Trierer Dom

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Trierer Dom
Gesamtkomplex mit Liebfrauenkirche (Südansicht)
Trierer Dom bei Nacht
Trierer Dom und Liebfrauenkirche vom Domkreuzgang aus gesehen
Detail des Westwerks
Innenansicht, Blickrichtung nach Osten (zum Hochaltar)
Innenansicht nach Westen

Die Hohe Domkirche St. Peter zu Trier ist die älteste Bischofskirche Deutschlands und die Mutterkirche des Bistums Trier. Mit einer Länge von 112,5 Metern und einer Breite von 41 Metern ist das bedeutende sakrale Bauwerk abendländischer Baukunst das größte Kirchengebäude der Stadt Trier.

Seit 1986 ist der Trierer Dom Teil des UNESCO-Welterbes Römische Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier, des Weiteren ist er ein geschütztes Kulturgut nach der Haager Konvention.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Dom steht über den Resten eines repräsentativen Wohnhauses. Im Zuge der von Kaiser Konstantin eingeleiteten „konstantinischen Wende“ hin zum Christentum wurde zwischen 310 und 320, also in der Zeit Konstantins des Großen, eine Basilika errichtet, die unter Bischof Maximin (329–346) zu einer der größten Kirchenanlagen Europas mit vier Basiliken, einem Baptisterium und Nebengebäuden erweitert wurde. Um 340 entstand der sogenannte Quadratbau, der Kern des Domes mit vier monumentalen Säulen aus dem Odenwald.

Römische Zeit[Bearbeiten]

Als Kern der mittelalterlichen Siedlung geriet der Trierer Dom seit 1843 in das Interesse archäologischer Forschung. Größere Ausgrabungen fanden besonders nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem Direktor des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums, Theodor K. Kempf, und seinem Nachfolger Winfried Weber bis 1981 statt. In den ältesten Schichten konnte ein vornehmes römisches Wohnquartier des 2. und 3. Jahrhunderts n. Chr. festgestellt werden. Dazu gehörte unter anderem ein reich mit Wand- und Deckenmalereien verzierter Prunksaal mit Kassettendecke.[1] Unter der heutigen Vierung des Doms sind Teile des Gebäudes konserviert, die rekonstruierten Fresken werden im Museum am Dom (ehem. Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum) ausgestellt. Die reiche Ausstattung hat dazu geführt, dass die Anlage teilweise auch einem spätantiken Palastbau zugeschrieben wird.

Die Wohnbebauung wurde im frühen 4. Jahrhundert abgerissen und planiert, um an ihrer Stelle eine Doppelkirchenanlage mit zwei nach Osten ausgerichteten, dreischiffigen Basiliken zu errichten, von denen besonders die zahlreichen Säulenstellungen nachgewiesen wurden. Die Säulen der Nordbasilika bestanden aus Odenwälder Granit,[2] worauf heute noch der vor dem Dom liegende Domstein hinweist. Eine dem Domstein sehr ähnliche Säule liegt in den spätrömischen Steinbrüchen am Felsenmeer bei Lautertal. Die Ausdehnung der beiden Kirchenanlagen einschließlich der Querbauten und Peristylhöfe ist nicht vollständig gesichert und lag vermutlich zwischen 40 (Nordbasilika) und 30 m (Südbasilika unter der heutigen Liebfrauenkirche) Breite bei einer Länge von je 150 m. Zwischen beiden Kirchen befand sich ein quadratisches Baptisterium, das heute im Pflaster des Domfreihofs markiert ist. Vor dem Chor der Nordbasilika wurden achteckige Gebäudereste freigelegt, die vom Ausgräber als Herrenmemoria (Aufbewahrungsort für Reliquien) gedeutet wurde.

Gegen Ende des vierten Jahrhunderts wurde die nördliche Basilika nach einer Zerstörung nochmals umgebaut und im Bereich der Vierung ein Quadratbau mit einer Seitenlänge von 41,5 m errichtet. In der Mitte dieses Baukörpers lag ein erhöhtes Podium, an den vier Ecken wurden als Ersatz für die durch Brand geborstenen Granitsäulen wiederverwendete Säulen (Spolien) aus Kalkstein eingesetzt. Der Verzierung der Kapitelle nach könnten sie vom Tempel am Herrenbrünnchen stammen.[3] Entlang der Windstraße an der Nordseite des Doms ist das zugehörige Ziegelmauerwerk noch bis auf eine Höhe von 30 m sichtbar.[4]

Mittelalter[Bearbeiten]

Die Kirchenanlage des 4. Jahrhunderts wurde von den Franken zerstört, der Quadratbau und die nördliche Basilika wieder aufgebaut. Eine weitere Zerstörung erfolgte 882 während der Raubzüge der Wikinger in den Rheinlanden.

