Ruda Śląska

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Ruda Śląska
Wappen von Ruda Śląska
Ruda Śląska (Polen)
Ruda Śląska
Ruda Śląska
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 77,70 km²
Geographische Lage: 50° 17′ N, 18° 52′ O50.28333333333318.866666666667Koordinaten: 50° 17′ 0″ N, 18° 52′ 0″ O
Höhe: 272 m n.p.m
Einwohner: 141.521
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 41-700 bis 41-718
Telefonvorwahl: (+48) 32
Kfz-Kennzeichen: SRS und SL
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 77,70 km²
Einwohner: 141.521
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1821 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2472011
Verwaltung (Stand: 2011)
Stadtpräsident: Grażyna Dziedzic
Adresse: pl. Jana Pawła II 6
41-709 Ruda Śląska
Webpräsenz: www.ruda-sl.pl

Ruda Śląska ['ruda 'ɕlɔ̃ska], deutsch: Ruda O.S., ist eine kreisfreie Großstadt in der Woiwodschaft Schlesien in Polen, etwa 20 km nordwestlich von Katowice. In ihrer heutigen Form entstand die Stadt Ruda Śląska erst 1959 durch den Zusammenschluss der Orte Ruda und Nowy Bytom.

Geographie[Bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt gliedert sich in folgende Stadtteile:

  • Bielszowice (Bielschowitz)
  • Bykowina (Friedrichsdorf)
  • Chebzie (Morgenroth)
  • Czarny Las (Schwarzwald); 2006 neu gebildet
  • Godula (Godullahütte)
  • Halemba
  • Kochłowice (Kochlowitz)
  • Nowy Bytom (Friedenshütte, früher Beuthener Schwarzwald)
  • Orzegów (Orzegow)
  • Ruda
  • Wirek (Antonienhütte)

Geschichte[Bearbeiten]

Detail eines 2004 restaurierten Bergarbeiterwohnhauses in der „Kaufhaus-Wohnsiedlung“ in Nowy Bytom[2]
Das ehemalige Kulturhaus in Ruda

Der Name der Stadt stammt vom slawischen Wort für Erz ruda; der Zusatz Śląska (= Schlesisch) wurde später hinzugefügt.

Im Jahr 1243 bestand an der Stelle des heutigen Ruda bereits eine Siedlung. Wann der Ort das Stadtrecht erhielt, ist nicht genau geklärt, es geschah zwischen 1295 und 1305. Die Fläche der Stadt betrug damals etwa 1220 ha. Im 14. bis ins 15. Jahrhundert entwickelte sich das Handwerk in der Stadt. 1526 kam die Stadt unter die Herrschaft der Habsburger. Die erste Steinkohlemine entstand 1670. 1742 wurde Ruda Teil Preußens. 1816 errichtete hier Karl Godulla für Carl Franz von Ballestrem die größte Zinkhütte Oberschlesiens, die „Carlshütte“, die bis 1908 in Betrieb war. 1844 wurde in der Stadt die erste Schule eröffnet, 1845 erhielt der Ort Anschluss an das Schienennetz. 1889 wurden die ersten elektrischen Leitungen im Ort verlegt. 1893 öffnete die erste Apotheke und 1910 wurde das erste Krankenhaus eröffnet. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, von 1919 bis 1921, war auch das Gebiet von Ruda in die Kämpfe um die staatliche Zugehörigkeit Oberschlesiens verwickelt. Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien 1921 stimmten 6212 für den Anschluss an Polen und 4105 für den Verbleib bei Deutschland. Bei der Teilung Oberschlesiens 1922 kam die Stadt zu Polen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde in der Stadt ein Außenlager des KZ Auschwitz-Birkenau errichtet. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die deutsche Bevölkerung weitgehend vertrieben. 1959 wurden die beiden Städte Nowy Bytom und Ruda als Ruda Śląska zusammengeschlossen.

Am 21. November 2006 ereignete sich in der Zeche Halemba ein schweres Grubenunglück. Durch eine Methangasexplosion kamen 23 Bergleute ums Leben.[3]

Ein weiteres schweres Grubenunglück ereignete sich am 18. September 2009 in der Grube Wujek-Śląsk. Erneut war eine Methangasexplosion die Ursache.[4][5] Bei diesem Unglück kamen 18 Bergleute ums Leben.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sendeanlage[Bearbeiten]

Von 1950 bis 1988 befand sich in Ruda Śląska eine Sendeanlage für Rundfunk im Mittelwellenbereich.[7]

Verkehr[Bearbeiten]

Im ÖPNV besteht eine Anbindung an das Netz der Oberschlesischen Straßenbahn.

Sport[Bearbeiten]

Slavia Ruda Śląska ist der Fußballverein von Ruda Śląska.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Karl Godulla (* 8. November 1781 in Makoschau; † 6. Juli 1848 in Breslau) – preußischer „Zinkkönig“, begründete hier sein Industrieimperium
  • Johannes Chrząszcz (* 27. April 1857 in Polnisch-Müllmen; † 26. Februar 1928 in Peiskretscham) – wirkte in Ruda als Priester

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ruda Śląska – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 10. Juli 2014.
  2. Siehe auch [1] (Version vom 8. Oktober 2007 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  3. Wirtualna Polska abgerufen am 20.Sep.2009
  4. gazeta.pl abgerufen am 20.Sep.2009
  5. gazeta.pl abgerufen 21.Sep.2009
  6. gazeta.pl abgerufen am 25.Sep.2009
  7. Vgl. http://radiopolska.pl/portal/staticpages/index.php?page=wykaz-archiwum-am