Sucker Punch

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Filmdaten
Deutscher Titel Sucker Punch
Originaltitel Sucker Punch
Suckerpunch-logo.svg
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2011
Länge Kinofassung (25 fps):
105 Minuten
Extended Cut (25 fps):
128 Minuten
Altersfreigabe FSK 16 (Kinofassung[1]/Extended Cut[2])
JMK 16[3]
Stab
Regie Zack Snyder
Drehbuch Zack Snyder
Steve Shibuya
Produktion Deborah Snyder
Zack Snyder
Musik Tyler Bates
Marius de Vries
Kamera Larry Fong
Schnitt William Hoy
Besetzung

Sucker Punch ist ein US-amerikanischer Action-Fantasy-Film von Regisseur Zack Snyder.

Snyder beschrieb die Idee für den Film am Anfang seiner Produktion im Jahr 2007 als ein „Alice im Wunderland mit Maschinengewehren“.[4]

Der deutsche Kinostart des Films war am 31. März 2011.

Handlung[Bearbeiten]

Die Handlung beginnt auf einer Theaterbühne und spielt in den 1960-ern. Ein Arzt kommt zu einer jungen Frau ins Zimmer und teilt ihr mit, dass ihre Mutter gestorben ist. Da ihre Mutter sie und ihre kleine Schwester durch ein Testament zu den alleinigen Erben des Vermögens bestimmt hatte, ist ihr Stiefvater verärgert und greift seine Stieftochter betrunken an. Als sie sich wehrt, schließt der Vater sie in ihrem Zimmer ein und betritt das Zimmer der Schwester um sich an ihr zu vergehen. Die ältere Schwester kann sich befreien und schießt mit einer Pistole auf ihren Stiefvater, wobei der Stiefvater verletzt und ihre Schwester durch ein abgepralltes Geschoss versehentlich getötet wird. Gegenüber der Polizei behauptet der Stiefvater, seine Tochter sei nach dem Tod ihrer Mutter verrückt geworden. Er weist sie in die Nervenheilanstalt Lennox House in Brattleboro, Vermont ein und verhandelt mit dem dortigen Pfleger Blue Jones zur Verschleierung der Hintergründe der Tat eine Lobotomie an seiner Stieftochter. Der Pfleger erklärt sich bereit, gegen 2.000 US-Dollar die Unterschrift der Anstaltsärztin Vera Gorski zu fälschen. Die Lobotomie soll in fünf Tagen durchgeführt werden. Im Augenblick vor dem Eingriff wechselt die Handlungsebene.

Eine Patientin, die augenscheinlich einer Lobotomie unterzogen werden soll, streift sich auf einer Bühne eine Perücke ab und stellt sich als Sweet Pea, Darstellerin in einer erotischen Unterhaltungsnummer in einem Bordell, vor. Die ursprüngliche Patientin, nun Babydoll genannt, wurde von einem Priester, der ihrem Stiefvater gleicht, ebenfalls in das Bordell gebracht, das dem Zuhälter Blue Jones, der dem korrupten Pfleger gleicht, gehört. In fünf Tagen soll ihre Jungfräulichkeit an den High Roller verkauft werden. Bis dahin soll sie im Haus dienen. Als der Koch des Bordells, der dem Koch der Nervenheilanstalt gleicht, versucht, die Prostituierte Rocket zu vergewaltigen, befreit Babydoll ihre Leidensgenossin.

Vera Gorski, die Puffmutter, die der Anstaltsärztin gleicht, ordnet an, dass Babydoll mit den anderen Mädchen einen Tanz proben soll. Während sie tanzt, fällt jedoch jeder in Hypnose und bemerkt so lange nicht mehr, was um ihn herum geschieht, bis sie mit dem Tanzen aufhört. Babydoll hat während der Tänze einen „Traum im Traum“ mit fulminanten Action-Kampfsequenzen.

Während ihres ersten Tanzes schlüpft sie in die eine Welt, die an das feudale Japan angelehnt ist. Dort erfährt sie von einem weisen Mann, dass sie fünf Dinge zur Flucht benötigt: eine Karte, Feuer, ein Messer und einen Schlüssel. Das fünfte ist ein Rätsel. Anschließend muss sie sich gegen drei übermächtige Samuraikrieger behaupten.