Ab der Amtszeit des Bischofs Egbert wurde der Dom erweitert und neugestaltet. Die Westfassade ist ein typisches Beispiel der Baukunst unter den Saliern. Der Westchor wurde 1121 geweiht.

Äußere Veränderungen brachte das ausgehende Mittelalter. Erzbischof Balduin von Luxemburg ließ um 1350 die beiden Osttürme erhöhen und Erzbischof Richard von Greiffenklau zu Vollrads nach 1512 den Südwestturm aufstocken, weil der Turm der Pfarrkirche St. Gangolf die Domtürme überragte.

Neuzeit[Bearbeiten]

Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die schon früher geplante Heiltumskapelle, zu der der monumentale Aufbau mit Pilgertreppen im Inneren des Ostchores gehört, angebaut. Dort wird der Heilige Rock aufbewahrt. Nach einem Brand des Dachstuhls am 17. August 1717 wurde der Dom von 1719 bis 1723 durch Johann Georg Judas umgestaltet und erhielt ein Querhaus, die Osttürme wurden mit barocken Hauben versehen.

Im 19. Jahrhundert folgten mehrere Restaurierungen, deren Ziel es war, das mittelalterliche Erscheinungsbild wiederherzustellen; so erhielten die Osttürme 1883 neugotische Hauben statt der barocken. Auch Teile der barocken Ausstattung wurden entfernt und durch neoromanische Stücke ersetzt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der aus Kordeler Sandstein bestehende Dom schwer beschädigt, konnte aber verhältnismäßig rasch wiederaufgebaut werden. Zerstört wurden vor allem große Teile des Kreuzganges, das Dach und Gewölbe der Heiltumskapelle sowie die Dächer der Westtürme. Die Gewölbe des Domes selbst blieben erhalten, sodass sich auch die Schäden an der Ausstattung in Grenzen hielten.

Von 1960 bis 1974 wurde er unter der Leitung der Architekten Gottfried Böhm und Nikolaus Rosiny grundlegend restauriert und am 1. Mai 1974 wieder eröffnet.[5]

Die Restaurierung war vor allem durch statische Beeinträchtigungen notwendig geworden; ihr ging eine intensive Diskussion voraus, in der unter anderem erwogen wurde, das mittelalterliche Erscheinungsbild des Domes wiederherzustellen und große Teile der Ausstattung zu entfernen. Dies unterblieb jedoch, sodass die historisch gewachsene Gestalt des Domes weitgehend erhalten ist. Umstritten war das Entfernen des Innenputzes, allerdings lässt die heutige weitgehend steinsichtige Gestaltung die verschiedenen Bauphasen des Domes gut erkennen. Für den Einbau der Altarinsel unter der Vierung mussten neben den Ergänzungen des frühen 20. Jahrhunderts auch originale Teile des mittelalterlichen Lettners abgebaut werden (heute im Museum am Dom). Einige Ausstattungsstücke wurden versetzt, unter anderem das ehemalige Chorgitter (sog. Goldenes Tor), das heute in veränderter Form den Abschluss der Sakramentskapelle im nördlichen Seitenschiff bildet. Ebenso fanden die ehemals flankierenden Barockaltäre, die schon vor der Restaurierung nicht mehr an ihrem ursprünglichen Standort waren, einen neuen Platz im Westchor. In liturgischer aber auch denkmalpflegerischer Hinsicht bedeutend war die Wiederherstellung der später vermauerten Durchblicksöffnung in die Heiltumskapelle, die den ursprünglichen Sinngehalt der Architektur wieder nachvollziehbar werden lässt.

