Schneizlreuth

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schneizlreuth
Schneizlreuth
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schneizlreuth hervorgehoben
47.68333333333312.8511Koordinaten: 47° 41′ N, 12° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Berchtesgadener Land
Höhe: 511 m ü. NHN
Fläche: 107,28 km²
Einwohner: 1333 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 12 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83458
Vorwahlen: 08651, 08665 (Ortsteile Weißbach und Jochberg)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: BGL
Gemeindeschlüssel: 09 1 72 131
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schneizlreuth Nr. 5 (Rathaus)
83458 Schneizlreuth
Webpräsenz: www.schneizlreuth.de/gemeinde
Bürgermeister: Klaus Bauregger (FWG)
Lage der Gemeinde Schneizlreuth im Landkreis Berchtesgadener Land
Berchtesgaden Eck (gemeindefreies Gebiet) Schneizlreuth Schellenberger Forst Ainring Anger (Berchtesgadener Land) Bad Reichenhall Bayerisch Gmain Berchtesgaden Bischofswiesen Freilassing Laufen (Salzach) Marktschellenberg Piding Ramsau bei Berchtesgaden Saaldorf-Surheim Schneizlreuth Schönau am Königssee Teisendorf Landkreis Traunstein ÖsterreichKarte
Über dieses Bild

Schneizlreuth ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Schneizlreuth gehört zum Regierungsbezirk Oberbayern im Freistaat Bayern. Die Gemeinde ist Teil der alpinen Region im südlichen Landkreis Berchtesgadener Land und umgeben von Bergen der Chiemgauer- und Berchtesgadener Alpen.

Durch das Ortsgebiet fließt der Weißbach, der sich zwischen den Ortsteilen Weißbach und Schneizlreuth parallel zur Bundesstraße B305 zur Weißbachschlucht verengt. Die Klamm ist ein beliebtes Wanderziel.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Nachbargemeinden innerhalb des Landkreises Traunstein sind im Norden Ruhpolding und Inzell, innerhalb des Landkreises Berchtesgadener Land im Osten Bayerisch Gmain und Bad Reichenhall, im Südosten Bischofswiesen und im Süden Ramsau bei Berchtesgaden sowie im österreichischen Land Salzburg das westlich von Schneizlreuth gelegene Unken.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in insgesamt sieben Gemarkungen. Dies sind die drei ehemaligen Gemeinden Jettenberg, Ristfeucht und Weißbach an der Alpenstraße, sowie vier ehemalige unbewohnte gemeindefreie Gebiete oder deren Teile, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten eingemeindet wurden:

  • Karlsteiner Forst (am 1. Januar 1978 aufgeteilt zwischen Weißbach an der Alpenstraße und Karlstein)
  • Weißbacher Forst (am 1. Januar 1978 nach Weißbach an der Alpenstraße eingemeindet)
  • Jettenberger Forst (am 1. Januar 1984 aufgeteilt zwischen Schneizlreuth und Ramsau)
  • Forst St. Zeno (Restgebiet am 1. Januar 2011 aufgeteilt zwischen Schneizlreuth und Bad Reichenhall)

Die elf amtlich benannten Gemeindeteile verteilen sich auf die drei bewohnten Gemarkungen.

Schl Gemarkung Fläche
ha
Einwohner
1987
Gemeindeteile Eingemeindung
9945 Ristfeucht 1440,67 389 Fronau , Melleck, Ristfeucht, Schneizlreuth, Ulrichsholz, Kibling1 01. Juli 1909
9946 Jettenberg 1440,67 266 Oberjettenberg, Unterjettenberg, Baumgarten1 01. Juli 1909
9943 Weißbach an der Alpenstraße 461,76 609 Jochberg, Weißbach an der Alpenstraße 01. Mai  1978
9942 Karlsteiner Forst 1235,18 - (unbewohnt) 01. Jan. 1978 (nach Weißbach)
9944 Weißbacher Forst 2863,94 - (unbewohnt) 01. Jan. 1978 (nach Weißbach)
9967 Jettenberger Forst 2279,77 - (unbewohnt) 01. Jan. 1984
9953 Forst St. Zeno 966,50 - (unbewohnt) 01. Jan. 2011
  Gemeinde Schneizlreuth 10727,57 1264 11 Ortsteile  
1 Die Ortsteile Baumgarten und Kibling werden erstmals im amtlichen Ortsverzeichnis von 1952 nachgewiesen, mit dem Hinweis Name noch nicht amtlich verliehen.[2] Zumindest der Ortsname Baumgarten ist aber schon länger gebräuchlich, wie die historische Karte von 1832 (Urpositionsblätter) beweist.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