Babydoll gelingt es, mit den Schwestern Sweet Pea und Rocket sowie Amber und Blondie einige ihrer Schicksalsgenossinnen von ihrem Fluchtplan zu überzeugen. Während Babydoll ihre hypnotisierenden Tänze darbietet, sollen ihre Mitverschwörerinnen die benötigten Fluchtgegenstände stehlen.

Während ihres zweiten Traums befindet sich Babydoll zusammen mit ihren Schicksalsgenossinnen auf einem Schlachtfeld des Ersten Weltkrieges. Dort weist sie der weise Mann in ihre Aufgabe ein. Es gelingt es ihnen, zu verhindern, dass ein deutscher Bote einen militärischen Lageplan mit eingezeichneten Schützengräben mit einem Zeppelin an den deutschen Kaiser überbringen kann. Während des Tanzes kopiert Sweet Pea den Lageplan des Bordells im Büro des Zuhälters.

Der Zuhälter Blue Jones ist von der Darbietung Babydolls derart begeistert, dass er sie vor dem Bürgermeister, der einer Wache der Nervenheilanstalt gleicht, auftreten lässt. Während ihres dritten Traums befinden sich die Schicksalsgenossinnen in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt. Erneut weist sie der weise Mann ein. Die Frauen müssen sich gegen feindliche Orks zur Wehr setzen und zwei Feuerkristalle aus dem Rachen eines Babydrachens entnehmen. Amber stiehlt während des Tanzes das Feuerzeug vom Bürgermeister.

Nach der Darbietung schöpft Zuhälter Blue Jones den Verdacht, dass eine Verschwörung im Gange ist und konfrontiert die Frauen damit. Die Frauen entscheiden sich, ihren Plan dennoch fortzuführen. Blondie hält dem Druck aber letztlich nicht stand und gesteht Vera Gorski und Blue Jones den Fluchtplan von Babydoll.

Als nächsten Gegenstand wollen die Schicksalsgenossinnen das Messer vom Koch des Bordells stehlen. Babydoll führt ihren vierten Tanz durch. In diesem Tanz sind die vier Frauen in einer futuristischen Welt, in der sie, wie ihnen der weise Mann erklärt, zunächst eine Bombe in einem Zug, die durch Robots beschützt wird, entschärfen müssen. Doch das Stromkabel des Radios in der Küche, das die Musik zu Babydolls Darbietung liefert, hat einen Kurzschluss und Babydoll erwacht zu früh aus ihrer Traumwelt. Dadurch bemerkt der Koch des Bordells, dass die Mädchen ihn bestehlen wollen. Als die Musik wieder einsetzt, setzt die Darbietung von Babydoll fort. In der Traumwelt scheitert die Entschärfung der Bombe und Rocket opfert sich, um Sweet Pea zu retten. Als die Bombe in der Traumwelt explodiert, bricht der Zuhälter mit seinen Handlangern die Tür zur Küche auf und sieht, dass der Koch Rocket getötet hat. Amber gelingt es jedoch, das Messer zu stehlen, sodass auch dieses Objekt versteckt werden kann. Der Zuhälter sperrt Sweet Pea in eine Art schallgedämmten Lagerraum, da sie aufgrund des Todes ihrer Schwester verstört ist.

Kurz vor der Aufführung stellt der Zuhälter Blue Jones die Frauen zur Rede. Vera Gorski will die Mädchen schützen, doch der Zuhälter Blue Jones erschießt erst Amber und danach Blondie. Danach versucht er, Babydoll zu vergewaltigen, doch diese nimmt das Messer, das sie versteckt hatte, und sticht Blue Jones nieder, dessen Schlüssel sie danach mitnimmt.

Babydoll und Sweet Pea treten die Flucht gemeinsam an. Sie stecken den Lagerraum in Brand, um die Sicherheitstüren zu öffnen, und finden mit der Karte den Ausweg. Vor dem Bordell steht jedoch eine Gruppe Männer. Babydoll erinnert sich, dass noch etwas fehlt, nämlich die Lösung eines Rätsels, und erkennt, dass die Antwort darauf sie selbst ist. Sie opfert sich und lenkt die Männer ab, so dass Sweet Pea unbemerkt flüchten kann.