Über der Kirchturmuhr des erhöhten Südostturms steht der lateinische Text „nescitis qua hora dominus veniet“ (Ihr wisst nicht, zu welcher Stunde der Herr kommen wird), ein Bezug auf die Bibelstelle Mt 24,42 EU „vigilate ergo, quia nescitis qua hora Dominus vester venturus sit“ (Wacht also! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt). Nach der Legende um einen Streit zwischen Bischof und Stadt ist die Inschrift eine Antwort auf den Text am Turm von St. Gangolf, wo es heißt „vigilate et orate!“ (Wachet und betet!); dies ist eine mehrfach im Neuen Testament benutzte Wendung.

Am 4. Mai 2008 fand die erste Seligsprechung im Trierer Dom statt. Seliggesprochen wurde Mutter Rosa, die Gründerin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen von der allerseligsten Jungfrau Maria von den Engeln.

Ausstattung[Bearbeiten]

Reliquien und Grabmäler[Bearbeiten]

Der Heilige Rock ist die bekannteste Reliquie im Domschatz. Sie wird in einem Anbau unter einem Schutzglas in einem Holzbehältnis aufbewahrt und nur selten der Öffentlichkeit präsentiert, ähnlich wie das Turiner Grabtuch. Daneben besitzt der Trierer Dom einen der Heiligen Nägel vom Kreuz Christi.

Im Dom befinden sich zahlreiche Grabmäler ehemaliger Erzbischöfe von Trier, wie etwa Balduin von Luxemburg, Richard von Greiffenklau zu Vollrads und Theoderich von Wied. Viele dieser Grabmäler sind Grabaltäre, d. h., sie dienten zugleich als Seitenaltäre, an denen auch Messen gelesen wurden.

Bedeutende Ausstattungsstücke sind zudem die Domkanzel, die wie einige andere Stücke aus der Werkstatt des Trierer Bildhauers Hans Ruprecht Hoffmann stammt, und der mächtige Aufbau im Ostchor mit Pilgertreppen und Durchblicksöffnung zur Heiltumskapelle im Ostchor von Johann Wolfgang Frölicher. Ebenfalls von Frölicher stammt das muschelförmige Marmorbecken im Westchor, das heute als Taufbecken dient. Ursprünglich war es eine sogenannte „Fons Pietatis“: Auf dem Becken stand eine Christusfigur, aus deren Wundmalen gefärbtes Wasser als „Blut“ in das Becken floss. Ein wertvolles barockes Ausstattungsstück ist auch das Chorgestühl, das ursprünglich aus der Mainzer Kartause stammt. Im Ostchor sind nur noch die Sitze erhalten, die Rückwände sind als Wandvertäfelung im Westchor angebracht, andere Teile sind museal deponiert.

Mit dem Andreas-Tragaltar des Bischofs Egbert gehört dem Trierer Dom eines der bedeutendsten Kunstwerke ottonischer Goldschmiedekunst.

Eine frühbyzantinische Elfenbeintafel, die als Seitenwand eines Reliquienkästchens genutzt wurde und deren Entstehung von den meisten Forschern ins 6. Jahrhundert datiert wird, stellt auf engstem Raum 65 Personen zwischen zwei monumentalen Gebäuden dar.[6]

In den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs war der Trierer Domschatz zusammen mit dem Aachener und dem Essener Domschatz im Hainer Stollen in Siegen untergebracht, um ihn vor Luftangriffen zu schützen.

Reliefs und Statuen[Bearbeiten]

Tympanon aus dem 12. Jahrhundert am Portal zur Liebfrauenkirche

Das möglicherweise älteste erhaltene Bild im Trierer Dom ist das Tympanon in der Südwand am Portal zur Liebfrauenfrauenkirche. Es ist ein Sandsteinrelief aus der Zeit um 1180, das in der Mitte den thronenden Christus, links Maria, die Patronin der Liebfrauenkirche, und rechts Petrus, den Patron des Domes zeigt. Die Figuren treten plastisch hervor, während das Rahmenornament flach gehalten ist. Im Zuge der 1974 abgeschlossenen Restaurierung wurden die originalen Farben des Bildwerks freigelegt, die im Laufe der früheren Jahre mehrfach übertüncht und von einer dicken Schicht verdeckt worden waren. Feinheiten der Darstellung wie Haare und die Falten der Gewänder sind wieder klar erkennbar.[7]

Das Stuckrelief in der Marienkapelle des Doms rechts neben dem Ostchor dürfte nach dem Brand zu Beginn des 18. Jahrhunderts entstanden sein. In drei Szenen stellt es die Menschwerdung Jesu dar, von der Verkündigung durch den Engel bis zu den Hirten, die kommen, um das neugeborene Kind in der Krippe anzubeten. Auch dieses Kunstwerk erhielt 1974 seine ursprünglichen Farbigkeit zurück.[7]

