QR-Code

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Der QR-Code ist eine Methode Informationen so aufzuschreiben, dass diese besonders schnell maschinell gefunden und eingelesen werden können. Aufgrund einer automatischen Fehlerkorrektur ist dieses Verfahren sehr robust und daher weit verbreitet.

Der QR-Code (englisch Quick Response, „schnelle Antwort“, als Markenbegriff „QR Code“) ist ein zweidimensionaler Code, der von der japanischen Firma Denso Wave im Jahr 1994 entwickelt wurde. Weiterentwicklungen sind der Micro-QR-Code, der Secure-QR-Code (SQRC) und der iQR-Code.

Die Zeichenkette
„QR Code“ als QR-Code

Grundlagen[Bearbeiten]

„Wikipedia ist ein Projekt zum Aufbau einer Enzyklopädie aus freien Inhalten in über 270 Sprachen, zu dem du mit deinem Wissen beitragen kannst.“ als QR-Code

Der QR-Code wurde zur Markierung von Baugruppen und Komponenten für die Logistik in der Automobilproduktion des Toyota-Konzerns entwickelt. Das den QR-Code entwickelnde Unternehmen Denso kooperiert bereits seit seiner Ausgliederung aus dem Konzern 1949 als Zulieferer unter anderem für sämtliche elektrischen und elektronischen Baugruppen mit Toyota. Die Entwicklung des 2D-Codes übernahm die Tochterfirma Denso Wave, die auch Identifikationssysteme und Geräte zur mobilen Datenerfassung entwickelt. Erfunden wurde der QR-Code 1994 von Masahiro Hara und seinen Teammitgliedern Takayuki Nagaya, Motoaki Watabe, Tadao Nojiri und Yuji Uchiyama.

Masahiro Hara und sein Team gewannen 2014 den Publikumspreis des Europäischen Erfinderpreises des Europäischen Patentamtes in der Kategorie „Außereuropäische Staaten“.[1]

Der QR-Code besteht aus einer quadratischen Matrix aus schwarzen und weißen Punkten, die die kodierten Daten binär darstellen. Eine spezielle Markierung in drei der vier Ecken des Quadrats gibt die Orientierung vor. Die Daten im QR-Code sind durch einen fehlerkorrigierenden Code geschützt. Dadurch wird der Verlust von bis zu 30 % des Codes toleriert, d. h. er kann auch dann noch dekodiert werden.

Standards[Bearbeiten]

Es gibt mehrere Standards, welche die Kodierung von QR-Codes beschreiben.[2]

  • 10. März 1995 – Europäisches Patent Nummer EP0672994 [3]
  • Oktober 1997 – AIM (Association for Automatic Identification and Mobility) International[4]
  • Januar 1999 – JIS X 0510
  • Juni 2000 – ISO/IEC 18004:2000[5] (zurückgezogen)
    Definiert QR-Code-Modell 1 und QR-Code-Modell 2.
  • November 2004 – Erweiterung des JIS X 0510 um Micro-QR-Code
  • 1. September 2006 – ISO/IEC 18004:2006[6]
    Definiert QR-Code 2005, eine Erweiterung des QR-Code-Modells 2. Spezifiziert nicht, wie QR-Code-Modell 1 gelesen werden kann, bzw. baut auf QR-Code-Modell-1-Spezifikationen auf.

Der QR-Code ist in folgenden Ländern als nationaler Standard eingetragen:

Land Standard
Japan Japanese Industrial Standard JIS X 0510
China Chinese National Standard GB/T 18284
Südkorea Korean National Standard KSXISOIEC 18004
Vietnam Vietnamese National Standard TCVN 7322
Singapur Singapore National Standard SS 543 (‘09)

Abseits der offiziellen Standards hat NTT DoCoMo De-facto-Standards für die Kodierung von URLs, Kontaktinformationen und weiteren Datentypen definiert.[7] Das Open-Source-Projekt „ZXing“ führt eine Liste mit QR-Code-Datentypen.[8]

Aufbau[Bearbeiten]

QR-Code-Strukturbeispiel

Im Code enthalten sind die Versionsinformation (1) und das benutzte Datenformat (2). Der Datenteil (3) enthält die kodierten Daten in redundanter Form. Zur Feldbegrenzung enthält der QR-Code in nur drei seiner Ecken ein bestimmtes Muster (4.1). Über das fehlende Muster in der vierten Ecke erkennt das Lesegerät die Orientierung. Mit zunehmender Größe des Codes werden weitere Muster (4.2) hinzugefügt, um die Ausrichtung des Codes besser erkennbar zu machen. Zwischen den drei Hauptpositionsmarkierungen befindet sich eine Linie (4.3) aus einer Folge streng abwechselnder Bits, worüber sich die Matrix definiert.

