Rangabzeichen der österreichisch-ungarischen Streitkräfte

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Dieser Artikel behandelt die Rangabzeichen der Österreichisch-Ungarischen Streitkräfte.

Landstreitkräfte[Bearbeiten]

Die Rangabzeichen in den Österreichisch-Ungarischen Landstreitkräften (Distinktionsabzeichen genannt) wurden ausnahmslos am vorderen Teil des Kragens getragen. Sie waren für die Gemeinsame Armee, die k.k. Landwehr und die k.u. Landwehr gleich, lediglich die Gebirgsinfanterie führte seit 1908 ein zusätzliches Edelweiß hinter den Distinktionssternen. Die Sterne (und sonstigen Abzeichen - z.B. Abzeichen für Spezialisten) wurden auf dem farbig abgesetzten Kragen des Waffenrocks, beziehungsweise auf den Parolis der Feldbluse befestigt. Die Rangsterne für die Mannschaften und Unteroffiziere bestanden aus weißem Zelluloid, die der Feldwebel und Stabsfeldwebel ab 1914 aus weißer Seide. Die Rangsterne der unteren Offiziersränge bestanden normalerweise aus erhaben geprägtem Metall (sogenannte ärarische Ausführung),[1] bei den selbstbeschafften Uniformen[2] konnte die Variante aus gesticktem Metallgespinst gewählt werden.

Die Rangsterne der Offiziere hatten, auch auf der Feldbluse, stets die Knopffarbe des Waffenrocks.[3] Bei den Stabsoffizieren war jedoch die, zusätzlich auf den Kragen getragene Borte in der Knopffarbe ausgeführt, sodass die Sterne hier entgegengesetzt der Knopffarbe waren. (Bei silbernen Knöpfen silberne Borte und goldenen Knöpfe bzw. umgekehrt.) Auf die Borte war ein gradliniges Zackenmuster aufgelegt. Die Generale trugen stets silberne Sterne auf goldener Borte. Die Farbe der Rangsterne und der Borten hatte demzufolge nichts mit dem Dienstgrad zu tun.

Auf den Mänteln wurden keine Distinktionsabzeichen getragen.

Die Offiziere der Landesschützen und der beiden zusätzlichen, wie die Landesschützen uniformierten Gebirgsinfanterieregimenter (Landwehr-Infanterieregimenter Nr. 4 und Nr. 27) trugen auf den Waffenröcken zur Parade Schulterstücke mit den kaiserlichen Insignien. Es handelte sich hierbei jedoch nicht um Rangabzeichen.

Für jeden Grad musste auch eine Bezeichnung in ungarischer Sprache vorhanden sein. Verbände, die zum überwiegenden oder ausschließlichen Teil aus Polen oder Tschechen bestanden, benutzten im Dienstbetrieb wohl auch die entsprechenden Bezeichnungen in diesen Sprachen, offiziell war dies jedoch nicht anzuwenden.

Die Dienstgradgruppe der Unteroffiziere existierte in den Streitkräften nicht. Die Unteroffiziere wurden zu den Mannschaften gezählt.

Kadetten[Bearbeiten]

Die Kadetten in ihrer Eigenschaft als Anwärter zum Berufsoffizier gehörten zum Stand der Mannschaften. Die Kadettendienstgrade rangierten vor den jeweiligen Normaldienstgraden gleichen Ranges, jedoch hinter den jeweils nächsthöheren Normaldienstgraden (z. B. stand der Kadett-Gefreite vor dem Gefreiten, doch hinter dem Korporal, der wiederum dem Kadett-Korporal nachgeordnet war). Äußerliches Unterscheidungsmerkmal der Kadett-Dienstgrade war die besondere Distinktionsborte an den Kragenenden. Diese glich der gezackt gemusterten dessinierten Distinktionsborte der Feldwebel, war jedoch goldfarben statt kaisergelb. Hatte der Kadett eine Charge inne, kamen die entsprechenden Distinktionssterne hinzu, z. B. für den Kadett-Gefreiten ein sechsspitziger Stern aus weißem Tuch (seit 1901: Zelluloid) oder drei Sterne für den Kadett-Zugsführer. Bekleidete ein Kadett die Feldwebel-Charge, so legte er zusätzlich das kaisergelbe Feldwebel-Distinktions Börtchen an, das am oberen Rand des Goldbörtchens zur Hälfte vorzustehen hatte. Den Kadett-Offiziersstellvertreter kennzeichnete neben dem Goldbörtchen ein darauf befestigter silberner Leutnantstern, jedoch plattiert (statt erhaben, wie bei Offizieren üblich). Zur Ausgehadjustierung war den Kadetten die schwarze, gelbseiden verzierte Kappe der Fähnriche erlaubt.

