Freilassing
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
|
||
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberbayern | |
| Landkreis: | Berchtesgadener Land | |
| Höhe: | 421 m ü. NN | |
| Fläche: | 14,79 km² | |
| Einwohner: |
16.087 (31. Dez. 2011)[1] |
|
| Bevölkerungsdichte: | 1088 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 83395 | |
| Vorwahl: | 08654 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BGL | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 1 72 118 | |
| LOCODE: | DE FRL | |
| NUTS: | DE215 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Münchener Straße 15 83395 Freilassing |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Josef Flatscher (CSU) | |
| Lage der Stadt Freilassing im Landkreis Berchtesgadener Land | ||
Freilassing, bis 1923 Salzburghofen, ist eine Stadt im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land. Sie ist der Grenzort zu Salzburg.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Klima [Bearbeiten]
| Der Jahresniederschlag beträgt 1306 mm und liegt damit im oberen Drittel der von den Messstellen des Deutschen Wetterdienstes erfassten Werte. Über 95 % zeigen niedrigere Werte an. Der trockenste Monat ist der Februar; am meisten regnet es im Juli. Im niederschlagreichsten Monat fällt ca. 2,4-mal mehr Regen als im trockensten Monat. Die jahreszeitlichen Niederschlagschwankungen liegen im oberen Zehntel. In über 97 % aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger. |
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
In der Stadt Freilassing sind 18 Gemeindeteile ausgewiesen. Neben dem Hauptort Freilassing sind dies das Kirchdorf Salzburghofen, die Dörfer Hofham, Saalbrück, Sailen und Untereichet, die Weiler Brodhausen, Eham, Hagen, Klebing, Lohen, Obereichet, Schaiding und Stetten sowie die Einöden Aumühle, Hub, Oedhof und Wassermauth.
Geschichte [Bearbeiten]
Im 6. Jahrhundert nahmen Bajuwaren das Land an Saalach und Salzach in ihren Besitz. Sie errichteten in Salzburghofen einen Wirtschaftshof, der die herzogliche Residenz in Salzburg mit Lebensmitteln zu versorgen hatte und zu Beginn des 10. Jahrhunderts als Schenkung an die Salzburger Kirche kam. Der Name von Freilassing wird erstmals in einer Notiz erwähnt, die in der Zeit zwischen 1125 und 1147 entstanden ist. Dabei kaufte ein Vater seine Tochter von ihrem Leibherrn frei und übergab sie dem Kloster St. Peter in Salzburg. Mit einer solchen Verbesserung der persönlichen Gebundenheit hängt auch der Ortsname zusammen. Er kommt von „freilassen“ und hat seinen Ursprung in der rechtlichen Stellung der einstigen Bewohner, nämlich in deren Freilassung aus einem Abhängigkeitsverhältnis.[2]
Die Gemeinde trug bis 1923 den Namen des jetzigen Ortsteils Salzburghofen.[3] Sie gehörte seit dem frühen Mittelalter zum Land Salzburg, das samt dem Salzburggau und den Gebirgsgauen seinerseits zum Herzogtum Bayern gehörte. Durch den Aufstieg Salzburgs zum eigenständigen Fürsterzbistum Salzburg (1328) löste sich auch Freilassing vom einstigen Mutterland Bayern. 1810 kam Freilassing zusammen mit Salzburg zum Königreich Bayern und blieb, wie der übrige Rupertiwinkel, auch 1816 bayerisch, als das übrige Land Salzburg zu Österreich kam. Einen ersten Aufschwung erlebte die Gemeinde durch den Bau der Eisenbahn und ihre Lage als Grenz- und später auch Knotenbahnhof. Dadurch erlangte der Ortsteil Freilassing immer größere Bedeutung, was sich in der Namensänderung ausdrückte: aus Salzburghofen wurde Freilassing. Am 25. April 1945 wurde Freilassing durch einen Bombenangriff schwer getroffen. Den zweiten bedeutenden Zuwachs verzeichnete Freilassing nach dem Zweiten Weltkrieg durch Vertriebene und Flüchtlinge. 1954 erfolgte die Erhebung zur Stadt.
siehe auch Liste der Baudenkmäler in Freilassing
Wappen [Bearbeiten]
Die Wappenbeschreibung lautet: In Rot auf grünem Boden ein golden bewehrtes silbernes Pferd mit goldener Mähne und goldenem Schweif, das über ein goldenes Salzfass springt.