Außer den zahlreichen Statuen in den Altären stehen links und rechts am Treppenaufgang zu Heiltumskammer Kaiser Konstantin, der Gründer des Domes, und seine Mutter Helena, der die Auffindung des Kreuzes Jesu und des Heiligen Rocks zugeschrieben wird.[7]

Orgeln[Bearbeiten]

Hauptorgel
Spieltisch der Hauptorgel

Hauptorgel[Bearbeiten]

Die Schwalbennestorgel des Trierer Domes ist ein Instrument der Bonner Orgelmanufaktur Klais, sie wurde gleichzeitig mit dem renovierten Dom am 1. Mai 1974 geweiht. Die von Domorganist Wolfgang Oehms erstellte Disposition umfasst 67 Register (5602 Pfeifen) auf vier Manualen und Pedal und ermöglicht die Wiedergabe von Orgelmusik aller Stilepochen bis zur Avantgarde. Die größte Pfeife wiegt 125 kg. Die Orgel wiegt etwa 30 t. Sie ist 16 m hoch und etwa 8 m breit.

Im Fuß der Orgel befindet sich eine Darstellung des Hirtengottes Pan als des Erfinders der Panflöte, wenn man so will also eines primitiven Vorgängers der Orgel, der vom Organisten aus dem Gehäuse geklappt werden und fünf eigene Töne spielen kann. Die Figur kann wegen ihrer Hörner auch als Teufel gedeutet werden, der vom Orgelbauer gezwungen wird, zur Ehre Gottes zu musizieren; eine wirklich harmonische Musik ist aber dem Teufel nicht möglich, und so sind die fünf Pfeifen der Panflöte deutlich verstimmt: fs‘‘ (+ 9 Cent), gs‘‘ (– 10 Cent), b‘‘ (+ 3 Cent), h‘‘ (+ 31 Cent) und cs‘‘‘ (–42 Cent).[8]

I Rückpositiv C–c4
1. Praestant 8′
2. Quintade 8′
3. Gedackt 8'
4. Principal 4′
5. Rohrflöte 4′
6. Octave 2′
7. Waldflöte 2′
8. Larigot 11/3
9. Sesquialter II
10. Scharff IV
11. Glockencymbal II
12. Dulcian 16′
13. Cromorne 8′
Tremulant
II Hauptwerk C–c4
14. Praestant 16′
15. Principal 8′
16. Hohlflöte 8′
17. Gemshorn 8′
18. Quinte 51/3
19. Octave 4′
20. Nachthorn 4'
21. Terz 31/5
22. Quinte 22/3
23. Superoctav 2′
24. Cornett V
25. Mixtur V
26. Cymbel III
27. Trompete 16′
28. Trompete 8′
29. Trompete 4′
25 Röhrenglocken
III Brustwerk C–c4
(schwellbar)
30. Rohrflöte 8′
31. Praestant 4′
32. Blockflöte 4′
33. Nasard 22/3
34. Doublette 2′
35. Terz 13/5
36. Sifflet 1′
37. Acuta IV
38. Oberton III
39. Hautbois 8′
40. Vox humana 8′
Tremulant
IV Schwellwerk C–c4
41. Bordun 16′
42. Principal 8′
43. Lochgedackt 8′
44. Gamba 8′
45. Unda maris 8′
46. Octave 4′
47. Flute octaviante 4′
48. Salicional 4′
49. Flageolett 2'
50. Fourniture VI
51. Cor anglais 16′
52. Trompete 8′
53. Clairon 4′
Tremulant
Pedal C–g1
54. Untersatz 32′
55. Principal 16′
56. Subbass 16′
57. Octave 8′
(Fortsetzung)
58. Spielpfeife 8′
59. Superoctave 4′
60. Flöte 4′
61. Hintersatz V
(Fortsetzung)
62. Aliquotbaß IV
63. Piffaro II
64. Bombarde 32′
65. Posaune 16′
(Fortsetzung)
66. Trompete 8′
67. Schalmey 4′
Tremulant
  • Koppeln: I/II, III/II, IV/II, III/I, IV/I, IV/III, I/P, II/P, III/P, IV/P.
  • Spielhilfen: 1920 elektronische Setzerkombinationen, Windauslass-Ventile: HW, SW, Tastenarretierung: HW, Registercrescendo (Walze).
  • Spieltraktur mechanisch, Koppeln und Registertraktur elektrisch.