1285 wurde erstmals ein Landgut Schnaezenreut genannt. Die erste urkundliche Erwähnung von Weißbach war am 1. August 1349. Beide Ortschaften waren von jeher Teil Bayerns und grenzen sich somit historisch, soziokulturell innerhalb des Landkreises Berchtesgadener Land von der gleichnamigen Kulturlandschaft Berchtesgadener Land in den historischen Grenzen des fürstpropstlichen Kernlandes und vom einst zum Fürsterzbistum Salzburg gehörenden Rupertiwinkel ab.[4]

Die Gemeinde Schneizlreuth entstand am 1. Juli 1909 aus der Vereinigung der Gemeinden Jettenberg (mit den Ortsteilen Oberjettenberg und Unterjettenberg) und Ristfeucht (u.a. mit Schneizlreuth, damals noch ein Weiler).[5] Am 5. Mai 1945 fanden in Schneizlreuth die vermutlich letzten Gefechte des Zweiten Weltkriegs in Bayern statt.

Am 1. Januar 1984 wurde der größere nördliche Teil des gemeindefreien Gebiets Jettenberger Forst mit einem Flächenanteil von 2279,77 Hektar eingegliedert. Der kleinere südliche Teil mit 683,49 Hektar ging an die Nachbargemeinde Ramsau. Am 1. Januar 2011 wurde auch ein Teil des im Osten gelegenen Forst St. Zeno (966,50 Hektar) eingegliedert. Der Rest dieses Gebiets mit 290,10 Hektar wurde nach Bad Reichenhall eingegliedert.[6] Diese beiden unbewohnten, ehemals gemeindefreien Gebietsanteile bestehen unter ihrem jeweils zuvor gebräuchlichen Namen als Gemarkungen innerhalb der Gemeinde Schneizlreuth fort.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die im Jahr 1883 gegründete Gemeinde Weißbach an der Alpenstraße wurde am 1. Mai 1978 im Zuge der Gemeindegebietsreform nach Schneizlreuth eingemeindet.[7] Bereits am 1. Januar 1978 wurden der größere Teil des gemeindefreien Gebiets Karlsteiner Forst mit einem Flächenanteil von 1235,18 Hektar (von insgesamt 2168,05 Hektar; der Rest wurde nach Karlstein eingegliedert) sowie das gemeindefreie Gebiet Weißbacher Forst nach Weißbach an der Alpenstraße eingegliedert und wurden damit am 1. Mai 1978 Teil der Gemeinde Schneizlreuth.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat Schneizlreuth besteht aus 12 Gemeinderäten und dem Bürgermeister. Bei der letzten Kommunalwahl am 2. März 2008 gingen von 1073 stimmberechtigten 734 bzw. 68,4 Prozent zur Wahl.[8]

Die Sitzverteilung stellt sich seitdem wie folgt dar (in Klammern die Prozente der erhaltenen Stimmen):[8]

  • 6 für Unabhängige Wahlgemeinschaft (46,2 %)
  • 6 für Freie Wählergemeinschaft Weißbach a.d.A. (FWG) (53,8 %)

Bürgermeister[Bearbeiten]

2008 wurde bei einer Wahlbeteiligung von 68,4 % Klaus Bauregger (FWG) zum Bürgermeister der Gemeinde Schneizlreuth gewählt.[8]

Wahlkreise[Bearbeiten]

Schneizlreuth gehört zum Bundestagswahlkreis Traunstein und zum Stimmkreis Berchtesgadener Land für Landtags- und Bezirkstagswahlen.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Schneizlreuth
Blasonierung:

„In Blau über den silbernem Dreiberg ein goldenes Rad, aus dem göpelförmig drei silberne Soleleitungen wachsen, oben beseitet von je einem goldenen Kleeblatt.[9]