Politik [Bearbeiten]
Stadtrat [Bearbeiten]
Der Stadtrat der Stadt Freilassing setzt sich zusammen aus 24 gewählten und ehrenamtlich tätigen Stadträten sowie dem Ersten Bürgermeister der Stadt. Die Kommunalwahl am 2. März 2008 lieferte folgendes Ergebnis:
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2008 |
Sitze 2008 |
| CSU | 10 | |
| Freie Wählergemeinschaft / Heimatliste | 6 | |
| SPD | 4 | |
| Die Grünen / Bürgerliste | 4 | |
| Gesamt | 100 | 24 |
| Wahlbeteiligung in % | ||
Wirtschaft [Bearbeiten]
Die Stadt präsentiert sich heute aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Stadt Salzburg und der Natur des Berchtesgadener Landes als attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort. Eine Gemeinschaft aus Industrie-, Handwerks- und Einzelhandelsbetrieben, das "Wirtschaftsforum Freilassing" (Wifo), vermarktet den Wirtschaftsstandort. Eine Fußgängerzone und Einzelhandelsgroßflächen-Betriebe üben Anziehungskraft auf das Umland aus.
Mittelständische Industriebetriebe, unter anderem die Fa. Robel (Bahnbaumaschinen), die Fa. Kiefel (Maschinenbau), die Fa. FRIMO Freilassing GmbH (Maschinenbau), die Fa. Heinze (Sänitärgroßhandel), BMW Motorsport Schnitzer, die Fa. Hawle (Armaturen), die Fa. Wiberg (Gewürze) sowie im Baubereich die Max Aicher GmbH gehören zu den ortsansässigen Unternehmen. Freilassing ist Sitz der Euregio Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein.
Schulen [Bearbeiten]
Freilassing besitzt fünf Schulen: Eine Grundschule, eine Mittelschule, eine Hauptschule mit Wirtschaftsschule, zwei Realschulen mit Fachoberschule, jeweils eine für Mädchen bzw. Jungen und eine Berufsschule.
Verkehr [Bearbeiten]
Eisenbahn und öffentlicher Nahverkehr [Bearbeiten]
Freilassing ist der bayerische Bahnknotenpunkt unmittelbar an der Landesgrenze vor Salzburg. In die Hauptstrecke von München nach Salzburg mündet die Bahnlinie von Mühldorf ein. Nach Süden zweigt die Strecke über Bad Reichenhall nach Berchtesgaden ab.
Von München führen zwei Hauptbahnen nach Freilassing, bei gleicher Streckenlänge (138 km). Der Fernverkehr verläuft derzeit ausschließlich über die zweigleisige elektrifizierte Strecke München - Rosenheim - Traunstein - Freilassing. Die Strecke über Mühldorf ist weitgehend eingleisig und nicht elektrifiziert, soll aber wegen der vorteilhafteren Trassierung im Zuge der Magistrale für Europa Paris - München - Preßburg/Budapest ausgebaut werden.
Der traditionelle Ruf von Freilassing als Eisenbahner- und Grenzstadt ist im Wandel. Die Deutsche Bahn hat im Zuge ihrer Rationalisierungen den Standort Bahnhof Freilassing verkleinert (z. B. Schließung des Bahnbetriebswerks 1994) und mit dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union erhielt Freilassing eine neue Bedeutung.
Derzeit entsteht zwischen Salzburg und Freilassing das Herzstück der S-Bahn Salzburg: Die Bahnstrecke zwischen Salzburg Hauptbahnhof und Saalachbrücke/Freilassing wurde ausgebaut und ist dreigleisig in Betrieb. Dafür war auch der Neubau der Salzachbrücke nötig. Im Salzburger Stadtgebiet wurden die Stationen Mülln-Altstadt, Aiglhof und Taxham Europark errichtet. Die Inbetriebnahme der Station Liefering erfolgt 2013. Seit Dezember 2009 verkehrt die S-Bahnlinie S3 im 30-Minuten-Takt zwischen Golling Abtenau und Freilassing. Damit wird Freilassing nicht nur an den Hauptbahnhof Salzburg, sondern durch die zahlreichen innerstädtischen Haltestellen auch an weitere wichtige Ziele in Salzburg angeschlossen. Jede zweite S3 verkehrt außerdem über Freilassing hinaus bis Bad Reichenhall. Zum Einsatz kommen auf dieser Linie hauptsächlich Talent-Nahverkehrszüge.
