Siemianowice Śląskie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Siemianowice Śląskie
Wappen von Siemianowice Śląskie
Siemianowice Śląskie (Polen)
Siemianowice Śląskie
Siemianowice Śląskie
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 25,50 km²
Geographische Lage: 50° 19′ N, 19° 2′ O50.31666666666719.033333333333Koordinaten: 50° 19′ 0″ N, 19° 2′ 0″ O
Höhe: 210 m n.p.m
Einwohner: 68.844
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 41-100 bis 41-106
Telefonvorwahl: (+48) 32
Kfz-Kennzeichen: SI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: BytomKatowice
Nächster int. Flughafen: Flughafen Katowice
Einwohner: 68.844
(31. Dez. 2013)[1]
Gemeindenummer (GUS): 2474011
Verwaltung (Stand: 2007)
Stadtpräsident: Jacek Guzy
Adresse: ul. Jana Pawła II 10
41-100 Siemianowice Śląskie
Webpräsenz: www.um.siemianowice.pl

Siemianowice Śląskie [ɕɛmʲanɔˈvʲit​͡sɛ ˈɕlɔ̃skʲɛ] (1923–1927: Huta Laura-Siemianowice) ist eine Industriestadt im Süden Polens in der Woiwodschaft Schlesien. Die kreisfreie Stadt liegt etwa sechs Kilometer nördlich von Katowice im Oberschlesischen Industriegebiet. Die Stadt entstand 1923 durch den Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Siemianowice (deutsch: Siemianowitz) sowie Huta Laura (Laurahütte) und erhielt 1932 das Stadtrecht.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Siemianowice Śląskie gliedert sich in folgende Stadtteile:

Stadtteil Fläche (km²)
Centrum 11,98
Michałkowice (Michalkowitz) 5,46
Bytków (Bittkow) 2,3
Bańgów (Baingow) 2,96
Przełajka (Przelaika) 2,7

Geschichte[Bearbeiten]

Laurahütte um 1840
Schloss der Henckel von Donnersmarcks
Gebäude der Stadtverwaltung
Die ul. Świerczewskiego im eigentlichen „Siemianowice“
Zentrum des ehemaligen Laurahütte
Der Fernsehturm Bytków

Ursprünglich war Siemianowitz ein Fischerdorf, worauf noch heute das Stadtwappen hinweist, das erstmals 1789 verwendet wurde. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Ortschaft Seymanovicze im Jahre 1451. Zu großer Bedeutung gelangte dieses Dorf erst viel später und blieb lange im Schatten des heutigen Stadtteils Michalkowitz, zumal Siemianowitz kirchlich der dortigen Pfarrkirche angehörte.

Im 19. Jahrhundert erlebte die Region einen rasanten Wandel durch die Montanindustrie. Es entstanden zahlreiche Steinkohlebergwerke und metallverarbeitende Unternehmen. 1836 wurde wenige Kilometer südlich von Siemianowitz das Eisenwerk Laurahütte in Betrieb genommen, um das eine gleichnamige Siedlung entstand. Das Werk ging 1871 in der Aktiengesellschaft Vereinigte Königs- und Laurahütte auf. Das alte Dorf Siemianowitz und der neue Industrieort Laurahütte nahmen ein rasches Wachstum und bildeten um das wirtschaftliche Rückgrat der stahlerzeugenden Laurahütte sowie der Steinkohlebergwerke Richter und Laurahütte bald ein zusammenhängendes Geflecht von Industriebetrieben und Arbeitersiedlungen. Kommunal waren die beiden Orte jedoch eigenständig und gehörten ab 1873 zum preußischen Landkreis Kattowitz. Auf dem ehemaligen Jahrmarktsgelände baute sich die Gemeinde Siemianowitz 1904 ein stattliches Rathaus, die Bebauung des neuen Marktplatzes blieb jedoch unvollendet. Das Rathaus der Gemeinde Laurahütte wurde bereits 1897 in deutlich zurückhalterenden Formen realisiert.

1910 zählte die Gemeinde Siemianowitz 18.336, der Gutsbezirk Siemianowitz 1.293 Einwohner. In der Gemeinde Laurahütte lebten 16.120 Menschen.

Obwohl bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 in Siemianowitz 56,3 % und in Laurahütte 66,7 % für den Verbleib bei Deutschland gestimmt hatten, fielen die Orte 1922 an Polen[2] und wurden in Siemianowice, bzw. Huta Laura umbenannt. 1923 erfolgte die Zusammenlegung zur neuen Gemeinde Huta Laura-Siemianowice Śląskie, die 1927 in Siemianowice Śląskie umbenannt wurde und 1932 das Stadtrecht erhielt. Nach dem Polenfeldzug wurde die Stadt für die Zeit des Zweiten Weltkriegs noch einmal deutsch und erhielt den Namen des Stadtteils Laurahütte.

Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts hat Siemianowice mit den Folgen des Strukturwandels, dem Niedergang der Montanindustrie und einer entsprechend hohen Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Zeitweise hatte die Stadt mit 30,3 % die höchste Arbeitslosenquote der Woiwodschaft Schlesien.[3] Heute (Stand: Dezember 2009) ist sie mit 13,1 % deutlich niedriger, liegt aber immer noch deutlich über dem Durchschnitt der Woiwodschaft von 3,3 %.[4]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Siemianowice Śląskie unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Das mehrfach umgebaute Schloss der Familie Henckel von Donnersmarck birgt barocke, klassizistische und neugotische Teile.
  • Das Rathaus wurde 1904 nach einem Entwurf des Architekten Johannes Seiffert als Backsteinbau in neobarocken Formen errichtet. 1923-1925 erfolgte ein Ausbau des Gebäudes, bei dem der Sitzungssaal entstand.
  • Die katholische Pfarrkirche Heiligkreuz ist ein neugotischer Backsteinbau von 1884 nach Plänen von Paul Jackisch. Als Stiftung Hugo II. Henckel von Donnersmarcks wurde die Kirche reich ausgestattet.
  • Die evangelische Lutherkirche wird seit 2000 wieder von der Evangelischen Kirche Augsburger Bekenntnisses genutzt, nachdem sie nach dem Zweiten Weltkrieg an die Katholiken übertragen worden war. Der neugotische Entwurf stammt von Franz Posern aus Pless und wurde 1893-1895 aus Backstein errichtet.
  • Fernsehturm Bytków

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Bei Laurahütte hat der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge eine Kriegsgräberstätte mit 31.000 deutschen Kriegstoten angelegt (Zahl von 2011).

Verkehr[Bearbeiten]

Im ÖPNV besteht eine Anbindung an das Netz der Oberschlesischen Straßenbahn.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Siemianowice Śląskie – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 10. Juli 2014.
  2. Gemeinde Siemianowitz: 5.441 für Deutschland, 4.232 für Polen;
    Gemeinde Laurahütte: 6.160 für Deutschland, 3.081 für Polen;
    Gutsbezirk Siemianowitz: 55 für Deutschland / 64 für Polen;
    Vgl. Ergebnisse der Volksabstimmung abger. am 6. November 2012
  3. Vgl. [1]
  4. Vgl. Statistisches Amt Kattowitz