Popoli

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Popoli
Wappen
Popoli (Italien)
Popoli
Staat: Italien
Region: Abruzzen
Provinz: Pescara (PE)
Koordinaten: 42° 10′ N, 13° 50′ O42.16666666666713.833333333333254Koordinaten: 42° 10′ 0″ N, 13° 50′ 0″ O
Höhe: 254 m s.l.m.
Fläche: 34 km²
Einwohner: 5.288 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 156 Einw./km²
Postleitzahl: 65026
Vorwahl: 085
ISTAT-Nummer: 068033
Volksbezeichnung: Popoleser
Schutzpatron: Bonifatius
Website: Popoli
Blick auf Popoli
Blick auf Popoli

Popoli ist eine Gemeinde in der Provinz Pescara in der Region Abruzzen und hat 5288 Einwohner. Die Ortschaft liegt innerhalb des Majella-Nationalparks.

Die Nachbargemeinde sind Bussi sul Tirino, Collepietro (AQ), Corfinio (AQ), San Benedetto in Perillis (AQ), Tocco da Casauria, und Vittorito (AQ).

Popoli liegt an der Autobahn A25 von Pescara nach Rom und an der Staatsstraße 17.

Um den Ort Popoli gibt es drei große Quellen, die größte ist die Sorgenti del Pescara mit über ca. 7000 Liter pro Sekunde, gefolgt von der Sorgente Giardino, die mit ihren ca. 2000 l/s die Städte Pescara und Chieti mit Trinkwasser versorgt. Die kleinste Quelle, die Sorgente Callisto mit ca. 1000 l/s, versorgt Popoli nicht nur mit Wasser, sondern, da eine Turbine vorgeschaltet ist, auch mit Strom. Eine weitere sehr kleine Quelle ist als Heilquelle anerkannt und einem Heilbad angeschlossen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Stadt selbst und die Umgebung haben mehrere Sehenswürdigkeiten, darunter:

  • Die Taverna Ducale aus der Mitte des 14. Jahrhunderts zählt zu den schönsten weltlichen Bauwerken in den Abruzzen
  • Torre de'Passeri
  • Die Abtei San Clemente a Casauria aus dem 12. Jahrhundert
  • Die Kirche San Francesco wurde im 15. Jahrhundert
  • Die Kirche SS Trimitá aus dem 1562 mit einem Altar und einem Holzchor aus dem Jahr 1745
  • Das Gebiet um die Quellen des Pescaraflusses ist regionales Schutzgebiet
  • die Burgruine oberhalb von Popoli
Ein Blick auf das Quellgebiet des Flusses Pescara und Popoli im Hintergrund

Zerstörung im Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Popoli wurde zweimal von der alliierten Luftwaffe unter der Führung der Engländer bombardiert. Am 20. Januar 1944 wurde versucht die Brücke „Julius Cäsar“ zu zerstören, sie war die wichtigste Brücke in der Region in der Verbindung Rom – Pescara, bei diesem Angriff wurde auch das in der Nähe der Brücke liegende Krankenhaus zerstört, die Brücke selber nicht, sie wurde erst von der zurückweichenden Wehrmacht selbst gesprengt. Am 22. März 1944 mittags wurden das Rathaus und die Innenstadt von massiven Bombenangriffen der Engländer zerstört. Zu dieser Zeit wurden im Rathaus die Gehälter bzw. Bezugsscheine (besonders für Milch) der italienischen Soldaten und Angestellten an die Frauen, die mit ihren Kleinkindern in lange Schlangen vor dem Rathaus standen, ausgehändigt. So waren die meisten Toten und Verletzten Frauen mit ihren Kindern; ob es Zufall oder Absicht war, ist für die Bewohner bis heute nicht geklärt. Über 200 Menschen verloren direkt das Leben; da das Krankenhaus zerstört war, wurden die Verletzten per Eselskarren oder Militärtransporter 20 km nach Sulmona gebracht, viele Verletzte überlebten die Fahrt nicht. Der Tag hat sich in das Gedächtnis der Bewohner gebrannt, weil viele Familien aus Popoli und den umliegenden Dörfern an diesem Tag ihre Oma, Mutter oder Tochter verloren haben. Die Gräber aus dieser Zeit sind auf dem Friedhof in Sulmona als ein Feld von Eisenkreuzen erkennbar.

Erdbeben 2009[Bearbeiten]

Ein zerstörtes Haus in Popoli
Gesperrte Häuser in Popoli

Die Stadt verzeichnete zwar keine Toten durch das Erdbeben, abgesehen von einer Studentin, die in dem eingestürzten Studentenwohnheim in L’Aquila starb, allerdings sind mehr als 160 Häuser zerstört oder auf längere Zeit unbewohnbar. Die sechs Kirchen in der Altstadt sind geschossen, da akute Einsturzgefahr besteht und Messen somit nur noch im Freien stattfinden können. Die Aufräum- und Sicherungsarbeiten sind abgeschlossen, die Restauration und Instandsetzung der Kirchen und Häuser wurde nach Verfügbarkeit der Mittel und Arbeitskräfte begonnen; laut verschiedenen Aussagen sollten die Schäden Ende 2020 zum größten Teil, ein kleiner Teil (je nach Zerstörung) bis 2035 behoben sein. Die Grundschule des Ortes wird so zum Beispiel mit Spendenmitteln aus Wolfsburg neu gebaut, die alte Schule soll als neues Rathaus wieder aufgebaut werden. In der Zwischenzeit soll ein Containerdorf die Schule beherbergen, Ende des Jahres 2010 soll der Neubau den Schülern wieder zur Verfügung stehen. Da sich das Erdbebenzentrum ca. 40 km entfernt befand und sich die Altstadt Popolis auf einer Felsschicht befindet, traten die Schäden an den meisten Häusern nicht sofort auf, so hatten die Einwohner genug Zeit ihre Häuser zu verlassen und erst die Nachbeben in den verschiedenen Stärken vergrößerten die Schäden bis zur Unbewohnbarkeit oder dem Einsturz. Da viele Häuser und Wohnungen in Popoli als Ferienwohnung genutzt werden, gibt es kaum Wohnungsnot, sondern im Gegenteil: Es sind Einwohner aus anderen Orten hierher evakuiert worden. Allerdings werden bei Notwendigkeit bis zum Herbst Fertigholzhäuser (wie in anderen Orten auch) als Zwischenlösung bereitgestellt. Wie in L’Aquila auch, sind viele Häuser in Popoli ein Jahr nach dem Beben immer noch nicht bewohnbar, da zugesagte Wiederaufbaumittel der Regierung auf sich warten lassen.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

In der Umgebung der Gemeinde werden Reben der Sorte Montepulciano für den DOC - Wein Montepulciano d’Abruzzo angebaut.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Popoli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.