Seit dem 13. Dezember 2009 betreibt auf der Strecke Freilassing - Berchtesgaden die neu gegründete private Gesellschaft BLB Berchtesgadener Land Bahn die Linie S4 im Stundentakt. Durch Überlagerung mit der S3 ergibt sich zwischen Freilassing und Berchtesgaden ein angenäherter 30-Minuten-Takt. Die BLB fährt auf ihrer Linie mit 5 Zügen des Typs FLIRT.
Mit der Fertigstellung des noch fehlenden dreigleisigen Abschnittes zwischen Saalachbrücke und Freilassing (wobei auch die Brücke dreigleisig auszubauen ist) wird neben einer neuen Haltestelle in Salzburg Liefering (2013) auch die S2 bis Freilassing durchgebunden werden, wodurch sich zwischen Salzburg Hauptbahnhof und Freilassing ein 15-Minuten-Takt ergibt.
Seit dem 11. Dezember 2011 verbindet auch die private WESTbahn Freilassing zehn Mal täglich mit Wien.
Neben dem örtlichen Nahverkehr ist Freilassing mit der Linie 24 auch unmittelbar ans öffentliche Busnetz der Stadt Salzburg angeschlossen (Salzburger Verkehrsverbund).
Flughafen (Salzburg) [Bearbeiten]
Die Stadt Freilassing liegt in der Haupteinflugschneise des Flughafens Salzburg und ist daher in besonderem Maße vom Fluglärm betroffen, sie profitiert aber auch von der Nähe zum Flughafen.
Straße [Bearbeiten]
Dicht am Ort vorbei führen die Bundesstraßen 20 und 304. Durch den Ort führt die Staatsstraße 2104 die in Waging am See endet. In ca. zehn Kilometern Entfernung liegt die Anschlussstelle Bad Reichenhall zur deutschen Bundesautobahn 8 (Luxemburg−Karlsruhe−Salzburg).
Die österreichische Westautobahn (A1) (mautpflichtig) ist ungefähr fünf Kilometer entfernt (Ausfahrt „Salzburg-Mitte/Freilassing“).
Durch die B 155 ist das Zentrum von Freilassing auch direkt mit dem Stadtgebiet von Salzburg. Man braucht hierfür keine österreichische Autobahnvignette, was v.a. bei deutschen Touristen, die nach Salzburg möchten, sehr beliebt ist.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Museen [Bearbeiten]
Am 2. September 2006 eröffnete das Eisenbahnmuseum Lokwelt Freilassing als Außenstelle des Deutschen Museums im ehemaligen Rundlokschuppen, der hierfür renoviert wurde. Außerdem gibt es ein kleines Stadtmuseum im alten Feuerwehrhaus in der Lindenstraße mit Galerie für Ausstellungen. Ca. 7 km trennen Freilassing vom Weltkulturerbe Salzburg.
Baudenkmäler [Bearbeiten]
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
→ siehe: Liste von Persönlichkeiten der Stadt Freilassing
Weblinks [Bearbeiten]
- Homepage der Stadt Freilassing
- Freilassing: Wappengeschichte vom HdBG
- Freilassing: Amtliche Statistik des LStDV
- Links zum Thema Freilassing im Open Directory Project
Quellen [Bearbeiten]
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
- ↑ Stadt Freilassing: http://www.freilassing.de/modules/sites.php?site_nr=010300
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 510
Ainring | Anger | Bad Reichenhall | Bayerisch Gmain | Berchtesgaden | Bischofswiesen | Freilassing | Laufen | Marktschellenberg | Piding | Ramsau b.Berchtesgaden | Saaldorf-Surheim | Schneizlreuth | Schönau a.Königssee | Teisendorf