Sweet Pea gelingt es, sich andere Kleidung zu verschaffen, während sich Babydoll in einem Zimmer des Bordells zusammen mit dem High Roller wiederfindet. In dem Augenblick, in dem sie sich mit ihm einlässt, springt die Handlung zurück in die Nervenheilanstalt, und die Lobotomie wird ausgeführt.

Doktor Gorski erzählt dem Arzt, der die Patientin lobotomiert hat und dem High Roller gleicht, dass das Mädchen innerhalb von fünf Tagen ein Zimmer in Brand gesteckt, einen Pfleger niedergestochen und einer anderen Patientin geholfen hat zu fliehen, dass sie aber keine Lobotomie an dieser Patientin vorgeschlagen hat. Daraufhin erwidert der Arzt, dass sie diesen Eingriff genehmigt habe und Doktor Gorski stellt fest, dass ein Pfleger ihre Unterschrift gefälscht hat.

Im Anschluss an die Lobotomie wird die Patientin von mehreren Pflegern in einen kleinen Raum gebracht, in welchem der Pfleger Blue Jones, der immer noch eine Stichverletzung an der linken Schulter hat, mit ihr alleine bleibt. Die Pfleger, die die Patientin in den Raum gebracht haben, sagen, dass sie dem Mädchen nichts mehr antun wollen und verlassen den Raum. Bevor ihr etwas geschehen kann, wird der Raum von Polizisten gestürmt, da die Ärztin Doktor Gorski das kriminelle Verhalten der Pfleger bemerkt hatte.

Die Kulisse wandelt sich zu einem Busbahnhof, wo Sweet Pea auf dem Weg in die Freiheit in einen Fernbus steigen will. Der Fahrer des Busses gleicht dem weisen Mann aus den Actionsequenzen, der die Kämpferinnen in ihre jeweilige Aufgabe einweist. Bevor Sweet Pea den Bus betreten kann, erscheinen Polizeibeamte und wollen sie zur Befragung mitnehmen. Der Busfahrer versichert ihnen jedoch, sie sei schon länger sein Fahrgast und lässt die Flüchtende kostenlos im Bus mitfahren.

Der Film endet mit der Frage, wessen Geschichte er erzähle.

Segmentierungen und Stil des Films[Bearbeiten]

Der Film spielt sich nach der Exposition in drei Handlungsebenen ab: in der Nervenheilanstalt, im Bordell und in den Tänzen. Sie alle sind eher düster gehalten. Am dunkelsten ist dabei das Sanatorium, etwas farbiger das Bordell und am farbigsten die Actionsequenzen der Tänze. Der Wechsel zwischen diesen Ebenen wird formal durch eine Naheinstellung auf das Gesicht der Babydoll und einen Wechsel der Farbgestaltung angezeigt.

Kritiken[Bearbeiten]

Sucker Punch wurde von Kritikern überwiegend negativ aufgenommen. Rotten Tomatoes verzeichnet eine positive Wertung von nur 23 %, basierend auf über 200 Kritiken.[5] Metacritic gibt einen Metascore von 33/100 basierend auf 29 Kritiken an.[6] Die Nutzer der Internet Movie Database bewerteten den Film mit 6,1 von 10 möglichen Punkten basierend auf knapp 169.000 Stimmen.[7] So bezeichnete etwa Richard Roeper den Film als „unkenntliches und heuchlerisches Durcheinander, das beweist, dass man einen Film mit spärlich bekleideten Frauen und großen Kanonen füllen kann, und es einen trotzdem zu Tode langweilen kann.“[8] Und David Kleingers bei Spiegel Online als „sexistisches, dämliches und lachhaftes Machwerk“, in dem „Peinlichkeiten [...] als Provokation verkauft“ werden.[9] „Ich ging aus diesem Film in einen Zustand der Depression. Deprimiert, dass so viel technische Bravour weggeworfen werden konnte“, urteilt James Berardinelli in ReelViews.[10]