Chororgel[Bearbeiten]

Im Jahr 1996 wurde ebenfalls von Klais, Bonn, eine Chororgel erbaut, die sich an der Südwand des Ostchores und auf der dahinterliegenden Empore befindet; auch diese Orgel wurde als Schwalbennestorgel ausgeführt. Sie kann von einem mechanischen Spieltisch innerhalb des Schwalbennestes oder aber einem elektrischen Spieltisch in unmittelbarer Nähe zum Chorpodium im Hochchor des Domes bedient werden. Ihre 25 Register auf 2 Manualen und Pedal verteilen sich auf die folgende Disposition:

I Hauptwerk C–g3
1. Principal 8′
2. Bordun 8′
3. Octave 4′
4. Rohrflöte 4′
5. Quinte 22/3
6. Superoctave 2′
7. Mixtur IV 11/3
8. Trompete 8′
II Schwellwerk C–g3
9. Liebl. Gedackt 16′
10. Rohrflöte 8′
11. Salicional 8′
12. Principal 4′
13. Blockflöte 4′
14. Nasard 22/3
15. Schweizerpfeife 2′
16. Terz 13/5
17. Quinte 11/3
18. Sifflet 1′
19. Oboe 8′
Tremulant
Pedal C–f1
20. Subbass 16′
21. Salicet 16′
22. Octave 8′
23. Gedackt 8′
24. Fagott 16′
  • Koppeln: II/I, I/P, II/P
  • Spielhilfen: 96 (3 x 32) elektronische Setzerkombinationen
  • Mechanische Spieltraktur (Schwalbennest), Elektrische Spieltraktur (Spieltisch Chorpodest)
  • Registertraktur elektrisch

Truhenorgel der Ostkrypta[Bearbeiten]

Außerdem befindet sich seit 1994 in der Ostkrypta des Domes eine Truhenorgel der Orgelmanufaktur Link aus Giengen an der Brenz mit einem bei b0/h0 geteilten Manual, ihre Disposition umfasst:

Manual C–
Gedackt 8′
Rohrflöte 4′
Principal 2′
Quinte 11/3
Octav 1′

Glocken[Bearbeiten]

Historisches Geläut[Bearbeiten]

Bis 1942/1944 befand sich im Turm ein bedeutendes Geläut. Teilweise mussten 1942 Glocken für Rüstungszwecke abgeliefert werden. Die verbliebenen Glocken wurden bei einem Luftangriff im Jahre 1944 zerstört.

Nr.
 
Name
 
Gussjahr
 
Gießer
 

(mm)
Gewicht
(kg)
Nominal
(16tel)
Anmerkung
I Helena 1628 NIKOLAUS CHAPEL,FRANZ und MAGNUS BRUTEL 2360 ca. 8100 fis0 Hauptgeläute
II Maternus 1628 NIKOLAUS CHAPEL, FRANZ und MAGNUS BRUTEL 1962 ca. 4500 a0 Hauptgeläute
III Maternus 1516 HANS VON BRYSICH und DEDERICH WOLF VON PRÜM 1720 3343 h0 Hauptgeläute
IV Maria 1516 HANS VON BRYSICH und DEDERICH WOLF VON PRÜM 1490 1989 cis1 Hauptgeläute
V Helena 1553 DEDERICH WOLF VON PRÜM 1020 ca. 650 gis1 weitgehend solistisch
VI Hosanna um 1500 Heinrich WOLF VON PRÜM 880 ca. 420 gis1 solistisch, Stundenschlag
VII Maria 530  ?
VIII Lambertus 1682 MATTHIAS CROMMEL 397 ca. 45 c3 Viertel-Stunden-Schlag
Große Glocke in der Gussgrube (1951)

Heutiger Bestand[Bearbeiten]

Das zehnstimmige Domgeläut zählt – in Bezug auf sein Gewicht – zu den größten Geläuten in Deutschland. Es wurde im Jahre 1951 durch die Glockengießerei Otto in Bremen-Hemelingen als Ersatz für das im Zweiten Weltkrieg zerstörte historische achtstimmige Geläut gegossen. Die Disposition des neuen Geläutes war bereits im Jahre 1946 von dem damalige Domkapellmeister Johannes Klassen entworfen worden.

