bad Beats and Lucky Draws und The Greatest Poker Hands ever Played. Zudem hat er viele Poker-Anleitungsvideos gemacht, so u.a. Phil Hellmuth's Million Dollar Poker Secrets. Hellmuth war auch ein Sprecher und Spieler bei UltimateBet, einem Onlinepokersaal. Er arbeitete mit Oakley Inc. zusammen, um eine Kollektion von signierten Sonnenbrillen im Pokerstil zu entwickeln. Es gibt eine Bekleidungsserie die seinen Spitznamen Poker Brat trägt. In einem Online-Interview mit ESPN schätzte er, dass er außerhalb des Pokers bis zu 400 Millionen Dollar einnehmen könnte.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Phil Hellmuth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Angaben nach der Pokerdatenbank www.thehendonmob.com.
  2. Artikel auf der Website www.pokerfirma.de vom 10. Januar 2011.
  3. Angaben dieser Tabelle gemäß der Seite über Phil Hellmuth auf der Homepage der WSOP, abgerufen am 18. April 2013.
  4. Angaben der WSOP-Seite über Hellmuth.