Kapazität und Fehlertoleranz[Bearbeiten]

Die Symbolelemente sind Quadrate, von denen sich mindestens 21×21 und maximal 177×177 Elemente im Symbol befinden. Die Randzone (quiet zone) sollte mindestens 4 Elemente breit sein. Größere Inhalte lassen sich auf bis zu 16 einzelne Codes aufteilen.

Es existieren vier Fehlerkorrektur-Levels, die eine Rekonstruktion von 7 % (Level L) bis zu 30 % (Level H) beschädigter Daten zulassen. Dabei kommt die Fehlerkorrektur der Reed-Solomon-Codierung zum Einsatz. Diese Eigenschaft wird bei der Erstellung sogenannter „Design-Codes“ ausgenutzt (siehe Abschnitt: Design-QR-Code).

Kapazität der verschiedenen Fehlerkorrektur-Levels
Level L 7 % der Codewörter/Daten können wiederhergestellt werden.
Level M 15 % der Codewörter/Daten können wiederhergestellt werden.
Level Q 25 % der Codewörter/Daten können wiederhergestellt werden.
Level H 30 % der Codewörter/Daten können wiederhergestellt werden.

Der maximale Informationsgehalt eines QR-Codes (177×177 Elemente, Fehlerkorrektur-Level „L“) beträgt 23.648 Bit (2.953 Byte). Damit lassen sich laut Hersteller 7.089 Dezimalziffern, 4.296 alphanumerische Zeichen oder 1.817 Kanji-/Kana-Zeichen kodieren.[9]

Der Micro-QR-Code mit einer Größe zwischen 11×11 und 17×17 Elementen nimmt bis zu 35 Ziffern auf, bei einer Randbreite von mindestens zwei Elementen.

Lizenz[Bearbeiten]

Japanische Aufenthaltsgenehmigung (Landing Permission) mit (für Wikipedia) anonymisiertem QR-Code

Die Verwendung des QR-Codes ist lizenz- und kostenfrei.[10] Die Spezifikationen wurden von Denso Wave offengelegt und sind über die Internationale Organisation für Normung in der Schweiz erhältlich. Der Name „QR Code“ ist in Japan, den Vereinigten Staaten von Amerika, Australien und Europa als eingetragenes Warenzeichen von Denso Wave Incorporated besonders geschützt. Ein entsprechender Hinweis sollte bei Verwendung angebracht werden.[10]

Der QR-Code ist als öffentlicher Standard etabliert. In Japan ist er sehr weit verbreitet, man findet ihn dort auf nahezu jedem Werbeplakat. Auch die japanische Regierung verwendet den QR-Code. So benutzt zum Beispiel die japanische Einwanderungsbehörde den QR-Code mit verschlüsselten Daten für das Visum, das bei der Einreise in den Reisepass eingeklebt wird.

Darstellung[Bearbeiten]

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Der QR-Code kann mit allen gängigen Verfahren problemlos gedruckt werden. Wie beim Strichcode ist allerdings auch hier ein möglichst hoher Kontrast wichtig, idealerweise schwarz auf weiß. Abhängig von den Möglichkeiten des verwendeten Lesegerätes ist auch eine inverse Darstellung möglich. Es ist auch möglich, den Code farbig zu drucken, auch mit mehreren Farben oder als Negativ ("weiß auf schwarz"). Allerdings muss darauf geachtet werden, dass der Code als Halbtonbild bzw. als Strichbild gesehen einen gleichmäßigen Kontrast aufweist. Vermehrt wird der QR-Code auch im sogenannten „Direct Marking“-Verfahren auf Produkten angebracht. Sie werden zum Beispiel mit einem Laser direkt auf der Oberfläche des zu kennzeichnenden Materials eingebrannt. Diese QR-Codes können sehr klein sein und sind sehr haltbar.

In der Darstellungsgröße ist dem QR-Code keine Grenze gesetzt, solange das Lesegerät das Bild formatfüllend und differenziert aufnehmen kann. Es wurden schon Plakatwände und ganze Häuserfassaden mit einem einzigen QR-Code versehen.