Die Kadetten sind nicht zu verwechseln mit dem noch in Ausbildung befindlichen „Zögling“ (Novendék) einer Militäranstalt. Innerhalb des Kadettenkorps konnte ein Zögling den Rang eines Zögling-Unteroffiziers (Novendékaltiszt; kein wirklicher Militärsdienstgrad) erreichen.

Stabsfeldwebel[Bearbeiten]

Der Dienstgrad wurde Ende 1913 allgemein in den k.u.k.-Streitkräften eingeführt, bereits zuvor war er bzw. der des gleichrangigen Bezirksfeldwebels in der Gendarmerie (als Teil der Landwehr) gebräuchlich. Zur Feldwebeluniform trug der Stabsfeldwebel/Bezirksfeldwebel eine der Offizierskappe ähnliche Kopfbedeckung, jedoch ohne deren goldenen Distinktionen. Bei der allgemeinen Dienstgradeinführung 1913 bestand die Kragendistinktion der Stabsfeldwebel, Stabsoberjäger und Stabswachtmeister aus der 1,3 cm breiten dessinierten Feldwebel-Borte aus kaisergelber Seide, die zusätzlich ein 2 mm breiter, eingewebter schwarzer Streifen teilte. 3 mm oberhalb der Feldwebelborte bildete ein 6 mm breites Goldbörtchen eine zusätzliche Verzierung. Dazu wurden drei weiße Rangsterne aus Zelluloid aufgenäht. Im Juni 1914 wurde die Distinktion merklich verändert: Die obere und die untere Borte waren nun silbern ausgeführt; der schwarze Mittelstreifen der unteren Borte entfiel. Außerdem wurden die drei Rangsterne jetzt aus weißer Seide aufgestickt. (Stabsfeldwebel/Stabswachtmeister und Offiziersstellvertreter wurden 1915 in der neuen Dienstgradgruppe Höhere Unteroffiziere zusammengefasst.)

Einjährig-Freiwillige[Bearbeiten]

Der Offiziersanwärter (Tisztjelölt) der Reserve versah seine militärische Ausbildung als Einjährig-Freiwilliger („EF“) (Egyégvi Önkéntesi). Äußeres Kennzeichen waren kaisergelb-seidene, schwarzgeteilte Querborten („Intelligenzbörtel“) am oberen Rand der Ärmelaufschläge. Die Borten wurden seit 1915 nach der bestandenen Abschlussprüfung entfernt, stattdessen trug nun der Reservist auf den Kragenspiegeln (Paroli) je einen blanken „EF“-Knopf. Dieser war hinter den Distinktions-Abzeichen des Titular-Dienstgrades anzubringen. Die Knöpfe wurden mit Beförderung zum Offizier abgelegt.

Fähnriche[Bearbeiten]

Der Dienstgrad Kadett-Offiziersstellvertreter wurde 1908 umbenannt in Fähnrich. Dienstabzeichen war seit 1871 die am Leibriemen getragenen Kartentasche aus geschwärztem Leder; außerdem die schwarze Offizierskappe, jedoch mit kaisergelben Seidenverzierungen (statt aus Gold). Der weiße Zelluloid-Stern wurde durch einen silberfarbenen Stern ersetzt. Im selben Jahr ersetzte Kadett (ung. Hadapród) die bisherige Bezeichnung Kadett-Feldwebel.

Tschako[Bearbeiten]

Zusätzlich zu den Rangsternen am Kragen („Distinktionen“) kennzeichneten kaisergelbe Distinktionsborten an der Paradekopfbedeckung (Tschako, Helm) die einzelnen Dienstgrade. Der Gefreite war an einer kaisergelben, schwarz-geritzten 1/5 österreichisches Zoll (~0,5 cm) dicken Rundschnur zu erkennen. Korporale trugen eine 1 1/2 Zoll (~4 cm) breite kaisergelbe dessinierte (= mit Zick-Zack-Muster verziert) Distinktionsborte. Von gleicher Machart und Breite, mittig jedoch von einem 1/24 Zoll (~1 mm) schmalen schwarzen Streifen geteilt, war die Distinktionsborte für Zugsführer, Wachtmeister und Kadett-Offiziersstellvertreter (Fähnriche). Die Distinktionsborten und Schnüre waren für Mannschaften und Unteroffiziere aus kaisergelber Schafswolle, für Fähnriche seit 1908 aus kaisergelber Seide, für Offiziere aus Goldgespinst. Bei privat angeschafften Sonderausführungen für Mannschaften und Unteroffiziere waren ebenfalls Seidenverzierungen erlaubt.