Seit 1998 existiert eine differenzierte Läuteordnung[9], die sich konsequent am Kirchenjahr und an den musikalischen Gegebenheiten des Geläutes[10][11][12] orientiert.

Von 1999 bis 2001 wurde das Geläut saniert, wobei alle Glocken neue Joche aus Holz und neue Klöppel erhielten. Im Zuge dieser Arbeiten wurden auch die Gewichte ermittelt, da die originalen Wiegescheine der Gießerei derzeit nicht mehr auffindbar sind. Der stählerne Glockenstuhl steht auf Höhe der oberen Schallöffnungen des hohen Turmes.

Nr.
 
Name
 
∅ (mm) Masse (kg) Nominal
(16tel)
Inschrift
 
1 Christus & Helena 2273 7970 fis0 +7 Dem König der Ewigkeit, dem unvergänglichen, unsichtbaren, alleinigen Gott sei Preis und Ruhm von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Durch die heilige Helena, Kaiserin und Schutzherrin der Trierer. Damit dieses geschehe, läute ich.
O König der Herrlichkeit, Christus komm mit Deinem Frieden. Besser ist es, sein Vertrauen zu setzen auf den Herrn, als sein Vertrauen zu setzen auf einen Menschen, besser ist es, zu vertrauen dem Herrn, als den Fürsten.
2 Maria 1911 4480 a0 +2 Zur Ehre der Königin des Friedens, der unbefleckt Empfangenen und in den Himmel Aufgenommenen erhebe ich meine Stimme. Schütze das trierische Volk und die Stadt.
Nicht siegt der König mit einem großen Heere und der Kriegführende rettet sich nicht mit einer großen Macht.
3 Petrus 1707 3500 h0 +1 Petrus, der Schlüsselträger des Reiches, schütze diesen Tempel, der ihm geweiht ist.
Wer im Schutze des Allerhöchsten steht, wer im Schatten des Allmächtigen weilt, der kann zum Herrn sprechen, meine Zuflucht bist Du, meine Burg, mein Gott, auf Dich vertraue ich.
4 Eucharius, Valerius & Maternus 1524 2600 cis1 +4 Eucharius, Valerius und Maternus bin ich geweiht. Ich ermahne Euch, daß Ihr Nachahmer Eurer Väter seid und Euch erinnert der Taten, die sie vollbracht haben.
Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten, der Frieden kündet und frohe Botschaft bringt.
5 Matthias 1438 2060 d1 +2 O Matthias, Patron der Trierer Diözese, teilhaftig geworden der apostolischen Würde, erwirke durch Deine flehentlichen Bitten, daß wir mit Dir ohne Ende den König der Glorie loben.
Und das Los fiel auf Matthias und er wurde den elf Aposteln beigezählt.
6 Niketius 1280 1450 e1 +4 Des heiligen Nicetius, des Trierer Bischofs, des Wiederherstellers dieses Tempels Lob verkünde ich. Ich bitte, daß er dieses durch den Krieg verwüstete und von neuem wiederhergestellte Haus auf die Länge der Tage erhalte.
Herr, erhöre die Bitten und gewähre, daß ein jeder,der in diesen Tempel eintritt, um Deine Wohltaten zu erbitten, sich der Gewährung erfreue.
7 Agritius 1140 1010 fis1 +3 Und wir vier kleinen Glocken, wir stimmen ein in das Lob unserer großen Schwestern.
Heiliger Agritius, in dieser Kathedrale der erste Bischof.
8 Maximinus 954 590 a1 +3 Heiliger Maximinus, Bischof, der große Verteidiger des Glaubens.
9 Paulinus 843 400 h1 +1 Heiliger Paulinus, Bischof und Märtyrer, tapferster Verteidiger des Glaubens.
10 Ambrosius 757 280 cis2 −1 Heiliger Ambrosius, Bischof von Mailand, in Trier geboren.