Lesen von Codes[Bearbeiten]

Mobiltelefone[Bearbeiten]

Hauptartikel: Mobile-Tagging

Viele Mobiltelefone und PDAs verfügen über eine eingebaute Kamera und eine Software, die das Interpretieren von QR-Codes ermöglicht. Der als Mobile-Tagging bezeichnete Prozess ist in Japan äußerst populär. Er verbreitet sich seit 2007 auch in Europa.[11]

Taggingprozess.jpg
Dekodierung einer URL mit einem Smartphone

Verbreitet ist die kodierte Abbildung einer Webadresse, verwendet in Zeitschriften, Informationsblättern oder großformatig auf Werbeplakaten. Der Vorteil dieser Methode ist, dass das mühsame Abtippen entfällt. Neben URLs enthalten QR-Codes in der Praxis beispielsweise Telefonnummern, Adressen, informierende Texte, Premium-SMS, vCards, WLAN-Zugangsdaten oder Geodaten.[12]

Der erste QR-Code in Deutschland wurde am 16. Oktober 2007 von „Spex – Magazin für Popkultur“ auf der Titelseite veröffentlicht. Die Überschrift „Was sagt uns dieser Code?“ eröffnet einen Artikel, der sich mit dem Trend der 2D-Codes und deren Funktionsweise befasst. Der Autor bezeichnet den Code als Zeichen unserer Zeit, da der QR-Code sowohl von der Modebranche als auch der Musik- und Videoindustrie verwendet wird.[13]

Am 9. November 2007 führte die gedruckte Welt kompakt als erste Zeitung QR-Codes ein.[14] Mittlerweile kann man den QR-Code in vielen anderen Zeitungen und Zeitschriften sehen.

Scanner[Bearbeiten]

„Scanner“ ist analog zu Strichcodelesern der gebräuchliche Begriff für die Lesegeräte. Branchenüblich ist auch der Begriff „Imager“, wenn es sich um ein 2D-Gerät handelt. Sie verfügen über eine Kamera und einen Decoder. Zusätzlich bieten viele Geräte eine Zielhilfe, häufig in Form eines lasergenerierten Musters, welche das Lesefeld anzeigt.

Spezielle Lesegeräte sind in der Lage, auch QR-Codes zu lesen, welche im Direct-Marking-Verfahren mit einem Laser direkt auf das Material gebrannt worden sind. Sie verfügen über eine hochauflösende Kamera und ein Makro-Objektiv sowie spezielle Algorithmen zum Eliminieren verfahrenstypischer Darstellungsfehler.

Generieren von Codes[Bearbeiten]

Um einen QR-Code zu generieren, braucht man:

  • den Text, der codiert werden soll, und
  • den gewünschten Grad der Fehlerkorrektur.

Der grobe Ablauf ist dann:

  1. Anhand der Länge des Textes und dem Grad der Fehlerkorrektur bestimmt man, wie groß der QR-Code sein muss.
  2. Man beginnt mit einer weißen Fläche, auf die nach und nach alle Elemente des QR-Codes gemalt werden.
  3. Die Erkennungsmuster, die nicht von dem Text abhängen, werden zuerst auf die Fläche gemalt. Das sind die Positionsmuster, die Ausrichtungsmuster und die Synchronisationslinien.
  4. Aus dem Text wird eine Bitfolge generiert.
  5. Zu der Text-Bitfolge wird eine weitere Bitfolge für die Fehlerkorrektur generiert.
  6. Die Text-Bitfolge wird zusammen mit der Fehlerkorrektur-Bitfolge dort in das Symbol gemalt, wo noch Platz ist. Das geschieht von rechts nach links in Schlangenlinien.
  7. Um zu erreichen, dass das Symbol ungefähr gleich viele schwarze und weiße Pixel enthält, und um Muster zu vermeiden, die das Einlesen erschweren, werden nacheinander acht verschiedene Masken über das Symbol gelegt. Die Maske, die das beste Ergebnis liefert, wird beibehalten.
  8. Zum Schluss wird die Kennnummer der verwendeten Maske in das Symbol gemalt.