Die Farben stellen die unterschiedlichen Regimenter bzw. die Branchen dar.

Mannschaften, Unteroffiziere, Offiziersanwärter, Offiziersstellvertreter[Bearbeiten]

Infanterist (Honvéd) / Jäger / Dragoner / Ulan / Husar / Kanonier / Pionier / Trainsoldat / Sanitätssoldat keine Abzeichen
Gefreiter (Őrvezető) / Vormeister / Patrouilleführer je ein weißer Stern
Korporal (Tizedes) / Geschütz-Vormeister / Gewehr-Vormeister / Unterjäger / Bataillonstambour / Waffenmeister 3. Klasse / Bataillonshornist je zwei weiße Sterne
Zugsführer (Szakaszvezető) / Stabsführer / Kurschmied / Rechnungs-Unteroffizier 2. Klasse / Waffenmeister 2. Klasse je drei weiße Sterne
Feldwebel (Őrmester) / Wachtmeister / Feuerwerker / Oberjäger / Rechnungs-Unteroffizier I. Klasse / Waffenmeister I. Klasse / Regimentstambour / Regimentshornist / Einjährig-Freiwilliger-Feldwebel / Kadett-Feldwebel je drei weiße Sterne mit zusätzlich einer 1,3 cm breiten Litze mit gezacktem Dessin aus kaisergelber Seide rund um die Kragenkante.
Stabsfeldwebel (Törzsörmester) / Stabswachtmeister / Stabsfeuerwerker / Stabsoberjäger bis Juni 1914 eine 13 mm breite Litze aus kaisergelber Seide mit einem 2mm breiten, eingewebten, schwarzen Mittelstreifen, 3 mm darüber eine weitere 6 mm breite Litze mit drei weißen Sternen.

Nach Juni 1914 Silberborten mit Seidensternen

Kadett-Offiziersstellvertreter (Hadapród-Tiszthelyettes) (aufgehoben 1908) Goldlitze wie Feldwebel mit einem glatten, silberplattierten Stern
Kadett (Hadapród) (ab 1908) 3 weiße (ab Juni 1914 aus Seide) Sterne auf 13 mm breiter Goldborte mit ebensolchem Vorstoß
Offiziersstellvertreter / (Tiszthelyettes) (ab 1915) Eine 13 mm breite Silberlitze 3 mm darüber eine weitere 6 mm breite Litze mit einem Fähnrichstern aus Messing
Fähnrich (Zászlós) 1 silberner Stern auf 13 mm breiter, goldener Borte

Offiziere und Beamte[Bearbeiten]

Praktikant 1 Rosette mit 13 mm breitem Goldbörtchen Rangklasse XII
Untertierarzt / Akzessist / Assistent / Lehrer 2. Klasse / Fechtmeister 2. Klasse / Wirtschaftsadjunkt 1 gold- oder silbergestickte Sternrosette Rangklasse XI
Leutnant / (Hadnagy) / Assistenz-Arzt / Leutnant-Rechnungsführer 1 gold- oder silbergestickter Stern Rangklasse XI
Tierärztlicher Assistent / Tierarzt / Apotheker / Offizial / Lehrer 1. Klasse /

Fechtmeister 1. Klasse / Wirtschaftsunterverwalter / Kriegswirtschaftskommissär

2 gold- oder silbergestickte Sternrosetten Rangklasse XI
Artillerieingenieur-Assistent / Militär-Bauingenieur-Assistent 2 gold- oder silbergestickte Sterne Rangklasse X
Oberleutnant / (Főhadnagy) / Oberarzt / Oberleutnant-Auditor /

