Süsterseel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

50.9952777777785.943888888888955Koordinaten: 50° 59′ 43″ N, 5° 56′ 38″ O

Süsterseel
Gemeinde Selfkant
Höhe: [1] 50–60 m
Einwohner: 1640 (30. Jun. 2013)
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 52538
Vorwahl: 02456
Karte

Lage von Süsterseel in Selfkant

Karte der Gemeinde Selfkant

Karte der Gemeinde Selfkant

Katholische Pfarrkirche St. Hubertus, als Denkmal Nr. 14
Ortsschild
Marienkapelle (Herkenrather Kapelle), als Denkmal Nr. 15
Wegekreuz am Herkenrather Weg, als Denkmal Nr. 25
Istrater Mühle
Ingentaler Mühle
Süsterseel auf der Neuaufnahme von 1912
Süsterseel auf der Urkatasterkarte von 1846
Süsterseel auf der Tranchotkarte 1803–1820

Süsterseel ist eine Ortschaft der Gemeinde Selfkant im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Süsterseel liegt am Rodebach im südöstlichen Gebiet der Gemeinde Selfkant an der Bundesstraße 56 und der Kreisstraße 15. Die Ortschaft an der deutsch-niederländischen Grenze ist benachbart mit der niederländischen Ortschaft Jabeek (NL) nach Süden und der Gemeinde Gangelt nach Osten.

Gewässer[Bearbeiten]

Bei Starkregen und bei Schneeschmelze fließt das Oberflächenwasser aus den Bereich Süsterseel in den Rodebach (GEWKZ 281822)[2] und dann weiter in die Maas. Der Rodebach hat eine Länge von 28,918 km bei einem Gesamteinzugsgebiet von 173,385 km².[3]

Nachbarorte[Bearbeiten]

Tüddern Höngen Kleinwehrhagen
Sittard (NL) Nachbargemeinden Gangelt
Wehr Jabeek (NL) Etzenrade (NL)

Siedlungsform[Bearbeiten]

Süsterseel ist ein beidseitig bebautes Straßendorf am Rodebach.

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsname[Bearbeiten]

  • 1225 Sustersele
  • 1488 Susteseil
  • 1533 Susterseell
  • 1820 Sustersehl
  • 1850 Süsterseel

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

Süsterseel gehörte früher zum Jülicher Amt Born. Im 14. Jahrhundert lagen in Süsterseel Lehnsgüter der Herrschaft Heinsberg, die dem Adelsgeschlechtes von Schaesberg gehörten. 1448 waren der Hof zu Süsterseel und die Mühle Lehen der Mannkammer Born. Das Patronatsrecht an der Kirche St. Hubert hatten im 13. Jahrhundert die Herren von Valkenburg inne, ein Zweig der Herren von Heinsberg. Süsterseel hatte 1828 insgesamt 575 Einwohner. Die Gemeinde Süsterseel gehörte zum Amt Selfkant.

Vom 23. April 1949 bis zum 31. Juli 1963 stand der Selfkant und damit auch die Gemeinde Süsterseel unter niederländischer Auftragsverwaltung. Am 1. August 1963 erfolgte nach Zahlung von 280 Millionen D-Mark die Rückführung.[4]

Mit dem Gesetz zur Neugliederung von Gemeinden des Selfkantkreises Geilenkirchen-Heinsberg vom 24. Juni 1969[5] trat am 1. Juli 1969 folgende Gebietsänderung in Kraft.

§ 1 (1) Die Gemeinden Havert, Hillensberg, Höngen, Millen, Süsterseel, Tüddern, Wehr (Amt Selfkant) und die Gemeinde Saeffelen (Amt Waldfeucht) werden zu einer neuen amtsfreien Gemeinde zusammengeschlossen. Die Gemeinde erhält den Namen Selfkant.

§ 1 (2) Das Amt Selfkant wird aufgelöst. Rechtsnachfolgerin ist die Gemeinde Selfkant.

Kirchengeschichte[Bearbeiten]

Die Pfarre St. Hubert Süsterseel war eine eigenständige Kirchengemeinde. Die Bevölkerung besteht zum größten Teil aus Katholiken.

Das genaue Alter der Kirche St. Hubert Süsterseel ist nicht bekannt. Das Patronat der Kirche lag bei den Herren von Valkenburg. 1533 hatte die Kirche zwei Vikarien, eine für den Marienaltar, die zweite für den Altar der hl. Mutter Anna. 1702 wurde die Kirche im spanischen Erbfolgekrieg verwüstet. Heute gehört die Kirche zum Dekanat Gangelt.