Dennoch wurde der Film in Deutschland ein Kinoerfolg.[11] Auch konnte er einige positive Kritiken verzeichnen: „Unstrittig aber ist die Unterhaltungsqualität dieses von Zeitlupe, Freeze Frames, Bildbeschleunigung, bewusster Überzeichnung und Akrobatikposing leicht bekleideter Jungamazonen gestützten Bilderrausches“, heißt es auf Kino.de.[12] „Zack Snyders 'Sucker Punch' schafft es jedoch schnell, eine Eigenständigkeit zu entwickeln und diese im Verlauf des Films mit exquisit fotografierten Bildern zu präsentieren. Auch die Actionszenen sind modern, flott und genau richtig, um einen rockigen Kinoabend zu gestalten“, resümiert TV Movie. Rüdiger Suchsland von der FAZ erinnert das Werk „stark an Christopher Nolans Traumthriller Inception“, er wirke „wie dessen bessere, konsequentere Variante – weil das Irreale des Träumens wirklich ernst genommen wird, weil Lust und Verrücktheit erkennbar sind, und Snyder im Gegensatz zu Nolan nie versucht, am Ende wieder Ordnung zu schaffen.“[13] Auch Cinema sieht in Sucker Punch einen „[atemberaubenden] Konzeptfilm für Fanboys, der mangelnden Tiefgang mit einer Bildersprache kompensiert, die einen regelrecht in den Kinositz drückt.“[14]

Soundtrack[Bearbeiten]

Der Soundtrack des Films umfasst neun Titel

Wissenswertes[Bearbeiten]

  • Der Begriff sucker punch bezeichnet im Englischen einen unerwarteten Schlag.[15]
  • Regisseur Zack Snyder musste den Film für die Kinoauswertung um 18 Minuten schneiden, damit er eine PG-13-Freigabe bekommen konnte, somit ist der Film weltweit nur in gekürzter Form im Kino zu sehen. Für die Blu-ray-Auswertung gibt es eine ungekürzte R-Rating-Fassung. Beide Fassungen erhielten von der FSK eine Altersfreigabe ab 16.
  • Die deutsche Blu-ray-Erstveröffentlichung der ungekürzten Fassung wies eine fehlerhafte Tonspur auf. Nach einer Umtauschaktion kam es zu neuen Tonproblemen.[16] Laut Hersteller handelt es sich dabei jedoch nicht um einen Fehler, sondern um eine „alternative Mischung“.[17]
  • Emma Stone sollte eigentlich auch in der Besetzung auftauchen, diese lehnte aber zugunsten von Einfach zu haben ab.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rüdiger Suchsland: Mädchens Werk und Teufels Beitrag. Die Girlie-Horror-Picture-Show: Zack Snyders "Sucker Punch" ist ein kräftiger Schluck aus der Flasche des Überwältigungskinos. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31. März 2011, S. 32.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1], zugegriffen am 31. Dezember 2014
  2. [2], zugegriffen am 31. Dezember 2014
  3. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  4. Snyder's 'Alice in Wonderland with Machine Guns' - Sucker Punch
  5. Kritiken bei Rotten Tomatoes
  6. Kritiken bei Metacritic
  7. Sucker Punch in der Internet Movie Database
  8. Richard Roeper: Sucker Punch. movie review. RichardRoeper.com, 25. März 2011, abgerufen am 4. September 2011.
  9. David Kleingers: Wir machen's euch platt. Action-Spektakel "Sucker Punch". Spiegel Online, 30. März 2011, abgerufen am 30. März 2011.
  10. James Berardinelli: Sucker Punch. A movie review. Reelviews, 26. März 2011, abgerufen am 4. September 2011.
  11. http://www.satundkabel.de/index.php?option=com_content&view=article&id=79874&Itemid=160
  12. kino.de
  13. Rüdiger Suchsland: Mädchens Werk und Teufels Beitrag. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31. März 2011, S. 32.
  14. cinema.de
  15. sucker punch, oxforddictionaries.com
  16. Warner: Korrigierte "Sucker Punch"-Blu-ray mit neuem Fehler?, digitalfernsehen.de
  17. Sucker Punch bei amazon.de