Oberleutnant-Rechnungsführer

2 gold- oder silbergestickte Sterne Rangklasse X
Tierärztliche Adjunkt / Obertierarzt / Oberapotheker / Oberoffizial / Oberlehrer / Oberfechtmeister / Wirtschaftsverwalter / Kriegswirtschafts-Oberkommissär / Forstverwalter 3 gold- oder silbergestickte Sternrosetten Rangklasse IX
Sekretär der Militärkanzlei Sr. Majestät / Unterintendant / Artillerie-Ingenieur / Militär-Bauingenieur 3 gold- oder silbergestickter Sterne Rangklasse IX
Hauptmann / (Százados) / Rittmeister / Regimentsarzt / Hauptmann-Auditor / Hauptmann-Rechnungsführer 3 gold- oder silbergestickte Sterne Rangklasse IX
Stabstierarzt / Stabsapotheker / Technischer Rat / Rechnungsrat / Zahlmeister / Registrator / Artilleriezeugsverwalter / Verpflegsverwalter / Oberlehrer / Wirtschaftsoberverwalter / Kriegswirtschafts-Rat 1 gold- oder silbergestickte Sternrosette auf einer 33 mm breiten Gold- oder Silberborte Rangklasse VIII
Sekretär der Militärkanzlei Sr. Majestät / Intendant / Artillerie-Oberingenieur 3. Klasse

Militär-Bauoberingenieur 3. Klasse

1 gold- oder silbergestickter Stern auf einer 33 mm breiten Gold- oder Silberborte Rangklasse VIII
Major / (Őrnagy) / Stabsarzt / Major-Auditor 1 gold- oder silbergestickter Stern auf einer 33 mm breiten Gold- oder Silberborte Rangklasse VIII
Außerordentlicher Professor / Oberstabstierarzt / Oberstabsapotheker 2. Klasse / Technischer Oberrat / Artillerie-Oberzeugsverwalter 2. Klasse / Oberrechnungsrat 2. Klasse / Kassendirektor 2. Klasse / Oberverpflegsverwalter / Registratur-Unterdirektor / Wirtschaftsdirektor / Kriegwirtschafts-Oberrat 2. Klasse 2 gold- oder silbergestickte Sternrosetten auf einer 33 mm breiten Gold- oder Silberborte Rangklasse VII
Hofsekretär der Militärkanzlei Sr. Majestät / Sekretär der Militärkanzlei Sr. Majestät / Oberintendant 2. Klasse / Artillerie-Oberingenieur 2. Klasse / Militär-Bauoberingenieur 2. Klasse 2 gold- oder silbergestickter Sterne auf einer 33 mm breiten Gold- oder Silberborte Rangklasse VII
Oberstleutnant / (Alezredes) /Oberstabsarzt 2 Klasse / Oberstleutnant-Auditor 2 gold- oder silbergestickter Sterne auf einer 33 mm breiten Gold- oder Silberborte Rangklasse VII
Ordentlicher Professor / Oberstabsapotheker 1. Klasse / Technischer Rat 1. Klasse / Technischer Oberrat 1. Klasse / Artillerie-Oberzeugsverwalter 1. Klasse / Oberrechnungsrat 1. Klasse / Registratur-Direktor / Kassendirektor 1. Klasse / Baurechnungsrat 1. Klasse / Kriegswirtschafts-Oberrat 1. Klasse 3 gold- oder silbergestickte Sternrosetten auf einer 33 mm breiten Gold- oder Silberborte Rangklasse VI
Sektionsrat der Militärkanzlei Sr. Majestät / Regierungsrat der Militärkanzlei Sr. Majestät / Oberintendant 1. Klasse / Artillerie-Oberingenieur 1. Klasse / Militär-Bauoberingenieur 1. Klasse' 3 gold- oder silbergestickter Sterne auf einer 33 mm breiten Gold- oder Silberborte Rangklasse VI
Oberst / (Ezredes) / Oberstabsarzt 1. Klasse / Oberst-Auditor 3 gold- oder silbergestickter Sterne auf einer 33 mm breiten Gold- oder Silberborte Rangklasse VI
Hofrat der Militärkanzlei Sr. Majestät / Generalintendant / Artillerie-Generalingenieur / General-Bauingenieur / Hofrat der Mil. Tierärztlichen Hochschule /Ministerialrat / Kriegwirtschafts-Generalrat 1 silbergestickter Stern auf einer 33 mm breiten Goldborte Rangklasse V
Generalmajor / (Vezérőrnagy) / General-Stabsarzt / General-Auditor 1 silbergestickter Stern auf einer 33 mm breiten Goldborte Rangklasse V
Sektionschef 2 silbergestickte Sterne auf einer 33 mm breiten Goldborte Rangklasse IV
Feldmarschalleutnant (Altábornagy) / General-Oberstabsarzt