Umwandeln des Textes in eine Bitfolge[Bearbeiten]

Wegen der vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten und der geringen Größe von QR-Codes wurde Wert darauf gelegt, dass der codierte Text nur wenig Platz benötigt. Abhängig davon, welche Zeichen im Text vorkommen, kann man den Text mit unterschiedlichen Zeichensätzen codieren:

  • Wenn der Text nur aus Ziffern (0-9) besteht, verbraucht er am wenigsten Platz. In diesem Fall werden jeweils drei Ziffern zusammengefasst und als 10-Bit-Einheit gespeichert.
  • Wenn der Text nur aus Ziffern (0-9), Großbuchstaben (A-Z) und neun weiteren Satzzeichen besteht, werden jeweils zwei Zeichen zusammengefasst und als 11-Bit-Einheit gespeichert.
  • Wenn der Text nur aus Zeichen besteht, die in ISO-8859-1 vorkommen (das sind unter anderem Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern, viele Satzzeichen und kombinierte Buchstaben für den westeuropäischen Sprachraum), wird jedes Zeichen als 8-Bit-Einheit gespeichert.
  • Wenn der Text nur aus Kanji besteht, wird jedes Zeichen als 13-Bit-Einheit gespeichert.
  • In den restlichen Fällen wird es komplizierter; es wird dann die ECI-Zeichencodierung bemüht.

Nachdem der passende Zeichensatz bestimmt ist, werden die folgenden Informationen in die Bitfolge geschrieben:

  1. die Kennnummer des Zeichensatzes
  2. die Anzahl der Zeichen, die der Text hat
  3. der Text selbst
  4. die Ende-Kennung; sie ist immer 0000
  5. die resultierende Bitfolge in 8-Bit-Einheiten zerlegen; am Ende ggfs. mit Null-Bits auffüllen
  6. Auffüllen bis zur Datenkapazität der QR Code Version mit den Codewörtern 11101100 und 00010001 abwechselnd

Beispiel[Bearbeiten]

Um den Text „Märchenbuch“ zu codieren, wird zunächst der passende Zeichensatz ausgewählt. In diesem Fall ist das ISO-8859-1. Dieser Zeichensatz hat die Kennnummer 0100.

Im zweiten Schritt wird gezählt, wie viele Zeichen der Text enthält. In diesem Fall sind das 11 Zeichen. Bei kleinen QR-Codes wird diese Zahl mit 8 Bit codiert, also 0000 1011. Bei größeren QR-Codes würde die Zahl mit 16 Bit codiert werden.

Anschließend werden die einzelnen Zeichen codiert. Im Falle der Codierung ISO-8859-1 schaut man in der Tabelle für den Zeichensatz nach, welche Nummer dieses Zeichen hat, und schreibt die Nummer weg. Für das „M“ ist das 0100 1101. Das „ä“ bekommt die Nummer 1110 0100, und so weiter.

Den Abschluss bildet die Ende-Kennung. Sie ist immer 0000, außer wenn nicht mehr genug Platz ist. Dann wird sie abgekürzt.

Insgesamt wird aus dem Text „Märchenbuch“ somit diese Bitfolge:

  • 0100
  • 0000 1011
  • 0100 1101 1110 0100 0111 0010 0110 0011 0110 1000 0110 0101 0110 1110 0110 0010 0111 0101 0110 0011 0110 1000
  • 0000

Aufteilen in 8-Bit-Einheiten und ggfls. Füllcodes: 01000000 10110100 11011110 01000111 00100110 00110110 10000110 01010110 11100110 00100111 01010110 00110110 10000000 11101100 00010001 11101100 00010001 ...

Anwendungsbereiche[Bearbeiten]

QR-Code des Spiels „Munzee“

Neben ihrer ursprünglichen Bestimmung, dem Einsatz in der Produktionslogistik,[15] finden sich QR-Codes mittlerweile in zahlreichen weiteren Anwendungen wieder: beispielsweise als Fahrplanauskunft und Navigationshilfe an Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs,[16] als Hilfe für den Einkaufszettel[17], zur Markierung von Haustieren[18] oder auch als mobile Visitenkarte.[19] Auch in der Werbung halten QR-Codes immer weiter Einzug, lassen sich so doch schnell zusätzliche Informationen, beispielsweise Produktvideos oder Websites mit oder ohne Gewinnspielen aufrufen oder auch direkt zum App Store mit der Möglichkeit zum Herunterladen von Programmen verlinken.[20] Im Bereich der Museen Kanadas werden die Codes eingesetzt, um den Besuchern die Möglichkeit zu geben, über das Internet erreichbare Informationen über einzelne Ausstellungsobjekte oder Themenkomplexe aufzurufen.[21] 2012 erschien erstmals ein interaktiver Ersttagsbrief mit einer Briefmarkenserie „Marke individuell“ eines Leipziger Versandhändlers. Der auf dem Brief aufgedruckte QR-Code wird hier als Shop-Zugang verwendet.[22] Auch bei sogenannten Screentransfers, die die Übertragung einer Internetseite im Webbrowsers eines Gerätes auf ein anderes bezeichnet, helfen QR-Codes.