Beschreibung:

Die Gemeindefarben der Fahne sind Gelb – Blau – Weiß.[9]

Die Wahl der heraldischen Symbole, die zum Teil bereits in den Gemeindewappen der früheren Gemeinden Schneizlreuth und Weißbach a d. Alpenstraße enthalten waren, soll deren Zusammenlegung im Jahr 1978 hervorheben. Das goldene Rad steht für die „Güldene Salzstraße“ von Reichenhall nach Traunstein, auf deren Route die Gemeinde lag und ihre Entwicklung verdankte. Die drei aus dem Rad wachsenden Soleleitungen verweisen auf die von Herzog Maximilian I. zwischen 1611 und 1619 erbaute Soleleitung von Reichenhall nach Traunstein, für die bis ins 19. Jahrhundert hinein in Schneizlreuth Holzrohre gefertigt wurden. Der Dreiberg, bereits neben einem Soleturm im Wappen von Weißbach enthalten, symbolisiert ganz allgemein die alpine Landschaft um Schneizlreuth. Die Kleeblätter wurden aus dem früheren Wappen von Schneizlreuth übernommen und entstammen dem Familienwappen der Freiherren von Lasser, die bis 1798 über fast zwei Jahrhunderte die Hofmark Marzoll innehatten und die bedeutendsten Grundherren in Ristfeucht und Jettenberg waren. Die Kleeblätter sollen auch für die im Gemeindegebiet vorherrschende Almwirtschaft stehen.[9]

Das Wappen wurde 1981 auf der Rechtsgrundlage eines Beschlusses des Gemeinderats und mit Zustimmung der Regierung von Oberbayern eingeführt. (Das Schreiben der Regierung von Oberbayern datiert vom 3. Juni 1981.)[9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Hofkapelle von Schneizlreuth

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Dolomitwerk Jettenberg wird Ramsaudolomit abgebaut und für industrielle Zwecke vor allem zu Dolomitmehl und -körnungen verarbeitet.[10]

Verkehr[Bearbeiten]

Schneizlreuth wird durch die Deutsche Alpenstraße (u. a. B 305) von Inzell im Nordwesten bzw. Ramsau im Südosten her erschlossen. Die B 21 verbindet die Gemeinde mit Bad Reichenhall im Norden und dem im Österreich liegenden Unken bzw. Lofer im Süden. Dieser Straßenzug wird von österreichischer Seite auch als „Kleines Deutsches Eck“ bezeichnet. Der kleine Ortsteil Melleck liegt unterhalb des Steinpasses, über den eine Nebenstraße nach Unken führt.

Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich in Traunstein und in Bad Reichenhall.

Staatliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Im Ortsteil Oberjettenberg befindet sich die Wehrtechnische Dienststelle 52 der Bundeswehr mitsamt der Seilbahn Reiteralpe.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Bally Prell (1922–1982), Volkssängerin, machte sich und den Ort 1953 mit ihrem Lied über die „Schönheitskönigin von Schneizlreuth“ deutschlandweit bekannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950, München, 1952, Spalte 71 und [1]
  3. BayernAtlas: Luftbildaufnahme und Bayerische Landesbibliothek Online: Die Urpositionsblätter der Landvermessung in Bayern Reichenhall und Umgebung im Jahre 1832
  4. www.heimat-bayern.de: Die Kulturlandschaften Bayerns: Vielfalt – Heimat – Schutzgut, PDF-Datei
  5. bgland24.de Kriege, Aufschwung und Lawinen – 100 Jahre Schneizlreuth
  6. regierung.oberbayern.bayern.de Siehe Oberbayerisches Amtsblatt, Nr. 26 / 30. Dezember 2010, PDF-Datei S. 1 u. 2 von 6 Seiten
  7. tourismus.schneizlreuth.de Zur Gemeinde
  8. a b c statistik.bayern.de Wahlergebnisse zum Gemeinderat 2008, S. 9 von 29 Seiten, PDF-Datei
  9. a b c d Schneizlreuth: Wappengeschichte vom HdBG
  10. Website Dolomitwerk Jettenberg

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schneizlreuth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Schneizlreuth – Reiseführer