General-Chefauditor

2 silbergestickter Sterne einer 33 mm breiten Goldborte Rangklasse IV
General der Infanterie (Gyalogsági Tábornok)

General der Kavallerie (Lovassági Tábornok)

Feldzeugmeister (Táborszernagy)

3 silbergestickter Sterne einer 33 mm breiten Goldborte Rangklasse III
Generaloberst (Vezérezredes) (ab 1915) 3 silbergestickte Sterne, unterlegt von einem silbergestickten Kranz von 40 mm Durchmesser

auf einer 33 mm breiten Goldborte

Rangklasse II
Feldmarschall (Tábornagy) am Kragen eine 33 mm breite Stickerei mit nach unten gerichtetem Eichenlaub Rangklasse I

Angehörige des Soldatenstandes[Bearbeiten]

Nachdem im Jahre 1908 eine Reform der Uniformierung bei der k.k. Landwehr stattgefünden hatte, fiel der Waffebrock weg und wurde bei den Mannschaften generell durch die Bluse ersetzt. Diese hatte keinen umlaufenden, farbigen Kragen mehr, sondern nur noch Parolis in der Waffenfarbe und mit den Distinktionsabzeichen. Sollte der betreffende Soldat einer Formation angehören, die mit einem besonderen Abzeichen ausgestattet war (z.B. Maschinengewehrabteilung), so wurde dieses auf den Parolis an Stelle des Edelweiß angebracht.

Mannschaftsgarden[Bearbeiten]

Von den fünf Gardeformationen bestanden zwei nur aus Offizieren, die drei übrigen wurden daher Mannschaftsgarden genannt.[4]

Gardeinfanterist /Gardereiter 1,5 cm breite, kaisergelbe Seidenborte. Drei weißen Sterne aus Seide. Scharlachrote Egalisierung
Gardekorporal (Gardeinfanterie) 8 cm breite, kaisergelbe Seidenborte mit je einem 1 mm breiten schwarzen Streifen an den äußeren Rändern. Drei weißen Sterne aus Seide. Scharlachrote Egalisierung
Gardezugsführer (Gardeinfanterie) 2 cm breite, kaisergelbe Seidenborte, der Länge nach getrennt durch einen 1 mm breiten, schwarzen Streifen. Drei weißen Sterne aus Seide. Scharlachrote Egalisierung
2. Gardewachtmeister (Gardekavallerie) 2 cm breite kaisergelbe Seidenborte, der Länge nach getrennt durch einen 1 mm breiten, schwarzen Streifen. Drei weißen Sterne aus Seide. Scharlachrote Egalisierung
Gardefeldwebel (Gardeinfanterie) 2,2 cm breite kaisergelbe Seidenborte, der Länge nach getrennt durch einen 2 mm breiten, schwarzen Streifen. Drei weißen Sterne aus Seide. Scharlachrote Egalisierung
1. Gardewachtmeister (Gardekavallerie) 2,2 cm breite kaisergelbe Seidenborte, der Länge nach getrennt durch einen 2 mm breiten, schwarzen Streifen. Drei weißen Sterne aus Seide. Scharlachrote Egalisierung
Garde (Trabanten-Leibgarde) 1,8 cm breite kaisergelbe Seidenborte. Drei weißen Sterne aus Seide. Ponceaurote Egalisierung
Vizesekondewachtmeister (Trabanten-Leibgarde) 2 cm breite kaisergelbe Seidenborte, der Länge nach getrennt durch einen 1 mm breiten, schwarzen Streifen. Drei weißen Sterne aus Seide. Ponceaurote Egalisierung

Die Dienstgradabzeichen der Offiziere unterschieden sich nicht von denen der regulären Truppe. LdsschtzMajTir.png

Standschützen[Bearbeiten]

Nachdem im Jahre 1915 die Standschützen aufgeboten werden mussten, sah man sich gezwungen, diese zum Landsturm gehörenden und vorher nicht uniformiert gewesenen Verbände mit Uniformen auszustatten. Sie erhielten von den regulären Truppen abweichenden Distinktionsabzeichen, die bei den Offizieren aus golgestickten Sternrosetten und bei den Mannschaften und Unteroffizieren aus silbergewirkten Sternrosetten bestehen sollten. Da letztere nicht in genügender Stückzahl zur Verfügung standen, wurden diese schlußendlich durch die normalen Zelluloidsterne der regulären Truppe ersetzt. Die Rangabzeichen wurden auf grasgrünen Parolis (Waffenfarbe Jägertruppe grasgrün) getragen, wobei bei den Tirolern ein silbermetallener Tiroler Adler hinter den Sternen/Rosetten angebracht war, bei den Vorarlberger Standschützen wurde an Stelle des Adlers ein weißmetallener Schild mit dem Vorarlberger Wappen geführt. Major war der höchste Dienstgrad bei den Standschützen.