Auch im Bereich der Lebensrettung sind erste Ansätze für den QR-Code-Einsatz erkennbar. So wird für PKWs der QR-Code inzwischen zum Zugang zur Rettungskarte eingesetzt [23][24]

Bei dem Schnitzeljagd-Spiel Munzee dienen die QR-Codes und die GPS-Koordinaten (GPS-fähiges Smartphone vorausgesetzt) als "location-based-game", um beim Scannen der QR-Codes Punkte auf dem Spielerkonto zu erhalten. Die QR-Codes werden auf der Spieleplattform generiert und in der realen Welt verteilt.

In Berlin wurden QR-Codes auf Pflastersteinen eingraviert am Denkmal für die ermordeten Juden Europas eingesetzt, wo man per App das für das Holocaust-Denkmal komponierte virtuelle Konzert [25] anhören kann.[26]

Ein Team von Forschern aus dem Bundesstaat South Dakota hat eine unsichtbare Spezialtinte entwickelt, die aus einer Mischung von blauer und grüner fluoreszierender Tinte mit Nanopartikeln besteht und unter einem speziellen Laser, ähnlich dem Infrarotlicht, sichtbar wird.[27] QR-Codes, die mit dieser Tinte auf Geldscheine oder andere Wertpapiere aufgedruckt werden, könnten ihre Fälschungssicherheit erhöhen.[27]

Gefahren[Bearbeiten]

Weil der Inhalt eines QR-Codes nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, ist es möglich, in ihm einen Link zu verstecken, der den Betrachter nach dem Scannen auf eine schädliche Seite führt oder sogar ungewollt Funktionen seines Smartphones ausführt.[28][29] Dies betrifft allerdings alle verbreiteten 2D-Codes, die zur Kodierung von Webadressen verwendet werden und ist keine besondere Eigenart des QR-Codes.

Eine über derlei Codes („Tags“) ausgeübte Attacke wird geläufig als „Atagging“ bezeichnet. Anfang September 2010 wurden Angriffe auf Mobiltelefone mit Android Betriebssystem bekannt, bei denen über einen in einem QR-Code verschlüsselten Link auf eine Internetseite der ICQ-Client „Jimm“ heruntergeladen werden konnte. Die Software war mit dem Trojaner Trojan-SMS.AndroidOS.Jifake.f infiziert und schickte unaufgefordert mehrere kostenpflichtige SMS an einen russischen Premium-Dienst.[30][31] Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnte Anfang Januar 2013 vor überklebten QR-Codes auf Plakatwänden, die den Anwender auf unseriöse Webseiten führen könnten.[32]

Als Schutz vor Attacken wird bei vielen aktuellen Scannern der dekodierte QR-Code-Inhalt zunächst nur angezeigt, statt ihn sofort auszuführen, beispielsweise einem Link folgend eine Seite aufzurufen. Allerdings laden dennoch viele QR-Code-Scanner auch schon beim Anzeigen des Links die Seite vor dem Aufruf im Browser vorab, um z. B. kurze Zeit nach dem Scannen den Seitentitel vor dem eigentlichen Aufruf anzuzeigen oder die Anzeige zu beschleunigen, weshalb auch ohne direkten Seitenaufruf ein gewisses Gefahrenpotential besteht, sofern die Scan-Software beim Generieren der Vorschau angreifbar ist.

Durch Manipulation der Kodierung für die genaue Anzahl der im QR-Code enthaltenen Zeichen besteht in der Theorie die Möglichkeit einen Buffer-Underrun oder einen Buffer-Overflow in schlecht programmierter Dekodersoftware zu bewirken. Auch wären Angriffe per SQL-Injection denkbar, sofern die weiterverarbeitende Software über keine entsprechenden Schutzmechanismen verfügt.[33]

Eine potenzielle Gefährdung geht allenfalls von der verwendeten Anwendungssoftware aus, welche die gelesenen Daten weiterverarbeitet, jedoch nicht vom QR-Code selbst. Auch der Anwender, insbesondere von Mobiltelefonen, trägt in einem hohen Maß durch unbedarften Umgang mit in QR-Codes verschlüsselten URLs zum Risiko bei. Alle genannten Gefahren treffen in gleichem Maße auch für alle 2D-Codesysteme anderer Hersteller zu. Durch die Verwendung des Secure-QR-Code können die meisten Gefahrenquellen in professionellen Anwendungen weitestgehend eliminiert werden.

