Schachweltmeisterschaft 1969

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Kontrahenten der Schachweltmeisterschaft 1969
Porträts
Tigran Petrosian World Chess Champion.jpg
Boris Spassky 1973.jpg
Tigran Petrosjan Boris Spasski
Nation Sowjetunion 1955Sowjetunion Sowjetunion 1955Sowjetunion
Status Titelverteidiger Herausforderer
Alter 39 Jahre 32 Jahre

Bei der Schachweltmeisterschaft 1969 verlor Weltmeister Tigran Petrosjan seinen Titel an seinen Herausforderer Boris Spasski.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Petrosjan hatte seinen Titel bei der vorangegangenen Schachweltmeisterschaft 1966 erfolgreich gegen Spasski verteidigt. In der Folge hatte Spasski bei Turnieren hervorragende Ergebnisse erzielt. So gewann er die Turniere in Beverwijk und Sotschi (beide 1967). Als erfolgreichster Schachspieler des Jahres 1968 erhielt der den Schach-Oscar.

Qualifikation[Bearbeiten]

Für die Kandidatenwettkämpfe waren die sechs Erstplatzierten aus dem Interzonenturnier in Sousse qualifiziert: Bent Larsen, Viktor Kortschnoi, Efim Geller, Svetozar Gligorić, Lajos Portisch und Samuel Reshevsky. Hinzu kamen die Finalisten aus den Kandidatenwettkämpfen zur Schachweltmeisterschaft 1966, Boris Spasski und Michail Tal. Die Kandidatenwettkämpfe waren auf 10 Partien (Viertel- und Halbfinale) bzw. 12 Partien (Finale) angesetzt.

  Viertelfinale Halbfinale Finale
                           
   Sowjetunion 1955Sowjetunion Boris Spasski  
 Sowjetunion 1955Sowjetunion Efim Geller  
   Sowjetunion 1955Sowjetunion Boris Spasski  
   DanemarkDänemark Bent Larsen  
 DanemarkDänemark Bent Larsen
   Ungarn 1957Ungarn Lajos Portisch  
     Sowjetunion 1955Sowjetunion Boris Spasski
   Sowjetunion 1955Sowjetunion Viktor Kortschnoi
   Sowjetunion 1955Sowjetunion Viktor Kortschnoi  
 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Samuel Reshevsky  
   Sowjetunion 1955Sowjetunion Viktor Kortschnoi
   Sowjetunion 1955Sowjetunion Michail Tal  
 Sowjetunion 1955Sowjetunion Michail Tal
   Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Svetozar Gligorić  

Organisation und Regeln[Bearbeiten]

Der Wettkampf fand in Moskau statt. Der Wettkampf war auf 24 Partien angesetzt, wobei bei einem Gleichstand Petrosjan seinen Titel behalten würde.

Verlauf[Bearbeiten]

Das Match begann am 14. April und stand anfangs ganz im Zeichen Spasskis: Eine Niederlage zum Auftakt machte er mit Siegen in der 4., 5. und 8. Runde mehr als wett. In der neunten Partie gelang es ihm aber nicht, die abgebrochene Partie bei Gewinnstellung zum Sieg zu führen, und es folgten Niederlagen in den Partien 10 und 11. In Partien 12 und 14 kam Spasski in Schwierigkeiten und musste über das Remis froh sein. Am Schluss des Matches zog er aber davon, und am 17. Juni stand er als Sieger fest und wurde der zehnte Weltmeister der Schachgeschichte.

Schachweltmeisterschaft 1969
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 Siege Punkte
Petrosjan 1 ½ ½ 0 0 ½ ½ 0 ½ 1 1 ½ ½ ½ ½ ½ 0 ½ 0 1 0 ½ ½ 4 10½
Spasski 0 ½ ½ 1 1 ½ ½ 1 ½ 0 0 ½ ½ ½ ½ ½ 1 ½ 1 0 1 ½ ½ 6 12½

Folgen[Bearbeiten]

Petrosjan gelang es nicht mehr, seinen Titel zurückzuerobern. Bei Qualifikation zur folgenden Weltmeisterschaft 1972 unterlag er 1971 im Kandidatenfinale dem späteren Weltmeister Bobby Fischer; 1974 kam er bis ins Halbfinale und 1977 und 1980 unter die letzten acht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Salo Flohr: Spassky Weltmeister!. Ten Have, Amsterdam 1970
  • Raymund Stolze: Umkämpfte Krone - Die Duelle der Schachweltmeister von Steinitz bis Kasparow. Sportverlag, Berlin 1992, ISBN 3-328-00526-9.

Weblinks[Bearbeiten]