Militärbeamte[Bearbeiten]

Für die Militärbeamten galten die gleichen Regeln wie für die Offiziere. Sie trugen lediglich statt der Dinstinktionssterne vierblättrige Sternrosetten (Ausgenommen hiervon waren die Beamten mit Sterndistinktion!).

Die im Truppendienst stehenden Truppenrechnungsführer waren immer mit silberfarbigen Knöpfen ausgestattet.

  • Weiter Abweichungen vom Schema bestanden bei:

Militärbeamten mit Portepee: Die Stabschargen trugen eine Borte mit aufgelegtem Kreuzbandmuster

Militärintendaturbeamte: (bei der Gemeinsamen Armee goldfarbene Knöpfe, bei den Landwehren silberfarbene Knöpfe.)
Militärbauingenieure: (bei der Gemeinsamen Armee silberfarbene Knöpfe, bei den Landwehren goldfarbene Knöpfe.)

Militärbeamte ohne Portepee: Hier trugen die Stabschargen eine Borte mit einem gewellten Kreuzbandmuster.

Auditoren: (bei der Gemeinsamen Armee goldfarbene Knöpfe, bei den Landwehren silberfarbene Knöpfe.)
Militärärztliches Offizierskorps: (bei der Gemeinsamen Armee goldfarbene Knöpfe, bei den Landwehren silberfarbene Knöpfe) mit den entsprechenden Kragenvarianten.

Beispiele[Bearbeiten]

k.u.k. Kriegsmarine[Bearbeiten]

Mannschaften und Unteroffiziere[Bearbeiten]

Längerdienende[Bearbeiten]

Matrosen und Chargen, die freiwillig Ihren Dienst fortsetzten, trugen Winkel aus einer 1 cm breiten gelben Seidenborte mit einem 2 mm breiten schwarzen Mittelstrich.
Für 3 Dienstjahre gab es einen Winkel
Für 6 Dienstjahre zwei Winkel
Für 9 Dienstjahre drei Winkel

Unteroffiziere trugen einen 1,3 cm breiten Ärmelstreifen aus vergoldeten Nickeldraht und darüber in 5 mm Abständen
nach 1 Dienstjahr einen Winkel
nach 2 Dienstjahren zwei Winkel
nach 3 Dienstjahren drei Winkel

Offiziere[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Mit ärarisch wurde die vom Staat gelieferte, also genormte Version bezeichnet
  2. Vom Major an aufwärts obligatorisch
  3. Gold- oder Silberfarben bzw. Messing oder Weißmetallfarben
  4. In Österreich-Ungarn gab es keine Dreiteilung der Dienstgradgruppen in Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere. Die Unteroffiziersdienstgrade zählte zur Gruppe der Mannschaften.

Literatur und Quellen[Bearbeiten]

  • Stefan Rest, M. Christian Ortner, Thomas Ilming: Des Kaisers Rock im Ersten Weltkrieg – Uniformierung und Ausrüstung der österreichisch-ungarischen Armee von 1914 bis 1918, Verlag Militaria, Wien 2002, ISBN 3-9501642-0-0
  • k.u.k. Kriegsministerium: Dislokation und Einteilung des k.u.k Heeres, der k.u.k. Kriegsmarine, der k.k. Landwehr und der k.u. Landwehr. In: Seidels kleines Armeeschema, Seidel & Sohn, Wien 1914.
  • Mag. Stefan Fördö: Österreich-Ungarns Heeresuniformierung im 20. Jahrhundert in Beschreibung und Beispielen, Zadní dvůr-Press, Ústí nad Labem (CZ) 2008. (Loseblattsammlung)
  • k.u.k. Kriegsministerium: Adjustierungsvorschrift für das k.u.k. Heer, die k.k. Landwehr, die k.u. Landwehr, die verbundenen Einrichtungen und das Korps der Militärbeamten, Wien 1911/1912.