Ralph Abercromby

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den britischen General Ralph Abercromby. Zu seinem gleichnamigen Enkel siehe Ralph Abercromby, 2. Baron Dunfermline.

Sir Ralph Abercromby KB (* 7. Oktober 1734 in Menstrie, bei Tullibody, Clackmannanshire, Schottland; † 28. März 1801 in Alexandria, Ägypten) war ein britischer General.

Leben[Bearbeiten]

Sir Ralph Abercromby KB, Stich von William Finden nach einem Original von John Hoppner

Ralph Abercromby war das älteste der sechs Kinder des Juristen George Abercromby aus Tullibody in Clackmannanshire, und seiner Frau Mary, Tochter von Ralph Dundas, Esq. aus Manor. Sein Vater, ein Abkömmling der Abercrombies of Birkenbog, wurde 1705 geboren, 1728 als Anwalt zugelassen und starb am 8. Juni 1800 im Alter von 95 Jahren als ältestes Mitglied des Richterkollegiums. Er war der größte Landbesitzer der Whig-Partei in der Grafschaft Clackmannan. Durch die Heirat mit einer Dundas hatte er seinen politischen Einfluss beträchtlich vermehrt. Ralph wurde am 7. Oktober 1734 im alten Herrenhaus in Menstrie (oder Menstry) geboren, dem gewöhnlichen Wohnsitz seiner Eltern. Weitere Kinder waren der General und Oberkommandierende in Indien Robert Abercromby und der Lordrichter Alexander Abercromby. Der Tag von Ralphs Geburt ist in den Registern der Kirchengemeinde Logie nicht verzeichnet, er wurde aber am 26. Oktober 1734 getauft.

Nach dem Besuch der Schule in Rugby studierte Abercromby Recht in Edinburgh und Leipzig (1754), um – wie schon sein Vater und sein Großvater – Jurist zu werden. Da er sich aber statt für die Juristerei mehr für das Militär interessierte, kaufte ihm seine Familie im März 1756 eine Stelle als Kornett bei den 3rd Dragoon Guards. Sein Patent trägt das Datum vom 23. März des Jahres. Im Februar 1760 erhielt er eine Leutnantsstelle im selben Regiment und im April 1762 als Hauptmann eine Kompanie im 3. Regiment zu Pferd. 1770 wurde er Major und 1773 Oberstleutnant (Lieutenant-Colonel). 1780 erhielt er den Rang eines Brevet-Obersten und im folgenden Jahr den eines regulären Obristen im 103. Regiment (King’s Irish Infantry). Dieses neuaufgestellte Regiment wurde 1783 nach dem Versailler Frieden (→ Unabhängigkeitskrieg der USA) – wie viele Regimenter – reduziert und Oberst Abercromby auf Halbsold gesetzt. Im September 1787 zum Generalmajor befördert, diente er 1793 unter Friedrich August, Herzog von York und Albany, in den Niederlanden, zeichnete sich bei Famars aus und deckte den Rückzug der Alliierten über die Waal.

1795 und 1796 kämpfte er in Westindien erfolgreich gegen die Franzosen, wurde dann Statthalter auf der Isle of Wight und bald darauf Oberbefehlshaber in Irland. Außerstande, die Zügellosigkeit der Truppen zu bändigen, und persönlich gekränkt, trat er bald zurück. Unter dem Herzog von York nach Nordholland gesandt, erzwang er die Landung der britischen und russischen Truppen, trug wesentlich zum Sieg bei Alkmaar bei, und dem Umstand, dass York seinen Rat nicht gehört, schrieb man allgemein den unglücklichen Räumungsvertrag zu. Im Jahr 1800 befehligte er die erfolglose Expedition gegen Cádiz, 1801 ging er mit 18.000 Mann gegen die Franzosen nach Ägypten.

Death of Gen Sir Ralph Abercrombie, Robert Ker Porter (1804)

Er erschien am 2. März bei Abukir, konnte aber erst am 8. März landen, wobei er den General Louis de Friant zum Rückzug nach Alexandria nötigte. Am 21. März erfocht er einen glänzenden Sieg über die Franzosen unter Abdullah Jacques-François de Boussay, Baron de Menou, wurde jedoch tödlich verwundet und starb am 28. März. Seine Gebeine wurden in Malta beerdigt und sein Andenken durch ein Denkmal in der Saint Paul's Cathedral zu London geehrt.

Am 28. Mai 1801, auf den Tag genau zwei Monate nach seinem Tod, wurde seine Witwe Mary Anne († 1821) an seiner Stelle als Baroness Abercromby of Aboukir and of Tullibody in der Grafschaft Clackmannan zum Peer erhoben. Diese Würde ging nach ihrem Tod 1821 auf den ältesten Sohn George, einen Rechtsanwalt, über.

Ein weiterer Sohn war der Politiker James Abercromby, 1. Baron Dunfermline (1776–1858).

Literatur[Bearbeiten]

  • Eintrag in der Classic Encyclopedia (englisch)
  • James Abercromby, Lord Dunfermline: Lieutenant-General Sir Ralph Abercromby K.B. 1793–1801 : A Memoir by His Son. Edinburgh 1861