Nach den Kriegszerstörungen im 17. und 18. Jahrhundert wurde 1722 eine neue Kirche gebaut. Weil im 19. Jahrhundert dieser Bau für die Zahl der Kirchenbesucher zu klein war, wurde nach Plan von Johann Burkhart aus Aachen, das Schiff im Osten verlängert und im Westen ein neuer Turm vorgesetzt. Verschiedene Umbauten schlossen sich im Laufe der Jahre an. 1979 war die letzte Renovierung, bei der auch der Chorraum umgebaut wurde.

Im Zuge der Pfarrgemeindereformen im Bistum Aachen wurde die ehemals eigenständige katholische Pfarrgemeinde St. Hubert Süsterseel in die Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) St. Servatius Selfkant eingegliedert.[6]

Politik[Bearbeiten]

Gemäß § 3 (1) der Hauptsatzung der Gemeinde Selfkant ist das Gemeindegebiet in Ortschaften eingeteilt. Süsterseel ist eine Ortschaft und wird nach § 3 (2) von einem Ortsvorsteher in der Gemeindevertretung vertreten. Ortsvorsteher der Ortschaft Süsterseel ist Heinz Stassen. (Stand 2013)

Infrastruktur[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Katholische Pfarrkirche St. Hubertus als Denkmal Nr. 14
  • Buntverglasung in der katholischen Pfarrkirche[1]
  • Marienkapelle als Denkmal Nr. 15
  • Wegekreuz am Herkenrather Weg als Denkmal Nr. 25

Vereine[Bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr Selfkant, Löscheinheit Hillensberg-Süsterseel
  • St. Hubertus Bruderschaft Süsterseel
  • Trommler- und Pfeiferkorps Selfkant-Süsterseel
  • Instrumentalverein Süsterseel
  • Kirchenchor „St. Hubertus“ Süsterseel
  • KG de Kleischötte Süsterseel
  • FC Wanderlust 1920 Süsterseel e.V.
  • SSV Target Süsterseel
  • TSV Xanadu Süsterseel
  • TC Selfkant-Westerheide e.V. Süsterseel
  • Sozialverband VdK Deutschland – Ortsverband Selfkant betreut Süsterseel

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Vogelschuss der Bruderschaft St. Hubert
  • Patronatsfest und Kirmes in Süsterseel
  • St. Martin-Umzug in Süsterseel

Verkehr[Bearbeiten]

Autobahnanbindung

BAB Streckenabschnitt Anschlussstelle Entfernung
A46 Heinsberg – Düsseldorf AS Heinsberg 15 km
A44 Aachen – Mönchengladbach AS Aldenhoven 30 km
A4 Aachen – Köln AS Weisweiler 40 km

Bahnanbindung

Ab Bahnhof Geilenkirchen (ca. 15 km Entfernung)

Linie Linienbezeichnung Linienverlauf
RE 4 Wupper-Express AachenMönchengladbachDüsseldorfDortmund
RB 33 Rhein-Niers-Bahn AachenMönchengladbachKrefeldDuisburg
RB 20 Euregiobahn AachenGeilenkirchen

Straßennamen[Bearbeiten]

Am Büschken, Am Gatter, Annastraße, Bahnstraße, Birkengrund, Buchenweg, Dechant-Kamper-Straße, Dorfplatz, Eburonenstraße, Eichenweg, Endener Straße, Feldchen, Fichtenhain, Heidestraße, Herkenrather Weg, Höfgensweg, Höngener Weg, Hubertusstraße, Istraten, Jabeeker Weg, Karl-Arnold-Straße, Keltenstraße, Kleiweg, Kiefernweg, Lehnder Weg, Lärchenweg, Nachtigallenweg, Panneschop, Pfarrer-Kreins-Straße, Römer Straße, Schienegraaf, Südstraße, Suestrastraße, Waldstraße

Literatur[Bearbeiten]

  • Handbuch des Bistums Aachen. 3. Auflage. Kühlen, Mönchengladbach 1994, ISBN 3-87448-172-7, S. 697
  • Leo Gillessen: Die Ortschaften des Kreises Heinsberg, ISBN 3-925620-13-3, S. 256
  • Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz. Nicolai, Berlin und Stettin 1830

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Süsterseel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsche Grundkarte 1:5000
  2. http://www.lanuv.nrw.de/wasser/pdf/GSK3B_Gewaesserverzeichnis.pdf
  3. http://www.lanuv.nrw.de/wasser/pdf/GSK3B_Gebietsverzeichnis.pdf
  4. http://www.aachener-zeitung.de/lokales/heinsberg/1-august-ist-ein-markanter-tag-fuer-den-selfkant-1.509059#857515890
  5. https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?print=1&anw_nr=2&gld_nr=%202&ugl_nr=2020&val=4036&ver=0&sg=0&menu=1&aufgehoben=N&keyword=&bes_id=4036
  6. http://www.kirche-selfkant.de/cms/pages/kirchen/suesterseel.php