Domstein[Bearbeiten]

Domstein am Trierer Dom in Trier
Riesensäule im spätrömischen Steinbruch am Felsenmeer bei Lautertal im Odenwald

Vor dem Haupteingang zum Dom liegt eine etwa vier Meter lange graue Dioritsäule,[13] der so genannte Domstein. Einer Legende nach soll der Teufel mit einer List zur Mithilfe beim Bau des Doms bewogen worden sein. Als der Dom fertig war, merkte er, dass er betrogen worden war, und schleuderte diesen Stein gegen die Mauern.

Tatsächlich wurden die alten Granitoidsäulen während der Völkerwanderung durch Feuer beschädigt und mussten im 6. Jahrhundert durch Kalksteinsäulen ersetzt werden. Eine der ausgewechselten Säulen blieb vor dem Südwestportal liegen und wurde später nicht mehr weggeräumt.

Eine Kopie der rund 65 Tonnen schweren Säulen aus „Odenwälder Granit“ befindet sich im Museum am Dom (ehem. Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum).

Weihbischofskapelle[Bearbeiten]

Kreuzgang

Zwischen 1245 und 1270 entstand der gotische Kreuzgang, der eine Verbindung vom Dom zur Liebfrauenkirche herstellte.[14] Im Westen des Kreuzganges schließt sich die Weihbischofskapelle (in früheren Zeiten „Pauluskapelle“) an, im Boden eingelassen befand sich eine Grablege für die Domherren. Heute ist diese Stelle mit einer Steinplatte, welche ein kleines Guckfenster enthält gekennzeichnet, auf ihr steht „OSSUARIUM MCMXCI“.[15] Seit ca. 1870 dient die jetzige Weihbischofskapelle als Grabstätte der Weihbischöfe in Trier. Der Altar in der Weihbischofskapelle zeigt im Antependium das „Schweißtuch der Veronika“ mit dem Antlitz Christi.[16] An der nördlichen Außenwand der Kapelle hängt eine Glocke, die nur zu den Beerdigungen von Domherren und Weihbischöfen „gekleppt“ (einseitig angeschlagen) wird. Die Glocke gehörte zur Domuhr und wurde bis 1927 zum Anschlagen der Viertelstunden benutzt.[17]

Kirchenmusik[Bearbeiten]

Die Pflege der Chormusik erfolgt zur Zeit durch den Domkapellmeister Thomas Kiefer. Seit 1994 ist Josef Still Domorganist der Hohen Domkirche zu Trier.

Domkapitel[Bearbeiten]

Heute besteht die Trierer Domgeistlichkeit aus zwei Dignitären, (Dompropst Werner Rössel und Domdechant Franz-Josef Gebert), acht residierenden Domkapitularen und vier nichtresidierenden Domkapitularen; hinzu kommen sechs Domvikare. Alle haben Priesterweihe und spielen im Generalvikariat, der Theologischen Fakultät und der Caritas eine bedeutende Rolle. Das Trierer Domkapitel besteht seit Mitte des 6. Jahrhunderts, war im Mittelalter zahlenmäßig umfangreicher und konnte dem Bischof gegenüber wesentliche Herrschaftsrechte durchsetzen. Ab 1289 bestand es nur noch aus Adligen.

In der heutigen Form wurde es am 25. Juli 1884 installiert. Der Dompropst ist Dienstvorgesetzter aller beim Dom angestellten Mitarbeiter (zum Beispiel Domkapellmeister, Domorganist), und wohnt in der nahe beim Dom (Domfreihof 4) gelegenen Dompropstei. Der Domdechant ist für die Planung und Feier der Gottesdienste in der Kathedrale zuständig.

Das Trierer Domkapitel hat im Kulturkampf im 19. Jahrhundert, im Nationalsozialismus und in der Saarfrage im 20. Jahrhundert eine wichtige Partnerrolle für den Bischof und die Bistumsleitung gespielt. Seine Bedeutung trat auch anlässlich der Heilig-Rock-Ausstellungen 1810, 1844, 1891, 1933, 1959 und 1996 in besonderer Weise hervor. In seiner Sitzung vom 26. Juni 1995 beschloss das Domkapitel neue Statuten, die der Bischof von Trier am 29. Juni 1995 bestätigte.