Weiterentwicklungen[Bearbeiten]

Design-QR-Code[Bearbeiten]

Beispiel für einen Design-QR-Code (verlinkt auf die deutschsprachige Wikipedia-Mobil-Seite).

QR-Codes können mit einem Schriftzug, Logo oder Bild und durch Farbveränderung individualisiert oder mit mehr Aufwand grafisch gestaltet werden. Durch geschicktes Vorgehen und Ausnutzung der Fehlerkorrektur bleibt die Funktion dabei erhalten. Solche QR-Codes werden häufig als Design-QR-Codes oder bei aufwendigerer Gestaltung als Custom-QR-Codes bezeichnet. Oft werden verfremdete QR-Codes auch als iQR-Code bezeichnet, was allerdings sachlich falsch ist, da der iQR-Code eine eigene weiterentwickelte Variante des QR-Code darstellt.

Design-QR-Codes sind keine offizielle Weiterentwicklung von Denso Wave.

In den Anfängen beschränkte sich die Gestaltung häufig auf einen einfachen Austausch der Farben. Darüber hinaus kann zusätzlich ein Schriftzug oder ein Logo als kleine Pixelgrafik meist mittig auf den QR-Code gelegt oder direkt hineingearbeitet werden.

QR-Code der Wikipedia

Dabei wird ein Teil der Daten des Codes von der Grafik einfach überlagert. Die Redundanz der Fehlerkorrektur im Level „H“ ermöglicht dies auf einer Fläche von bis zu 30 % des gesamten Codes. Technisch gesehen ist der Datenteil eines Design-QR-Codes durch die überlagerte Grafik bereits so weit gestört, dass er keine weitere Redundanz mehr bietet.

Eine andere Möglichkeit ist, durch mathematische Verfahren eine Grafik in einen QR-Code einzurechnen, so dass der QR-Code fehlerfrei ist.[34]

Durch die Verknüpfung dieser Verfahren können heute komplexe Custom-QR-Codes erzeugt werden, bei denen die Gestaltung im Vordergrund steht. So werden QR-Codes gezielt an bestehende Corporate Designs angepasst oder in Marketingkampagnen integriert. Beispiele sind Anzeigen, die von einem einzigen, aufwendig gestalteten Custom-QR-Code dominiert werden, oder Firmenlogos, die direkt als Custom-QR-Codes gestaltet sind. 2009 gestaltete Takashi Murakami einen solchen Corporate-QR-Code im Auftrag von Louis Vuitton.[35]

Das Überlagern mit Logos oder Illustrationen sowie eigene Designs und Verfremdungen sind rechtlich bedenklich, da Denso Wave auch hierfür eigene Patente hält. Denso Wave verzichtet zwar bei Standard QR Codes auf die Anwendung des Patentrechts jedoch nicht bei veränderten QR Codes.[36]

Micro-QR-Code[Bearbeiten]

Die Zeichenkette
„Wikipedia“ als Micro-QR-Code, Version M3, ECC-Level „L“

Der Micro-QR-Code ist eine auf kleinste Abmessung optimierte Variante des QR-Code. Er wurde im Jahr 2000 von Denso Wave vorgestellt. Statt der bekannten drei Orientierungsmarkierungen des QR-Codes verfügt der Micro-QR-Code nur über eine in der linken oberen Ecke. Maximal 35 Ziffern bzw. 21 alphanumerische Zeichen können kodiert werden, allerdings wird hierfür weniger Raum benötigt.