Außerkirchliche Nutzung[Bearbeiten]

Regelmäßig finden im Dom auch Ausstellungen und Konzerte statt, etwa die Internationalen Orgeltage sind alljährlich im Mai und Juni ein Anziehungspunkt für viele Musikliebhaber.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Laven: Der Trierer Dom und seine Vergangenheit. Lintz, Trier 1911.
  • Nikolaus Irsch: Der Dom zu Trier (= Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Bd. 13, 1). Düsseldorf 1931.
  • Theodor Konrad Kempf: Untersuchungen und Beobachtungen am Trierer Dom 1961–1963. In: Germania. Bd. 42, 1.–2. Halbbd., 1964, S. 126–141.
  • Franz Ronig, Gustav Bereths (Hrsg.): Der Trierer Dom. (= Jahrbuch des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz 1978/79). Neuß 1980, ISBN 3-88094-237-4.
  • Hans Constantin Faussner: Wibald von Stablo, der Trierer Dom- und Reliquienschatz und die Reichskrone. In: Festschrift für Nikolaus Grass. Innsbruck 1986, S. 177 ff.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erika Simon: Die konstantinischen Deckengemälde in Trier. (Trierer Beiträge zur Altertumskunde 3) Zabern, Mainz 1986, ISBN 3-8053-0903-1.
  2. Präziser eigentlich Mela-Quarzdiorit, siehe Erwin Nickel: Odenwald. Vorderer Odenwald zwischen Darmstadt und Heidelberg. Bornträger, Berlin/ Stuttgart 1985 (Sammlung geologischer Führer 65) S. 20.
  3. Heinz Cüppers in: Heinz Cüppers (Hrsg.): Die Römer in Rheinland-Pfalz. S. 593.
  4. Zu den römischen Gebäuden unter dem Trierer Dom siehe Hans-Peter Kuhnen: Dom und Liebfrauen: Die Anfänge der Trierer Bischofskirche. In: H.-P. Kuhnen (Hrsg.): Das römische Trier. (Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland 40), Theiss, Stuttgart 2001, S. 114–121; Winfried Weber: Antike Kirche im Bereich von Dom und Liebfrauen. In: Heinz Cüppers (Hrsg.): Die Römer in Rheinland-Pfalz. S. 633f.; Sabine Faust: Dom und Liebfrauen: Frühchristliche Kirchenanlage. In: Rheinisches Landesmuseum Trier (Hrsg.): Führer zu archäologischen Denkmälern des Trierer Landes. (Schriftenreihe des Rheinischen Landesmuseums Trier 35) Trier 2008, S. 44f.
  5. Gottfried Böhm, Nikolaus Rosiny: Gedanken der Architekten zu den Umbau- und Renovierungsarbeiten an der Hohen Domkirche zu Trier. In: Der Trierer Dom. (= Jahrbuch des Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz 1978/1979), Neuss 1980, S. 441-446.
  6. Balthasar Fischer: Die Elfenbeintafel des Trierer Domschatzes. In: Kur-Trierisches Jahrbuch 9, 1969, S. 5ff.
  7. a b c Franz Ronig: Der Dom zu Trier. 9., veränderte Auflage, Paulinus-Verlag, Trier 1979, ISBN 3-7902-0134-0.
  8. Nähere Informationen zu den Domorgeln
  9. Läuteordnung des Trierer Domes (Stand: 28. April 2009, 12:15 Uhr; PDF-Dokument; 88 kB)
  10. Außenaufnahme des Vollgeläuts (10. Juli 2008) auf YouTube.
  11. Innenaufnahme des Plenums (16. April 2010, 16:40 Uhr) auf YouTube.
  12. Innenaufnahme Teilgeläut fis°–a° (16. April 2010, 16:30 Uhr) auf YouTube.
  13. Die Säule besteht aus „Odenwälder Granit“ vom Felsberg bei Lautertal und ist petrografisch als Quarzdiorit anzusprechen, der nach der Einteilung von Albert Streckeisen zu den plagioklasreichen Granitioden zählt; s. Henner Barth: Quarzdiorit und Granodiorit des Felsberg-Zuges im Bergsträsser Odenwald: Ihre geologische und petrologische Beziehungen zu Marmor und Amphibolit, Gabbro und Diorit. Dissertation Heidelberg 1970.
  14. Der Trierer Dom
  15. Ossuarium unter der Weihbischofskapelle.
  16. Altar in der Weihbischofskapelle.
  17. Das Trierer Domgeläute in Geschichte und Gegenwart (PDF; 193 kB).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Trierer Dom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

49.7561111111116.6430555555556Koordinaten: 49° 45′ 22″ N, 6° 38′ 35″ O