Die folgende Tabelle enthält Angaben über die maximale Kapazität für die jeweilige Version und entsprechendem Level der Fehlerkorrektur:

Version Anzahl Module Fehlerkorrekturlevel Redundanz Numerische Zeichen Alphanumerische Zeichen Binäre Zeichen (Bytes) Kanji-Zeichen
M1 11×11 0 % 5
M2 13×13 L 7 % 10 6
M 15 % 8 5
M3 15×15 L 7 % 23 14 9 6
M 15 % 18 11 7 4
M4 17×17 L 7 % 35 21 15 9
M 15 % 30 18 13 8
Q 25 % 21 13 9 5

Der Micro-QR-Code ist standardisiert als JIS X 0510 (November 2004).[37]

Secure-QR-Code[Bearbeiten]

Der Secure-QR-Code (SQRC) ist ein QR-Code mit erweiterter Funktion zum Verschlüsseln von Dateninhalten. Denso Wave stellte ihn 2005 vor. Verwendung findet der SQRC in Anwendungen, bei denen Dateninhalte oder Teile davon nicht durch Dritte eingesehen werden sollen. Dafür bietet der SQRC die Möglichkeit, den gesamten Inhalt oder wahlweise auch nur einen Teil der enthaltenen Daten zu verschlüsseln. Die öffentlichen (unverschlüsselten) Daten in einem SQRC können dann auch mit normalen QR-Code-Lesegeräten und Mobiltelefonen gelesen werden, während die verschlüsselten Informationen verborgen bleiben. Um die verschlüsselten Daten lesen zu können, bedarf es eines Lesegerätes, welches Secure-QR-Codes dekodieren kann. Der passende Schlüssel muss im Lesegerät gespeichert sein.

Die Verschlüsselung der Daten findet bereits bei der Generierung des SQRC statt. Die Entschlüsselung ist Teil des Dekoders im Lesegerät. Eine zusätzliche Verschlüsselungssoftware auf Anwendungsebene wird daher nicht benötigt. Zum Ver- und Entschlüsseln wird ein symmetrischer Schlüssel (Kennwort) mit einer Länge von 16 Bytes benötigt. Der verwendete Algorithmus bietet eine äquivalente Sicherheit zu Single DES mit 56 bit, ist jedoch nicht mit diesem identisch.

iQR-Code[Bearbeiten]

Rechteckiger iQR-Code mit 40 Zeichen Daten und ECC-Level „M“.

Mit dem iQR-Code greift Denso Wave als aktuelle Weiterentwicklung des normalen QR-Code einige Vorteile des Micro-QR-Code auf und übertrifft im Ergebnis damit die Eigenschaften des normalen QR-Code. Als Novum ist er nicht zwingend auf die quadratische Form festgelegt, sondern kann auch die eines Rechtecks annehmen. Dies erleichtert zum Beispiel das Lesen von zylindrischen Gegenständen und die Integration in Anwendungen, in welchen ein klassischer Barcode durch einen 2D-Code abgelöst werden soll, auf dem Medium aber nicht unbedingt Platz für ein Quadrat vorhanden ist. Auch für Anwendungen, in welchen sehr kleine Codes mit maximal möglichen Datenmengen, also äußerst kompakte Codes, gefragt sind, bietet der iQR-Code eine Lösung.

Die maximale Datenmenge wurde um rund 80 % von 177×177 Elementen auf 422×422 Elemente erhöht. Damit lassen sich im größten Format (Version 61) mehr als 40.000 numerische Zeichen in einem einzigen Code unterbringen.

Als Rechteck stehen 15 Formate von 5×19 Elemente bis 43×131 Elemente zur Verfügung. Im größten Format (Version R15) finden bis zu 1.202 numerische Zeichen Platz.

Zusätzlich ist der iQR-Code um bis zu 30 % kleiner als ein Standard-QR-Code mit gleicher kodierter Datenmenge. Er ist auch nochmal kompakter als der Micro-QR-Code. Das kleinstmögliche Format (Version 1) hat 9×9 Elemente und bietet Platz für 6 Zeichen.

Aufgrund der unterstützten Zeichen ist eine Kodierung des Inhaltes entsprechend ISO/IEC 15434 (Transfer Syntax) möglich. Dadurch ist die Verwendung vieler in Industrie und Handel gebräuchlicher Datenstrukturen möglich, beispielsweise UN/EDIFACT-Segmente, GS1-Application Identifier oder ANS MH10.8.2 Data Identifier entsprechend ISO/IEC 15418.

Für eine erhöhte Fehlertoleranz wurde zusätzlich der Level „T“ geschaffen, welcher die Wiederherstellung von bis zu 60 % zerstörter Daten ermöglicht.

Kapazität der verschiedenen Fehlerkorrektur-Levels
Level L 7 % der Codewörter/Daten können wiederhergestellt werden.
Level M 15 % der Codewörter/Daten können wiederhergestellt werden.
Level Q 25 % der Codewörter/Daten können wiederhergestellt werden.
Level H 30 % der Codewörter/Daten können wiederhergestellt werden.
Level S 50 % der Codewörter/Daten können wiederhergestellt werden.
Level T 60 % der Codewörter/Daten können wiederhergestellt werden.

Der Hersteller Denso Wave plant wie schon für den QR-Code die Offenlegung der Spezifikation und die freie Nutzung durch Jedermann als Public Domain unter Respektierung des Warenzeichens. Außerdem wird die Eintragung als ISO-Standard angestrebt.

Im Internet werden personalisierte QR-Codes (sogenannte „Design-QR-Codes“, auch farbig und mit integrierten Logos) häufig als iQR-Code bezeichnet, was sachlich jedoch falsch ist.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Quick Response Codes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

QR-Code-Generatoren

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.epo.org Finalists for the European Inventor Award 2014 - Masahiro Hara & Team
  2. QR Code Standardization | QR Code.com. Denso-wave.com. Abgerufen am 23. April 2009.
  3. worldwide.espacenet.com Europäisches Patent zum QR Code
  4. AIM GLOBAL Online Store. Aimglobal.org. Abgerufen am 23. April 2009.
  5. Information technology – Automatic identification and data capture techniques – Bar code symbology – QR Code. Abgerufen am 24. November 2011.
  6. Information technology – Automatic identification and data capture techniques – QR-Code 2005 bar code symbology specification. Abgerufen am 24. November 2011.
  7. Synchronization with Native Applications. NTT DoCoMo. Abgerufen am 17. Februar 2009.
  8. Barcode Contents. In: zxing – A rough guide to standard encoding of information in barcodes. 30. September 2011. Abgerufen am 23. November 2011.
  9. Bar code to 2D Code. Abgerufen am 22. September 2012.
  10. a b QR Code Patent FAQ. Denso Wave. Abgerufen am 1. Juli 2012.
  11. QR-Codes werden auch in Europa immer beliebter (Toyota Tsusho ID Systems). Abgerufen am 24. November 2011.
  12. QR Code Patent FAQ. Denso Wave. Abgerufen am 17. Januar 2011.
  13. Cover der Spexx #311. Abgerufen am 24. November 2011.
  14. WELT KOMPAKT führt den 2D-Code ein. Welt Online. 9. November 2007. Abgerufen am 24. November 2011.
  15. Logistik in der Nahrungsmittelindustrie. Abgerufen am 1. Dezember 2011.
  16. QR Codes bei der BVG. Abgerufen am 1. Dezember 2011.
  17. Die EDEKA Südwest App. Abgerufen am 1. Dezember 2011.
  18. ScanIT24 findet (fast) alles wieder – auch das geliebte Haustier. In: Pressebox. Scanit24, 4. April 2013, abgerufen am 21. Mai 2013.
  19. Die Visitenkarte 2.0. Abgerufen am 1. Dezember 2011.
  20. QR Codes für Appstore. Abgerufen am 1. Dezember 2011.
  21. ANSM QR Code How-To Guide, Canadian Museum Reference for Technology.
  22. interaktiver Ersttagsbrief mit QR-Code Ausgabe 3. April 2012 vom Onlineversandhandel M-ware® Electronics in Leipzig
  23. QR-Code-Sticker führt zur KFZ-Rettungskarte vom 11. Juli 2014, abgerufen am 12. Juli 2014
  24. QR-Code kann Leben retten vom 23. Mai 2013, abgerufen am 12. Juli 2014
  25. Virtuelles Konzert im Holocaust-Mahnmal. In: B.Z., 5. August 2013
  26. focus.de: Iris Berben startet „interaktives Konzert“ am Holocaust-Mahnmal
  27. a b Münstersche Zeitung: QR-Codes gegen Geldfälscherei, Service Wissen, dpa, 21. Dezember 2012
  28. Warnung des Better Business Bureau. Abgerufen am 24. November 2011.
  29. QR-Code-Gefahren. Zeit Online. 21. September 2011. Abgerufen am 24. November 2011.
  30. Android-Trojaner per QR-Code. Heise Security. 2. Oktober 2011. Abgerufen am 25. April 2012.
  31. Android-Trojaner verschickt 6-$-SMS. Heise Security. 11. September 2010. Abgerufen am 25. April 2012.
  32. Westfälische Nachrichten: Gefahr durch überklebte QR-Codes, Service, dpa, 3. Januar 2013
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